DE837533C - Verfahren zur Abtrennung von oelloeslichen Stoffen - Google Patents

Verfahren zur Abtrennung von oelloeslichen Stoffen

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DE837533C
DE837533C DEP18791D DEP0018791D DE837533C DE 837533 C DE837533 C DE 837533C DE P18791 D DEP18791 D DE P18791D DE P0018791 D DEP0018791 D DE P0018791D DE 837533 C DE837533 C DE 837533C
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DEP18791D
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Dr Jan Boldingh
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Lever Brothers and Unilever NV
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    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B01PHYSICAL OR CHEMICAL PROCESSES OR APPARATUS IN GENERAL
    • B01DSEPARATION
    • B01D15/00Separating processes involving the treatment of liquids with solid sorbents; Apparatus therefor
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C11ANIMAL OR VEGETABLE OILS, FATS, FATTY SUBSTANCES OR WAXES; FATTY ACIDS THEREFROM; DETERGENTS; CANDLES
    • C11CFATTY ACIDS FROM FATS, OILS OR WAXES; CANDLES; FATS, OILS OR FATTY ACIDS BY CHEMICAL MODIFICATION OF FATS, OILS, OR FATTY ACIDS OBTAINED THEREFROM
    • C11C1/00Preparation of fatty acids from fats, fatty oils, or waxes; Refining the fatty acids
    • C11C1/08Refining
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C11ANIMAL OR VEGETABLE OILS, FATS, FATTY SUBSTANCES OR WAXES; FATTY ACIDS THEREFROM; DETERGENTS; CANDLES
    • C11CFATTY ACIDS FROM FATS, OILS OR WAXES; CANDLES; FATS, OILS OR FATTY ACIDS BY CHEMICAL MODIFICATION OF FATS, OILS, OR FATTY ACIDS OBTAINED THEREFROM
    • C11C3/00Fats, oils, or fatty acids by chemical modification of fats, oils, or fatty acids obtained therefrom
    • C11C3/003Fats, oils, or fatty acids by chemical modification of fats, oils, or fatty acids obtained therefrom by esterification of fatty acids with alcohols

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Description

  • Verfahren zur Abtrennung von öllöslidien Stoffen Die Erfindung bezieht sidi auf ein Verfahren zur Abtrennung von öl löslichen Stoffen. Gemäß der Erfindung wird eine Lösung dieser Stoffe mit einem feinzerteilten festen Stoff, der die Eigenschaft hat, daß der abzutrennende Stoff sich in ihm dispergiert, oder mit einem feinzerteilten festen Stoff, in dem 01 oder eine mit Öl mischbare Flüssigkeit absorhiert worden ist, in Berührung gebracht. Der abzutrennende Stoff kann gegebenenfalls danach durch Auswaschen des feinzerteilten festen Stoffes mit einem Lösungsmittel zurückgewonnen werden. Es ist auf diese Weise möglich, die öllöslichen Stoffe in mehr oder weniger reinem Zustand zu isolieren.
  • Die zu diesem Zweck geeigneten festen Stoffe sind meistens Ihochmolekulare Stoffe, die sowohl rein organischer Art sein als auch anorganisdlle Afolekülteile enthalten können, wie die bekannten Silikone. Bei der Wathl des festen Stoffes kann man einerseits die Art des Stoffes, der abgetrennt werden soll und der imstande sein muß, sich in dem festen Stoff zu dispergieren, andererseits die Art der Flüssigkeit, insbesondere wenn man einen festen Stoff benutzt, in dem Öl oder eine mit Öl mischbare Flüssigkeit absorbiert ist, berücksichtigen. Bei dieser Wahl wird man sich zweckmäßig von dem Gedanken leiten lassen, daß in erster Linie diejenigen festen Stoffe geeignet sind, die mit den abzutrennenden Stoffen eine gewisse Verwandtschaft, z. B. bezüglich des chemischen Charakters, der Lipophilität od. dgl., zeigen.
  • Unter Ölen werden hier in erster Linie verseifbare Öle verstanden; man kann aber auch Mineralöle Ibenutzen.
  • Bei der Ausführungsform, nach welcher man den festen Stoff eine Flüssigkeit absorbieren läßt, muß der abzutrennende Stoff sich in dem so modifizier- ten festen Stoff disliergieren; dabei gilt das gleiche, was oben mit Beziehung auf die Verwandtschaft zwischen dem abzutrennenden Stoff und dem nicht modifizierten festen Stoff gesagt worden ist.
  • Wenn man den abzutrennenden öllöslichen Stoff von dem festen Stoff trennen oder ihn daraus gewinnen will, ist es zweckmäßig, ein Lösungsmittel zu verwenden, das die Eigenschaft hat, von dem festen Stoff aufgenommen zu werden; dieses Lösungsmittel ist zweckmäßig eine mit Öl misohbare Flüssigkeit. Gemäß der Erfindung wählt man dann den feinzerteilten festen Stoff vorzugsweise derart, daß er ein beschränktes Aufnahmevermögen für die mit Öl mischbare Flüssigkeit hat und in einem Überschuß dieser Flüssigkeit sich nicht merklich löst. In diesem Fall kann man den abzutrennenden Stoff leicht durch Auswaschen des festen Stoffes mit dem betreffenden Lösungsmittel gewinnen.
  • Ein besonders geeigneter fester Stoff für den genannten Zweck ist Kautschuk in feinzerteiltem Zustand.
  • Unter Kautschuk werden nicht nur natürlicher Kautschuk, sondern auch kautschukähnliche Prb dukte, wie Guttapercha, synthetischer Kautschuk od. dgl., verstanden. Die Löslichkeit von Kautschuk in organischen Lösungsmitteln ist um so geringer, je höher der Vulkanisierungsgrad ist. Man hat es daher in der Hand, den zu benutzenden Kautschuk derart zu wählen, daß er mit Bezug auf das Absorptionsvermögen für Öl oder mit 01 mischbare Flüssigkeiten den oben angegebenen Anforderungen genügt.
  • Es hat sich gezeigt, daß man den Kautschuk leicht fein zerteilen kann, indem man den in kleine Stückchen aufgeteilten Kautschuk mit Öl oder einer mit Öl mischbaren Flüssigkeit, z. B. Petroläther, aufquellen läßt und in Gegenwart eines Überschusses davon mahlt, was z. B. in einer Kugelmühle geschehen kann. Es hat sich herausgestellt, daß der derart modifizierte Kautschuk die Elastizität und Zähigkeit des ursprünglichen Produkts so weit verloren ;hat, daß er ganz gut mahlbar geworden ist.
  • Der abzutrennende öllösliche Stoff kann in Form einer Lösung in einer mit 01 nicht oder beschränkt mischbaren Flüssigkeit mit dem festen Stoff in Berührung gebracht werden. Die Erfindung ist insbesondere für das Abtrennen von Karotin aus Karotin enrhaltenden Flüssigkeiten, die z. B. aus stark gefärbtem Palmöl gewonnen sein können, von Bedeutung. Man kann in diesem Fall als mit 01 nicht oder nur beschränkt mischbare Flüssigkeiten, aus denen in der beschriebenen Weise Karotin gewonnen werden kann, eine Seifenlösung benutzen.
  • Man verwendet vorzugsweise eine Seifenlösung, in der eine wasserlösliche Oxy- oder Polyoxyverbin. dung, z. B. ein Alkohol, gelöst ist. Ganz gute Ergebnisse werden z. B. mit wäßrig-alkoholischen Seifenlösungen erzielt, in denen die Wasser- und Alkoholmengen von derselben Größenordnung sind und die durch das Verseifen des Palmöls mit einer wäßrig-alkoholischen Lauge erhalten werden können. Beim Gebrauch reinwäßrger Seifenlösungen wird eine viel weniger befriedigende Trennung erreicht.
  • Man kann aber als Lösungsmittel auch eine mit Öl mischbare Flüssigkeit verwenden. Es hat sich ,herausgestellt, daß auch in diesem Fall die Flüssigkeit mit dem feinzerteilten festen Stoff ein System von zwei Phasen bildet, in dem eine Verteilung der öllöslichen Stoffe stattfindet, die genügend selektiv ist, um eine Trennung dieser Stoffe bzw. einiger dieser Stoffe herbeizuführen. Man hat dabei den Vorteil, daß es nicht erforderlich ist, wie bei dem oben beschriebenen Verfahren, die abzutrennenden Stoffe zunächst in eine Flüssigkeilt zu bringen, die mit Öl nicht oder beschränkt mischbar ist, so daß man die betreffenden Stoffe sofort aus dem Ö1, in dem sie enthalten sind, oder aus Lösungen dieses.
  • Öls in Fettlösungsmitteln abtrennen kann. Will man z. B. Karotin aus Palmöl gewinnen, so ist es in diesem Fall unnötig, das Palmöl zu verseifen, um nachher die Seifenlösung mit dem feinzerteilten festen Stoff zu behandeln.
  • Die Abtrennung der Stoffe kann nach verschiedenen an sich bekannten Verfahren erfolgen.
  • Das einfacihste Verfahren besteht darin, daß man die Lösung mit dem feinzerteilten festen Stoff rührt und den festen Stoff durch Sedimentieren, Filtrieren oder Zentrifugieren abtrennt; nachher kann durch Waschen des festen Stoffes mit einem mit Öl mischbaren oder beschränkt mischbaren Lösungsmittel für den zu gewinnenden Stoff bzw. nacheinander mit mehreren derartigen Lösungsmitteln der letztgenannte Stoff gewonnen werden.
  • Man kann aber auch den festen Stoff in Form einer Säule benutzen, durch welche man die Lösung des abzutrennenden Stoffes fließen läßt. Naohdem die gewünschte Menge dieses Stoffes aufgenommen ist, wird sie durch Auswaschen der Säule mit einem Lösungsmittel für den abzutrennenden Stoff gewonnen. Man kann dabei die bekannten Verfahren der Chromatographie benutzen, wenn zu gleicher Zeit eine Abtrennung von anderen, gleichfalls von dem festen Stoff aus der ursprünglichen Lösung aufgenommenen Stoffen erwünscht ist. Die aufgenommenen Stoffe häfen sich im allgemeinen in bestimmten Zonen der Säule an. Man kann dann eine Trennung bewirken, indem man die Säule in Stücke teilt und diese gesondert auswäschBt. Die ganze oder die zerteilte Säule kann auch nacheinander mit verschiedenen Lösungsmitteln ausgewaschen werden.
  • In vorstehendem ist die Erfindung mit Rücksicht auf die Abtrennung von Karotin aus Palmöl beschieben worden. Die Erfindung ist aber auch in denjenigen Fällen von Bedeutung, in welchen die aus dem Öl abzutrennen den Stoffe selbst Fettsäuren oder fettsaure Ester sind, und sie kann dementsprechend z. B. zur Abtrennung von Fettsäuren aus Ölen oder Fetten oder zum Trennen von Ölen. und Fetten in Fraktionen verschiedener Zusammensetzung dienen.
  • Bei den nachstehenden Beispielen wird ein Kautschukpulver benutzt, das dadurch hergestellt wurde, daß ein leicht vulkanisiertes, grobes Kau- tschukl)ulver, dessen gr(ilAte Teilchen einen Durchschnitt von 0,5 bis I mm haben, mit Petroläther aufgequollen und mit einem kleinen Überschuß an Petroläther in einer hermetisdh geschlossenen Kugelmiihle gemahlen wurde. Der erhaltene feine Brei wird auf einem Büchnerfilter abgesaugt, und der Petroläther wurde durch Waschen mit 960/oigem Äthanol entfernt; die Kautschukteilchen ziehen sich dabei zusammen und bilden ein feines, lockeres Pulver, das im Äthanol suspendiert bleibt. Beim Trocknen an der Luft bildet das Pulver eine zusammenhängende schwammartige Masse.
  • Öllösliche Stoffe, die leicht durch Kautschuk absorbiert werden, können gewonnen werden, indem man ihre Lösung in der mit 01 nicht oder beschränkt mischbaren Flüssigkeit ohne weiteres mit dieser Masse in Berührung bringt; dabei ist in einigen Fällen eine gesonderte Filtrierung überflüssig. Für die Herstellung einer Säule empfiehlt es sich, die Kautschukteilchen durch Quellung in einem mit Öl mischbaren Lösungsmittel vorzubereiten. Dieses Lösungsmittel kann durch Alkohol oder Aceton verdrängt werden, und dann kann dieses wiederum durch diejenige Flüssigkeit, z. B. verdünnten Alkohol oder alkoholische Seifenlösung, ersetzt werden, die als Lösungsmittel für den zu gewinnenden Stoff benutzt und als flüssige oder bewegliche Phase durch die Säule hindurchgeführt wird.
  • Beispiel I 9,22 g stark rotes Palmöl werden mit 40 ccm denaturiertem Alkohol und 4g KOH verseift. Die Seifenlösung wird mit Alkohol und Wasser bis zu 100 ccm derart verdünnt, daß diese Lösung 50 Volumprozent Alkohol enthält, und darnach mit Petroläther gesättigt. Diese Lösung wird mit 5g Kautschukpulver geschüttelt, das dabei sofort hellgelb gefärbt wird. Nach I Stunde wird der Kautschuk filtriert und mit 5o0/oigem Alkohol seifenfrei gewaschen. Die so behandelte Seifenlösung wird mit Ather ausgezogen. Es wurde eine Mischung von Karotin und anderen gelben Farbstoffen erhalten, die hier der Einfachheit halber als Xanthophylle bezeichnet werden sollen. Der Kautschuk wird auf dem Filter mit Alkohol und danach mit Äther ausgewaschen. Die festgehaltenen gelben Farbstoffe werden mit Alkohol teilweise und mit Äther schnell und ganz ausgewaschen.
  • Bei der Analyse ergab sich folgendes: 9,22 g des ursprünglichen Öles enthielten 6,82 mg Karotin und 2,85 mg Xanthophylle (berechnet unter Annahme einer gleichen Farbstärke des Karotins und des Nanthophylls je Gewichtseinheit); der Auszug aus dem Kautschuk enthielt: 5,83 mg Karotin und o,gg mg Xanthophyll; der Auszug aus der Seifenlösung enthielt: o,gg mg Karotin und I,29 mg Xanthojyhyll. Der Kautschuk enthielt also 85,5% der Gesamtmenge Karotin, während das Verhältnis Karotin : Nanthophyll dabei ungefähr 85,5: 14.5 betrug.
  • Die Seifenlösung enthielt nur nüch 14,5% des Karotins. Das Verhältnis Karotin: Xanthophyll im Auszug aus der Seifenlösung war 43,4: 56,6. In der Seifenlösung war dieses Verhältnis noch niedriger, dabei derExtraktioneinTeil derXanthophylle in der Seifenlösung zurückgeblieben war.
  • Daraus geht hervor, daß man nach diesem Verfahren außer der Gewinnung von Karotin aus Seifenlösung zu gleicher Zeit das Verhältnis Karotin: Xanthophyll wesentlich zugunsten des Karotins verbessert.
  • Beispiel 2 2I,4 g feinzerteilter Kautschuk wurden mit 5o0/oigem Äthanol unter Zugabe von 40 ccm Petroläther geschüttelt. Das Äthanol-Petroläther-Gemisch wurde vom Kautschuk aufgenommen, wobei dieser stark aufquoll. Nach Entfernung der Luftblasen bei niedrigem Druck wurde die Suspension in eine Röhre von 15 cm Querschnitt gebracht, die an der Unterseite verjüngt und mit einem Wattepfropfen versehen war. Beim Ablaufen der mit dem Kautschuk im Gleichgewicht stehendenFlüssigkeit sank die Kautschukmasse langsam zu einer kompakten Säule zusammen, die mit einem passenden Stück Filtrierpapier versehen und dann vorsichtig angedrückt wurde. Die Säule hatte nur eine Länge von ungefähr 15 cm. Dann wurden 400 ccm der nach Beispiel I hergestellten, mit Petroläther gesättigten Seifenlösung aus 40 g rotem Palmöl durch die Kerze hindurch filtriert. Die Kerze färbte sich dabei an der Oberseite stark rotgelb, während die Seife mit braungelber Farbe ablief.
  • Die Säule wurde noch einige Zeit mit 50%igem Äthanol gespült, bis die ablaufende Flüssigkeit nicht mehr auf Phenolphthalein reagierte; dazu waren ungefähr 250 ccm erforderlich.
  • Die Säule wurde dann aus der Röhre entfernt und in drei Stücke a, b und c (von oben an gerechnet) zerteilt.
  • Diese Stücke und die Seifenlösung wurden analysiert, wobei folgende Ergebnisse erhalten wurden:
    Verhältnis
    Karotin : Xanthophylle
    Im ganzen zugeführte
    Menge Karotin. : 29,8 mg
    Im ganzen zugeführte 7I . 29
    Menge Xanthophylle. I2,2 mg
    Teil a: Karotin 13,25 mg 87 13
    Xanthophylle | 2,0 mg
    Teil b: Karotin 11,25 mg 86,5 : 13,5
    Xanthophylle 1,75 mg
    Teil c: Karotin ..... 5,0 mg 72,5 : 27,5
    Xanthophylle I,9 mg
    Seifenlösung: Karotin ................ .
  • Xanthophylle ........ ....... 3,65 mg Zurückgewonnenes Karotin im ganzen .... 29,5 mg Zurückgewonnene Xanthophylle im ganzen 9,3 mg Die Seifenlösung wurde dreimal mit Äther ausgeschüttelt, sie enthielt aber noch einen Teil eines gelben xanthophyllartigen Stoffes. Der mit Äther ausgezogene Stoff gab eine starke Carr-Price-Reaktion.
  • Wie stark das Aufnahmevermögen des Kautschuks für Karotin ist, zeigt sich, wenn man den Kautschuk der Teile a, b und c nach Abtrennung der absorbierten Stoffe im Vakuum ganz trocknet und dann wiegt. Das Gewicht dieser drei Teile war nämlich: a: 2,55g, b: 2,84g, c: 16,0 g. a und b zusammen wegen also nur 5,4 g, sie enthielten aber 24,5 mg, d. h. 83°/o der Gesamtmenge Karotin.
  • Während bei der Chromatographie des unverseifbaren Teils von Palmöl, in Petroläther gelöst, über Al203 viele gefärbte Ringe und auch einige nicht gefärbte, jedoch gelb oder weiß fluoreszierende Ringe gebildet werden, gibt das in der beschriebenen Weise hergestellte Karotin bei derselben ehromatographischen Behandlung nur eine Zone eines Xanthophylls, während im ultravioletten Licht keine ungefärbten fiuoreszierenden Stoffe festzustellen waren.
  • Beispiel 3 Der oben beschriebene Versuch wurde wiederholt, jedoch mit Kautschuk, der nicht vorher in Petroläther gequollen war und mit einer Seifenlösung, die nicht mit Petroläther gesättigt war. Auch in diesem Fall trat eine sehr scharfe rotorange gefärbte Zone beim Durchlaufen der Palmölseifenlösung auf. Es hat also auch der Kautschuk an sich die Eigenschaft, das Karotin festzuhalten.
  • Beispiel 4 Nach dem im Beispiel 2 beschriebenen Verfahren wurde eine Säule aus Kautschukpulver, das Petroläther aufgenommen Ihatte, hergestellt.
  • Einige Milligramm eines Gemisches aus Laurinsäure und Palmitinsäure, in 5o,40/oigem Alkohol gelöst, wurden vorsichtig auf die Säule gebracht.
  • Diese wurde darauf langsam mit verdünntem Alkohol gewaschen, in dem ein geeigneter Indikator, z. B. Methylrot, gelöst war. Dafür wurde zuerst 5o0/oiger Alkohol genommen, der mit Petroläther gesättigt war, wobei beide Säuren oben in derKerze blieben, und dann 80°/eiger Alkohol, der wiederum mit Petroläther gesättigt war. Hierbei fingen die Säuren an, sich zu trennen, und es begannen sich zwei Umschlagfarbbänder in der Kerze zu bilden.
  • Die Zone der Laurinsäure verlagert sich schneller als die Zone der Palmitinsäure. In dieser Weise ist also eine Trennung von Fettsäuregemischen möglich. Die Trennung wurde durch gesondertes Auswaschen der Zonen und eine Schmelzpunktbestimmung der dabei erhaltenen Fettsäurefraktionen, wobei Schmelzpunkte von 40 und 600 festgestellt wurden, bestätigt.
  • Beispiel 5 2.5 g stark gefärbtes Palmöl wurden in einer Äl ischung aus 50 ccm 960/oigem Äthanol und 50 ccm Petroläther (Siedepunkt 40 bis 600) gelöst. Die Flüssigkeit wurde während einer Stunde mit 10 g Kautschukpulver geschüttelt, das dabei stark aufquoll. Das Filtrat enthielt noch I,3gg Fett. Die Analyse lieferte: a) im ursprünglichen Palmöl: Karotin .... 0,74 mg/g Xanthophyll .............. 0,31 mg/g Verhältnis Karotin: Xanthophyll 71 : 29 b) im Fett aus dem Filtrat: Karotin .: 0,45 mg/g Xanthophyll .............. 0,31 mg/g Verhältnis Karotin: Xanthophyll 59: 4I Der Karotingehalt des Fettes im Filtrat ist also von 0,74 mg/g bis auf 0,45 mg/g heruntergegangen, was eine entsprechende Steigerung des Karotingehaltes im Fett, das sich in der vom Kautschuk festgehaltenen Phase befindet, bedeutet. Der Xanthophyllgehalt bleibt dabei unverändert.
  • Die Ergebnisse gehen aus der nachstehenden Tabelle hervor:
    Karotin und Xanthophyll in mg/g Fett
    im in der
    ursprünglichen Kautschuk-
    Palmöl phase
    Karotin ....... 0,74 1,10
    Xanthophyll ......... 0,31 0,31
    Karotin : Xanthophyll 71 . 29 78 : 22
    Das Filtrat war nach dem Schütteln nicht mit Öl gesättigt, so daß sidh durch Übersättigung auf die Kautschukteilchen kein Öl hat absetzen können.
  • Beispiel 6 I0 g Palmöl, das 345 y/g Karotin, 80 y/g Xanthophyll, 6,7 0/o Fettsäure enthielt, wurde in 30 ccm Isobutanol gelöst und durch eine Säule von 50g Kautschukpulver, das in Isobutanol getränkt war, geführt, wonach mit 750 ccm Isobutanol eluiert wurde. Das Filtrat wurde in Fraktionen von 50 ccm aufgefangen. Diese hatten folgende Zusammensetzung:
    Gewicht der
    freie Fettsäure freie Fettsäure Fraktionen
    Fraktion in °/0 in 0,o in 01O
    des Palmöls jeder Fraktion des Palmöls
    I 0,I 10 I,0
    2 2,8 44 6,6
    3 3,1 43 7,3
    4 o,6 6,7 g,o
    5 0,I 1,1 13,0
    6 | 0,0 0,0 13,2
    7 | - | | 11,6
    8 6,7 9,5
    9 7,5
    10 6,0
    84,7
    Zunächst tritt die freie Fettsäure mit anderen Stoffen, namentlich Diglyzeriden, vermischt aus der Säule. Erst nachdem die freie Fettsäure entfernt ist, erreicht das Rückstandgewicht der 50-ccm-Fraktionen ein Maximum. Die Fraktionen I bis 8 ent- halten kein Karotin. Von der Fraktion 9 an steigerte der Karotingehalt sich allmählich. Nach \\'aschen der Säule mit 750 ccm Isobutanol waren 920/o des Üls daraus entfernt. Die übrigen 8°/o wurden durch Wascllell mit Petroläther gewonnen und enthielten 2480 ;f/g Karotin, was 73 % der Gesamtmenge des sich im Palmöl befindlichen Karotins entspricht. Das Verhältnis Karotin : Xanthophyll in diesem Konzentrat betrug 9,15 : 8,5 gegenüber 81 : 19 im Ausgangsöl.
  • Es ist auch möglich das Konzentrat mit warmem Isobutanol aus der Säule zu gewinnen oder mit einem anderen Lösungsmittel, wie z. B. Aceton, mit dem Kautschuk nicht aufquillt, um die Säule gebrauchsfähig zu machen. zur dem Beispiel ist ersichtlich, daß aus Palmöl ohne Verlust oder chemische Umwandlung des Ols ein Konzentrat mit dem 8fachen Gehalt an Karotin und einem günstigeren Verhältnis Karotin: Xanthophyll gewonnen werden kann, während zu gleicher Zeit in einer Vorfraktion die freie Fettsäure und die Diglyceride ausgeschieden werden.
  • Beispiel 7 20 g desselben Palmöls wurden in 20 ccm Petroläther (Siedepunkt 40 bis 600) gelöst und durch eine Säule mit Ioo g Kautschukpulver geführt, das in Petroläther gequollen war.
  • Nachdem zunächst mit 500 ccm Petroläther gewaschen worden war (nicht aufgefangen), wurde die darauffolgende Fraktion von 600 ccm aufgefangen, wonach der Kautschuk keine gelbe Farbe mehr abgab. Diese Fraktion enthielt I,04g Öl mit 2190 γ/g Karotin, d. h. 32,5 % der im ursprünglichen Palmöl befindlichen Menge, während die Karotinkonzentration sechsmal so hoch war wie im Ausgangsmaterial. Die Säule konnte erneut gebraucht werden.
  • Dieses Beispiel zeigt, daß auch Flüssigkeiten, in denen Kautschuk stark aufquillt, als flüssige Phase zur Verwendung kommen können.
  • Beispiel 8 Etwa 10 g iii Aceton gelöstes Sojaöl wurden durch eine Kautschuksäule von 35 X3,6 cm geführt, wonach mit Aceton nachgespült wurde. Das Filtrat wurde gemäß untenstehendem Schema in Teilmengen aufgefangen:
    Volumen Gewicht des
    Fraktion Jodzahl
    in ccm Fraktionsrückstandes
    1 100 0,80 153,1
    2 100 3,37 150,4
    3 100 3,17 122,9
    4 400 | 2,72 92,2
    durch-
    10,06 126,0
    schnittlich
    Das ursprüngliche Öl hatte eine Jodzahl von 125,8. In dieser Weise läßt sich Sojaöl also in mehr und welliger ungesättigte Fraktionen trennen, welche zu verschiedenen Zwecken angewandt werden können; die stark ungesättigte Fraktion kann z. B. in der Farbenindustrie als Rohstoff für rasch trocknende Öle dienen.
  • Der weniger ungesättigte Teil eignet sich mehr als das ursprüngliche Sojaöl, um als Speiseöl oder als Rohstoff für Speiseöle verwendet zu werden.
  • Beispiel g 3 g eines Gemisches aus etwa gleichen Teilen 01-säure und Linolsäure wurden in 5 ccm 80%igem Äthanol gelöst und durch eine Säule von Kautschukpulver geführt, wonach mit 80%igem Äthanol gewaschen wurde. Folgende Fraktionen wurden aufgefangen:
    Gewicht 65 Linolsäure:
    Fraktion Volumen des Fraktion n- Ölsäure
    rückstandes D annähernd
    I 100 ccm 1,307 g 1,4522 70 : 30
    2 120 ccm 1,374 g 1,4486 36 : 64
    3 I20 ccm 0,I97 g I,4472
    Die Refraktion der ursprünglichen Fettsäure betrug I,450I. Dieses Beispiel zeigt, daß die Linolsäure sich in der ersten Fraktion anhäuft, während die Ölsäure stärker festgehalten wird. Mit Rücksicht auf die Anwendung trocknender Öle in der Farbenindustrie ist es von Bedeutung, Fettsäurereste mit nur einer Doppelbindung zu entfernen, während andererseits in Speiseölen stark ungesättigte Säuren weniger erwünscht sind.
  • PATENTANSPR(lCHE: I. Verfahren zur Abtrennung von öllöslichen Stoffen, dadurch gekennzeichnet, daß eine Lösung dieser Stoffe mit einem feinzerteilten hochmolekularen festen Stoff, insbesondere Kautschuk, in dem auch Öl oder eine mit 01 mischbare Flüssigkeit absorbiert sein kann, behandelt wird, worauf gegebenenfalls der abzutrennende Stoff durch Auswaschen aus dem feinzerteilten festen Stoff mit einem Lösungsmittel gewonnen wird.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren naoh Anspruch I, dadurch gekennzeichnet, daß der abzutrennende Stoff in 01 oder in einer mit Öl mischbaren oder nur beschränkt oder nicht mischbaren Flüssigkeit gelöst ist.
    3. Verfahren nach Anspruch I oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß als feinzerteilter fester Stoff ein Stoff benutzt wird, der eine mit Öl mischbare Flüssigkeit aufnehmen kann, ohne sich merklich in einem Überschuß dieser Flüssigkeit zu lösen.
    4. Verfahren nach Anspruch I bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß als feinzerteilter fester Stoff vulkanisierter oder nicht vulkanisierter Kautschuk benutzt wird.
    5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Vulkanisierungsgrad des Kautschuks derart gewählt wird, daß dieser sich bei der Behandlung mit einem Überschuß des zum Auswaschen benutzten Lösungsmittels nicht merklich löst.
    6. Verfahren nach Anspruch I bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die mit Öl nicht oder beschränkt mischbare Flüssigkeit eine wäßrige Seifenlösung ist, die vorzugsweise eine wasserlöslicheOxy- oder Polyoxyverbindung enthalten kann.
    7. Verfahren nach Anspruch I bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß Karotin aus Palmöl oder aus Palmöl erhaltenen Flüssigkeiten abgetrennt wird.
    8. Verfahren nach Anspruch I bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß Fettsäuren und bzw. oder bestimmte Fettsäureesterfraktionen aus Ölen und Fetten abgetrennt werden.
DEP18791D 1947-04-01 1948-10-19 Verfahren zur Abtrennung von oelloeslichen Stoffen Expired DE837533C (de)

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