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Nach Art eines Laufkranes bewegbare Vorrichtung zum Heben und Senken
einer Last von Hand mittels eines Seiles oder einer Kette durch eine Seil- oder
Kettentrommel unter Vermittlung eines Ratschengetriebes Die Erfindung betrifft eine
nach der Art eines Lauflkranesbewegbare Vorrichtung zum Heben .und Senken einer
Last von Hand mittels eines Seiles oder einer Kette durch eine Seil- oder Kettentrommel
unter Vermittlung eines Ratschengetriebes.
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In der Werkstatt liegt häufig die Aufgabe vor, kleine Lasten bis zu
etwa Zoo kg zu- heben oder zu senken. Bisher werden zum Heben und Senken derartiger
Lasten Motoren, nm allgemeinen Elekt@romotoren, vorgesehen. Die Anordnung von derartigen
Motoren macht aber das Hebezeug verhältnismäßig teuer. Ungünstig macht sich auch,
insbesondere bei der jetzigen Energielage, der Stromverbrauch derartiger Hebezeuge
bemerkbar. Es ergibt sich also die Forderung, ein Hebezeug zu schaffen, das ohne
Verwendung eines Motors ein Heben und Senken von kleineren Lasten in wirtschaftlichen
Zeiträumen gestattet. Die Genauigkeit des Hebens und Senkens muß hierbei sichergestellt
sein. Da häufig die zu hebenden oder zu senkenden Werkstücke sperrig sind, ist außerdem
eine Einhandbedienung des Hebezeuges sowohl zum Heben als auch zum Senken der Last
ohne Griffwechsel zu fordern, damit die zweite Hand die Lenkung der zu hebenden
oder zu senkenden Last übernehmen kann.
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Die Forderung nach derartigen Hebezeugen ist in, Werkstätten besonders
groß, wo häufig größere Werkstücke von einer Werkzeugmaschine zur anderen befördert
werden müssen,
Die Erfindung geht von einem lose auf einer Welle
angeordneten Rad aus, das im nachfolgenden als Ratschenrad bezeichnet ist und das
bei entgegen der Wirkung einer Feder bewerkten Drehung in der einen Richtung, z.
B. mittels einer Ratsche, die Welle mitnimmt. Erfindungsgemäß wirkt die Welle einerseits
unmittelbar und andererseits über eine Vorgelegewelle auf eine Lasttrommel ein,
wobei mittels eines Kupplungspaares der eine oder andere Weg einschaltbar ist. Außerdem
wird gemäß der Erfindung die Lasttrommel während des Rückweges des Ratschenrades
mittels einer selbsttätig betätigten Bremse in seiner Lage festgehalten. Auf diese
Weise wird stets, je nach der jeweilig eingerückten Kupplung, diejenige Bewegung
des Ratschenrades, bei der die Welle mitgenommen wird, zum Heben oder zumSenken
derLast benutzt. Während des Rückganges des .Ratschenrades dagegen tritt die Bremse
selbsttätig in Wirkung und hält die Last in ihrer Lage fest.
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Bei der Kennzeichnung, daß die Welle einerseits unmittelbar und andererseits
über eine Vorgelegewelle auf eine Lasttrommel einwirkt, kommt es nur darauf an,
daß in dem einen Kraftweg eine Welle mehr angeordnet ist als in dem anderen Kraftweg,
so daß bei gleicher Bewegungsrichtung des Ratschenrades für die Lasttrommel sich
auf dem einen Kraftweg die umgekehrte Drehrichtung ergibt als auf dem anderen Kraftweg.
Vorzugsweise ist die selbsttätig betätigte Bremse als eine Reibungsbremse ausgebildet.
Außerdem wird erfindungsgemäß die -selbsttätig betätigte Bremse mittels einer Schraubverbindung
ein- und ausgerückt, die zwischen dem einen Kupplungsglied und dem bewegbaren Teil
der Bremse vorgesehen ist.
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An Hand der Zeichnung sind weitere Verbesserungen und zweckmäßige
Ausgestaltungen des Erfindungsgegenstandes erläutert. Es zeigt Abb. i eine Ansicht
auf ein erfindungsgemäß ausgebildetes Ratschenhebezeug, Abb. 2 einen Schnitt nach
Linie II-II der Abb. i, Abb. 3 einen Schnitt nach Linie 111-III derAbb. i, Abb.
4 einen Teilschnitt nach Linie IV-IV der Abb. i, Abb. 5 einen Teilschnitt nach Linie
V-V der Aüb. i, Abb. 6 eine Teilansicht, teilweise im Schnitt, in Pfeilrichtung
a-b, Abb.7 eine Ansicht auf den Betätigungshandgriff in Richtung des Pfeiles c-d
der Abb. i.
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In einem Gehäuse, das auf übliche Art beispielsweise aus zwei miteinander
fest verbundenen Platten 1, 2 besteht und das mittels Rollen 3 an einem T-Träger
4 fahrbar aufgehängt ist, ist ein Lastrad 5 mittels einer Welle 6 drehbar gelagert.
Die Last wird auf bekannte Weise an einer Rolle. aufgehängt, über die ein Seil 7
geführt ist, dessen eines Ende an demGehäuse 1., 2 und dessen anderes Ende, wie
bei 8 gezeigt, an der Lasttrommel 5 befestigt ist.
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Neben der Lasttrommel ist in dem Gehäuse 1, 2 eine Welle 9 drehbar
gelagert, auf der lose drehbar ein Seilrad io angeordnet ist: Neben dem Seilrad
ist auf der Welle 9 ein Ratschenrad i i befestigt, in dessen Zähne eine auf dein
Seilrad io drehbar gelagerte Klinke 13 mittels einer Feder 12 hineingedrückt wird.
Wenn das Seilrad io im Uhrzeigersinn herumgedreht wird, werden das Ratschenrad i
i und damit die Welle 9 durch die Klinke 13 mitgenommen. Diese Bewegung des Seilrades
io und damit des Ratschenrades i i erfolgt entgegen der Wirkurig einer Spiralfeder
14, deren eines Ende an dem Seilrad io und deren anderes Ende an dem Gehäuseblech
i befestigt sind.
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Auf der Welle 9 ist lose drehbar ein Zahnrad 15 angeordnet, das mit
einem auf der Seiltrommel 5 vorgesehenen Zahnkranz 16 kämmt. Außerdem ist auf der
Welle 9 lose drehbar ein Kupplungsstück 17 gelagert, dessen eines Ende mit einem
Bolzengewinde 18, beispielsweise mit einem steilgängigen Trapezgewinde, versehen
ist. In die Gänge dieses Gewindes greift das Gewinde eines Bremsgliedes i9 ein,
das mit einem Zahnrad 20 fest verbunden ist. Das Zahnrad 2o kämmt mit einem Zahnrad
21, das auf einer in dem Gehäuse 1, 2 drehbar gelagerten Welle 22 befestigt ist.
Auf der Welle 22 ist außerdem ein Zahnrad 23 fest angeordnet, das wiederum mit dem
Zahnrad 16 kämmt, mit dem auch das bereits erwähnte Zahnrad 15 der Welle 9 im Eingriff
steht.
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Das Bremsglied ig ist mit einem Reibungskegel 24 versehen, der mit
einem entsprechenden Reibungskegel des Reibungsstückes 25 zusammen arbeitet, das
auf irgendeine Weise, z. B. mittels eines Bremslagers 26, mit dein Gehäuse 1, 2
fest verbunden ist.
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Auf der Welle g ist mittels Feder und Nut 27 eine- Kupplungsmuffe
28 längs verschiebbar, aber undrehba:r angeordnet. Die Klauen 29 der Muffe 28 arbeiten
mit den Klauen 3o des Kupplungsstückes 17 zusammen, während die Klauen 31 der Muffe
28 mit Klauen 32 zusammen arbeiten, die an dem Zahnrad 9 vorgesehen sind.
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Die Kupplungsmuffe 28 wird mittels eines Bowdenzuges 33 hin und her
geschoben, dessen eines Ende an einem Winkelhebel 34 angreift, der mittels eines
Lagerbockes 35 an dem Gehäuseblech 2 befestigt ist. Der andere Arm des Winkelhebels
34 ist mit einem Schaltbolzen 36 versehen, der auf bekannte Weise in eine Ringnut
der Klauenkupplungsmuffe 28 eingreift. Die Spannun,-in dem Draht des Bowdenzuges
33 wird durch eine Schraubenfeder 37 aufrechterhalten, die einerseits an dem Arm
des Winkelhebels 34 und andererseits an dem Lagerbock 35 'befestigt ist.
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Um das Seilrad io ist ein Seil 39 geschlagen, dessen eines Ende, wie
bei 38 gezeigt, an dem Seilrad und dessen anderes Ende an einem Handgriff 4o befestigt
ist. In den Handgriff 40 greift außerdem das andere Ende des Bowdenzuges 33 ein;
sein Draht ist an dem einen Arm des Winkelhebels 4o befestigt, der drehbar auf den
Handgriff gelegt isst. Auf den anderen Arm ;des Winkelhebels wirkt ein Schieber
41 ein, mit dessen Hilfe der Winkelhebel und damit der Draht des Bowdenzuges 33
in die eine oder andere Endstellung
bewegt werden kann. Auf diese
Weise ist es mittels des Bowdenzuges möglich, entweder die Kupplungszähne 29 mit
den Kupplungszähnen 30 oder die Kupplungszähne 31 mit den Kupplungszähnen 32 in
Eingriff zu bringen.
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Die Vorrichtung arbeitet auf folgende Weise: Um die last beispielsweise
zu heben, wird mittels des Schiebers 41 und des Bowdenzuges 33 die Kupplungsmuffe
28 in diejenige Stellung geschoben, bei der die Kupplungsklauen 31 mit den Kupplungsklauen
32 im Eingriff stehen. Wenn durch Ziehen des Seiles 39 mittels des Handgriffes 4o
nach unten die Seilscheibe io im Uhrzeigersinn herumgedreht wird, werden über das
Gesperre 13, i i die Welle 9 und (las Zahnrad 15 ebenfalls im Uhrzeigersinn herumgedreht.
Die Lasttrommel 5 dreht sich dann entgegen dem Uhrzeigersinn herum, während durch
die sich drehende Lasttrommel filier das Zalitiradpaar 16, 23 die Vorgelegew eile
22 im Uhrzeigersinn angetrieben wird, von der au; \viederum über das Zahnradpaar
21, 2o das Bremsstück i9 entgegen dem Uhrzeigersinn herumgedreht wird. Durch diese
Drehung wird die Reiliungsfl<iche 24 des Bremsstückes i9 vom Gegenkonus des Lagerschildes
25 entfernt, so daß die Bremse außer Eingriff gebracht ist. Nach Kurzer Zeit wird
auch über die Spiralfeder 42 das Kupplungsstück 17 entgegen dem Uhrzeigersinn mitgenommen,
so daß das Bremsstück 19 sich nicht fest gegen die Planfläche des Kupplungsstückes
12 zu drehen vermag.
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#,,\7enti (las Betätigungsseil 39 losgelassen wird, bewegt
sich die Seilscheibe io unter der Einwirkung der Spiralfeder 14 in ihre Ausgangsstellung
zurück, bis der Anschlag 43 der Seilscheibe all einen Anschlag 44 des Gehäuses schlägt;
das Bet'itiguttgsseil 39 mit dein Handgriff 40 wird hierbei nach oben bewegt. Die
Seiltrommel _5 ist währenddessen infolge der an ihr anhängenden Last bestrebt,
sich im Uhrzeigersinn herumzudrehen. Der Beginn dieser Bewegung wird über das Zalinradl)aar
16, 23 auf die Vorgelegewelle 22 und über das Zahnradpaar 21, 2o auf das Bremsstück
i9 übertragen, das sich also ebenso w,ie die Lasttrommel 5 im Uhrzeigersinn herumzudrehen
sucht. Eine geringe Abwärtsbewegung der Lasttrommel 5 reicht schon aus, um das Bremsstück
i9 so weit axial zu bewegen, daß der Reibungskegel 24 mit (lern Gegenkonus des Lagerschildes
25 in Eingriff koninit. Die Bremse wird auf diese Weise eingerückt und die Last
in ihrer Stellung gehalten.
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Um die Last zu senken, muß mittels des Schiebers 41 und des Bowdenzuges
33 die Kupplungsmuffe 28 in die ent'egengesetzte Lage geschoben werden, wobei die
Kupplungsklauen 29 mit den Kupplungsklauen 30 im Eingriff stehen. Jetzt wird bei
einer Abwärtsbewegung des Betätigungsseiles 39 das Kupplungsstück 17 über die Kupplungsmuffe
28 die Welle 9 das Gesperre i 1, 13 und die Seilscheibe io im Uhrzeigersinn herumgedreht.
Das Bremsstück i9 bewegt sich jetzt in diejenige axiale Stellung, bei der die beiden
Reibungskegel nicht mehr miteinander im Eingriff stehen. Nunmehr wird die Zwischenwelle
22 über das Zahnradpaar 21, 20 entgegen dem Uhrzeigersinn angetrieben. Die
V orgelegewelle 22 treibt wiederum über das Zahnradpaar 23, 16 die Seiltrommel 5
im Uhrzeigersinn an, so daß die Last gesenkt wird, wenn das Betätigungsseil 39 mittels
des Handgriffes 41 nach unten gezogen wird.
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Sobald das Betätigungsseil 39 losgelassen wird und sich unter
der Einwirkung der Spiralfeder 14 nach oben bewegt, wird das Bremsstück i9 wieder
mit seiner Konusfläche 24 auf die Gegenkonusfläche des Lagerschildes 25 bewegt und
auf diese Weise die Bremse eingerückt. Die Last wird also in der jeweiligen Stellung
festgehalten.