DE8463C - Neuerungen an dem Verfahren und den Apparaten zur Nitrirung von Glycerin bei ununterbrochener Ableitung des entstandenen Nitroglycerins aus dem Mischgefäfs und unter Anwendung von comprimirter Luft zum Mischen und Kühlen - Google Patents
Neuerungen an dem Verfahren und den Apparaten zur Nitrirung von Glycerin bei ununterbrochener Ableitung des entstandenen Nitroglycerins aus dem Mischgefäfs und unter Anwendung von comprimirter Luft zum Mischen und KühlenInfo
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Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C07—ORGANIC CHEMISTRY
- C07C—ACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
- C07C201/00—Preparation of esters of nitric or nitrous acid or of compounds containing nitro or nitroso groups bound to a carbon skeleton
- C07C201/02—Preparation of esters of nitric acid
Landscapes
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Description
1879.
Klasse. 78.
CARL KURTZ in KÖLN.
ununterbrochener Ableitung des entstandenen Nitroglycerine aus dem MischgefäTs
und unter Anwendung von comprimirter Luft zum Mischen und Kühlen.
Zusatz-Patent zu No. 6208 vom 24. December 1878.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 22. Mai 1879 ab.
Längste Dauer: 23. December 1893.
In dem Haupt - Patente ist vorgesehen, dafs das Glycerin sich in dem Nitrirgefäfse mit der
zur Mischung und Kühlung eingeführten Luft, und beide sich weiter mit der Säure mischen.
In der Ausführung hat sich eine Abänderung dieses Verfahrens ebenfalls bewährt. Das Glycerin
wird zuerst aufserhalb des Nitrirgefäfses mit der Luft zu einer Emulsion innig vermischt,
und diese Emulsion in das Nitrirgefäfs und die Mischsäure eingeführt.
Die Emulsion kann durch Schlagen oder Peitschen des Glycerins oder durch Einführung
comprimirter Luft in feinen Strahlen, am vollkommensten aber durch Anwendung eines Injectors,
der durch comprimirte Luft betrieben und welchem das Glycerin zugeführt wird, hergestellt
werden.
An dem Nitrirgefäfse, aus dem die continuirliche Abführung des gebildeten Nitroglycerins
stattfindet, bringe ich neuerdings Ausflufshähne in verschiedener Höhe an. Es bleibt nämlich
nach Beendigung des Nitrirungsprocesses die ausgenutzte Mischsäure mit einem gewissen
Quantum Nitroglycerin gesättigt. Dieses adhärirende Nitroglycerin scheidet sich erst bei
ruhigem Stehen oben ab, ohne durch den Ausflufs für continuirliche Abführung abfliefsen zu
können. Es sind zu dem Zwecke tiefer liegende Ausflufshähne anzubringen, durch die nach einander
das sich abscheidende Nitroglycerin abgelassen wird, oder.es ist dasselbe durch einen
schwimmenden Heber oder eine schwimmende Abflufsröhre abzuleiten.
Die beiliegende Zeichnung stellt einen Apparat dar, welcher die erwähnten Verbesserungen verwirklicht.
A ist das Mischgefäfs, an welchem oben ein Rohr α zur Abführung und demnächstigen
Weiterverwerthung der sich bildenden Dämpfe angebracht ist. Eine Glasplatte b deckt das
Gefäfs oben und erlaubt die Vorgänge im Nitrirgefäfs zu beobachten. In der Glasplatte
ist ein Thermometer c befestigt zur Ermittelung der Temperatur der Mischflüssigkeit in dem
Nitrirgefäfs. Seitlich sind mehrere Hähne dddd in verschiedenen Höhen angebracht.
Das Glycerin befindet sich in dem Behälter B und wird durch ein mit einem Hahn m oder
Ventil versehenen Rohr e dem Injector C zugeführt. Das Rohr / führt die Luft, welche
vorher auf die geeignete Temperatur abgekühlt ist, dem Injector zu. Letzterer bewirkt eine
sehr feine Zerstäubung und Emulsion des aus dem Gefäfse B zufliefsenden Glycerins.
Die Emulsion fliefst aus dem Behälter D durch das Rohr g, in welches zur Beobachtung
des Durchflusses ein Glasrohr eingeschoben ist, unten in das Nitrirgefäfs A. Ein Sicherheitsventil
h auf dem Gefäfse D regulirt die Spannung der Luft, und das Rohr i zwischen den
Gefäfsen B und D gleicht die Spannung der Luft in diesen beiden Gefäfsen aus.
Wenn im Nitrirgefäfse eine zu weit gehende Zersetzung eintreten sollte, welche an der Menge
und Farbe der sich dann entwickelnden Dämpfe erkennbar ist, so wird der Zuflufs des Glycerins
nach dem Nitrirgefäfse durch Schliefsung des Hahnes m oder auch durch Schliefsung des
Hahnes η gehemmt. Im Falle der Hahn m geschlossen
wird, tritt, nachdem das Gefäfs D sich von dem noch darin befindlichen Glycerin
entleert hat, nur noch die aus dem Injector ausströmende Luft in das Nitrirgefäfs. Diese
Luft unterdrückt infolge ihrer niedrigen Temperatur das Fortschreiten der Zersetzung im
Nitrirgefäfse.
Wenn sich aber noch zu viel Glycerin im Gefäfse D befindet, und es räthlich scheint,
dieses sofort vom Nitrirgefäfse abzusperren, so wird die kalte Luft durch ein Zweigrohr /, oder
auch durch ein direct in das Nitrirgefäfs eingeführtes Luftrohr zugeführt.
Ein Vortheil des Apparates, welcher aber auch bei dem im Haupt-Patente beschriebenen
Apparate vorhanden ist, besteht darin, dafs die verschiedenen Arten von Nitroglycerin, als
Mono-, Di- und Trinitroglycerin, welche sich im Laufe des Nitrirungsprocesses je nach dem
verschiedenen abnehmenden Concentrationsgrade der Mischsäure bilden, separat gesammelt werden
können, so dafs damit also die fractionirte Darstellung der verschiedenen Nitroglycermproducte
erreicht werden kann.
Die bei den verschiedenen Manipulationen benutzte Luft wird, wie es im Zwecke der
Kühlung liegt, vorher auf die genügend niedrige Temperatur gebracht. Diese Abkühlung der
Luft kann entweder mit Eis oder einer Kältemischung, oder in einer Eisbereitungsrnaschine
vor, besser aber nach der Compression bewirkt werden, weil im letzteren Falle auch noch die
durch die Compression erzeugte Wärme abgeführt wird.
Auch das Waschen des gebildeten Nitroglycerins in den Waschgefäfsen erfolgt, wie es
im Haupt-Patente beschrieben ist, mit der comprimirten kalten Luft. Es ist vortheilhaft, in
den letzten Waschgefäfsen Luft von so niedriger Temperatur anzuwenden, dafs sich das Nitroglycerin
als Crystallmehl ausscheidet. Es soll aber die Verwendung der soweit abgekühlten
Luft erst nach der vollständigen Entfernung der Säure durch Waschen mit Wasser und Sodalauge
und zu dem Zwecke ausgeführt werden, das Nitroglycerin von den aus den Waschlaugen
gelösten fremden Substanzen, sowie den im Nitroglycerin enthaltenen Substanzen, die nach
der Nitrirung mit übergegangen sind, also bes. von Gasen und Wasser zu befreien. Eine Befreiung
des Glycerins von der Abfallsäure wird hierbei ausgeschlossen, da diese durch vorheriges
Waschen mit Wasser und Lauge unter Beihülfe von Luft von höherer Temperatur, welche letztere
keine Crystallbildung erlaubt, erfolgt. Es soll vielmehr nur eine Raffination des Nitroglycerine
bewirkt werden.
Bei dieser Art der Raffination läfst sich aber zugleich eine weitere Fractionirung der verschiedenen
Nitroglycermproducte erreichen. Da diese Producte verschiedene Gefrierpunkte haben,
so genügt es, Luft von der entsprechenden Temperatur nach einander anzuwenden. Als
letzte Waschlauge kann bei diesem Verfahren auch Spiritus, Petroleumnaphta, Benzin oder auch
eine sonstige Flüssigkeit und ein geeignetes Lösungsmittel des Nitroglycerins dienen.
Die Abkühlung der Gefäfse und Flüssigkeiten kann durch Kühlmantel oder eine durch die
Flüssigkeiten gelegte Schlange oder sonstiges Rohrsystem und mittelst einer Kältemischung
oder auch mit kalter Luft bewirkt werden. In der Zeichnung ist für das Nitrirgefäfs eine Eiskühlung
mit Kühlmantel gedacht.
Wenn nothwendig, kann bei der Nitrirung zur Mischung und weiteren Kühlung noch kalte
Luft durch ein besonderes Rohr unten in das Nitrirgefäfs eingeführt werden.
Claims (2)
1. Die Bildung einer Emulsion von Glycerin und kalter Luft durch Zertheilung bezw.
Verstäubung des Glycerins mittelst Schlagen bei Einleitung von Luft oder mittelst eines
Injectors, und die Einleitung der gebildeten Emulsion in die Nitrirungsfiüssigkeit unter
gleichzeitiger Einführung von kalter Luft zum Mischen und Kühlen, soweit letzteres
noch erforderlich ist.
2. Die Reinigung und Fractionirung der Nitroglycermproducte nach dem Auswaschen der
Säure durch Einführung von Luft von so niedriger Temperatur in die zur Reinigung
dienende Lauge, dafs sich die Nitroglycerinproducte in Form von Crystallmehl aus
letzterer ausscheiden, wobei als Lauge sowohl Wasser mit oder ohne Zusatz von reinigenden Salzen, als auch andere Flüssigkeiten
benutzt werden können.
'3. Die Fractionirung der nach der Nitrirung aus dem Nitrirgefäfse abfliefsenden einzelnen
Nitrirungsproducte, als Mono-, Di- und Trinitroglycerin, nach dem beschriebenen Verfahren.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE8463C true DE8463C (de) |
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Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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- DE DENDAT8463D patent/DE8463C/de active Active
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