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Schaftmaschine für Webstühle Die Erfindung bezieht sich auf eine Schaftmaschine
für Webstühle.
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Bekanntlich gehört zu jedem Webstuhl eine Schaftmaschine, die die
Schäfte im Takt der jeweils gewünschten Bindung auf- und abwärts bewegt. Ältere
Schaftmaschinen sind häufig schwer und verwickelt gebaut. Sie geben auch Anlaß zu
Webfehlern. Da sie ferner meist auf dem Webstuhl angeordnet sind, beeinträchtigen
sie die Übersicht des Webers über seine Maschine. Neuere Ausführungen sind zwar
kleiner, einfacher und handlicher; auch ist ihre Arbeitsweise mit weniger Fehlern
behaftet. jedoch weisen sie den erheblichen Nachteil auf, daß sie mit einer Exzenterwelle
arbeiten, die wegen ihres geringen Durchmessers nur die _lnordnting von etwa -zehn
Exzentern auf dem Wellenumfang zuläßt. Daher können bei Benutzung einer solchen
Schaftmaschine nur leichtere Webwaren hergestellt werden.
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Notwendig wäre jedoch eine Schaftmaschine, die unter Aufwand eines
geringen Gewichtes und bei einer einfachen und übersichtlichen Bauart die Einstellung
der Schäfte für alle praktisch in Betracht kommenden Webwaren erlaubt, d. h. insbesondere
auch Webstühle bis zu zwanzig Schäften bedient.
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Hier setzt die ',Erfindung ein. Sie löst die gestellte Aufgabe dadurch,
daß jede Laufrolle zur Bewegung eines Schaftes eine Exzenterkurve abtastet, mit
der sie in ständigem Eingriff steht und die lösbar auf dem Innenumfang eines Tellers
oder einer Trommel befestigt ist. Alle Kurventeller sitzen fest auf der Antriebswelle.
Diese entspricht der
früher üblichen Exzenterwelle. Die Teller sind
mit je zwanzig Löchern oder anderen Befestigungsmitteln versehen, die regelmäßig
auf einem Umfang der Scheibe verteilt sind, und zwar derart, daß für jede praktisch
vorkommende Bindung beliebiger Textilfäden bis zu zwanzig Schäfte unabhängig voneinander
bewegt Werden können.
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Praktisch bewährt hat sich besonders eine solche Ausbildung der Exzenterscheibe,
bei der diese am Umfang mit einem flachen Laufkranz versehen ist, gegen den sich
eine ebenfalls flache Exzenterplatte derart legt, daß die nicht abgetastete Fußkante
der Exzenterplatte mit einer Verzahnung in einen ebenfalls verzahnten Teil des Scheibenrandes
eingreift. Die Welle der Schaftmaschine trägt nach der neuen Ausbildung bis zu zwanzig
derartige Laufscheiben, in welchen die Exzenterplatten entsprechend dem Takt der
jeweiligen Bindung lösbar befestigt sind. In üblicher Weise ist der Antrieb für
die Welle, die diese Exzenterscheiben trägt, vom Webstuhlantrieb abgeleitet, z.
B. mittels eines Zahnradgetriebes. Der Antrieb der Exzenterwelle ist nicht Gegenstand
der Erfindung.
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In der Zeichnung ist die Erfindung in einem bevorzugten Ausführungsbeispiel
schematisch dargestellt.
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Fig. i ist eine Seitenansicht des Hauptteiles der Schaftmaschine;
Fig. 2 ist ein Schnitt nach II-11 der Fig. i.
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Man erkennt, daß auf der Exzenterwelle 6, deren vom Webstuhl abgeleiteter
Antrieb nicht dargestellt ist, eine Scheibe i aufgekeilt ist, die einseitig einen
Laufkranz 2 besitzt. Dieser Laufkranz 2 ist auf einem Teil seiner Breite mit einer
Sägezahnung 3 zur Aufnahme der Fußfläche der Exzenterplatte 4 versehen. Diese Exzenterplatte
4 ist unter Benutzung irgendeiner der Befestigungen 5 an einer von zwanzig möglichen
Stellen der Platte i anschraubbar oder auf andere Weise zu befestigen. Der Laufkranz
2 und insbesondere die Exzenterplatte 4 wird von dem Fühler 7 am Arm 9 eines in
io gelagerten doppelseitigen Hebels abgetastet. Der Hebel 9 ist durch einen Überwurf
8, z. B. aus dünnem Stahlblech, geschützt. Das Gelenk io ist mittels des Lagers
i i auf einem nicht dargestellten Gestell der Schaftmaschine abgestützt. Die Bewegung
des Fühlhebels 7, 8, 9 wird auf den Segmenthebel 12 übertragen. Die Bewegungsgröße
dieses Hebels kann nach den Erfordernissen gewählt werden. Auf diesem Hebel 12 ist
ein Haken i .q befestigt. Hierzu dient im Ausführungsbeispiel ein Schraubverschluß
mit Zahnmutter, die in die Verzahnung 13 auf dem Segment 14 eingreift. Der Haken
16 überträgt die Bewegung der Fühlhebel 7 über das Kettenrad 18 auf den zugehörigen
Schaft. Die übrigen his zu insgesamt zwanzig Exzenter arbeiten in sinngemäß der
gleichen Weise. Zur sicheren Hinundherbewegung ist die mit ihrem Ende 17 am Haken
16 befestigte Kette 20 über das Kettenrad 18 geführt, das gemeinsam mit den entsprechenden
anderen Kettenrädern auf der Welle i9 befestigt ist.
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Aus diesem Aufbau der neuen Schaftmaschine geht hervor, daß jeder
Schaft mit wählbarer Übersetzung zwangsläufig mindestens kraftschlüssig die von
der Exzenterplatte 4 abgeleitete Bewegung überträgt und daß durch entsprechende
Einstellung bis zu zwanzig verschiedene Bewegungen in beliebiger rhythmischer Aufeinanderfolge
zur Herstellung jeder gewünschten Bindung bewegt werden können. Ferner ergibt sich
aus dem Aufbau, daß der Bewegungstakt durch Verstellung der Exzenterplatte gegenüber
der Scheibe i verstellbar ist sowie daß die neue Schaftmaschine im ganzen schmal
und unter geringem Raumbedarf ohne vorspringende Teile leicht übersehbar zusammengebaut
werden kann.