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Stiefelabsatz Es .sind bereits Anordnungen bekanntgeworden, die es
gestatten, die Laufflächen von Stiefelabsätzen auch ohne handwerkliches Können auszuwechseln.
Dabei hat man jedoch die Auswechslungsmöglichkeit nur in begrenztem Maße, d. h.
nur ,dann vorgesehen, wenn eine gewisse Abnutzung hierzu Veranlassung gab. Die Anordnungen
waren jedenfalls,so ausgebildet, daß das Auswechseln infolge des Vorhandenseins
einer Mehrzahl von Befestigungsorganen schwierig oder, sofern nur eine Schraube
vorgesehen war, die Befestigung nicht zuverlässig genug war.
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Die vorliegende Erfindung setzt es,sich demgegenüber zum Ziel, den
mit der Lauffläche versehenen unteren Teil eines Absatzes so herzustellen, daß unter
Verwendung nur einer Schraube die Auswechslung in kürzester Zeit und beliebig oft
vorgenomm,en werden kann, .dabei aber der,Sitz so zuverlässig ist, daß eine Lockerung
des Absatzes und damit eine Unsicherheit beim Gehen vermieden wird. Des weiteren
soll das erfindungsgemäße Unterteil von rechts nach links und umgekehrt ausgewechselt
werden können, wodurch sich die Laufdauer zumindest verdoppelt. Ferner ,soll auf
diese Weise die Möglichkeit gegeben werden, den Charakter und den Verwendungszweck
eines Schuhes durch Auswechseln eines Absatzteils .in kurzer Zeit zu ändern und
auf diese Weise erstmalig einen ausgesprochenen Mehrzweckschuh zu schaffen. Es ,soll
also gemäß der Erfindung ermöglicht werden, z. B. einen Absatz für das Begehen von
Eisflächen dadurch zu erzielen, daß ein mit Spitzen versehener Teil eingesetzt wird.
In gleicher Weise soll für das Begehen .größerer
Landstrecken bei
stärkerer Abnutzung ein mit Hufeisen versehener Teil Verwendung finden können. Ferner
soll es .möglich sein, z. B. zum Skilaufen einen Teil mit am Rande eingelassener
Kerbe oder einem entsprechenden Votsprtung zum Halten der Bindung einzusetzen oder
aber z. B. beim Besuch irgendwelcher Museen oder Sehenswürdigkeiten die oben beschriebene
Wanderausstattung schnell gegen einen Gummihacken auszuwechseln, der in einem derartigen
Fall erwünscht oder vorgeschrieben ist.
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Gemäß der Erfindung wird das Ziel dadurch erreicht, daß der Absatz
aus eurem mit dem Stiefel verbundenen Teil besteht, der mit den auswechselbaren
Teilen in besonderer Weise verbunden ist. Es sollen nämlich die zur Lauffläche parallelen
Verbindungsflächen der beiden miteinander verbundenen Teile mit Keilstück und Keilnut
,so ineinandergreifen, daß die Keilverbindung .sieh unter dem Einfluß der Gegenbewegung
festzieht. Die Verbindung soll durch eine einzige Schraube gesichert werden.
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Es sind bereits Stiefelabsätze bekanntgeworden, bei denen ein Unterteil
unter dem .Absatz über eine Keilverbindung auswechselbar gehalten wurde. Damit sich
diese ,Keilverbindung nicht loszog, waren aber bei dieser Ausführung Laschen vorgesehen,
die umgebogen wenden mußten. Aus diesem Grunde kann nur eine begrenzte Zahl von
Äbsätzen ausgewechselt werden, da die Laschen nach mehrmaligem Gebrauch abbrechen.
Im übrigen handelt es sich hierbei um zwei Metaplteile, die die eigentliche Verbindung
herstellen und "sich über die gesamte Trennfläche erstrecken. Auf .ihnen werden
dann Lederflecken mittels aus den Metallteilen herausgestanzten Zacken befestigt,
die ,gegebenenfalls auf der Laufsohle umgeschlagen werden. Diese Ausführung hat
den Nachteil, daß einerseits keine Möglichkeit besteht, derartige Absätze nach ihrem
Zusammensetzen zu bearbeiten, da die Werkzeuge zur Bearbeitung von Leder, Gummi
od. dgl. durch die Metalleinlage zerstört werden. Zum anderen ist die Befestigung
zwischen Metallteilen und Lederflecken od. dgl. nicht zuverlässig, insbesondere
dann nicht, wenn,die Zacken auf .der Lauffläche umgeschlagen sind und sich ablaufen.
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Andererseits ist es bereits bekanntgeworden, auswechselbare Keile
mit Schrauben zu verbinden. Hierbei waren aber die Schrauben belastet und auf Zug
beansprucht, so daß eine größere Anzahl von Schrauben,in der Regel nötig oder aber
die Verbindung nicht zuverlässig war.
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Sämtliche Ausführungen haben den Nachteil, daß die Trennfuge zwischen
Oberteil und Laufteil nicht zuverlässig an allen Stellen geschlossen war und die
Trennstelle unangenehm sichtbar wurde sowie zu Schmutzablagerungen und z. B. bei
Begehen von Wiesenflächen zum Einziehen von Grashalmen usw. Anlaß gab.
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Die neuartige Keilverbindung entlastet die bisher bekannte Schraubenverbindung,
die auch gemäß .der Erfindung wieder angewandt wird, völlig, so daß die Schraube
nur schwach ausgelegt zu werden braucht und deshalb vom Innern her eingebracht werden
kann. Dies war bisher deshalb nicht möglich, weil die wenigen Gewindegänge in der
Regel nicht ausreichten, um eine sichere Verbindung herzustellen, so daß also zum
Tragen des auswechselbaren Unterteils die Schraube mit ,ihrem breiten Kopf von unten
her diesen Teil halten mußte, was nun nicht mehr erforderlich ist. Insbesondere
ist die vorgeschlagene Verbindung dann sicher und zuverlässig, wenn .sie außer der
Keilform auch noch ein schwalbenschwamzförmiges Profil -in beiden Teilen aufweist
und wenn diese Verbindung in der Mitte der Verbindungsfläche angeordnet ist, so
daß also der erreichte Halt sich gleichmäßig über die ganze Absatzfläche erstreckt.
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Zur Erhöhung des Zusammenhalts zwischen den beiden Teilen und um zu
verhindern, daß die Nahtstelle auseinanderklafft, sich Schmutz in sie hineinsetzt
oder sie auch nur in unerwünschter Weise nach außen sichtbar wird, empfiehlt es
sich, die Keilstücke gegenüber den Verbindungsflächen iin der Weise schräg zu stellen,
daß bei Anziehen der Keilverbindung gleichzeitig eine Pressung zwischen den Verbindungsflächen
erzeugt wird.
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Der gleiche Effekt läßt sich dadurch noch erhöhen, daß man eine oder
beide Verbindungsflächen konkav ausbildet, so,daß die Verbindung der beiden Keilstücke
überhaupt nur unter Anwendung einer gewissen Schrägstellung bzw. einer leichten
Vorspannung möglich ist und in angezogenem Zustand insbesondere die Randflächen
straff aufeinandersitzen.
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Die Art, auf welche die Keilstücke hergestellt werden, kann verschieden
sein. So wird man beispielsweise, falls die Einzelteile des Absatzes nicht fabrikmäßig,
sondern handwerksmäßig hergestellt werden sollen, dem Handwerker vorzugsweise zwei
aus Metall gestanzte Keilstücke zur Verfügung stellen, die er an den entsprechend
zu bemessenen Absatzteilen befestigt und diese mit einer Bohrung versieht.
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Eine andere Art der Ausführung ist dadurch gegeben, daß der unterste
Flecken des mit dem Stiefel verbundenen Absatzteils .sowie der oberste Flecken des
auswechselbaren Teils bzw. dieser letztere Teil vollständig aus Preßstoff, Gummi
oder irgendeinem anderen geeigneten Werkstoff homogen hergestellt sind. Es läßt
sich dann der Beschlag des Absatzes mit dem unteren Absatzteil schon bei der Herstellung
zu einem einheitlichen Stück verbinden, d. h. also, man kann ein Hufeisen in den
auswechselbaren Preßstoffteil einpressen, Spitzen entweder einpressen oder mit konischem,
pyramidenförmigem od. ähnl. Sitz von innen so einstecken, daß sie gegebenenfalls
.nach dem Abschrauben des unteren Teils im Fall einer Abnutzung ausgewechselt werden
können. In ähnlicher Weise lassen sich auch Weichgummiteile in entsprechende Ausnehmungen
des Preßteils einlegen. Hierbei wird es ratsam sein, die Teile und ihre Ausnehmungen
so auszubilden, daß eine Drehung und damit ein unsicheres Gehen vermieden wird.
Gegebenenfalls wird man einen derartigen Gummiteil so formen, daß er von der Halteschraube
durchsetzt wird, und
die Verbindung des Gummniteils mit dem Schuh
durch Benutzung einer Unterlegscheibe für die Schraube noch erhöhen.
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Ma,n kann auch die Teile aus Gummi .herstellen, und zwar vorzugsweise
aus harten Sorten. Um sie jedoch mit Rücksicht auf die mechanischen Eigenschaften
des Gummis und die gewünschte Festigkeit des Absatzes weitgehend zu entlasten, wird
vorgeschlagen, auch in diesem Fall die vorzugsweise schwalbenschwanzförmigen .Keilstücke
aus Blech herzustellen, dabei jedoch diese Blechteile als Platten über etwa die
Hälfte des Längsschnitts des Absatzes zu erstrecken und dabei möglichst nicht ganz
bis an den Rand desselben gehen zu lassen und die entsprechenden Gummiteile aufzuvulkanLsienen.
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In der Zeichnung sind einige Beispiele zur vorliegenden Erfindung
wiedergegeben.
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Abb. i zeigt das Absatzoberteil .in der Untersicht, Abb. 2 ein mit
auswechselbaren Spitzen versehenes Unterteil, Abb. 3 ein Unterteil mit Hufeisen,
Abb. 4 ein Unterteil zur Aufnahme einer Skibindung, Abb. 5 einen Schnitt durch ein
Unterteil mit Gummiabsatz, Abb. 6 einen Längsschnitt durch einen Stiefel mit einem
aus einer harten Gummisorte hergestellten auswechselbaren Absatzteil, Abb. 7 eine
Draufsicht auf das Unterteil des Absatzes nach Abb. 6, Abb. 8 eine Untersicht gegen
das Oberteil des Absatzes nach Abb. 6.
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Das Oberteil ,gemäß Abb. i besteht aus einem Preßteil io, das die
äußere Form des Absatzes aufweist und an dessen Unterseite ein keilförmiger Ausschnitt
i i vorgesehen ist. In der Mitte des Oberteils ist eine Metallhülse 12 eingepreßt.
Durch diese kann vom Schuhinnern .her .eine Schraube 13 zum Halten .des Unterteils
durchgeführt werden. Die am Rande des Oberteils vorgesehenen kleinen Bohrungen 14
dienen zum Aufnagelndes Oberteils auf die Sohle. Die Unterseite des Oberteils ist
dabei konkav ausgebildet, um eine satte Anlage des Unterteils zu sichern.
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Das Unterteil gemäß Abb. 2 bestellt ebenfalls aus einem Preßstoffteil
15, dessen Unterseite die eigentliche Lauffläche bildet, während die Oberseite ein
Gegenstück zu der Unterseite des Oberteils io darstellt, dabei jedoch nebenflächig
ist. @In das Unterteil 15 sind in konische Bohrungen i6 entsprechende, mit Spitzen
versehene und an der Unterseite hervorstehende Stifte 17 eingelegt, die ausgewechselt
werden können. Im Unterteil ist an einer der Lage der Schraube 13 entsprechenden
Stelle eine Metallhülse 18 eingepreßt, die mit Gewinde versehen ist.
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Das Unterteil gemäß Abb. 3 besteht aus einem Preßstück i9, in das
an der Laufseite ein Hufeisen 2o @eingepreßt eist.
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Das Unterteil nach Abb.4 zeigt eine Lauffläche 21, die breiter ist
als dem Oberteil io nach Abb. i entspricht, so daß also ein Rand entsteht, der dazu
geeignet ist, einer Skibindung Halt zu geben. Anden Stellen 22 ist dieser Rand beseitigt.
Dagegen ist an den Stellen 23 nochmals eine Verbreiterung vorgesehen. Auf diese
Weise wind ein zuverlässiger Sitz für die Beindung geschaffen,dabei das Gewicht
jedoch @rnicht unnötig erhöht.
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Die Befestigung -des Unterteils nach Abb. 5 ;ist,in unigekehrter Weise
vorgesehen, wie bisher dargestellt, und zwar ist hier die Schraube 24 nicht von
der Innenseite des Schuhes her aufgebracht, sondern von .der Unterseite des Absatzes
-her einzubringen. Dies hat den Vorteil, daß eine Auswechslung vorgenommen werden
kann, ohne den Schuh auszuziehen. Der Nachteil"daB die Schraube von außen angreift,
kann durch Herstellung derselben aus rostfreiem Werkstoff überwunden werden. Der
Schraubenkopf 25 liegt .gegen eine Unterlegscheibe 26 an, die,ihn daran hindert,
in den Gummiabsatz 27 allzu tief einzudrängen. Dieser Teil ist auf das Preßteil
28 aufgeklebt, mit dem das Keilstück 129 in der vorbeschriebenen Weise aus einem
Stück besteht.
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Der Stiefel gemäß Abb.6 hat ein mit seinem Oberleder 30 und seiner
Brandsohle 31 verbundenes oberes Absatzteil 32 aus Hartgummi mit einer schlitzartigen
Ausnehmung 33 für eine Zylinderkopfschraube 34. Mit dem oberen Absatzteil 32 ist
eine Blechplatte 35 durch Vulkanisation verbunden, wie dies -in Abb. 8 ebenfalls
dargestellt ist. Wie ersichtlich, reicht diese Platte nicht ganz bis zum Rand 36
des Absatzteils und ist auf diese Weise nach außen ,hin nicht sichtbar, da die den
oberen Absatzteil bildende Stelle dieses Teil abdeckt. Die Blechplatte 35 ist auf
.dem Mittelteil des Absatzes mit zwei schwalbenschwanzförmig und zum Keil zusammengebogenen
Laschen 37 versehen und weist eine Schlitzbohrung 38 auf, die dem Schaft 39 der
Kopfschraube 34 entspricht. Der in Abb. 8 schraffiert angegebene Teil 40 soll nicht
etwa in dieser Form geschnitten sein, .sondern es ist der Teil, der über die Blechplatte
35 nach unten zu vorsteht. Gegen ähn legt sich, wie Abb. 6 zeigt, der untere Absatzteil
41 an, der ebenfalls aus Hartgummi besteht und mit einer entsprechenden unteren
Blechplatte 42 verbunden ist.
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In Abb. 7 ist diese Blechplatte, um sie besser kenntlich zu machen,
schräg schraffiert. Sie weist eine ähnliche Form auf wäe die obere Blechplatte 35,
wobei die konisch gestellten Laschen 43 den Laschen 37 ebenfalls entsprechen, jedoch
so gehalten sind, d aß sie von den letztgenannten von außen .her umfaßt werden.
An d iese Platte jist eine Gewirndemutter 44 angeschweißt. Im ,vorliegenden Beispiel
ist die Platte gleichzeitig verbrunden mit einem Hufeisenteil 45, das am Rande biegt,
so daß also bei dieser Ausführung diese untere Platte nach außen hin sichtbar wird.
Sofern man ein derartiges Hufeisen nicht verwendet, wird man z. B. beider Anordnung
einer Weichgummiecke auch diese Platte nicht nach außen .hin .sichtbar werden lassen.
Der Gummiteil 46, der den Zwischenraum zwischen den beiden Platten nach hinten hin
ausfüllt, ist kreuzweise schraffiert und schließt sich am Umfange des Absatzes unmittelbar
an den entsprechenden Teil 32 des Oberteils an. Die Schraube 34, 39 ist nach
Hochheben
der Einlegesohle 47 leicht zugänglich und vor äußeren Einflüssen geschützt. Sie
hat das für die Überwindung .der Ungenauigkeiten bei der Herstellung erforderliche
Spiel in der schlitzförmigen Ausnehmwng 33 des Oberteils.
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Es versteht sich, daß auch andere Ausführungsarten gewählt werden
können, ohne daß dabei der Erfindungsgedanke verlassen würde. So kann man auch in
diesem Fall die Schraube von unten einbringen. Man kann an Stelle Gummi andere Stoffe
verwenden, die sich mit den Blechplatten zuverlässig verbinden lassen. .So kann
es beispielsweise vorteilhaft sein, auch weichere Kunststoffsorten zu verwenden,
bei denen .sich das Einarbeiten der Keilverbindung nicht empfiehlt, sondern diese
vielmehr durch Blechplatten dargestellt werden sollen. In diesem Fall kann die Verbindung
zwischen Kunststoff und Blechplatte in der gleichen Weise erfolgen, wie dies für
Gummi geschildert ist. Des weiteren ist der Herstellung auch aus völlig anders gearteten
Werkstoffen, wie Hartfasern, Holzfasern od. dgl., in Verbindung mit den Blechplatten
mit gesonderten Keilstücken, aber auch in der Weise möglich, daß auch hier wiederum
die Keilstücke vom Werkstoff selbst gebildet werden.