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Stabilisierungsmittel für Motortreibstoffe Die Erfindung beruht auf
der neuartigen und überraschenden Erkenntnis, daß bestimmte Polyalkylphenole auf
aromatische Amine und solche Amine enthaltende Motortreibstoffe stabilisierend wirken.
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Gegenstand der Erfindung sind Stabilisierungsmittel für Motortreibstoffe,
die neben einem aromatischen Amin Polyalkvlphenole der nachstehend näher erläuterten
Art enthalten sowie Motortreibmittel, welche solche stabilisierend wirkende Mischungen,
gegebenenfalls neben an sich bekannten metallhaltigen Antiklopfmitteln, enthalten.
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Aromatische Aminoverbindungen zeigen an der Luft oft eine Neigung
zur Änderung ihrer Farbe, wenn die Berührung mit Sauerstoff längere Zeit dauert.
Diese Farbänderung ist das erste bemerkbare Anzeichen einer oxydativen Zersetzung,
die, da sie katalytischer Natur ist, wenn sie nicht gestoppt wird, mit zunehmender
i Geschwindigkeit fortschreitet, bis die Aminoverbindungen ihrer Zusammensetzung
und ihren Eigenschaften nach völlig verändert sind. Hierdurch werden aromatische
Aminoverbindungen in Motortreibstoffen, wie Benzin, zersetzt und verlieren ihre
günstige Antiklopfwirkung. Es ist also klar, daß es, wenn solche aromatische Amine
zwecks Einverleibung in Benzin hergestellt werden, besonders erwünscht ist, daß
sie gegen Oxydation beständig sind, da durch derartige Zersetzungen vor oder nach
ihrem Zusatz zu dem Ausgangstreibstoff nicht nur ihr Wert als Treibstoffbestandteil
sinkt, sondern auch die Zersetzung des Ausgangstreibstoffes eingeleitet werden kann,
die zur Harzbildung, erhöhtem Klopfen, Änderung der Flüchtigkeit usw. führt.
Ulan
hat schon aromatische Amine in geringen Mengen zu Spaltbenzinen zugesetzt, um die
Neigung des Benzins zur Harzbildung herabzumindern. Da eine solche Herabsetzung
der Oxydation des Benzins durch bevorzugte Oxydation des Amininhibitors erreicht
wird, so zeigt dies klar, wie schwierig es ist, einen derartige aromatische Amine,
sowohl vor als auch nach ihrem Zusatz zu Benzin, stabilisierenden Stoff aufzufinden.
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Zur Lösung dieses Problems hat sich die große Klasse der bekannten
Benzininhibitoren als unbrauchbar erwiesen. In der Tat wirken manche dieser Stoffe
als Oxydationsbeschleuniger für die Aminoverbindungen. Üblicherweise verwendete
Benzinstabilisatoren, die sich als Pro-Oxydationsmittel für aromatische Amine herausstellten,
sind: p-Benzylaminophenol, a-Naphthol, 4-tert.-Butylbrenzcatechin, Hydrochinon,
Pyrogallol, ß-Naphthol, p-Phenylendiamin und Diphenylphenylendiamin. Andere die
Oxydation unterstützende Stoffe sind: Thiophenol, Thiodiglykolsäure, Fe S, Sulfanilsäure,
Salicylsäure, Brombenzol, Dianisidin, Jod, Eisen oder galvanisierte Eisenflächen,
Natriumnitrit, Benzoylperoxyd, Bleiperoxyd, Kupferphenylpropionat, Manganoleat und
Zinnchlorür. Benzininhibitoren, die keine inhibierende Wirkung auf aromatische Amine
zeigten, sind: Phenyl-a-naphthylamin, Mischungen von , Kresolen, die zwischen etwa
220 und 240° sieden, 2, 3, 5, 6-Tetramethylphenol, Pentamethylphenol, 2, 3, 5-Trimethylphenol,
p, p'-Dioxydiphenyl, Guajacol, Durohydrochinon, Thymol, Resorcin, Anthrachinon.
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Es wurde nun gefunden, daß dagegen eine besondere Gruppe von Polyalkylphenolen,
bei denen die Alkylgruppen in fier 2, 6- oder 2, 4, 6-Stellung stehen, wie sie im
einzelnen unten beschrieben werden, einzigartige stabilisierende Wirkungen auf aromatische
Aminoverbindungen sowohl auf die Amine für sich als auch, wenn sie in Benzin gelöst
sind, ausüben. Die stabilisierenden Mittel der Erfindung sind Polyalkylphenole,
in denen die 4- bzw. p-Stellung von- einem Wasserstoffatom oder einer Methyl- oder
Äthylgruppe eingenommen wird und eine der zwei o-Stellungen, 2 und 6, von einer
primären, sekundären oder tertiären Alkylgruppe und die andere von einer primären
oder sekundären Alkylgruppe eingenommen wird. Das Polyalkylphenol kann also nur
eine tertiäre Alkylgruppe in o-Stellung enthalten, während die zweite Gruppe in
o-Stellung primär oder sekundär ist, kann jedoch zwei sekundäre Alkylgruppen in
o-Stellung, zwei primäre Alkylgruppen in o-Stellung oder eine primäre Alkylgruppe
in o-Stellung und eine sekundäre Alkylgruppe in o-Stellung enthalten.
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Die Alkylgruppen in o-Stellung, von denen lediglich eine, wie oben
ausgeführt, ein tertiäres Alkyl sein kann, können Methyl-, Äthyl-, n-Propyl-, Isopropyl-,
n-Butyl-, Isobutyl, sek.- und tert.-Butyl-, und die verschiedenen primären, sekundären
oder tertiären Amyl-, Hexyl-, Heptyl-, Octyl- und homologe Reste sein. Die Alkylgruppen
sollen im allgemeinen derart sein, daß sie die Phenole in dem Gemenge, dem sie zugesetzt
sind, löslich machen. Eine zu große Anzahl von Kohlenstoffatomen macht die Stoffe
wachsartig und schwer löslich. In einigen Fällen; insbesondere bei Benzinen mit
beträchtlichem Aromatengehalt, können Phenole mit verhältnismäßig langen Alkylketten
in o-Stellung, die z. B. bis zu 35 oder 40 oder mehr Kohlenstoffatome enthalten
können, verwendet werden, insbesondere wenn diese Reste verzweigte Ketten enthalten.
Im allgemeinen jedoch werden bevorzugt Pheiwle mit Alkylgruppen mit nicht mehr als
etwa 16 oder 20 Kohlenstoffatomen in o-Stellung verwendet, und 2, 6- oder 2, 4,
6-Polyalkylphenole mit einer Gesamtkohlenstoffanzahl von nicht mehr als etwa 12
Kohlenstoffatomen in der Gesamtheit der Alkylgruppen sind besonders vorteilhaft,
d. h. Phenole mit einer maximalen Kohlenstoffanzahl, einschließlich der Ringkohlenstoffatome,
von etwa 18.
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Die obigen Anweisungen bezüglich der Art und der Stellung der verschiedenen
Kohlenwasserstoffreste an dem Phenol sind von großer Wichtigkeit. Es ist in dieser
Hinsicht interessant, daß 2, 4, 6-Tri-tert.-butylphenol nur eine geringe inliibierende
Wirkung ausübt, während andere 2, 4, 6-Trialkylphenole, z. B. 2, 6-Di-tert.-butyl-4-metliyl.
(oder ätliyl)-phenole und 2, 6-Dimethyl-4-tertiär-butylphenol,alsProoxydationsmittel
für aromatische Amine festgestellt wurden, d. h. sie wirken schlechter, als wenn
überhaupt kein Inhibitor vorhanden wäre.
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Die zu Benzin wegen der Klopffestigkeit allgemein zugesetzten aromatischen
Amine sind üblicherweise einringige Monoamine mit nicht mehr als insgesamt 6 Kohlenstoffatomen
in der Gesamtheit der Alkylradikale. Besonders genannt seien Anilin, N-mono- und
-dimethyl- (oder höheres Alkyl) -aniline, die auch im Ring substituiert sein können;
Mono-, Di-, und Trimethyl- (oder mit höheren Radikalen im Ring alkylierte) -aniline,
die auch am Stickstoffatom substituiert sein können, wie Toluidine, Nylidine, Cumidin,
Pseudocumidin, Cymidin usw. und in geeigneter Weise substituierte Derivate. Mischungen
aromatischer Amine und auch die einzelnen Amine oder Polyamine können verwendet
werden. Auch können aromatenreiche Erdölfraktionen nitriert und reduziert werden
zurErzeugun gvomaromatischeAmine enthaltenden Gemischen, wie (las in den amerikaüischen
Patentschriften r <844 362 und 2 252 099 beschrieben ist; derartige Mischungen
können gemäß der Erfindung zu einem Motortreibstoff zugemischt werden.
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Die Trialkylphenolinliibitoren stabilisieren nun auch einringige Amine
mit einer größeren Anzahl von Kohlenstoffatomen als oben angegeben; d. h. mehr als
6, und auch mehrringige aromatische AIT11Re, z. B. verschiedene Naphthylamine, Alkylnaphthylamine,
Arylnaphthylamine, Anthracylamine u. dgl.
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Es sei bemerkt, daß der Inhibitor in dem zu schützenden Stoff gut
und gleichmäßig verteilt sein muß. Wenn das Amin unter normalen Bedingungen eine
Flüssigkeit ist, so soll der Inhibitor in wahrer oder in kolloidaler Lösung vorliegen.
Wenn es fest ist, kann der Inhibitor durch Schmelzen des Amins, Verteilen der notwendigen
Menge des Inhibitors, durch Lösen in der Schmelze und Verfestigung des Gemenges
eingebracht werden oder auch durch einfaches Aufsprühen des Inhibitors oder einer
Lösung desselben auf das feste Amin. In unverdünnten aromatischen Aminen kann der
Gehalt :in PolS-;ilkylhlienol im Bereich von
etwa o,oi bis i Gewichtsprozent,
vorzugsweise etwa 0,1 bis o,50'°, liegen.
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Die Stabilisierung typischer Amine zeigen die folgenden Angaben: ein
-flüssiges Gemisch von Aminoxylolen wurde bezüglich der Farbe laufendgeprüft und
die Zeit des Abdunkelns von 2 bis 6 A.S.T.M.-Farbe bei 32° in Gegenwart von Luft
bestimmt.
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Folgende Resultate sind typisch.
| Inhibitor Zeit |
| Kein Inhibitor Etwa i Woche |
| 0,2°,.''° 2, 4-I>imctlivl-6-tcrt.- |
| t>utylphcnol ,; Monate |
| Im Gegensatz dazu verringerten manche der lian- |
| delsüblichert Benzininhibitiiren die Abdnnkhingszeit |
| auf etwa i Tag. |
| Aromatische Amine und Poly ,ill«@ililienolinliiliitrn-en |
| zugemischt enthaltendes Benzin wurde ebenfalls finit |
| sehr guten Resultaten g,eprfift. Zum Beispiel zeigt ein |
| Gemisch von kein Bleitetra;dkc-1 enthaltendem Flug- |
| niotorenbenzin (Oct@inz;ilil iotil mit 212 Voltlnl- |
| prozent Xvlitlin 111u1 =@, .I-1>imethvl-li-tert.- |
| bLitylpheno1 nach 22 stunden ini Dunklen bei |
| keine Farbänderung oder Harzgehalt. |
| Quantitative Be#;timinnn"en der Wirksanikuit der |
| Inhibitoren der vorliegenden Erfindung heim St:iliiii- |
| sieren vorn \vlidin worden durch @estinimun@der |
| I,ictitdtircliliissi"k(,it <liircli verschiedene XvIidin- |
| proben bei einer ;pt#ziellen Wellenlänge 55u rri,rr) |
| unter Verwendung eine, Coleinanspectrophotumeters |
| angestellt. Da die Bildung gefärbter Produkte und die |
| Oxydation des \ylidins beim Altern gleichzeitig vor |
| sich geht, so ist die \'( rininderting des durch die |
| Lösung dtircli"ehenrIen Eiclites ein An7eichen für thi, |
| Ausmaß der Oxydation. Die folgenden Bestimmungen |
| wurden bei 7u- an der I-tift tind unter Verwendung |
| von lnli1111tOrkOnzCIiti;itliirr('ri Voii (i,2 Gewirirts- |
| prozent durch!=eführt. |
| /,.fit, nach ili r der |
| Lichtdurchgang auf |
| io° "des I,ichtdurch- |
| t nliilittr@: gangswertes der \-er- |
| gleic hstl iis.igk. fit |
| (@` aSSt'Cl |
| herabgc,etzt war. |
| Keiner ;q Stunden |
| 2, 4, 6-Trimetlivlplienol (\lesitol) iS6 - |
| 2, 6-Dimetliylplienol ric) - |
| 2, 4-DimettivL-6-sek.-1intvllilienol lii - |
| 2.4-Dimetlivl-6-tert.-simy-lphenol 11l) - |
| 2, 4-Dimethy-1-6-tert.-oct#.,llilt(,nol 7 ( ) - |
| 2, 4-Dimethvl-Fi-tert.-butvlphenol 6c) - |
| Aucli wurde ge Rinden, daß Kombinationen der |
| Poly<ilkyll)licnole und der aromatischen Ainine, wie |
| z. B. der weiter oben;ren@innten einringigen aromati- |
| schen Amine mit weniger als etwa 6 Kohlenstoffatomen |
| in der Gesamtheit der @lkvl>rruplten, einen inhibie- |
| renden bzw. stabilisiercn<len Effekt auf Benzin aus- |
| üben, der -ri;fßi,i- ist ;tls ilit, berechnete Summe der |
| durch jeden Zusatzstoff allein hervorgerufenen Inhi- |
| bierung. Diese Wirkung macht sich besonders in ge- |
| sättigtem oder anfangs stabilem Benzin bemerkbar, |
| wie z. B. Flugmotorenbenzin, das aus direkten Destil- |
| laten, Cyclopentan, Aromaten, Alkylierungsprodukt, |
| in Anwesenheit von Wasserstoff reformierten Frak- |
| tionen u. dgl. besteht; ein solches anfangs stabiles |
| Benzin wird durch den Zusatz von Bleitetraalkyl |
| unstabil. |
| In Benzinen, die aromatische Amine und BJeitetra- |
| ;tlkyl enthalten, kann bei Verwendung von zwei oder |
| mehr der phenolischen Inliibitoren ein ungewöhnlicher |
| Grad von Stabilität erreicht werden. Zum Beispiel ist |
| 2, 4-Dinietliy1-6-tert.-butylphenol ein ausgezeichneter |
| Stabilisator für Bleitetraalkyl (vgl. britische Patent- |
| schrift 568 S96), während einige der anderen plieno- |
| lischen Inhibitoren der Erfindung wirksamere Stabili- |
| satoren: für aromatische Amine als 2, 4-Dimetliyl-6- |
| tert.-buty-lplienol sind. Infolgedessen werden in einem |
| aromatische Amine und Bleitetr;t:tlk5-l enthaltenden |
| l-@lugniotorenberlziri z. B. sowohl 2, 4-Dimetiiy1-6-tert.- |
| hutvlliIienol und ein anderes der liier beschriebenen |
| P@ilvalkvll>l@enole mit Vorteil verwendet, wie z. B. 2 |
| !i-"Ci-inletltvlptienol, 2. 6-Dimetiiy-lplienol, 2, 4-Di- |
| nmtlivl-ti-st 1;.-1>utvlphenol, 2; @-Diniethvl-6-tert.- |
| @trnvlhlieirt@l; @, @-Dimethyl-6-tert.-uctvlphenul ti. dgl. |
| \Virksarne Gcsaintniengen der 1'uiyctll@ylplienol- |
| inliibitoren iii einem Benzin liegen im a11geineinen |
| zwisciieri uiw;i und o,i Gewichtsprozent, wobei |
| ein be\ @,i-zii2ter Bereich zwischen etwa ü,-oi m.d etwa |
| ().1 ;1 ii(ier (),1 "/o liegt. Die aromatischen Amine |
| kömicn in einer Menge von etwa 0.25 bis - \'olum- |
| pruzem in Benzin verwendet werden; es können jedoch |
| aruh l,üherc oder niedrigere Mengen \icrw-endung |
| finden. 1>ie obere Grenze ist üblicherweise gesetzt durch |
| <lie .\nfiirder mi`=cn an die liöcli>te Sicdeg: enze des |
| Benzins. 1)a die Amine verhältiiisni;iliig huch sieden, |
| können sie die obere Siedegrenze des Benzins bei Ver- |
| wendung übergroßer Mengen über die zul;is,ige Siede- |
| grenze erhöhen. Andererseits geben in der 1Ze;;el Amin- |
| zus7itzr@ unterhalb der angegebenen unteren Grenze |
| eine ungenügende Verbesserung der Klopffestigkeit, |
| ,u daß der Zusatz unnütz wird. Ms besonders vorteil- |
| haft wurde die Menge von etwa i°/° gefunden. Die |
| K0mbinierlrng aromatischer Amine und der speziellen |
| Yolvaikylplienole ergibt einegesteigerte stabilisierende |
| Wirkung, d. li. einen verbesserten Effekt, verglichen |
| mit der Summe der Effekte der einzeln wirkenden |
| Stoffe insbesondere, wenn die Anwendung bei ge- |
| sättigtcn. ursprünglich stabilen, durch Zusatz von |
| metallischen Antiklopfmitteln unstabil gemachten |
| Benzinen tind auch bei ungesättigten von Beginn an |
| unstabilen Benzinen, z. B. Spaltbenzinen, mit oder |
| ohne metallische Antiklopfmittel erfolgt. No:maler- |
| w-eise können his zu etwa, 1,6 ccni Bleitetraäthj-1 oder |
| eine äquivalente Menge eines anderen Bleitetraalkvls |
| pro Liter den Benzinen zugegeben werden. |
| Löslichinaclier bzw. Lösungsvermittler für die |
| aromatischen Amine können gleichfalls zugegen sein, |
| insbesondere bei Benzinen, die nur eine geringe Menge |
| arumatisclri@r Bestandteile enthalten. Solche Lösungs- |
| vermittler können Alkohole, Äther, Ketone von |
| niedrigem y@i>iekulargewicht, insbesondere iinsj,ri-tnie- |
trische Ketone mit 5 oder 6 Kohlenstoffatomen, Aromaten, wie Benzol,
Toluol od. dgl. sein.
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Ein weiterer Vorteil der Verwendung der Kombination von aromatischem
Amin und Polvalkylplienol ist die Tatsache, daß, wenn die inhibierende Wirksamkeit
der Verbindungen nachzulassen beginnt, kein scharfes Abbrechen der Induktionsperiode
eintritt, sondern die Bildung von schädlichen Produkten langsam vor sich geht und
eine sichtbare Fällung sich lediglich nach längerer Alterung bildet. Das steht in
bemerkenswertem Gegensatz zu der Wirkung der meisten Oxydationsinhibitoren, deren
Wirksamkeit üblicherweise recht plötzlich am Schluß ihrer Stabilisierungsperiode
endet unter rascher Bildung von Zersetzungsprodukten im Benzin und der daraus folgenden
plötzlichen Beendigung der Brauchbarkeit des Motortreibstoffes.
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Dieser kombinierte Effekt aromatischer Amine und der bestimmten Polyalkvlphenole
in Benzin kann aus den folgenden, mit reinem Xylidin (5-Amino-i, 3-dimethvlbenzol)
ineinemFlugmotorenbenzin (iooOctan), bestehend aus etwa 450i, Destillatbenzin. 45°;'o
eines durch ein Alkylierungsverfahren hergestellten Benzins und io°/o Cvclopentan,
das i ccm Bleitetraäthyl pro Liter enthielt, angestellten Versuchen entnommen werden.
| Für die Bildung |
| von 5 mg A S TM |
| Zusatzstoff Harz'iooccm er- |
| forderliche Zeit |
| (Stunden) |
| Keiner 2,33 |
| i°/, Xylidin 4:5 |
| 2, 4-Dimethyl-6-tert.-butylphenol |
| (i mg/ioo ccm) , 37,5 |
| 2, 4-Dimethyl-6-tert.-butylphenol |
| (i mg/ioo ccm) +1°/o Xylidin 78,0 |
Es wurde weiter gefunden, daß in manchen Fällen die Kombination der bestimmten Polyalkylphenole
mit aromatischen Aminen eine außerordentliche Stabilisierungskraft für in Benzin
oder anderem Motortreibstoff enthaltene Metallcarbonylverbindungen aufweist.
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Es ist bekannt, daß eine Reihe von Metallcarbonylverbindungen beim
Einverleiben in einen Kohlenwasserstoff-Treibstoff erwünschte klopfhindernde Wirkungen
besitzen. Ihre Benutzung wurde jedoch durch verschiedene Schwierigkeiten verhindert;
unter denen insbesondere ihre chemische Instabilität und die Leichtigkeit der Zersetzung
beim Stehen, wie auch ihre Neigung zum katalytischen Abbau des Kohlenwasserstoff-Treibstoffes
unter Harzbildung und Erzeugung ähnlicher Effekte zu nennen sind. Wenn auch die
Antiklopfwirkung in Benzin oft durch andere Verbindungen, wie Bleitetraäthyl, bewirkt
werden kann, so sind ihnen doch verschiedene Anwendungsgebiete verschlossen, bei
denen also solche anderen Stoffe nicht benutzbar sind, z. B. bei einem Treibstoff,
der beim Einlaufen von Motoren benutzt wird, oder einem Treibstoff mit einer größeren
Menge an Bleitetraalkyl,
| bei dem der Zusatz von mehr Bleitetraäthyl eine ge- |
| ringe Wirkung Haben w-iirde. |
| Metallcarbonylverbinchin`ren, die nach der vorlie- |
| genden Erfindung in Betracht kommen, sind z. B. die |
| verschiedenen Carbonvlverbindungen von Eisen,Nickel, |
| Kobalt, Molybdän, Quecksilber usw. und ihre ver- |
| schiedenen anwendbaren Derivate. Unter diesen seien |
| erwähnt Fe (C0)9, Fe (C O)5, Fe, (C O),5 N O,FeNi(CO)", |
| Ni (C0)4, Co (CO)3N0, :\to (CO),;, Hg[Co(CO)g]z. |
| Verbindungen, die sich bei den im Motor herrschenden |
| Bedingungen unter Erzeugung von lletallcarbonylen |
| zersetzen, können ebenfalls verwendet werden, wie |
| z. B. Komplexe von C:trl,onvlen mit Ammoniak, |
| Aminen, Alkanolamineu tisw. |
| Im allgemeinen ist bei einem Treibstoff, der beim |
| Einlaufen von Motoren verwendet wird, eine Menge |
| von Metallcarbonylverbindungen im Bereich von etwa |
| o,o6 bis o,8 ccm;l angebracht, wenn auch bis zu |
| 2,6 ccm /1 verwendet werden können. Zusätzlich können |
| bis etwa 1,6 ccm handelsüblichen Tetraalkylbleis pro |
| Liter sowie verschiedene Lösungsvermittler. wie Alko- |
| hole, Ketone, Ester, Pyridin, aromatische Stoffe, wie |
| Benzol u. dgl., zugegen sein. |
| Die Vorteile einer si@lchen dreifachen Kombination |
| von Polvalkylphenol, aromatischem Amin und Metall- |
| carbonyI kann man im Fall von 3; 5-Xylidin und 2, 4- |
| Dimethyl-6-tert.-buty°llilicnol aus der folgenden Unter- |
| suchung der Stabilität gegenüber Sauerstoff bei einem |
| gemischten Destillatiousftugnlotorenbenzin mit i ccm |
| Bleitetraäthyl pro Liter und einer Octanzahl von gi |
| (ohne das Eisenpetitac@trboti\,l) erschen. |
| Relative Induktions- |
| bei iio° und 7 at |
| Sauerstoff für |
| Nr. K( iizeii_ Benzin |
| traition IJr- 0,13 ccm |
| s prüngl. Fe (CO)., |
| ittg Benzin |
| io ccm Liter*) |
| i Keiner - 5,oo i,o8 |
| 2 2, 4-Dimethvl-6-tert.- |
| butylphenol 1 mg 1.1,25 5,75 |
| 3 4-tert.-Butylbreiiz- |
| catechin 2 mg 2,75 3,50 |
| 4 4, 4,-Dihydroxy- |
| 3,3,-dimethyIdiplienvl 2 mg 6,oo 2.42 |
| u-Naplitliol 2 mg -,-- 2,92 |
| 6 2, 4-Dimethvl-6-tert.- |
| butylphenol |
| + 3, 5-Xylidin 1 mg ;- i ccm 40,00 |
| 40,,o |
| 7 2, 4-Dimethyl-6-tert.- |
| butylphenol |
| -(- Anthranilsäure 1 ins -- 2,5 mg 5,58 |
| 15,o0 |
| *) Eisenpentacarbonyl, o(0 ", Eastman Kodak Co. Produkt. |
Es geht aus den Zeilen 6 und ,- der Tabelle hervor, daß der Zusatz eines Polvallcvlplienols
gemäß der Erfindung einen sehr viel kesseren Stabilisierungseffekt hat als der Zusatz
von Stolicn, die nicht in den Bereich der Erfindung fallen, wie die Zeilen 3, 4
und 5 zeigen;
Zeile 6 der Tabelle veranschaulicht den vorzüglichen
Effekt der kombinierten Benutzung eines Polyalkvlphenols und eines aromatischen
Amins nach der Erfindung und dieser beiden Stoffe mit einer MetallcarbonvIverbindung.