DE850440C - Verfahren und Vorrichtung zum Schwelen von bituminoesen Stoffen - Google Patents

Verfahren und Vorrichtung zum Schwelen von bituminoesen Stoffen

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DE850440C
DE850440C DEP4342A DEP0004342A DE850440C DE 850440 C DE850440 C DE 850440C DE P4342 A DEP4342 A DE P4342A DE P0004342 A DEP0004342 A DE P0004342A DE 850440 C DE850440 C DE 850440C
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gasification
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gases
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DEP4342A
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Paul Dipl-Ing Schmalfeld
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C10PETROLEUM, GAS OR COKE INDUSTRIES; TECHNICAL GASES CONTAINING CARBON MONOXIDE; FUELS; LUBRICANTS; PEAT
    • C10BDESTRUCTIVE DISTILLATION OF CARBONACEOUS MATERIALS FOR PRODUCTION OF GAS, COKE, TAR, OR SIMILAR MATERIALS
    • C10B49/00Destructive distillation of solid carbonaceous materials by direct heating with heat-carrying agents including the partial combustion of the solid material to be treated

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
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  • Combustion & Propulsion (AREA)
  • Materials Engineering (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Solid Fuels And Fuel-Associated Substances (AREA)

Description

  • Verfahren und Vorrichtung zum Schwelen von bituminösen Stoffen Bituminöse Brennstoffe, wie Steinkohle, Braunkohle, Ölschiefer od. dgl., können mit Hilfe eines gasförmigen Heizmittels geschwelt werden, das im Gegenstrom oder Gleichstrom zum Gut durch den Ofen geführt wird. \fan kann auch gleichzeitig Gleichstromschwelung z. 13. im oberen Teil des Scli\\-el()f;ns und Gegenstromschwelung in seinem unteren Teil anwenden. Das Heiz- oder Schwelmittel wird regenerativ oder rekuperativ mittels Wärmeaustatischern oder durch Zumischen von heißen Gasen auf die für die Schwelung jeweils verlangte Temperatur gebracht. Vorteilhaft wird es zunächst am heißen Koks vorgewärmt. Dann werden ihm heiße Gase zugesetzt, die z. 13. in besonderen Brennkammern, die innerhalb oder außerhalb -des Schwel,-ofens liegen können, erzeugt werden, oder es wird in einer Brennkammer od. dgl. durch Teilverbrennung auf die jeweils gewünschte Arbeitstemperatur gebracht. um darauf durch das zu schwelende Gut geleitet zu werden. Nach Durchgang durch den Schwelofen und die Kondensation wird es zweckmäßig in der gleichen Weise wieder verwendet. Diese mit Schwelmittelkreislauf arbeitenden Verfahren haben eine gute Wärmewirtschaft, erfordern indessen eine verhältnismäßig umfangreiche und im Betrieb nicht ganz einfache Apparatur. Die Schwierigkeiten liegen hauptsächlich darin, die gesamten am Schwelkoks vorgewärmten Spülgase abzusaugen und die auf Schweltemperatur erhitzten Spülgase über den ganzen Schachtquerschnitt zu verteilen sowie in dem Betrieb der Gebläse bzw. Injektoren und der Kanäle, die für die Gasführung erforderlich sind, mit staubhaltigen, heißen Gasen.
  • Man hat auch schon versucht, das im Schwelofen durch den heißen Koks emporströmende Schwelmittel gleich in die Schwelzone aufsteigen zu lassen und dadurch weiter aufzuheizen, daß man heißes Feuergas in den für die Erzeugung der Schweltemperatur erforderlichen Mengen unterhalb der Schwelzone zugab. Hierbei war indessen eine ausreichende Mischung von Spülgas und Feuergas nicht zu erzielen, so daß die Schwelung in bezug auf Leistung und Ausbeuten mangelhaft ausfiel. Dies ist insbesondere darauf zurückzuführen, daß bei dieser bekannten Arbeitsweise in einzelnen Teilen des Schachtes das Schwelgut nicht auf die Schweltemperatur aufgeheizt und in anderen Teilen durch zu heiße Feuergase überhitzt wird. -Weiter ist vorgeschlagen worden, daß kreisende, gasförmige Heizmittel ebenfalls unten in den Schwelschacht einzuführen, so daß es durch den Schwelkoks aufsteigt, und innerhalb des Schwel-#kolkses Zuführungen für Verbrennungsluft vorzusehen, die vorteilhaft möglichst gleichmäßig auf den Ofenquerschnitt verteilt sind. Durch diese Zuführungen wird so viel Luft in den Ofen geschickt, daß das gasförmige Heizmittel durch Teilverbrennung die für den Schwelvorgang erforderliche Wärme und Temperatur erhält. Durch dieses Verfahren wird eine wesentliche Vereinfachung der Apparatur erreicht. Es hat indessen den Nachteil, daß es vorkommen kann, daß in der nächsten Umgebung der Zuführungen für das Verbrennungsmittel keine ausreichende Mischung des Verbrennungsmittels mit dem Schwelmittel eintritt und hier die Verbrennung zu übermäßig hohen Temperaturen führt. Dann können stellenweise Überhitzungen und andererseits stellenweise zu niedrige Temperaturen in der Schwelung auftreten.
  • Diese Nachteile werden durch die Erfindung beseitigt. Sie besteht darin, daß bei der Schwelung von Brennstoffen mit heißen brennbaren Gasen, die durch den Brennstoff hindurchgeleitet werden, die Erhitzung der Gase auf die für die Schwelung verlangte Temperatur in unterhalb der Schwelzone angeordneten und vom Schwelgut nicht erfüllten Kanälen oder langgestreckten schmalen Kammern od. dgl. durch teilweise Verbrennung der Gase geschieht. Das Schwelmittel strömt nahezu vollständig auf dem Wege des geringsten Widerstandes durch die Kanäle, Kamtpern od. dgl., die unten und oben offen sind, empor in die Schwelzone. Da also praktisch die gesamte Schwelmittelmenge an den Brennstellen vorbeigeführt wird, muß die Temperatur des Schwelmittels nunmehr gleichmäßig werden. Sie kann durch entsprechende Bemessung der zugeführten Verbrennungsluft auch recht genau auf die für die Schwelung gewünschte Höhe eingestellt werden. Auch die Verteilung des Schwelmittels auf die Schwelzone wird gleichmäßiger.
  • Ein weiterer Vorteil der Erfindung liegt darin, daß sie für die Verarbeitung der verschiedensten Brennstoffe gleich gut geeignet ist, und daß der Schweler mit hoher Durchsatzleistung bei besonders guten Teerausbeuten betrieben werden kann. Die Schwelung selbst ist dabei nicht auf eine bestimmte Ausgestaltung beschränkt. Vielmehr kann sie den Eigenschaften des Brennstoffs jeweils weitgehend angepaßt werden. Zum Beispiel kann sie einstufig oder auch mehrstufig ausgestaltet und im Gleichstrom oder im Gegenstrom oder im Gleichstrom und Gegenstrom betrieben werden. Auch für die Schwelung backender oder in der Hitze erweichender Brennstoffe ist das neue Verfahren gut geeignet, und es zeigt noch besondere Vorteile in bezug auf Leistung, Ausbeuten und Wirtschaftlichkeit, wenn an die Schwelung eine weitere Entgasung oder teilweise oder völlige Vergasung des $rennstoffs angeschlossen wird. Bei Verwendung von Sauer$toff oder sauerstoffangereicherter Luft für die Verbrennung oder Vergasung werden durch die Erfindung gute Erfolge in Richtung eines geringen Sauerstoffverbrauchs und Erzeugung eines hochwertigen Gases erzielt. Das Schwelmittel kann, wie an sich bekannt, im Kreislauf geführt werden.
  • An Hand der Zeichnung sei die Erfindung des näheren erläutert.
  • In Abb. r bis 13 sind verschiedene Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Schwelofens beispielsweise und schematisch im senkrechten Längsschnitt dargestellt.
  • a ist die Schwelzone, die unten durch eine an sich bekannte Austragsvorrichtung abgeschlossen ist, die das im Schwelofen befindliche Gut trägt. Die Austragsvorrichtung besteht z. B. im wesentlichen aus dem Tisch 41. Im Tisch sind Öffnungen 42 angeordnet, durch die der Austrag des Gutes mit Hilfe der hin und her bewegbaren Verdränger 43 in einen darunterliegenden Bunker 44 erfolgt. Über den Öff- nungen 42 sind Dächer 45 vorgesehen, um den freien Fall des Gutes durch die Öffnungen zu verhindern. Die Menge des ausgetragenen Gutes kann durch entsprechende Änderungen der Bewegung der Verdränger 43 geregelt werden.
  • In der Schwelzone befinden sich in geeignetem Abstand von dem Tisch 41 Zuführungen 2 für Verbrennungsluft od. dgl., z. B. in Form von Rohren oder anderen Hohlkörpern, die mit Schlitzen oder in gleichmäßigen kurzen Abständen mit Bohrungen versehen sind. Vorteilhaft sind die Rohre od. dgl. von Wassermänteln 3 umgeben, die natürlich die Schlitze oder Bohrungen frei lassen. Durch die Kühlung wird eine sichere Gewähr gegen überhitzungen der Rohre od. dgl. 2 geschaffen, und es wird möglich, diese als Tragorgane für die aus feuerfesten Baustoffen, z. B. Schamottesteinen, aufgebauten Wände 7 der Kanäle 9 zu verwenden. Um die Wärmeverluste durch das Kühlwasser in den Rohren od. dgl. 3 möglichst niedrig zu halten, können diese ganz oder teilweise außen isoliert, z. B. mit keramischen Baustoffen, abgedeckt oder umkleidet sein. Gegebenenfalls können die Rohre od. dgl. 3 als Dampferzeuger ausgebildet sein. Beispielsweise kann darin Wasserdampf von 3 bis 2o atü oder mehr entwickelt werden. Die Gaskanäle 9 sind möglichst ;gleichmäßig auf den Querschnitt der Schwelzone verteilt. Sie sind oben offen, und es sind über den Öffnungen Dächer od. dgl. 8 vorgesehen, so daß geschweltes Gut nicht in die Kanäle eindringen kann, und die Gase unter dem Dach sich sehr zweckmäßig nach beiden Seiten in das Gut im Schwelofen in der besonders vorteilhaften Art des kombinierten Quer- und Gegenstromes verteilen können. Aus dem Schwelofen können die Gase durch die Kanäle 5 abgeleitet werden. ,4 sind die Einläufe, durch die das zu schwelende Gut in den Schwelofen gelangen kann.
  • Das Schwelmittel, z. B. im Kreislauf geführtes Schwelgas, wird unter den Austragtisch .li geleitet. Es gelangt durch die Öffnungen 42 und das über dem Tisch .I1 befindliche geschwelte heiße Gut vorgewärmt in die Schwelzone, in der es auf dem Wege des geringsten Widerstandes durch die Gaskanäle 9 empor in das Schwelgut strömt. ;Durch die Rohre 2 (Abb. i) tritt ein Oxydationsmittel, z. B. Luft oder Sauerstoff oder sauerstoffangereicherte Luft, in die Kanäle g. Es trifft hier auf das emporströmende Schwelmittel und verteilt sich gut auf den Schwelmittelstrom, so daß eine sehr gleichmäßige geordnete Verbrennung oder teilweise Verbrennung und Aufheizung des Schwelmittels erreicht wird. Demgemäß verläuft auch die Schwelung in allen Teilen des Ofens schnell und gleichmäßig, und es kann mit besonderem Vorteil auch feinkörniges Gut verschwelt werden. Selbst Schwelgut von -ungleichmäßiger Körnung kann verarbeitet werden, da ein Ausgleich in der Schwelung durch das neue Verfahren gewissermaßen selbsttätig eintritt. Ist nämlich infolge von Feinkornanhäufungen die Durchlässigkeit für das Schwelgas über einigen Kanälen 9 geringer, so steigen in diesen Kanälen die Temperaturen des Schwelmittels, da ja jetzt geringere Gasmengen aufzuheizen sind, die Menge des zugeführten Verbrennungsmittels und die Menge des Schwelmittels, die verbrannt wird, jedoch die gleichen bleiben. Das Gut über diesen Kanälen wird zwar mit geringeren Schwelmittelmengen, aber mit einem heißeren Schwelmittel behandelt, so daß die Wirkung praktisch dieselbe bleibt.
  • Der \1"ärmeaufw-and für das neue Verfahren ist geringer als bei bekannten Verfahren, da die Wärmeverluste wesentlich niedriger sind. Weitere Vorteile liegen darin, daß infolge des geringeren Verbrauchs an Verbrennungsmitteln das Schwelgas heizkräftiger und, insbesondere bei Verbrennung mit Sauerstoff, die Kosten des Verfahrens geringer werden.
  • Soll mit einer sehr niedrigen Schweltemperatur gearbeitet werden, so daß die Zündung und Verbrennung der Gase in den Gaskanälen 9 nicht immer sichergestellt sind, so können in die Gaskanäle noch Trennwände eingebaut werden, die nur einen Teil des Schwelmittels an den Rohren od. dgl. 2 vorbeistreichen lassen. Hierdurch wird eine höhere Verbrennungstemperatur erzielt und eine stetige Zündung an den heißen Schamottewänden in der Umgebung der Rohre 2 sichergestellt. Der Abstand der Kanäle voneinander kann zwecks weiterer Verbesserung der Schwelgasverteilurng verhältnismäßig gering gehalten werden. Beispielsweise wird die lichte Weite 6 zwischen zwei benachbarten Kanälen auf Zoo bis 5oo, zweckmäßig etwa 300 mm, bemessen. Bei diesen Abmessungen kann, wie gefunden wurde, das geschwelte Gut, vorausgesetzt, daß es in geeigneter Korn- oder Stückgröße angewendet wird, durch den Schweler abwärts wandern, ohne daß Brückenbildung und ähnliche Störungen zu befürchten sind.
  • Durch die Erfindung wird es ferner möglich, die Höhen der Kokskühlzone und der Schwelzone veränderlich zu machen. Die einfache Bauart der Gaskanäle gestattet es nämlich, die Kanäle in ihrer Höhenlage veränderlich auszubilden, und es kann durch entsprechende Höhenlage der Kanäle in einer hohen Schwelzone eine schonende langsame oder in einer kürzeren Schwelzone eine schnelle Schwelung durchgeführt bzw. heißer oder kalter Koks ausgetragen und ferner berücksichtigt werden, ob die Koksausbeute groß oder klein ist.
  • Das neue Verfahren kann gewünschtenfalls auch so durchgeführt werden, daß es mit verhältnismäßig niedriger Schweltemperatur arbeitet und trotzdem das geschwelte Gut weitgehend entgast wird. Das gelingt dadurch, daß in den von geschweltem Gut erfüllten Räumen io zwischen den Gaskanälen eine Nachentgasung, z. B. durch teilweise Verbrennung oder Vergasung des Gutes, durchgeführt wird. Beispielsweise werden Zuführungen 12 für Luft, Sauerstoff oder sauerstoffangereicherte Luft oder Mischungen dieser Stoffe mit Wasserdampf und bzw. oder Kohlendioxyd vorgesehen, die wie die Zuführungen 2 ausgebildet sein und ebenfalls als Tragorgane für die Wände, der Gaskanäle 9 dienen können. Durch die Reaktion' mit dem zugeführten Oxydationsmittel wird das geschwelte Gut in den Räumen io höher erhitzt, vergast und entgast. Die Verbrennungs-, Vergasungs- oder Entgasungsgase können vorteilhaft getrennt von den Schwelgasen durch besondere Kanäle i i, oder auch mit den Schwelgasen gemischt, aus dem Schwelofen abgezogen werden.
  • Ein weiterer Vorteil dieser Arbeitsweise besteht darin, daß durch die Oxydationsvorgänge in den Räumen io das geschwelte Gut mit höherer Temperatur in die Kühlzone gelangt. Dadurch wird das Schwelmittel höher vorgewärmt, und es ist ein geringerer Aufwand an Verlbrennungsmitteln in den Kanälen 9 erforderlich. Außerdem wird weniger Gas verbrannt.
  • Diese Ausführungsform der Erfindung, bei der eine Nachentgasung und Vergasung des geschwelten Gutes mit der bei niedrigerer oder höherer Temperatur durchgeführten Schwelung verbunden werden, ist in besonderem Maße für die Verarbeitung aschenreicher Brennstoffe, wie Ölschiefer, Waschberge, Mittelprodukte -der Kohlenaufbereitung, Stein- oder Braunkohlen mit sehr hohem Aschengehalt od. dgl., geeignet. Derartige Brennstoffe, die oft nur Kohlenstoffgehalte von io .bis 30010, manchmal sogar nur von 3 bis ioo/o, haben, lassen sich nach bekannten Verfahren nur mit großen Schwierigkeiten verarbeiten. Dies hängt offenbar damit zusammen, daß für die Vergasung Luft- bzw. Gasmengen notwendig sind, die im Verhältnis zur Brennstoff- bzw. Aschenmenge gering sind. Dadurch entstanden bei den bekannten Verfahren die besten Bedingungen einerseits für die Vorwärmung des Vergasungsmittels am glühenden Brennstoffrückstand, andererseits für -die Vorwärmung des zu vergasenden Gutes durch die sehr heißen Abgase. Die Folge davon waren sehr hohe Temperaturen in der Vergasungszone, so daß die Gefahr bestand, daß die Asche sinterte oder schmolz. Dieser Übelstand konnte nur durch hohe Zusätze von Wasserdampf oder brennbaren oder inerten Gasen, insbesondere Kreislaufgas, zum Vergasungsmittel gemildert werden, was aber die Vergasung unwirtschaftlich machte und durch die eintretenden Wärmeverluste zu Gasen mit geringem Heizwert führte.
  • Im Verfahren gemäß der Erfindung wird in der Zone io die eigentliche Vergasungszone so kurz gehalten, z. B. durch entsprechende Bemessung des Abstandes zwischen den Zuführungen 12 und den Ableitungen i i, daß keine Vorwärmung des Vergasungsmittels am glühenden Vergasungsrückstand und keine Aufheizung des Brennstoffs durch das Vergasungsgas auftreten können. Dies wird durch die teilweise Querstromführung .der Gase unterstützt. Hierdurch liegen die Vergasungstemperaturen zwangsläufig niedrig in sicher beherrschter Höhe, so daß kein Schmelzen oder Zusammensintern der heißen Asche eintreten kann.
  • Durch das zwangsläufig sehr gleichmäßig verteilte Vergasungsmittel wird der Brennstoff in allen Teilen vollständig vergast und weitgehend vom Kohlenstoff befreit. Dies ist besonders wichtig bei kalkreichen Brennstoffen, wie z. B. gewissen 01-schiefern, deren Rückstand sich gut als Mörtelbinder eignet, wenn er frei von Kohlenstoff und Sinterungen ist.
  • Auch Brennstoffe mit geringerem Aschengehalt können nach dem neuen Verfahren in der Weise behandelt werden, daß nach der Schwelung eine weitgehende oder völlige Vergasung des geschwelten Gutes vorgenommen wird. Beispielsweise werden dann nach Abb. 2 über der Austragsvorrichtung Zuführungen 14 für ein Vergasungsmittel und in geeignetem Abstand über diesen Zuführungen Gasabzüge 13 angeordnet. Dadurch entsteht die Zone 16, in der das geschwelte Gut in bekannter Weise vergast werden kann. Ferner sind Zuführungen 17 für das zweckmäßig im Kreislauf geführte Schwelmittel vorgesehen, die in der gleichen Weise wie die Rohre od. dgl. 2 oder 12 ausgebildet sein können. Von den Zuführungen 17 strömt das Schwelmittel kalt oder bereits vorgewärmt durch das heiße geschwelte Gut der Zone 48 und nimmt hier vom Gut Wärme auf. Es gelangt in die Kanäle 9, in denen es .durch Teilverbrennung auf die für seine Verwendung in der Schwelzone a erforderliche Temperatur gebracht wird. Die Entgasungszone to kann beibehalten werden oder auch fortfallen, oder nach Bedarf eingesetzt und außer Betrieb genommen werden.
  • Wenn kohlenstoffreiche oder auch kohlenstoffarme Brennstoffe mit hoher Durchsatzleistung geschwelt und vergast werden sollen, kann der Vergasungszone 16 noch eine Gleichstromvergasung 15 vorgeschaltet werden. Das kann z. B. nach Abb. 3 in der Weise geschehen, daß die Zuführungen 17 für das Schwelmittel in geeigneter Höhe über die Gasabführungen 13 gelegt, und zwischen 17 und 13 weitere Zuführungen 19 für ein Vergasungsmittel eingebaut werden. Die Schwelung kann in der gleichen Weise, wie oben beschrieben, betrieben werden, während das Vergasungsmittel aus den Zuführungen i9 durch die Zone 15 in Richtung zu den Abführungen 13 abwärts strömt, durch die das in der Zone 16 erzeugte Gas zusammen mit dem in der Zone 15 gewonnenen die Schwel- und Vergasungsvorrichtung verläßt.
  • Die erfindungsgemäße Schwelung und Vergasung läßt sich besonders vorteilhaft unter Verwendung von Sauerstoff oder sauerstoffangereicherter Luft mit Zusätzen von Wasserdampf und bzw. oder Kohlendioxyd als Vergasungsmittel, insbesondere in den Zonen 16 oder 15 und 16, durchführen, weil nach dem neuen Schwelverfahren ein sehr reaktionsfähiges, geschweltes Gut entsteht, das sich mit hoher Leistung und geringem Sauerstoff- und Wasserdampfverbrauch vergasen läßt. Hierbei ist es oft im Interesse einer weiteren Sauerstoffersparnis vorteilhaft, das zu vergasende geschwelte Gut nicht vor der Vergasung, z. B. durch Hindurchleiten des aufzuwärmenden Schwelmittels, abkühlen zu lassen. Auch dieser Forderung kann das erfindungsgemäße Verfahren Rechnung tragen. Eine entsprechende Ausführungsform ist aus Abb. .4 ersichtlich. Für die Vergasung können ebenfalls eine oder zwei Zonen, z. B. die Gegenstromzone 16 und die Gleichstromzone 15, vorgesehen sein, die durch die Einbauten 13 und 14 und die Zuführungen 2 für das Vergasungsmittel der Gleichstromzone gebildet werden. Doch sind die Gaskanäle 9 für die Einführung des Schwelmittels in die Schwelzone unten z. B. durch Platten 20 geschlossen, und es tritt das Schwelmittel kalt oder vorgewärmt in die Abteilungen 21 der Kanäle 9 ein. Durch Teilverbrennung mit Luft, die durch die gelochten Rohre od. d-1. 22 angeliefert wird, wird es auf Schweltemperatur gebracht, um dann in die Schwelzone verteilt zu werden. Soll mit stickstofffreiem Schwelmittel gearbeitet werden und sollen stickstofffreie Schwelgase gewonnen werden, so kann die Teilverbrennung auch mit Sauerstoff geschehen. Eine gegebenenfalls stattfindende Vorwärmung des Schwelmittels außerhalb des Schwelers känn zweckmäßig z. B. rekuperativ oder regenerativ unter Verwendung des heißen Vergasungsgases als Heizmittel durchgeführt werden. Diese Arbeitsweise hat den weiteren Vorteil, daß im Schweler die Schwelgase und die Vergasungsgase besonders sorgfältig getrennt gehalten werden, was sich z. B. empfiehlt, wenn in der Schwelzone mit Luft als Verbrennungsmittel und in der Vergasungszone mit Sauerstoff als Vergasungsmittel gearbeitet wird. 1n der Abb.4 sind zwei verschiedene Ausbildungen der Zuführungen 22 für das Verbrennungsmittel dargestellt.
  • Werden in der Schwelung stickstofffreie Gase gewonnen und will man diese für denselben Zweck wie das durch Vergasung erzeugte Gas, z. B. als Synthesegas, verwerten, so können die Kohlenwasserstoffe, die in den aus der Kondensation kommenden Schwelgasen enthalten sind, im Verfahren selbst in Kohlenoxyd und Wasserstoff gespalten werden, z. B. wird der in der Schwelung anfallende Gasüberschuß durch die Vergasung geleitet, etwa derart, daß die zweckmäßig vorgewärmten Gase durch besondere Kanäle 23 in die Gleichstromstufe 15 der Vergasung eingeführt werden. Die Schwelgase verbrennen hier mit dem Vergasungsmittel, und es werden die Verbrennungsprodukte am glühenden Koks reduziert, so daß das erblasene Gas die Vergasung mit geringen Gehalten an Kohlenwasserstoffen verläßt.
  • Bei Verwendung von Sauerstoff als Vergasungsmittel kommt man bekanntlich dadurch zu wesentlichen Ersparnissen an Sauerstoff, daß man das Vergasungsmittel möglichst hoch vorwärmt. Um nun die vorgewärmten sauerstoffenthaltenden Verbrennungs- oder Vergasungsmittel in den für das neue Verfahren benutzten Verteileinrichtungen anwenden und diese gegebenenfalls gleichzeitig als Tragorgan für Konstruktionsteile benutzen zu können, werden die Verteileinrichtungen erfindungsgemäß vorteilhaft, wie aus Abb. 5 ersichtlich, ausgebildet. Das Rohr 51, das die Zuführungs- und Verteilleitung für das z. B. auf 5oo° C erwärmte Vergasungsmittel darstellt, ist von dem Rohr 52 umgeben. Zwischen beiden Röhren ist eine wärmedämmende Masse 53, z. B. Kieselgur, angeordnet. Das Rohr 52 ist von dem Rohr 54 umfaßt und es dient der Ringraum 55 zwischen den beiden Rohren 52 und 54 als Wasserkühlung. Das durch den Ringraum strömende Wasser wird darin erwärmt oder verdampft, wodurch das Rohrsystem gegen die hohen Temperaturen der Vergasungszone geschützt wird. Durch Rohrstutzen 56 kann das Vergasungsmittel aus dem Rohr 51 austreten.
  • Brennstoffe, die zunächst mit niedriger Temperatur geschwelt werden und doch im Koks einen niedrigen Gehalt an flüchtigen Bestandteilen aufweisen sollen, können statt durch Nachentgasung in der Zone io, durch zweistufige Schwelung auf die gewünschte Qualität gebracht werden. Die zweistufige Schwelung ist insbesondere dann von Vorteil, wenn an die Beschaffenheit des Kokses besondere Ansprüche gestellt werden, so daß die Einwirkung des Vergasungsmittels auf den Koks in der Zone io bereits schädigend wirken kann. Das zweistufige Schwelen im Gegenstrom ist ferner bei empfindlichen Kohlen vorteilhaft, die bei zu schneller Erwärmung zerfallen und kleinstückigen Koks liefern würden.
  • Wie aus .Ab1@.6beispielsweise ersichtlich, kann die zweistufige Schwelung so ausgebildet sein, daß das Schwelmittel für beide Stufen zunächst zwecks Vorwärmung durch das heiße geschwelte Gut geführt wird und daß erst darauf seine Verteilung auf die beiden Stufen erfolgt. Die Zone für die Vorwärmung des Schwelmittels und die Kühlung des geschwelten Gutes sowie die erste Schwelstufe können dabei z. B., wie in Abb. i dargestellt, ausgebildet sein. An die Wände der Gaskanäle 9 der ersten Schwelstufe schließen sich nach unten zu die z. 13. aus Schamotte oder anderen feuerfesten Baustoffen gefertigten Wände 28 und nach beiden Seiten die Schürzen 3o an, die ebenso wie die seitlich und unterhalb der Wände 28 liegenden Schürzen 31 aus den gleichen Baustoffen bestehen können. Zuführungen 29 für Luft oder andere Verbrennungsmittel, die wie die Rohre od. dgl. 2, 3 ausgebildet sein können, befinden sich an der Unterkante der Wände 28 und können gleichzeitig als Tragorgane für diese Wände dienen. Auch die Schürzen 30 und 31 können von wassergekühlten Rohren od. dgl. getragen werden.
  • Das Schwelmittel gelangt aus der Kokskühlzone 6o vorgewärmt in die breiten Gaskanäle 61, die von den Schürzen 31 begrenzt werden. An der Unterkante der Wände 28 teilt es sich auf. Der eine Teil gelangt an den Rohren 29 vorbei zwischen den Wänden 28 und 31 und unter den Schürzen 3o hindurch in die zweite Schwelstufe, wobei diese Teilströme ,durch teilweise Verbrennung mit Luft od. dgl. auf die verlangte Temperatur von beispielsweise goo° C aufgeheizt werden und die Schwelgase aus der zweiten Stufe durch Kanäle 33 zur Kondensation abgesaugt werden. Der andere Teil strömt zwischen den Wänden 28 und durch die Kanäle 9 aufwärts, erhält aus den Rohren 2 einen Zusatz von Luft od. dgl. in solchen Mengen, daß er durch Teilverbrennung z. B. auf eine Temperatur von 45o° C gebracht wird, und bewirkt dann die Schwelung in der ersten Stufe. Die Schwelgase der ersten Stufe werden .getrennt von denen der zweiten abgezogen, können aber mit diesen zusammen in derselben Kondensationsanlage behandelt werden. Will man die Flüssigkeitsprodukte :beider Schwelstufen :getrennt voneinander gewinnen, so sind natürlich getrennte Kondensationen notwendig.
  • Die zweistufige Gegenstromschwelung läßt sich, wie es in Abb. 7 schematisch und :beispielweise dargestellt ist, auch derart abwandeln, daß das Schwelmittel beide Stufen hintereinander durchströmt. Das Schwelmittel durchstreicht zunächst die Vorwärmzone 34, gelangt in die Gaskanäle od. dgl. 35, in denen es nach Zugabe von Luft, Sauerstoff oder sauerstoffangereicherter Luft aus den Zuführungen 59 durch teilweise Verbrennung auf eine Temperatur von z. B. 9oo° C erhitzt wird. Es bewirkt dann die Schwelung in der Zone 36. Die Schwelgase treten aus dieser Zone in die Gaskanäle 9, in denen sie entsprechend den jeweiligen Arbeitsbedingungen entweder durch Luftzugabe aus den Rohren od. dgl. 2 und teilweise Verbrennung aufgeheizt oder durch Zumischung von kalten Gasen, Wasserdampf od. dgl. oder durch Zumischen von Wasser, das in den Schwelgasen verdampft, gekühlt werden, um .dann, gegebenenfalls auch ohne Änderung ihrer Temperatur in den Kanälen 9, als Schwelmittel in der ersten Schwelstufe zu dienen. Diese Ausführungsform der Erfindung hat den Vorteil des geringsten Aufwandes an Schwelmittel für die beiden Schwelstufen.
  • Die Gase beider Schwelstufen können im Verfahren gemäß der Erfindung auch besonders sorgfältig getrennt voneinander gehalten werden. Dies gelingt z. B. nach dem in Abb. 8 dargestellten Schema, in dem die beiden Schwelstufen ebenfalls übereinander angeordnet sind. Die untere Sehwelzone 36 dieser beiden Schwelstufen ist in gleicher Weise wie die zweite Schwelstufe in Abb.7 ausgebildet. Nach Durchgang des Schwelmittels durch die Schwelzone 36 treten jedoch die Gase nach Abb. 8 nicht in die obere Schwelstufe über, sondern sie werden durch die Absaugekanäle 33 zur Kondensation geführt. Durch die Verteilerrohre od. dgl. 37 wird das Schwelmittel der ersten Schwelzone eingeleitet. Es durchströmt die Zone 38 und wird dadurch vorgewärmt. In den Gaskanälen 9 ,erfolgt darauf aus den Zuführungen 2 die Zugabe von Verbrennungsluft od.,dgl. zu dem vorgewärmten Schwelmittel für die erste Stufe und eine, teilweise Verbrennung des Schwelmittels, die seine Temperatur z. B. auf 450' C bringt. Mit dieser Temperatur gelangt es in die erste Schwelstufe. Die Gase aus dieser Stufe werden einer besonderen Kondensation zugeführt.
  • Es ist indessen nicht unbedingt notwendig, bei zweistufiger Schwelung 'beide Stufen im Gegenstrom arbeiten zu lassen. Auch für die Durchführung der Schwelung in einer ersten Stufe im Gleichstrom und in einer zweiten im Gegenstrom von Gut und Gasen ist die Erfindung geeignet. Diese an sich bekannte Arbeitsweise ist z. B. vorteilhaft bei Brennstoffen, die beim Erhitzen plastisch werden, z. B. bei bestimmten Temperaturen erweichen und sich beim weiteren Erhitzen wieder verfestigen. Hierzu rechnen 'beispielsweise gewisse backende oder schwach backende Steinkohlen, mit Pech oder ähnlichen Bindemitteln hergestellte Briketts, ölschiefer, Asphaltgesteine od. dgl. In Verbindung mit der Erfindung kann diese zweistufige Schwelung nach dem in Abb. 9 dargestellten Beispiel so entwickelt werden, daß zwischen den Einläufen 4 des Schwelers Zuführungen 24 für das zweckmäßig vorgewärmte Schwelmittel und 25 für Verbrennungsluft od. dgl. und darunter Absaugekanäle 26 eingebaut sind. Durch teilweise Verbrennung in dem Raum unter den Zuführungen 24 und 25 wird das Schwelmittel etwa auf Temperaturen zwischen 500 und 8oo° C erhitzt. Die heißen Gase wirken auf die in der Gleichstromschwel,stufe 27 befindlichen Brennstoffteile so ein, daß diese an ihrer Oberfläche erweichen und schnell wieder erhärten, so daß kein Plastischwerden des gesamten Brennstoffstückes und kein Aneinanderbackenmehrerer Brennstoffstücke eintreten können. Die Gleichstromstufe 27 ist vorteilhaft nur kurz, damit das Gewicht der aufeinanderliegenden Brennstoffstücke nicht groß ist. Der Brennstoff braucht in der ersten Stufe nur oberflächlich geschwelt zu werden, und es kann die hauptsächliche Schwelung in der Gegenstromstufe erfolgen, in der die Brennstoffstücke nach der Oberflächlichen Erhärtung in der ersten Schwelstufe nicht mehr deformiert werden und auch nicht zusammenbacken können.
  • Für die Gleichstromstufe und die Gegenstromstufe können die gleichen Absaugekanäle 26 benutzt werden, so daß die Schwelgase beider Stufen miteinander gemischt der gemeinsamen Kondensation zuströmen. Sollen die Gase beider Stufen getrennt gehalten werden, so kann eine weitere Reihe von Absaugekanälen vorgesehen werden. Die abgesaugten Gasmengen werden dann so eingestellt, daß. zwischen den beiden Absaugekanalreihen die Gasströmung möglichst unterbunden ist. Diese zweite Schwelstufe kann im übrigen, wie in Abb. i dargestellt, ausgebildet sein.
  • Die erfindungsgemäße Aufheizung und Verteilung des Schwelmittels in beiden Stufen gewährleistet auch bei schwierigen, in der Hitze erweichenden Stoffen eine gleichmäßige und störungsfreie Schwelung, an die sich gegebenenfalls auch noch eine teilweise oder weitgehende Vergasung etwa nach dem Beispiel der in Abb.2, 3 und 4 schematisierten Ausführungsformen anschließen kann.
  • Indessen kann es sich bei der Verarbeitung in der Hitze erweichender Brennstoffe, z. B. backender Steinkohlen, in vielen Fällen empfehlen, die innere Ausgestaltung des Schwelers der Natur des Brennstoffes in geeigneter Weise anzupassen. :Ulan kann sogar oft schon mit einer Schwelstufe auskommen und auf die oben beschriebene Gleichstromstufe verzichten, wenn die Schwelung in einem Schacht durchgeführt wird, der keine den Weg des Schwelgutes einengende Vorsprünge oder Dächer aufweist, an denen Brückenbildungen entstehen könnten, und der sich zweckmäßig nach unten stetig erweitert. Eine derartige Vorrichtung, die man sich auch als aus der nach Abb. i entwickelt vorstellen kann, zeigt beispielsweise die Abb. io. Der Oberteil des Schwelers, die Austragsvorrichtung und die Schwelmittelzuführungen 2 und 3 können die gleichen wie in A@b(b. i sein. Die Gaskanäle 9 werden jedoch nicht nach unten sich erweiternd, sondern nach unten leicht verjüngt gebaut. Ferner werden die Hauben 8 so weit an die Einläufe 4, durch die das zu schwelende Gut z. B. aus einem Trockner ankommt, heraufgeführt, daß die Kohle gerade noch störungsfrei zwischen den Hauben 8 und den Einläufen 4 hindurchrutschen kann. Die Hauben 8 sind oben etwas breiter als unten. Diese Änderungen reichen bereits aus, um backende Kohlen od. dgl. in stetigem Betriebe nach dem Verfahren gemäß der Erfindung zu verarbeiten.
  • Vorteilhaft werden die Schächte für das Schwelgut in der Schwelzone nicht zu breit ausgeführt, z. B. nicht über 300 mm, um einmal eine ausreichende Gassperre unterhalb der Schwelzone zu erreichen und zum andern keine zu ,starken Kokskuchen zu bekommen. Ist das Zusammenrücken der Gaskanäle 9 auf den lichten Abstand von z. B. 25o mm nicht erwünscht, so wird mit Vorteil eine glatte Wand 39, z. B. aus gemauerten Schamottesteinen, zwischen den Gaskanälen vom Koksaustrag bis zum Spülgasabzug hinauf aufgerichtet. Diese Wand kann vollkommen parallel oder leicht nach unten verjüngt ausgeführt werden.
  • Die Vbergänge von der Schwelung in die Kokskühlung und die Schwelmittelvorwärmung erhalten in dieser Ausführungsform der Erfindung eine erhebliche Breite, so daß auch größere Koksstücke auseinanderbrechen und ausgetragen werden können. Gegegebenenfalls können Brechwalzen am Koksaustrag angeordnet werden.
  • Auch eine Nachentgasung kann, wie Abb. i i zeigt, bei der erfindungsgemäßen Verarbeitung backender Kohlen od. dgl. Anwendung finden. An den `Fänden 7 der Kanäle 9 werden dann Zuführungen 12 für ein Verbrennungs- oder -\'ergasungsmittel vorgesehen und Gasabzüge 1i zweckmäßig in den zwischen den Gaskanälen 9 errichteten Wänden 39 untergebracht. Durch die Oxydationsvorgänge in der Zone io wird das geschwelte Gut entgast und weiter erhitzt, so daß das Schwelmittel, das durch das heiße geschwelte Gut von den Zuführungen 37 aus aufwärts steigt, in dem von den Wänden 39 und 40 begrenzten Raum 38 gut vorgewärmt wird und die Zufuhr von Verbrennungsluft durch die Rohre 2 gering sein kann.
  • Bei der Verschwelung von backenden Steinkohlen od. dgl. kann ein Koks anfallen, der porös, schaumig, leicht zerreiblich und voluminös ist, so daß er für den Transport und für viele Verwendungszwecke wenig geeignet ist. Dieser Koks kann aber mit Vorteil im unmittelbaren Anschluß an die erfindungsgemäße Schwelung vergast werden, durch die er eine hohe Reaktionsfähigkeit erhalten hat. Auch kann infolge der Aufteilung des Ofens in Zellen kleinen Querschnittes der Koks, selbst wenn er in unterschiedlicher kleiner Körnung vorliegt, einwandfrei vergast werden. Ein weiterer Vorteil liegt darin, daß kein Transport des Kokses nötig ist. Für die Schwelung und Vergasung sind beispielsweise die in Abh. 12 und 13 dargestellten Einrichtungen geeignet. Die erste ist dem Prinzip der Abb. 3, die zweite dem der Abb. 4 nachgebildet. In Abb. 12 ist 61 eine Gleichstrom- und 62 eine Gegenstromvergasungszone, die die gemeinsamen Gasabführungen 63 haben. Das Vergasungsmittel der Zone 61 strömt von den Zuführungen 64 und 65 abwärts, das der Zone 62 von den Kanälen 66 aufwärts. Durch die Vergasung wird der Koks schnell aufgezehrt, so daß er bald nach Eintritt in die Gleichstromvergasung bröcklig wird und nicht mehr zur Brückenbildung neigt. Es können darum die Gasabsaugekanäle 63 unbedenklich in Dachform angewendet werden.
  • Will man auf die Vorwärmung des Schwelmittels am heißen Koks nicht verzichten, so läßt sich dies (Abb. 12) ohne Änderungen der -Vergasungszonen 61 und 62 dadurch erzielen, daß die Zuführungen 67 für das Schwelmittel unter den in diesem Falle unten offenen Gaskanälen 9, z. B. in die Wände 39, gelegt und Einbauten 70 unter den Gaskanälen 9 vorgesehen werden. wodurch die Kokskühlzone 71 entsteht.
  • Eine weitere Sicherung gegen Störungen beim Niedergehen des geschwelten Gutes läßt sich dadureh schaffen, daß die backenden Kohlen mit hohem Aschengehalt angewendet werden. Beispielsweise wird unreine, nicht aufbereitete Kohle verarbeitet, auch können der Kohle noch unverbrennliche Stoffe, z. B. in Form von Aschen, Bergen, Schiefer od. dgl., oder auch Koks zugesetzt werden. Dadurch wird das Zusammenbacken erheblich abgeschwächt. Alle Gaszuführungen oder -kanäle des Schwelvergasers können wie die Rohre 2, 3 (Abb. i) ausgebildet sein und als Tragorgane für die Schachteinbauten dienen. Eine noch schärfere Trennung zwischen Schwelung und Vergasung in bezug auf die Gasführung gestattet die Ausführungsform der Erfindung nach Abb. 13. Die Teilverbrennung des kalt oder vorgewärmt durch die Leitungen 67 ankommenden Schwelmittels findet in den Kanälen 9 statt, in -die das Verbrennungsmittel aus den Zuführungen 68 eintritt.
  • Das aus den unten geschlossenen Kanälen (Abb. 13) durch die Schlitze 69 austretende Schwelmittel wird völlig getrennt von den Vergasungsgasen gehalten, was häufig bei der Erzeugung von Synthesegasen durch Vergasung des geschwelten Gutes in den Zonen 61 und 62 mittels Sauerstoff und Wasserdampf von Wichtigkeit ist. In der Abb. 13 sind zwei verschiedene Ausbildungen der Zuführungen 67 und 68 für das Schwelmittel und das Verbrennungsmittel dargestellt.
  • Die erfindungsgemäßen Einrichtungen,@die i@m Zusammenhang mit den Abb. 2, 3 und 4 beschrieben sind, haben noch den Vorteil, daß sie mit oder ohne weitgehende Vergasung des geschwelten Gutes betrieben werden können. Die beiden Vergasungsstufen lassen sich nämlich auch für die Vorwärmung des Schwelmittels am Koks verwenden, wobei eine gute Vorwärmung des Schwelmittels und auch eine gute Kühlung des Kokses erreicht werden. Die Einführung eines Vergasungsmittels entfällt, und es kann das Schwelmittel unterhalb des Austragtisches oder durch die Kanäle 14 und gegebenenfalls i9 oder an zwei oder mehreren Stellen eingeleitet werden.
  • Will man, insbesondere wenn die Menge des geschwelten Gutes im Verhältnis zur Menge des eingesetzten Brennstoffes größer ist, z. B. bei hoher prozentualer Koksausbeute, eine sehr weitgehende Kühlung des geschwelten Kokses erzielen oder z. B. bei einem verhältnismäßig geringen Schwelmittelbedarf sicher sein, daß das geschwelte Gut nach dem Austrag aus dem Ofen sich nicht entzündet, so ist es zweckmäßig, die in der Kokskühlung angewendete Kühlgasmenge zu erhöhen. Der für die Schwelung nicht benötigte Gasüberschuß kann z. B. durch die Gasabzugskanäle 13 abgeleitet, gekühlt und gegebenenfalls erneut als Kokskühlmittel verwendet werden. Dabei kann die Kühlung .des aus der Kokskühlzone abgeleiteten Gases in der für die Kühlung der Gase der Vergasungszonen vorgesehenen Apparatur erfolgen.
  • Man kann vorteilhaft so arbeiten, daß die aus der Kokskühlung abgezogenen Gase lediglich die Gegenstromvergasungsstufe 16 und die für die Schwelung verwendeten Gase außerdem die Zone 15 durchströmen, was zu einer erheblich stärkeren Vorwärmung der letzten Gase führt.

Claims (26)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zum Schwelen von Brennstoffen mit heißen, brennbaren Gasen, die du.-eh den Brennstoff geleitet werden, nachdem sie im Schwelofen durch teilweise Verbrennung auf Schweltemperatur erhitzt worden sind, dadurch gekennzeichnet, daß die teilweise Verbrennung in Kanälen, schmalen Kammern od. dgl. erfolgt, die im Schwelofen liegen und vom Schwelgut umflossen werden, wobei die Gase die vom Schwelgut nicht erfüllten Kanäle od. dgl. in vertikaler Richtung durchströmen und den Gasen in den Kanälen od. dgl. das Verbrennungsmittel, z. B. Luft, Sauerstoff oder sauerstoffangereicherte Luft, in möglichst gleichmäßiger Verteilung beigemischt wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die Schwelung zweistufig durchgeführt wird, wobei das Schwelmittel beider Stufep weckmäßig gemeinsam durch die Kokskühlzone strömt und getrennt für jede Stufe auf die verlangte Arbeitstemperatur aufgeheizt wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß bei zweistufiger Schwelung ein Schwelmittel nacheinander durch die untere und die obere Schwelstufe geführt wird, wobei es vor Eintritt in die obere Stufe, z. B. durch Luftzugabe und Teilverbrennung oder z.B.durch Zusatz von kaltem Gas oder Wasserdampf oder durch Einspritzen von Wasser, auf die für die erste Schwelstufe verlangte Temperatur gebracht wird.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 2 und 3,. dadurch -gekennzeichnet, daß die Gase der beiden Schwelstufen getrennt behandelt bzw. verwertet werden.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch i bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das geschwelte Gut im Schwelofen teilweise oder völlig vergast wird.
  6. 6. Verfahren nach Anspruch i bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die teilweise oder völlige Vergasung in dem vom Schwelgut erfüllten Raum zwischen den Kanälen od. dgl. durch Einblasen von Luft bzw. Sauerstoff oder sauerstoffangereicherter Luft mit oder ohne Wasserdampfzusatz erfolgt, wobei die hierbei entstehenden Gase vorteilhaft getrennt von den Schwelgasen aus dem Ofen abgezogen werden.
  7. 7. Verfahren nach Anspruch i bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß, insbesondere bei Brenn-@stoffen mit geringerem Aschengehalt, die an die Schwelung anschließende Vergasung zweistufig vorteilhaft als Gleichstrom- und Gegenstromvergasung ausgebildet ist. B.
  8. Verfahren nach Anspruch i bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Einrichtungen für die Vergasung des Brennstoffs nach der Schwelung, z. B. zeitweise, als Kokskühlung betrieben werden. g.
  9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß für die Kokskühlung ein zusätzlicher Gaskreislauf verwendet wird, der nicht durch die Schwelzone geht. io.
  10. Verfahren nach Anspruch i bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß, insbesondere bei der Vergasung mit Sauerstoff oder sauerstoffangereicherter Luft, die Kanäle für die Erhitzung des Schwelmittels unten geschlossen sind und das Schwelmittel, das, gegebenenfalls vorgewärmt, in die Kanäle eingeführt wird, in den Kanälen durch Verbrennung mit gleichfalls in die Kanäle eingeführter Luft oder Sauerstoff od. dgl. aufgeheizt wird. ii.
  11. Verfahren nach Anspruch i bis io, dadurch gekennzeichnet, daß die überschüssigen Schwelgase zur Spaltung der in ihnen enthaltenen Kohlenwasserstoffe zweckmäßig vorgewärmt, mit dem Vergasungsmittel teilweise verbrannt und aufgespalten werden.
  12. 12. Verfahren nach Anspruch i bis i i, dadurch gekennzeichnet, daß bei Brennstoffen, die beim Schwelen plastisch werden, z. B. backenden Steinkohlen, Briketts, für die Pech od. dgl. als Bindemittel verwendet wurde, Ölschiefern, Asphaltgesteinen od. dgl., der Gegenstromschwelstufe eine Gleichstromschwelstufe vorgeschaltet wird, der ein brennbares, zweckmäßig vorgewärmtes Schwelmittel zugeführt wird, wobei das Schwelmittel durch teilweise Verbrennung in besonderen Kanälen oder im Schwelschacht selbst mittels eines in möglichst gleichmäßiger Verteilung zugeführten Verbrennungsmittels auf die verlangte Temperatur gebracht wird.
  13. 13. Verfahren nach Anspruch i bis 12, dadurch gekennnzeichnet, daß Brennstoffe, die beim Schwelen plastisch werden, in schmalen, zweckmäßig sich nach unten erweiternden Schächten mit geraden Wänden geschwelt und gegebenenfalls vergast oder teilweise vergast werden.
  14. 14. Verfahren nach Anspruch i bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß aschenreiche Brennstoffe, z. B. kalkreiche Ölschiefer, deren Vergasungsrückstände als Mörtelbinder geeignet sind, in der Weise verarbeitet werden, daß ohne Sinterung eine möglichst völlige Aufzehrung des im Gut enthaltenen Kohlenstoffes durch die Vergasung erreicht wird.
  15. 15. Verfahren nach Anspruch i bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß bei der Schwelvergasung stärker backender Kohlen zur Abschwächung des Zusammenbackens und zur Unterbindung der Brückenbildungen ungewaschene bzw. mit Asche-, Berge-, Schieferstücken oder mit Koks versetzte Kohlen verarbeitet werden. ,
  16. 16. Verfahren nach Anspruch 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorwärmung des Schwelmittels außerhalb des Schwelschachtes rekuperativ oder regenerativ durch die abgesaugten heißen Vergasungsgase erfolgt.
  17. 17. Verfahren nach Anspruch i bis 16, dadurch gekennzeichnet, daß in den Kanälen zur Aufheizung des Schwelmittels Trennwände an den Zuführungen für das Verbrennungsmittel verwendet werden, um nur einen Teil des Schwelmittels an den Zuführungen vorbeizuführen, primär auf höhere als die Schweltemperatur durch Teilverbrennung zu erhitzen und erst anschließend durch Mischung der gesamten Menge des Schwelmittels die gewünschte Schweltemperatur einzustellen.
  18. 18. Schwelofen zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch 1 bis 17, gekennzeichnet durch Kanäle, schmale Kammern od. dgl. unterhalb der Schwelzone, die gleichmäßig auf den Ofenquerschnitt verteilt sind, für die Einführung des Schwelmittels in die Schwelzone und durch zweckmäßig wassergekühlte Rohre mit vorteilhaft in gleichmäßigen Abständen angeordneten Öffnungen für die Einführung eines Verbrennungsmittels in die Kanäle. i9.
  19. Vorrichtung nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, daß die Rohre für die Einführung des Verbrennungsmittels gekühlt, z. B. wassergekühlt, sind und als Tragorgane für die Wände der Kanäle od. dgl. dienen.
  20. 20. Vorrichtung nach Anspruch 18 und i9, dadurch gekennzeichnet, daß weitere gekühlte, z. B. wassergekühlte Rohre als Tragorgane für die Wände der Kanäle eingebaut sind.
  21. 21. Vorrichtung nach Anspruch 18 bis 2o, gekennzeichnet durch Zuführungen für Vergasungsmittel in das geschwelte Gut und zweckmäßig durch die Anordnung von Abführungen für die durch die Vergasung gebildeten Gase.
  22. 22. Vorrichtung nach Anspruch 18 bis 21, dadurch gekennzeichnet, daß die Kanäle für die Aufheizung des Schwelmittels eine nach unten verjüngte Form und geschlossene Aufbauten, die nach oben bis nahe unter die Einläufe für (las Schwelgut ,geführt werden, aufweisen.
  23. 23. Vorrichtung nach Anspruch 21, dadurch gekennzeichnet, daß der Raum zwischen zwei Gaskanälen in vertikaler Richtung durch glatte Wände unterteilt ist.
  24. 24. Vorrichtung nach Anspruch 18 bis 23, dadurch gekennzeichnet, daß bei der Verarbeitung backender Steinkohlen noch Verteilleitungen mit Ausströmöffnungen für Vergasungsmittel in die Wände, die in die mit dem Schwelgut gefüllten Schächte eingezogen sind, eingebaut sind.
  25. 25. Vorrichtung nach Anspruch 18 bis 24, dadurch gekennzeichnet, daß die im Schwelschacht angeordneten wassergekühlten Rohre als Dampferzeuger eingerichtet sind.
  26. 26. Vorrichtung nach Anspruch 18 bis 25, dadurch gekennzeichnet, daß zwecks Zuführung von vorgewärmtem Schwelmittel oder vorgewärmtem Vergasungsmittel Rohre vorgesehen sind, die zwecks Isolierung von mit wärmedämmenden Stoffen, z. B. Kieselgur, ausgekleideten Mantelrohren umgeben sind, und daß um diese Rohre Mäntel für Wasserkühlung angeordnet sind. Angezogene Druckschriften: Deutsche Patentschriften Nr. 347 278, 464 857, 746 347 Kopper Mitteilungen 1924, S. 7.
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* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE347278C (de) * 1920-01-06 1922-01-19 Rudolf Drawe Dr Ing Verfahren zum stufenweisen Schwelen von Brennstoffen mittels heisser Gase oder ueberhitzten Dampfes
DE464857C (de) * 1923-12-05 1928-08-29 Elektrowerke Akt Ges Destillation von Braunkohlen u. dgl.
DE746347C (de) * 1938-04-02 1944-07-21 Koppers Gmbh Heinrich Verfahren zum Schwelen bituminoeser Brennstoffe mittels Spuelgase

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