DE845686C - Verfahren und Vorrichtung zum Anspinnen beim Behandeln von Faeden oder Garnen mit verschiedenen Fluessigkeiten in Roehrenanlagen - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Anspinnen beim Behandeln von Faeden oder Garnen mit verschiedenen Fluessigkeiten in RoehrenanlagenInfo
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- D01D10/00—Physical treatment of artificial filaments or the like during manufacture, i.e. during a continuous production process before the filaments have been collected
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Description
Die Erfindung l>ezieht sich auf ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Anspinnen beim Behandeln
von Fäden oder Garnen mit verschiedenen Flüssigkeiten, wobei der Faden oder das Garn mit
jeder der Flüssigkeiten ein separates Röhrensystem durchläuft und nach dem Verlassen des Röhrensystems
von der Behandlungsflüssigkeit getrennt wird.
Verfahren und Vorrichtungen zum Behandeln von Kunstseidefäden in Röhrenanlagen sind durch die
amerikanische Patentschrift 2 203 793 und die schweizerische Patentschrift 256814 bekanntgeworden.
Die in diesen Patentschriften beschriebenen Verfahren weisen den Nachteil auf, daß beim Anspinnen
der Faden oder das Garn mit der Hand vom einen Röhrensystem ins andere geführt werden
muß, da die aus dem Röhrensystem kommende Flüssigkeit in eine andere Richtung als der Faden
oder das Garn geleitet wird. Dies ist deshalb notwendig, weil die Behandlungsflüssigkeit für jedes
Röhrensystem verschieden ist.
Erfindungsgemäß ist es nun möglich, beim Anspinnen nur eine Flüssigkeit zu verwenden, und
zwar derart, daß diese Flüssigkeit zusammen mit dem Faden oder dem Garn vom einen Röhrensystem
ins andere geführt wird und das Anspinnen somit selbsttätig vor sich geht. Nach dem Anspinnen
werden die verschiedenen Behandlungsflüssigkeiten
eingeschaltet und werden diese wieder getrennt vom Faden oder Garn am Ende eines jeden Röhrensystems
abgeführt. ι
Das Verfahren gemäß der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, daß beim Anspinnen die Anspinnflüssigkeit
am Ende eines jeden Röhrensystems samt dem Faden oder dem Garn der Einführoffnung des
auf dieses Röhrensystem folgenden Röhrensystems über ein Führungsorgan zugeleitet wird und daß
ίο dieses Organ nach dem Anspinnen und vor der Zufuhr der verschiedenen Behandlungsflüssigkeiten
derart ganz oder zum Teil verstellt wird, daß den verschiedenen Behandlungsflüssigkeiten eine andere
Bewegungsrichtung als der Anspinnflüssigkeit gegeben wird.
Gemäß einer günstigen Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird der o1>ere Teil
des Führungsorgans nach dem Anspinnen umgekippt, so daß die für die Anspinnflüssigkeit be-ϊο
nutzte Führungsfläche unterbrochen und die Behandlungsflüssigkeit nach dem Verlassen des einen
Röhrensystems in eine andere Richtung als die Anspinnflüssigkeit abgeführt wird.
Die Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens, welche sich aus einer
Anzahl von Röhrensystemen zusammensetzt, wobei der Faden oder das Garn samt jeder Behandlungsflüssigkeit ein Röhrensystem durchläuft und wobei
nach dem Verlassen eines jeden Röhrensystems die Behandlungsflüssigkeit vom Faden oder Garn getrennt
wird, ist dadurch gekennzeichnet, daß ein Führungsorgan zum Führen der Flüssigkeit und
des Fadens oder des Garns vom Auslaß eines Röhrensystems zum Einlaß des folgenden Röhrensystems
vorgesehen ist, welches Führungsorgan ganz oder zum Teil verstellbar ist.
Gemäß einer günstigen Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Vorrichtung ist das Führungsorgan derart angeordnet, daß dessen oberer Teil zum Unterbrechen der Führungsfläche umgekippt
werden kann.
Eine weitere Verbesserung der erfindungsgemäßen Vorrichtung besteht darin, daß Organe .zum gleichzeitigen
Ganz- oder Teilweiseverstellen sämt-1 icher Führungsorgane der Vorrichtung vorgesehen
sind.
Zur näheren Erläuterung der Erfindung folgt untenstehend eine Beschreibung an Hand der Zeichnung,
durch welche eine Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung beispielsweise dargestellt
ist.
Fig. ι ist eine Seitenansicht der Vorrichtung gemäß
der Erfindung, in der die Röhrensysteme derart angeordnet sind, daß die Eingangsstellen der
Röhrensysteme in einer und derselben Horizontalfläche liegen und die Ausgangsstellen in einer anderen
darüber l>efindlichen Horizontalfläche liegen und die Flüssigkeit samt dem Faden oder Garn jedes
Röhrensystems in einer Richtung entgegengesetzt zur Richtung der Flüssigkeit im vorhergehenden
Röhrensystem durchläuft.
Fig. 2 zeigt eine Draufsicht auf die Vorrichtung nach Fig. τ;
Fig. 3 zeigt einen Schnitt gemäß der Linie TII-III der Fig. 2;
Fig. 4 stellt einen Schnitt gemäß der Linie IV-IV · der Fig. 2 dar;
Fig. 5 ist ein Schnitt gemäß der Linie V-V der Fig. 2;
Fig. 6 zeigt einen Schnitt gemäß der Linie VI-VI der Fig. 2;
Fig. 7 stellt einen Schnitt gemäß der Linie VII-VII der Fig. 2 dar;
Fig. 8 zeigt einen Schnitt gemäß der Linie VIII-VIII der Fig. 2;
Fig. 9 veranschaulicht perspektivisch den umkippbaren Teil des Führungsorgans;
Fig. 10 stellt perspektivisch den nicht verstellbaren
Teil des Führungsorgans dar;
Fig. 11 zeigt perspektivisch ein Organ für das
gleichzeitige Umkippen einer Anzahl umkippbarer Teile gemäß Fig. 9.
In der Zeichnung ist eine Anordnung mit 11 Rohren für die Nachbehandlung frisch gesponnener
Viskosefäden dargestellt. Die Rohre sind numeriert 12, 13, 14, 15, 16, 17, 18, 19, 20, 21 und 22.
Während der Nachl>ehandlung wird das Rohr 12 mit heißem Wasser gespeist, das Rohr 13 mit verdünnter
Schwefelsäure (10%) bei einer Temperatur von 90° C, die Rohre 14 und 15 mit heißem Wasser,
das Rohr 16 mit Natriumsulfid (3%), die Rohre 17
und 18 mit heißem Wasser, das Rohr 19 mit Natriumchlorit (0,5%)), die Rohre 20 und 21 mit
heißem Wasser und das Rohr 22 mit einer Avivierlösung. Während des Anspinnens werden sämtliciic
Rohre mit Wasser gespeist.
Die Rohre 12, 14, 16, 18, 20 und 22 werden durch
die Zuleitungen 23, 24, 25, 26, 27 und 28 gespeist, welche an der linken Seite der Vorrichtung (Fig. 2)
angeordnet sind. Für die Zufuhr von Flüssigkeit 10c in die Rohre 13,-15, 17, 19 und 21 dienen die Zuleitungen
29 bis 33, welche an der rechten Seite der Vorrichtung angeordnet sind. Da sämtliche Rohre,
außer den Rohren 12 und 22, in gleicher Weise gespeist werden und die Abfuhr auch in derselben
Weise stattfindet, wird nachfolgend nur die Speisung für die Rohre 12 und 22 und für eins der
Rohre aus der Gruppe 13, 15, 17, 19 und 21 l>eschrieben
werden.
Rings um den Einlaß eines jeden Rohres ist ein Gehäuse vorgesehen, und das letzte Rohr läuft ebenfalls
in ein Gehäuse aus. Die Gehäuse 34 und 35 sind dem Rohr 22 (Fig. 1) und die Gehäuse 36, 37,
38, 39 und 40 den Rohren 20, 18, 16, 14 und 12
(Fig. 3) zugeordnet. In Fig. 4 ist außer dem Gehäuse 35, welches rings um den Auslaß des Rohres
22 vorgesehen ist, das Gehäuse 41 für das Rohr 20 veranschaulicht.
In Fig. 7 ist das Innere des Gehäuses 42 des Rohres 13 einzeln dargestellt, während Fig. 8 das
Innere des Gehäuses 35 wiedergibt. Fig. 5 zeigt das Innere des Gehäuses 40, und Fig. 6 gibt die Konstruktion
des Gehäuses 39.
Beim Betrachten der Fig. 5 bis 8 ist die Wirkungsweise der erfindungsgemäßen Vorrichtung
ganz klar. Sämtliche Gehäuse, mit Ausnahme der
Gehäuse 40 und 35, sind von ähnlicher Konstruktion.
Beim Anspinnen werden sämtliche Rohre mit Wasser gespeist. Der Faden oder das Garn wird
von einer nicht dargestellten Quelle her hinunter über einen Führer 43 (Fig. 5), welcher am unteren
Fnde (Fig. 3) mit einer Rille versehen ist, einem Organ zum vorübergehenden Aufnehmen des Fadens
oder des Garns zugeleitet. Dieses Organ für das Abfallgarn ist in der Zeichnung nicht dargestellt
worden. Der obereTeil des Führers 43 ist von einem kapseiförmigen Körper 44 umgeben und wird von
diesem getragen. Der Körper 44 ist mit einer Leitung 45 verbunden. Die Leitung 45 wird durch einen
»5 mit dem Gehäuse 40 verbundenen Arm 46 getragen. Durch das Rohr 45 wird Wasser ins Innere des
kapseiförmigen Körpers 44 geführt, und dieses Wasser geht zum unteren Ende des Führers 43
durch die öffnung 47. Nachdem der Faden auf das Abfallorgaii aufgenommen ist und in der durch die
gezogene Linie in Fig. 5 angegel>enen Richtung läuft, wird ein umkippbarer Teil 48 eines Führungsorgans 48, 49 in die in der Fig. 5 dargestellte Stellung
gebracht. Der Faden wird sodann an der mit λ' bezeichneten Stelle durchgeschnitten. Durch das
aus der Kapsel 44 kommende Wrasser wird der Faden ül>er das Führungsorgan 48, 49 zur trichterförmigen
öffnung 50 des Rohres 12 geleitet. Der Faden wird dann durch einen aus der öffnung der
Zuführleitung 23 kommenden Wasserstrahl in den Trichter 50 des Rohres 12 geführt, und mit dem
Wasser wird dieser Faden zum anderen Ende des Rohres 12 geleitet. Das Rohr 12 läuft ins Gehäuse
42 aus (Fig. 7), und der Faden wird dort samt dem Wasser über das Führungsorgan 51,52 dem trichterförmigen
Einlaß des Rohres 13 zugeleitet. Das aus der Düse der Leitung 29 kommende Wasser dient
zum Führen des Fadens in Rohr 13 und zur weiteren Führung durch das Rohr. Aus dem Rohr 13
kommen der Faden und das Wasser ins Gehäuse 39 und laufen ül>er das Führungsorgan 53, 54 (Fig. 6),
wobei sich der umkippbare Teil 53 in der durch die Strichpunktlinien angegebenen Stellung befindet.
In ähnlicher Weise wie bei den vorhergehenden Rohren wird Wasser aus der Leitung 24 zum
Führen des Fadens ins Rohr 14 zugeführt. Auf diese Weise wird der Faden samt dem Wasser
durch die Rohre 12 bis 22 hindurchgeführt. Das Rohr 22 endet in einen Schwanenhals 55 (Fig. 8),
welcher ins Gehäuse 35 ausmündet. Im Gehäuse 35 ist das Führungsorgan 56 vorgesehen, welches verstellbar
oder verschwenkbar ist. Beim Anspinnen befindet sich das Führungsorgan 56 in der durch die?
gestrichelten Linien angegebenen Stellung. Die Stellung der umkippbaren Teile 48 und 51 beim
Anspinnen wird in den Fig. 5 und 7 durch die gezogenen Linien veranschaulicht.
Das Führungsorgan 48, 49 im Gehäuse 40 bildet in der durch die gezogenen Linien in Fig. 5 angegel
>enen Stellung eine Führungsrinne für die Flüssigkeit und den Faden oder das Garn. Der fest angeordnete
Teil 49 ist mit Bohrungen 59 und 60 (Fig..10) versehen; diese Bohrungen dienen zum
Aufnehmen von Zapfen 61 an den beiden Seiten des umkippbaren Teils 48 (Fig. 9). Durch diese An-Ordnung
ist der Teil 48 drehbar um die Zapfen 61; in der umgekippten Stellung, welche durch Strichpunktlinien
in Fig. 5 dargestellt ist, liegt dieser Teil einer geneigten Fläche 64 an, welche einen Teil des
Gehäuses 40 bildet. Im umkippbaren Teil 48 befindet sich eine Rinne 65, an welche die Rinne 66 des
nicht umkippbaren Teils 49 anschließt. In der umgekippten Stellung des Teils 48 strömt die Flüssigkeit
aus der Kapsel 44 längs der Hinterfläche des fest angeordneten Teils 49. Diese Fläche führt die
Flüssigkeit in den Trichter 70, und von dort geht die Flüssigkeit nach einer Abführleitung 71.
j Beim Anspinnen, wenn der umkippbare Teil 48 auf der oberen Fläche 62 des fest angeordneten
Teils 49 liegt, wird die aus der Kapsel 44 kornmende Flüssigkeit durch die Rinnen 65 und 66 bis
' an den Eingang 50 des Rohres 12 geführt. Die Flüssigkeit wird, sofern sie nicht ins Rohr 12 eingesaugt
wird, durch den Trichter 72 und die Ableitung J2i abgelassen. ·
Das Gehäuse 40 setzt sich aus zwei Teilen zusammen, welche aus Gußplatten bestehen können
und welche durch Bolzen 67, von denen Fig. 5 fünf Stück zeigt, zusammengehalten werden. Zwei
t Bolzen 68 führen durch die Platten des Gehäuses und den fest angeordneten Teil 49 hindurch.
Im Gehäuse 40 ist auch ein Fadenführungsrad 74 vorgesehen, welches um eine im Gehäuse gelagerte
Achse 75 drehbar ist. Die Leitung 23 geht im Ge-
| häuse 40 durch einen Packungsring 76 hindurch
und endet in einer Düse 77. Das Rohr 12 befindet sich in einer Hülse 78 und ist mit einer trichter-
j form igen öffnung 50 versehen, wie bereits oben beschrieben
wurde. Die trichterförmige Öffnung 50 liegt in der Verlängerung der Düse 77, und beide
Organe werden durch eine Unterstützung 79 festgehalten, welche die Leitung 23 und das Rohr 12
j trägt. Sind die Leitungen und die Rohre aus Glas hergestellt, so kann die Unterstützung 79 aus weichem
Blei angefertigt sein. Die Verbindungen zwischen den Teilen der Leitungen und Rohre können
in diesem Fall aus Gummihülsen bestehen, aber j die Leitungen und die Rohre können aus jedem dafür
geeigneten Material hergestellt sein.
Das Gehäuse 42 und die in diesem angeordneten no
Organe (Fig. 7) entsprechen nahezu denjenigen,
welche im Zusammenhang, mit Fig. 5 beschrieben wurden. Das Gehäuse 42 hat zwei Trichter 80
und 81, welche mit den Ableitungen 82 bzw. 83 in Verbindung stehen. Beim Anspinnen fließt das
; Wasser aus dem Rohr 12 im im Führungsorgan 51,
52 gebildeten Kanal entlang und von dort in den Trichter 80 ein. Bei Anwendung von Nachbehandlungsflüssigkeiten,
wenn der umkippbare Teil 51 in Llirzeigerrichtung umgekippt ist, strömt die
Flüssigkeit aus dem Rohr 12 in den Trichter 81 ein und läßt sie sich mittels der Leitung 83 für Wiederverwendung
sammeln, oder man kann diese Flüssigkeit in einen Sammelbehälter führen zwecks Regeneration.
Die Behandlungsflüssigkeit fließt an der Hinterseite des fest angeordneten Teils 52 des
Führun"gsorgans 51, 52 entlang, wenn der Teil 51
umgekippt ist, während sie an der Vorderseite zur Einführöffnung des Rohres 13 strömt, wenn der Teil
51 dem Teil 52 aufliegt. In Fig. 7 ist das Stütz-5 organ 84 veranschaulicht, das mit einer Stellschraube
85 versehen ist, die mit Hilfe eines Gummikeils 86 die Einstellung des Rohrs 12 in die gewünschte
Stellung ermöglicht. Sämtliche Rohre sind mit einem solchen Stützorgan versehen.
Die Fig. 6 und 7 sind einander nahezu gleich, mit Ausnahme davon, daß sie die Einrichtung der
Gehäuse an entgegengesetzten Enden der Vorrichtung zeigen. Eine weitere Beschreibung von Fig. 6
erübrigt sich also, weil die Gehäuse der verschiedenen Röhrensysteme, mit Ausnahme des
ersten und des letzten Gehäuses, von gleicher Konstruktion sind.
Die Wirkung der Führungsorgane in den verschiedenen Gehäusen ist dieselbe, da durch das Umao
kippen des Führungsorgans oder eines Teils davon die Führungsfläche für die Flüssigkeit in ihrer
Richtung geändert wird;
Das Gehäuse 40 kann auch nur eine fest angeordnete Führungsfläche aufweisen, weil man nach dem
»5 Anspinnen die Flüssigkeitszufuhr aus der Kapsel 44 abstellen kann, so daß lediglich durch die
Leitung 23 Flüssigkeit zugeführt wird.
Fig. 8 zeigt das Gehäuse 35, welches von einer anderen Konstruktion als die sonstigen Gehäuse ist.
Gerade wie bei den anderen Gehäusen sind Trichter 87 und 88 mit den Ableitungen 89 und 91 vorgesehen;
das Führungsorgan setzt sich jedoch in diesem Fall nicht aus zwei Teilen zusammen wie bei
den anderen Gehäusen. Der aus dem Rohr 22 kommende Faden, welches Rohr das letzte Röhrensystem
der Vorrichtung bildet, wird einer Trocken- und Aufwickelvorrichtung zugeleitet. Beim Anspinnen
kann der Faden als Abfall betrachtet und im Korb 57 aufgefangen werden. Das Führungsorgan
56 befindet sich sodann in der durch die gestrichelten Linien angegebenen Stellung, und das
den Korb 57 durchlaufende Abfallwasser wird durch die Leitung 89 abgeführt. Bei Anwendung
von Naohbehandlungsflüssigkeiten wird das Führungsorgan 56 verstellt und in die durch die gezogenen
Linien angegebene Stellung versetzt. Das Ende des Fadens wird um die Rolle 58 und durch
die öffnung 90 hindurchgeführt. Das Führungsorgan 56 führt jetzt die.Flüssigkeit vom Rohr 22 in
den Trichter 88, aus dem die Flüssigkeit durch die Leitung 91 abgeführt wird. Die Flüssigkeit kann
aufs Neue gebraucht, regeneriert oder für einen anderen Zweck abgeleitet werden.
In der oben beschriebenen Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung wird ein Teil des
Führungsorgans für den Faden und die Flüssigkeit beim Anspinnen umgekippt oder, wie Fig. 8 zeigt,
um einen bestimmten Winkel geschwenkt. Fig. 11 zeigt einen Schlüssel, welcher sich aus einem Knopf
92 und einem langen flachen Teil 93 zusammensetzt. Ein jeder der Zapfen 61 zum Drehen der umkippbaren
Teile der Führungsorgane oder des ganzen Führungsorgans ist mit einem durchgehenden
Schlitz zum Aufnehmen des flachen Teils 93 des Schlüssels versehen, und die Schlitze beidseitig der
Vorrichtung sind derart in einer Linie angeordnet, daß der Teil 93 des Schlüssels durch sämtliche
Schlitze hindurchgehen kann.
Fig. 3 zeigt den Schlüssel in der Einstecklage für eine Seite der Maschine; mittels dieses Schlüssels
können sämtliche umkippbare oder verschwenkbare Teile der Führungsorgane in den Gehäusen gleichzeitig
gedreht werden. Zur rechten Seite der Maschine (Fig. 2, 94) ist ebenfalls ein Schlüssel
zum gleichzeitigen Bedienen der umkippbaren Organe im rechten Teil der Vorrichtung angeordnet.
Es ist vorteilhaft, daß die Geschwindigkeit der Flüssigkeit unmittelbar nahe der Stelle, an welcher
der Faden in ein Rohr eingeführt wird, beim Anspinnen größer als im restlichen Röhrenteil ist. Es
ist daher zu bevorzugen, wenn der Röhrenteil hinter der trichterförmigen Öffnung enger als der restliche
Teil des Rohres ist; dies ist jedoch nicht von wesentlicher Wichtigkeit. Die Rohre können weiter
an der Abführstelle einen größeren Durchmesser als an den übrigen Röhrenteilen aufweisen.
Bei der oben beschriebenen Ausführungsform ist das Führungsorgan für die Flüssigkeit und den
Faden oder das Garn beim Anspinnen als ein aus zwei Teilen bestehendes Führungsorgan beschrieben
worden, dessen oberer Teil umkippbar ist, oder aber als eine aus nur einem Teil bestehende Führungsfläche, welche um einen Punkt schwenkbar ist. Es
ist klar, daß die Führungsorgane aus nur einem Teil bestehen können, welcher verschiebbar ist, so daß
die Flüssigkeit nach dem Anspinnen einer anderen Stelle als während des Anspinnens zugeleitet werden
kann. Auch bei einer solchen Ausführungsform können Mittel zum gleichzeitigen Verstellen der
Führungsorgane vorgesehen sein.
Die oben beschriebenen Röhrensysteme setzen sich aus geraden Rohren zusammen; es ist jedoch
klar, daß auch schraubenförmige oder U-förmige Röhrensysteme zur Anwendung kommen können.
Die Rohre können auch übereinander angeordnet sein oder ungefähr in derselben Geraden hintereinanderliegen.
Die Röhrensysteme lassen sich für die Behandlung jeder Art Faden oder Garn verwenden, welche
die Benutzung verschiedener Behandlungsflüssigkeiten bedingt.
Claims (5)
- PATENTANSPRÜCHE:I. Verfahren zum Anspinnen beim Behandeln von Fäden oder Garnen mit verschiedenen Flüssigkeiten, bei dem der Faden oder das Garn mit jeder der Flüssigkeiten ein separates Röhrensystem durchläuft und nach dem Verlassen des Röhrensystems von der Behandlungsflüssigkeit getrennt wird, dadurch gekennzeichnet, daß die Anspinnflüssigkeit beim Anspinnen am Ende eines jeden Röhrensystems samt dem Faden oder Garn zur Einführöffnung des auf dieses Röhrensystem folgenden Röhrensystemsüber ein Führungsorgan geleitet wird, und daß dieses Organ nach dem Anspinnen und vor der Zufuhr der verschiedenen Behandlungsflüssigkeiten derart ganz oder zum Teil verstellt wird, daß den verschiedenen Behandlungsflüssigkeiten eine andere Bewegungsrichtung als der Anspinnflüssigkeit gegeben wird.
- 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß der obere Teil des Führungsorgans nach dem Anspinnen umgekippt wird, so daß die für die Anspinnflüssigkeit verwendete Führungsfläche unterbrochen und die Behandlungsflüssigkeit nach dem Verlassen eines Röhrensystems in eine andere Richtung als die Anspinnflüssigkeit abgeführt wird.
- 3. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 oder 2, bestehend aus einer Anzahl von Röhrensystemen, wobei der Faden oder das Garn samt jeder Behandlungsflüssigkeit ein Röhrensystem durchläuft und wobei nach dem Verlassen eines jeden Röhrensystems die Behandlungsflüssigkeit vom Faden oder Garn getrennt wird, dadurch gekennzeichnet, daß ein Führungsorgan zum Führen der Flüssigkeit sowie des Fadens oder des Garns vom Auslaß eines Röhrensystems zum Einlaß des folgenden Röhrensystems vorgesehen ist, welches Führungsorgan ganz oder zum Teil verstellbar ist.
- 4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Führungsorgan derart angeordnet ist, daß dessen oberer Teil zum Unterbrechen der Führungsfläche umkippbar ist.
- 5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß Mittel zum gleichzeitigen Ganz- oder Teilweiseverstellen sämtlicher Führungsorgane der Vorrichtung vorgesehen sind.Hierzu 2 Blatt Zeichnungenφ 5267 7.
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