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Verfahren zur Abtrennung von öllöslidien Stoffen
Die Erfindung bezieht
sidi auf ein Verfahren zur Abtrennung von öl löslichen Stoffen. Gemäß der Erfindung
wird eine Lösung dieser Stoffe mit einem feinzerteilten festen Stoff, der die Eigenschaft
hat, daß der abzutrennende Stoff sich in ihm dispergiert, oder mit einem feinzerteilten
festen Stoff, in dem 01 oder eine mit Öl mischbare Flüssigkeit absorhiert worden
ist, in Berührung gebracht. Der abzutrennende Stoff kann gegebenenfalls danach durch
Auswaschen des feinzerteilten festen Stoffes mit einem Lösungsmittel zurückgewonnen
werden. Es ist auf diese Weise möglich, die öllöslichen Stoffe in mehr oder weniger
reinem Zustand zu isolieren.
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Die zu diesem Zweck geeigneten festen Stoffe sind meistens Ihochmolekulare
Stoffe, die sowohl rein organischer Art sein als auch anorganisdlle Afolekülteile
enthalten können, wie die bekannten Silikone. Bei der Wathl des festen Stoffes kann
man einerseits die Art des Stoffes, der abgetrennt werden soll und der imstande
sein muß, sich in dem festen Stoff zu dispergieren, andererseits die Art der Flüssigkeit,
insbesondere wenn man einen festen Stoff benutzt, in dem Öl oder eine mit Öl mischbare
Flüssigkeit absorbiert ist, berücksichtigen. Bei dieser Wahl wird man sich zweckmäßig
von dem Gedanken leiten lassen, daß in erster Linie diejenigen festen Stoffe geeignet
sind, die mit den abzutrennenden Stoffen eine gewisse Verwandtschaft, z. B. bezüglich
des chemischen Charakters, der Lipophilität od. dgl., zeigen.
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Unter Ölen werden hier in erster Linie verseifbare Öle verstanden;
man kann aber auch Mineralöle Ibenutzen.
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Bei der Ausführungsform, nach welcher man den festen Stoff eine Flüssigkeit
absorbieren läßt, muß der abzutrennende Stoff sich in dem so modifizier-
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festen Stoff disliergieren; dabei gilt das gleiche, was oben mit Beziehung auf die
Verwandtschaft zwischen dem abzutrennenden Stoff und dem nicht modifizierten festen
Stoff gesagt worden ist.
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Wenn man den abzutrennenden öllöslichen Stoff von dem festen Stoff
trennen oder ihn daraus gewinnen will, ist es zweckmäßig, ein Lösungsmittel zu verwenden,
das die Eigenschaft hat, von dem festen Stoff aufgenommen zu werden; dieses Lösungsmittel
ist zweckmäßig eine mit Öl misohbare Flüssigkeit. Gemäß der Erfindung wählt man
dann den feinzerteilten festen Stoff vorzugsweise derart, daß er ein beschränktes
Aufnahmevermögen für die mit Öl mischbare Flüssigkeit hat und in einem Überschuß
dieser Flüssigkeit sich nicht merklich löst. In diesem Fall kann man den abzutrennenden
Stoff leicht durch Auswaschen des festen Stoffes mit dem betreffenden Lösungsmittel
gewinnen.
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Ein besonders geeigneter fester Stoff für den genannten Zweck ist
Kautschuk in feinzerteiltem Zustand.
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Unter Kautschuk werden nicht nur natürlicher Kautschuk, sondern auch
kautschukähnliche Prb dukte, wie Guttapercha, synthetischer Kautschuk od. dgl.,
verstanden. Die Löslichkeit von Kautschuk in organischen Lösungsmitteln ist um so
geringer, je höher der Vulkanisierungsgrad ist. Man hat es daher in der Hand, den
zu benutzenden Kautschuk derart zu wählen, daß er mit Bezug auf das Absorptionsvermögen
für Öl oder mit 01 mischbare Flüssigkeiten den oben angegebenen Anforderungen genügt.
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Es hat sich gezeigt, daß man den Kautschuk leicht fein zerteilen
kann, indem man den in kleine Stückchen aufgeteilten Kautschuk mit Öl oder einer
mit Öl mischbaren Flüssigkeit, z. B. Petroläther, aufquellen läßt und in Gegenwart
eines Überschusses davon mahlt, was z. B. in einer Kugelmühle geschehen kann. Es
hat sich herausgestellt, daß der derart modifizierte Kautschuk die Elastizität und
Zähigkeit des ursprünglichen Produkts so weit verloren ;hat, daß er ganz gut mahlbar
geworden ist.
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Der abzutrennende öllösliche Stoff kann in Form einer Lösung in einer
mit 01 nicht oder beschränkt mischbaren Flüssigkeit mit dem festen Stoff in Berührung
gebracht werden. Die Erfindung ist insbesondere für das Abtrennen von Karotin aus
Karotin enrhaltenden Flüssigkeiten, die z. B. aus stark gefärbtem Palmöl gewonnen
sein können, von Bedeutung. Man kann in diesem Fall als mit 01 nicht oder nur beschränkt
mischbare Flüssigkeiten, aus denen in der beschriebenen Weise Karotin gewonnen werden
kann, eine Seifenlösung benutzen.
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Man verwendet vorzugsweise eine Seifenlösung, in der eine wasserlösliche
Oxy- oder Polyoxyverbin. dung, z. B. ein Alkohol, gelöst ist. Ganz gute Ergebnisse
werden z. B. mit wäßrig-alkoholischen Seifenlösungen erzielt, in denen die Wasser-
und Alkoholmengen von derselben Größenordnung sind und die durch das Verseifen des
Palmöls mit einer wäßrig-alkoholischen Lauge erhalten werden können. Beim Gebrauch
reinwäßrger Seifenlösungen wird eine viel weniger befriedigende Trennung erreicht.
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Man kann aber als Lösungsmittel auch eine mit Öl mischbare Flüssigkeit
verwenden. Es hat sich ,herausgestellt, daß auch in diesem Fall die Flüssigkeit
mit dem feinzerteilten festen Stoff ein System von zwei Phasen bildet, in dem eine
Verteilung der öllöslichen Stoffe stattfindet, die genügend selektiv ist, um eine
Trennung dieser Stoffe bzw. einiger dieser Stoffe herbeizuführen. Man hat dabei
den Vorteil, daß es nicht erforderlich ist, wie bei dem oben beschriebenen Verfahren,
die abzutrennenden Stoffe zunächst in eine Flüssigkeilt zu bringen, die mit Öl nicht
oder beschränkt mischbar ist, so daß man die betreffenden Stoffe sofort aus dem
Ö1, in dem sie enthalten sind, oder aus Lösungen dieses.
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Öls in Fettlösungsmitteln abtrennen kann. Will man z. B. Karotin aus
Palmöl gewinnen, so ist es in diesem Fall unnötig, das Palmöl zu verseifen, um nachher
die Seifenlösung mit dem feinzerteilten festen Stoff zu behandeln.
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Die Abtrennung der Stoffe kann nach verschiedenen an sich bekannten
Verfahren erfolgen.
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Das einfacihste Verfahren besteht darin, daß man die Lösung mit dem
feinzerteilten festen Stoff rührt und den festen Stoff durch Sedimentieren, Filtrieren
oder Zentrifugieren abtrennt; nachher kann durch Waschen des festen Stoffes mit
einem mit Öl mischbaren oder beschränkt mischbaren Lösungsmittel für den zu gewinnenden
Stoff bzw. nacheinander mit mehreren derartigen Lösungsmitteln der letztgenannte
Stoff gewonnen werden.
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Man kann aber auch den festen Stoff in Form einer Säule benutzen,
durch welche man die Lösung des abzutrennenden Stoffes fließen läßt. Naohdem die
gewünschte Menge dieses Stoffes aufgenommen ist, wird sie durch Auswaschen der Säule
mit einem Lösungsmittel für den abzutrennenden Stoff gewonnen. Man kann dabei die
bekannten Verfahren der Chromatographie benutzen, wenn zu gleicher Zeit eine Abtrennung
von anderen, gleichfalls von dem festen Stoff aus der ursprünglichen Lösung aufgenommenen
Stoffen erwünscht ist. Die aufgenommenen Stoffe häfen sich im allgemeinen in bestimmten
Zonen der Säule an. Man kann dann eine Trennung bewirken, indem man die Säule in
Stücke teilt und diese gesondert auswäschBt. Die ganze oder die zerteilte Säule
kann auch nacheinander mit verschiedenen Lösungsmitteln ausgewaschen werden.
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In vorstehendem ist die Erfindung mit Rücksicht auf die Abtrennung
von Karotin aus Palmöl beschieben worden. Die Erfindung ist aber auch in denjenigen
Fällen von Bedeutung, in welchen die aus dem Öl abzutrennen den Stoffe selbst Fettsäuren
oder fettsaure Ester sind, und sie kann dementsprechend z. B. zur Abtrennung von
Fettsäuren aus Ölen oder Fetten oder zum Trennen von Ölen. und Fetten in Fraktionen
verschiedener Zusammensetzung dienen.
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Bei den nachstehenden Beispielen wird ein Kautschukpulver benutzt,
das dadurch hergestellt wurde, daß ein leicht vulkanisiertes, grobes Kau-
tschukl)ulver,
dessen gr(ilAte Teilchen einen Durchschnitt von 0,5 bis I mm haben, mit Petroläther
aufgequollen und mit einem kleinen Überschuß an Petroläther in einer hermetisdh
geschlossenen Kugelmiihle gemahlen wurde. Der erhaltene feine Brei wird auf einem
Büchnerfilter abgesaugt, und der Petroläther wurde durch Waschen mit 960/oigem Äthanol
entfernt; die Kautschukteilchen ziehen sich dabei zusammen und bilden ein feines,
lockeres Pulver, das im Äthanol suspendiert bleibt. Beim Trocknen an der Luft bildet
das Pulver eine zusammenhängende schwammartige Masse.
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Öllösliche Stoffe, die leicht durch Kautschuk absorbiert werden,
können gewonnen werden, indem man ihre Lösung in der mit 01 nicht oder beschränkt
mischbaren Flüssigkeit ohne weiteres mit dieser Masse in Berührung bringt; dabei
ist in einigen Fällen eine gesonderte Filtrierung überflüssig. Für die Herstellung
einer Säule empfiehlt es sich, die Kautschukteilchen durch Quellung in einem mit
Öl mischbaren Lösungsmittel vorzubereiten. Dieses Lösungsmittel kann durch Alkohol
oder Aceton verdrängt werden, und dann kann dieses wiederum durch diejenige Flüssigkeit,
z. B. verdünnten Alkohol oder alkoholische Seifenlösung, ersetzt werden, die als
Lösungsmittel für den zu gewinnenden Stoff benutzt und als flüssige oder bewegliche
Phase durch die Säule hindurchgeführt wird.
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Beispiel I 9,22 g stark rotes Palmöl werden mit 40 ccm denaturiertem
Alkohol und 4g KOH verseift. Die Seifenlösung wird mit Alkohol und Wasser bis zu
100 ccm derart verdünnt, daß diese Lösung 50 Volumprozent Alkohol enthält, und darnach
mit Petroläther gesättigt. Diese Lösung wird mit 5g Kautschukpulver geschüttelt,
das dabei sofort hellgelb gefärbt wird. Nach I Stunde wird der Kautschuk filtriert
und mit 5o0/oigem Alkohol seifenfrei gewaschen. Die so behandelte Seifenlösung wird
mit Ather ausgezogen. Es wurde eine Mischung von Karotin und anderen gelben Farbstoffen
erhalten, die hier der Einfachheit halber als Xanthophylle bezeichnet werden sollen.
Der Kautschuk wird auf dem Filter mit Alkohol und danach mit Äther ausgewaschen.
Die festgehaltenen gelben Farbstoffe werden mit Alkohol teilweise und mit Äther
schnell und ganz ausgewaschen.
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Bei der Analyse ergab sich folgendes: 9,22 g des ursprünglichen Öles
enthielten 6,82 mg Karotin und 2,85 mg Xanthophylle (berechnet unter Annahme einer
gleichen Farbstärke des Karotins und des Nanthophylls je Gewichtseinheit); der Auszug
aus dem Kautschuk enthielt: 5,83 mg Karotin und o,gg mg Xanthophyll; der Auszug
aus der Seifenlösung enthielt: o,gg mg Karotin und I,29 mg Xanthojyhyll. Der Kautschuk
enthielt also 85,5% der Gesamtmenge Karotin, während das Verhältnis Karotin : Nanthophyll
dabei ungefähr 85,5: 14.5 betrug.
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Die Seifenlösung enthielt nur nüch 14,5% des Karotins. Das Verhältnis
Karotin: Xanthophyll im Auszug aus der Seifenlösung war 43,4: 56,6. In der Seifenlösung
war dieses Verhältnis noch niedriger, dabei derExtraktioneinTeil derXanthophylle
in der Seifenlösung zurückgeblieben war.
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Daraus geht hervor, daß man nach diesem Verfahren außer der Gewinnung
von Karotin aus Seifenlösung zu gleicher Zeit das Verhältnis Karotin: Xanthophyll
wesentlich zugunsten des Karotins verbessert.
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Beispiel 2 2I,4 g feinzerteilter Kautschuk wurden mit 5o0/oigem Äthanol
unter Zugabe von 40 ccm Petroläther geschüttelt. Das Äthanol-Petroläther-Gemisch
wurde vom Kautschuk aufgenommen, wobei dieser stark aufquoll. Nach Entfernung der
Luftblasen bei niedrigem Druck wurde die Suspension in eine Röhre von 15 cm Querschnitt
gebracht, die an der Unterseite verjüngt und mit einem Wattepfropfen versehen war.
Beim Ablaufen der mit dem Kautschuk im Gleichgewicht stehendenFlüssigkeit sank die
Kautschukmasse langsam zu einer kompakten Säule zusammen, die mit einem passenden
Stück Filtrierpapier versehen und dann vorsichtig angedrückt wurde. Die Säule hatte
nur eine Länge von ungefähr 15 cm. Dann wurden 400 ccm der nach Beispiel I hergestellten,
mit Petroläther gesättigten Seifenlösung aus 40 g rotem Palmöl durch die Kerze hindurch
filtriert. Die Kerze färbte sich dabei an der Oberseite stark rotgelb, während die
Seife mit braungelber Farbe ablief.
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Die Säule wurde noch einige Zeit mit 50%igem Äthanol gespült, bis
die ablaufende Flüssigkeit nicht mehr auf Phenolphthalein reagierte; dazu waren
ungefähr 250 ccm erforderlich.
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Die Säule wurde dann aus der Röhre entfernt und in drei Stücke a,
b und c (von oben an gerechnet) zerteilt.
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Diese Stücke und die Seifenlösung wurden analysiert, wobei folgende
Ergebnisse erhalten wurden:
| Verhältnis |
| Karotin : Xanthophylle |
| Im ganzen zugeführte |
| Menge Karotin. : 29,8 mg |
| Im ganzen zugeführte 7I . 29 |
| Menge Xanthophylle. I2,2 mg |
| Teil a: Karotin 13,25 mg 87 13 |
| Xanthophylle | 2,0 mg |
| Teil b: Karotin 11,25 mg 86,5 : 13,5 |
| Xanthophylle 1,75 mg |
| Teil c: Karotin ..... 5,0 mg 72,5 : 27,5 |
| Xanthophylle I,9 mg |
Seifenlösung: Karotin ................ .
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Xanthophylle ........ ....... 3,65 mg Zurückgewonnenes Karotin im
ganzen .... 29,5 mg Zurückgewonnene Xanthophylle im ganzen 9,3 mg Die Seifenlösung
wurde dreimal mit Äther ausgeschüttelt, sie enthielt aber noch einen Teil eines
gelben
xanthophyllartigen Stoffes. Der mit Äther ausgezogene Stoff gab eine starke Carr-Price-Reaktion.
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Wie stark das Aufnahmevermögen des Kautschuks für Karotin ist, zeigt
sich, wenn man den Kautschuk der Teile a, b und c nach Abtrennung der absorbierten
Stoffe im Vakuum ganz trocknet und dann wiegt. Das Gewicht dieser drei Teile war
nämlich: a: 2,55g, b: 2,84g, c: 16,0 g. a und b zusammen wegen also nur 5,4 g, sie
enthielten aber 24,5 mg, d. h. 83°/o der Gesamtmenge Karotin.
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Während bei der Chromatographie des unverseifbaren Teils von Palmöl,
in Petroläther gelöst, über Al203 viele gefärbte Ringe und auch einige nicht gefärbte,
jedoch gelb oder weiß fluoreszierende Ringe gebildet werden, gibt das in der beschriebenen
Weise hergestellte Karotin bei derselben ehromatographischen Behandlung nur eine
Zone eines Xanthophylls, während im ultravioletten Licht keine ungefärbten fiuoreszierenden
Stoffe festzustellen waren.
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Beispiel 3 Der oben beschriebene Versuch wurde wiederholt, jedoch
mit Kautschuk, der nicht vorher in Petroläther gequollen war und mit einer Seifenlösung,
die nicht mit Petroläther gesättigt war. Auch in diesem Fall trat eine sehr scharfe
rotorange gefärbte Zone beim Durchlaufen der Palmölseifenlösung auf. Es hat also
auch der Kautschuk an sich die Eigenschaft, das Karotin festzuhalten.
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Beispiel 4 Nach dem im Beispiel 2 beschriebenen Verfahren wurde eine
Säule aus Kautschukpulver, das Petroläther aufgenommen Ihatte, hergestellt.
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Einige Milligramm eines Gemisches aus Laurinsäure und Palmitinsäure,
in 5o,40/oigem Alkohol gelöst, wurden vorsichtig auf die Säule gebracht.
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Diese wurde darauf langsam mit verdünntem Alkohol gewaschen, in dem
ein geeigneter Indikator, z. B. Methylrot, gelöst war. Dafür wurde zuerst 5o0/oiger
Alkohol genommen, der mit Petroläther gesättigt war, wobei beide Säuren oben in
derKerze blieben, und dann 80°/eiger Alkohol, der wiederum mit Petroläther gesättigt
war. Hierbei fingen die Säuren an, sich zu trennen, und es begannen sich zwei Umschlagfarbbänder
in der Kerze zu bilden.
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Die Zone der Laurinsäure verlagert sich schneller als die Zone der
Palmitinsäure. In dieser Weise ist also eine Trennung von Fettsäuregemischen möglich.
Die Trennung wurde durch gesondertes Auswaschen der Zonen und eine Schmelzpunktbestimmung
der dabei erhaltenen Fettsäurefraktionen, wobei Schmelzpunkte von 40 und 600 festgestellt
wurden, bestätigt.
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Beispiel 5 2.5 g stark gefärbtes Palmöl wurden in einer Äl ischung
aus 50 ccm 960/oigem Äthanol und 50 ccm Petroläther (Siedepunkt 40 bis 600) gelöst.
Die Flüssigkeit wurde während einer Stunde mit 10 g Kautschukpulver geschüttelt,
das dabei stark aufquoll. Das Filtrat enthielt noch I,3gg Fett. Die Analyse lieferte:
a) im ursprünglichen Palmöl: Karotin .... 0,74 mg/g Xanthophyll .............. 0,31
mg/g Verhältnis Karotin: Xanthophyll 71 : 29 b) im Fett aus dem Filtrat: Karotin
.: 0,45 mg/g Xanthophyll .............. 0,31 mg/g Verhältnis Karotin: Xanthophyll
59: 4I Der Karotingehalt des Fettes im Filtrat ist also von 0,74 mg/g bis auf 0,45
mg/g heruntergegangen, was eine entsprechende Steigerung des Karotingehaltes im
Fett, das sich in der vom Kautschuk festgehaltenen Phase befindet, bedeutet. Der
Xanthophyllgehalt bleibt dabei unverändert.
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Die Ergebnisse gehen aus der nachstehenden Tabelle hervor:
| Karotin und Xanthophyll in mg/g Fett |
| im in der |
| ursprünglichen Kautschuk- |
| Palmöl phase |
| Karotin ....... 0,74 1,10 |
| Xanthophyll ......... 0,31 0,31 |
| Karotin : Xanthophyll 71 . 29 78 : 22 |
Das Filtrat war nach dem Schütteln nicht mit Öl gesättigt, so daß sidh durch Übersättigung
auf die Kautschukteilchen kein Öl hat absetzen können.
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Beispiel 6 I0 g Palmöl, das 345 y/g Karotin, 80 y/g Xanthophyll,
6,7 0/o Fettsäure enthielt, wurde in 30 ccm Isobutanol gelöst und durch eine Säule
von 50g Kautschukpulver, das in Isobutanol getränkt war, geführt, wonach mit 750
ccm Isobutanol eluiert wurde. Das Filtrat wurde in Fraktionen von 50 ccm aufgefangen.
Diese hatten folgende Zusammensetzung:
| Gewicht der |
| freie Fettsäure freie Fettsäure Fraktionen |
| Fraktion in °/0 in 0,o in 01O |
| des Palmöls jeder Fraktion des Palmöls |
| I 0,I 10 I,0 |
| 2 2,8 44 6,6 |
| 3 3,1 43 7,3 |
| 4 o,6 6,7 g,o |
| 5 0,I 1,1 13,0 |
| 6 | 0,0 0,0 13,2 |
| 7 | - | | 11,6 |
| 8 6,7 9,5 |
| 9 7,5 |
| 10 6,0 |
| 84,7 |
Zunächst tritt die freie Fettsäure mit anderen Stoffen, namentlich Diglyzeriden,
vermischt aus der Säule. Erst nachdem die freie Fettsäure entfernt ist, erreicht
das Rückstandgewicht der 50-ccm-Fraktionen ein Maximum. Die Fraktionen I bis 8 ent-
halten
kein Karotin. Von der Fraktion 9 an steigerte der Karotingehalt sich allmählich.
Nach \\'aschen der Säule mit 750 ccm Isobutanol waren 920/o des Üls daraus entfernt.
Die übrigen 8°/o wurden durch Wascllell mit Petroläther gewonnen und enthielten
2480 ;f/g Karotin, was 73 % der Gesamtmenge des sich im Palmöl befindlichen Karotins
entspricht. Das Verhältnis Karotin : Xanthophyll in diesem Konzentrat betrug 9,15
: 8,5 gegenüber 81 : 19 im Ausgangsöl.
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Es ist auch möglich das Konzentrat mit warmem Isobutanol aus der
Säule zu gewinnen oder mit einem anderen Lösungsmittel, wie z. B. Aceton, mit dem
Kautschuk nicht aufquillt, um die Säule gebrauchsfähig zu machen. zur dem Beispiel
ist ersichtlich, daß aus Palmöl ohne Verlust oder chemische Umwandlung des Ols ein
Konzentrat mit dem 8fachen Gehalt an Karotin und einem günstigeren Verhältnis Karotin:
Xanthophyll gewonnen werden kann, während zu gleicher Zeit in einer Vorfraktion
die freie Fettsäure und die Diglyceride ausgeschieden werden.
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Beispiel 7 20 g desselben Palmöls wurden in 20 ccm Petroläther (Siedepunkt
40 bis 600) gelöst und durch eine Säule mit Ioo g Kautschukpulver geführt, das in
Petroläther gequollen war.
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Nachdem zunächst mit 500 ccm Petroläther gewaschen worden war (nicht
aufgefangen), wurde die darauffolgende Fraktion von 600 ccm aufgefangen, wonach
der Kautschuk keine gelbe Farbe mehr abgab. Diese Fraktion enthielt I,04g Öl mit
2190 γ/g Karotin, d. h. 32,5 % der im ursprünglichen Palmöl befindlichen Menge,
während die Karotinkonzentration sechsmal so hoch war wie im Ausgangsmaterial. Die
Säule konnte erneut gebraucht werden.
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Dieses Beispiel zeigt, daß auch Flüssigkeiten, in denen Kautschuk
stark aufquillt, als flüssige Phase zur Verwendung kommen können.
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Beispiel 8 Etwa 10 g iii Aceton gelöstes Sojaöl wurden durch eine
Kautschuksäule von 35 X3,6 cm geführt, wonach mit Aceton nachgespült wurde. Das
Filtrat wurde gemäß untenstehendem Schema in Teilmengen aufgefangen:
| Volumen Gewicht des |
| Fraktion Jodzahl |
| in ccm Fraktionsrückstandes |
| 1 100 0,80 153,1 |
| 2 100 3,37 150,4 |
| 3 100 3,17 122,9 |
| 4 400 | 2,72 92,2 |
| durch- |
| 10,06 126,0 |
| schnittlich |
Das ursprüngliche Öl hatte eine Jodzahl von 125,8. In dieser Weise läßt sich Sojaöl
also in mehr und welliger ungesättigte Fraktionen trennen, welche zu verschiedenen
Zwecken angewandt werden können; die stark ungesättigte Fraktion kann z. B. in der
Farbenindustrie als Rohstoff für rasch trocknende Öle dienen.
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Der weniger ungesättigte Teil eignet sich mehr als das ursprüngliche
Sojaöl, um als Speiseöl oder als Rohstoff für Speiseöle verwendet zu werden.
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Beispiel g 3 g eines Gemisches aus etwa gleichen Teilen 01-säure
und Linolsäure wurden in 5 ccm 80%igem Äthanol gelöst und durch eine Säule von Kautschukpulver
geführt, wonach mit 80%igem Äthanol gewaschen wurde. Folgende Fraktionen wurden
aufgefangen:
| Gewicht 65 Linolsäure: |
| Fraktion Volumen des Fraktion n- Ölsäure |
| rückstandes D annähernd |
| I 100 ccm 1,307 g 1,4522 70 : 30 |
| 2 120 ccm 1,374 g 1,4486 36 : 64 |
| 3 I20 ccm 0,I97 g I,4472 |
Die Refraktion der ursprünglichen Fettsäure betrug I,450I. Dieses Beispiel zeigt,
daß die Linolsäure sich in der ersten Fraktion anhäuft, während die Ölsäure stärker
festgehalten wird. Mit Rücksicht auf die Anwendung trocknender Öle in der Farbenindustrie
ist es von Bedeutung, Fettsäurereste mit nur einer Doppelbindung zu entfernen, während
andererseits in Speiseölen stark ungesättigte Säuren weniger erwünscht sind.
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PATENTANSPR(lCHE: I. Verfahren zur Abtrennung von öllöslichen Stoffen,
dadurch gekennzeichnet, daß eine Lösung dieser Stoffe mit einem feinzerteilten hochmolekularen
festen Stoff, insbesondere Kautschuk, in dem auch Öl oder eine mit 01 mischbare
Flüssigkeit absorbiert sein kann, behandelt wird, worauf gegebenenfalls der abzutrennende
Stoff durch Auswaschen aus dem feinzerteilten festen Stoff mit einem Lösungsmittel
gewonnen wird.