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Verfahren und Vorrichtung zum Anschärfen von Borsten, Haaren und haarähnlichen
Gebilden Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Anschärfen
oder Anspitzen von Borsten, Haaren und haarähnlichen Gebilden.
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Bisher wurde diese Arbeit so vorgenommen, daß die Haare oder Borsten
auf Karden, die mit Stahlstiften besetzt waren, kardiert wurden. Dieses Verfahren
besitzt jedoch den großen Nachteil, daß die meisten Haare oder Borsten zerschnitten,
werden, ohne ein Anschärfen oder Anspitzen ihrer R@indensubstanz zu erreichen.
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Die Erfindung hat nun den Zweck, diesen Nachteil, der den früher bekannten
Verfahren anhaftet, zu beseitigen: und sieht ein Verfahren vor, welches darin besteht,
daß die an einem Ende gehaltenen Haare oder Borsten mit ihren zu bearbeitenden Enden
zwischen eine mit einem Schleifmittel versehene rotierende Rolle und- ein Band aus
elastischem Material, -,velches sich tangential zur Rolle bewegt, eingeführt werden.
Sowohl der Druck zwischen dem Band und der Rolle wie auch die Drehzahl der letztgenannten
werden so eingestellt, daB sie sich den charakteristischen Eigenschaften der zu
schärfenden Haare oder Borsten und dem gewünschten Grade des Anschärfens oder Anspitzens
anpassen.
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Die Haare oder Borsten werden dabei an dem Ende, welches nicht zu
schärfen ist, festgehalten. Bei dieser Arbeitsweise schrumpfen die Eiweißstoffe
des Haarkeratins, wodurch, infolge der Dünne und Länge des Haares, jedes Haar eine
rotierende und schwingende Bewegung erhält, und zwar entgegengesetzt dem Uhrzeigersinn
bei einer Blickrichtung gegen die Haarspitze. Diese Bewegung ist bei niederer Temperatur
verhältnismäßig langsam.
Sobald aber die letztgenannte infolge der
Reibung mit dem elastischen Band zunimmt, erhöht sich auch die Geschwindigkeit der
rotierenden Bewegung, verursacht dadurch eine Drehung der Haarspitze und, infolge
des höheren Enddruckes, ein Schließen des zentralen Kanals am Ende des Haares.
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Das Haar befindet sich in einem Zustand ununterbrochener Bewegung,
und der dadurch bewirkte dauernde Wechsel seiner Lageermöglicht es, den konischen
Abrieb und das scharfe Zuspitzen leicht durchzuführen..
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In entsprechender Weise besitzt das erfindungsgemäße Verfahren den
weiteren Vorzug, daß das Anschärfen oder Anspitzen der Enden der Haare oder Borsten
in regelmäßiger Weise vor sich geht, wobei der zentrale kapillare Kanal stets verschlossen
bleibt, und dies hat einen sehr günstigen Einfluß vom Standpunkt der Hygiene aus
gesehen, denn es wird dadurch verhindert, daß der Kanal zu einer Heimstätte für
D-fikroorganismen wird, was dort leicht eintritt, wo die Haare oder Borsten so zugeschärft
werden, daß der Eintritt zu dem erwähnten Kanal frei bleibt und somit als eine Quelle
der Ansteckung dient. Dies ist von besonderer Bedeutung, wenn die zugeschärften
Haare oder Borsten zur Verarbeitung kommen sollen, z. B. zur Herstellung von Rasierpinseln
oder Zahnbürsten.
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Die Zeichnung veranschaulicht eine bevorzugte Ausführung der Vorrichtung
zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens. Die Zeichnung zeigt einen schematischen
Aufriß der erwähnten Vorrichtung.
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Sie besteht aus zwei Hauptteilen, nämlich der Haarhaltevorrichtung
i und der Anschärf- oder AnspitzvorrichtUng 2. Der Teil i umfaßt im wesentlichen
einen Rahmen 3, auf welchem ein Backen 4 fest gelagert ist. Ein weiterer Backen
5 ist am Rahmen 3 drehbar gelagert und wird durch die Feder 6 (lauernd nach oben
gezogen. Diese Feder 6 ist an einem Ende an dem Backen 5, am anderen Ende am Rahmen
3 befestigt und ist stets bestrebt, die Beiden Backen .4 und 5 auseinanderzuhalten.
Diese trennende Wirkung der Feder 6 kann durch die Betätigung des Hebels 7, der
in 8 am Rahmen angelenkt ist, überwunden werden. Dieser Hebel wird über seinen Handgriff
9 heruntergedrückt, so daß der nockenartige Vorsprung io sich gegen die obere Fläche
des Backens 5 anlegt und ihn allmählich entgegen der Wirkung der Feder 6 nach unten
drückt, um ihn an den festen Backen 4 anzupressen. Dadurch werden die Haare oder
Borsten i i fest zwischen beiden Backen gehalten. U m diese Festhaltewirkung der
berührenden Flächen der Backen :4 und ; noch zu verstärken, tragen sie Streifen
12 und i2', die mit einem elastischen Stoff bekleidet sind.
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Die Anschärfvorrichtun g 2 besteht im wesentlichen aus einem Rahmen
13, auf welchem sieh, in Lagern 14 drehbar gelagert, eine Welle 15 befindet, die
eine Rolle 16 trägt, denen Umfang mit einem Schleifmittel bedeckt ist.
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Diese Vorrichtung 2 besitzt weiterhin: ein elastisches endloses Band
17, welches sich in Führungen bewegt, wobei es sich gegen den Umfang der
Rolle 16
anlegt und durch deren Drehung angetrieben wird, wie im nachstehenden
beschrieben ist.
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Die Führung des Bandes wird durch die Rollen 18, 19, 20 und
2i erreicht. Die Rollen 18 und i9 sind einfache Umkehrrollen zum Wechsel der Bewegungsrichtung
des Bandes 17. Die Rolle 18 ist am Rahmen bei 22 zusammen mit den Armen 23,
24 und 25 drehbar gelagert. Die Führungsrolle i9 befindet sich drehbar gelagert
am Ende des Armes 24. Die Rolle 2o hat die Aufgabe, eventuelle Abweichungen des
Bandes 17 zu korrigieren und besitzt zu diesem Zweck an ihrem Umfang zwei
Flansche in einem gewissen Abstand voneinander, zwischen denen sich das Band
17 bewegt. Damit ist jederzeit die wirkungsvolle Führung des Bandes gesichert.
Die Rolle 2i dient dem Spannen des Bandes.
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Die Spannrolle 21 drückt auf die Innenfläche des Bandes 17, sie ist
nahe dein Ende des Arines 25 drehbar gelagert. Dieser Arm 25 legt sich mittels der
Stange 26 an Dämpfer an, die in Teil 27 des Rahmens angeordnet sind. Die Spannung
kann durch Betätigung der Scliracilie 28 eingestellt werden; sie stützt sich an
einem Ende auf den Arm 25 und ist am anderen Ende finit dem Arm 24 verbunden.
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Der Antrieb der Anschärfvorrichtung 2 ist in der Zeichnung nicht dargestellt.
Der Antrieb kann in irgendeiner geeigneten `Weise vorgenommen werden, z. B. durch
den Antrieb der Welle 15 direkt von einem Elektromotor oder mittels eines geeigneten
Getriebes, falls dies gew-iinscht wird.
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Sowohl die Haarhaltevorrichtung i wie auch die Anschärfvorrichtung
2 sind miteinander durch den Schlitten 29 oder irgendwelche anderen Mittel verbunden,
die gestatten, daß die Haarhaltevorrichtung i auf die Anschärfvorrichtung 2 zu bewegt
wird, um die Haare oder Borsten anzuschärfen, um sie dann wieder voneinander zii
entfernen, sobald dieser Arbeitsgang vollendet ist.
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In der Zeichnung ist die Vorrichtung für den Hinundhergang in schematischer
Weise durch den Hebel 30 dargestellt. Es ist ali.r selbstverständlich, aß
die hin und her gehende Beweäting in irgendeiner anderen Weise, ganz gleich ob von
Hand oder mechanisch, erreicht werden kann.
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Die Arbeitsweise der Vorrichtung ist folgende: Die zu schärfenden
oder zu polierenden Haare oder Borsten werden von Hand auf den Streifens 12 des
unteren Backens 4 gelegt und verteilt, sobald beide Backen durch die Aufwärtsbewegung
des Hebels j voneinander entfernt sind. -Nachdem die Haare verteilt worden sind,
wird der Hebel ? heruntergedrückt, wodurch der Backen 4 gegen den Backen 5 gepreßt
wird und damit dic Haare fest zwischen beide Backen klemmt.
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Sobald die Anschärfvorrichtung 2 in Betrieb gesetzt ist und ihre Drehzahl
sowie die Spannung des elastischen Bandes 17 nach dem gewünschten Anschärfgrade
und den Eigenschaften der zu schärfenden Haare oder Borsten eingestellt wurden,
wird die Haarfesthaltevorrichtung i auf die Vorrichtung 2 zu bewegt. Höhenlage und
-Neigung der Berührungs-
Flächen der Backen 4 und ; sind derart,
daß bei vorgeschobener llaarfestllaltevorrichtung die Haare oder Borsten von selbst
zwischen das elastische Band 17 ulld den mit Schleifmitteln versehenen Umfang der
Rolle 16 zu liegen kommen. Die Vorschubbewegung wird daher so weit ausgeführt, daß
die Haare oder Borsten genügend weit in den erwähnten Raum hineingehen, wodurch
die Enden der Haare durch das Band 17 nachgiebig gegen die reibende Fläche der Rolle
16 gepreßt werden, wo sie dann infolge des oben bescllriellenen Verfahrens spitz
zugeschärft werden. Durch Verminderung der Spannung des Bandes 17 wird die schärfende
Wirkung in eine einfache Polierwirkung umgewandelt.
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Sobald diese Arbeit beendet ist, wird die Haarhaltevorrichtung 1 zurückbewegt,
der Hebel 7 wird angehoben, wodurch die beiden Backen voneinander getrennt werden,
die scharf zugespitzten Haare oder Borsten werden aus den Backen genommen, eine
neue Gruppe roher Haare in der vorbeschriebenen Weise auf den unteren. Backen d
aufgelegt und, der Arbeitsgang wiederholt.