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Verfahren und Maschine zum Umlegen von geschärften Werkstückrandteilen
Die vorliegende Erfindung bezweckt, die bekannten Umbugmaschinen allgemein zu verbessern,
so daß die abgeschrägten Randteile von Werkstücken zum Bilden einer gut abgefertigten
Kante umgelegt und mittels Klebstoff mit dem Werkstückhauptteil verbunden werden
können. Ferner bezweckt die Erfindung, ein verbessertes Verfahren zum Umbugen oder
Umlegen von Werkstückrandteilen vorzusehen.
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Erfindungsgemäß wird der Werkstückrandteil fortschreitend hochgebogen
und mit Klebstoff versehen und dann zum Verflüchtigen des Lösungsmittels aus dem
Klebstoff und Schrumpfen des hochgebogenen Randteils einer Heizwirkung unterworfen,
worauf der Randteil gegen den Werkstückliauptteil gepreßt wird.
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Die Maschine zum Ausführen des Verfahrens, die mit einem Vorschubrad
zum Vorschieben des Werkstückes über einen Werktisch versehen ist, hat gemäß der
Erfindung eine Düse zum Auftragen von Klebstoff auf den durch einen Pflug hochgebogenen
Werkstückrandteil, ein zum Verflüchtigen des Lösungsmittels aus dem aufgetragenen
Klebstoff neben der Düse gelagertes Brennwerkzeug und eine aus einem Hammer und
einem Amboß bestehende Preßvorrichtung zum Anpressen des Randteils an
den
Werkstückhauptteil. Um ein Überheizen der Düse und somit ein vorzeitiges Verflüchtigen
des Lösungsmittels durch das Brennwerkzeug zu verhindern, ist auf der Düse eine
Hülse so gelagert, daß zwischen der Düse und der Hülse ein Zwischenraum verbleibt,
in den Kühlluft eingeführt wird.
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Damit der Werkstückvorschub durch die Preßvorrichtung beim Preßvorgang
nicht beeinträchtigt wird, ist die Preßvorrichtung erfindungsgemäß auf einem Block
gelagert, der durch eine Exzentervorrichtung mit einer Treibwelle für das Vorschubrad
verbunden ist und somit der Preßvorrichtung eine Vorschubbewegung erteilt. Eine
in Verbindungsteile zwischen dem Block und der Treibwelle eingeschaltete Welle ist
zum Bestimmen des Bewegungsausschlages der Preßvorrichtung in der Vorschubrichtung
bezüglich der Treibwelle verstellbar.
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In den Zeichnungen ist eine Ausführungsform der Erfindung beispielsweise
veranschaulicht.
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Fig, i ist eine Vorderansicht der Arbeitsstelle; Fig. 2 ist ein Grundriß
der Arbeitsstelle; Fig. 3 ist eine Seitenansicht der Arbeitsstelle; Fig.4 ist ein
Grundriß des Getriebes zum Betätigen des Hammers und Ambosses, teilweise im Schnitt,
und Fig.5 und 6 sind rechtwinklig zueinander versetzte Schnittansichten der Treibwelle
der Maschine. Die Maschine hat einen Werktisch io, über den ein Werkstück durch
ein ständig umlaufendes, geriffeltes Vorschubrad 12 (Fig. i und 2) vorgeschoben
wird. Das Vorschubrad 12 ist zwecks Einstellung in Anpassung an die Maschinenwerkzeuge
längs und quer zur Maschine verstellbar gelagert und kann ferner in Anpassung an
die Dicke des Werkstückes in senkrechter Richtung nachgeben. Beim Einbringen eines
Werkstückes kann das Vorschubrad, wenn erwünscht, angehoben werden. In dem Werktisch
io ist unter dem Vorschubrad 12 ein Rad 14 (Fig. 1) frei drehbar gelagert, das die
Vorschubbewegung des Werkstückes durch das Rad 12 unterstützt. Ein an dem Tisch
io befestigter Pflug 22 tritt mit dem geschärften Werkstückrandteil in Eingriff,
so daß der Randteil beim Werkstückvorschub hochgebogen wird. Ferner hat die Maschine
neben dem Pflug. 22 eine Düse 28 (Fig.3) zum Aufbringen von Klebstoff auf den Werkstückrandteil
und hinter der Düse, in der Vorschubrichtung gesehen, ein elektrisches Brennwerkzeug
3o, das den Werkstückrandteil teilweise schrumpft und das Lösungsmittel in dem Klebstoff
verflüchtigt, so daß der Klebstoff klebrig wird und nach dem Preßvorgang der Rand
am Hauptteil des Werkstückes anhaften bleibt. Das Anpressen des Werkstückrandteils
an den Hauptteil des Werkstückes wird durch einen Hammer 32 ausgeführt, der mit
einem unter dem Werktisch 1o gelagerten Amboß 34 zusammenwirkt.
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Die Düse 28 (Fig. 3) wird von einem Block i io getragen, der mit einem
Arm 112 verklemmt ist. Der Arm 112 ist zwischen seinen Enden mit einem Arm i 16
verzapft, der an einem Träger i 18 für das Brenwerkzeug 30 sitzt. Mit dem
Außenende des Armes 112 ist eine Zugfeder i 2o verbunden, welche die Düse 28 über
den Arm abwärts nach dem Werktisch hin schwingt, wobei eine dureli den Arm 116 geschraubte
und mit dem Arm 112 in Eingriff tretende Schraube i24 die Länge dieser Schwingbewegung
und somit die Arbeitslage der Düse bestimmt.
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In der Ruhelage der :Maschine ist die Düse vorzugsweise angehoben.
An dem Innenende des Armes 112 liegt ein Hebel 126 an, der mit dem 'Maschinengestell
verzapft und durch einen Lenker 130 mit einem Hebel 132 verbunden ist. Der
Hebel 132 ist ebenfalls in der Maschine schwingbar gelagert und an denselben ist
eine Stange 138 angelenkt, deren Unterende mit einem nicht dargestellten Trethebel
verbunden ist. Zwischen dem Werktisch io und einem Kragen 142 auf der Stange 138
umgibt eine Feder i4o die Stange und schwingt die Düse 28 über den Hebel 126 und
den Arm 112 in eine untätige Lage aufwärts, wobei die Feder i4o stärker als die
Feder 120 ist. Beim Herabziehen des Trethebels wird die Stange 138 gegen den Druck
der Feder 140 nach unten gezogen. Hierdurch wird der Hebel 126 hochgeschwungen,
so daß die Feder 120 die Düse in ihre Arbeitslage bewegen kann.
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In dem Block i io ist ein Ventil 144 drehbar, durch das Klebstoff
der Düse 28 von einem Klebstoffbehälter her mit einer der Drehgeschwindigkeit des
Vorschubrades 12 angepaßten Geschwindigkeit zugeführt wird. Das Zuführen des Klebstoffes
wird durch eine Pumpe gesteuert. Wie in Fig.3 dargestellt ist an dem Oberende des
Ventils 144 ein Arm 156 befestigt, der durch eine das Oberende des Ventils umgebende
Torsionsfeder 162 in Eingriff mit einer Nocke 158 gehalten wird. Die Nocke ist so
ausgebildet, daß sie bei der Aufwärtsbewegung der Düse das Ventil über den Arm 156
schließt. Infolgedessen wird das Zuführen von Klebstoff nach der Düse in der Hochlage
des Ventils selbsttätig ausgeschaltet.
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Da das Brennwerkzeug 30 nahe an dem Unterende der Düse 28 gelagert
ist, wird die Düse vorzugsweise gekühlt. Hierdurch wird ein gegebenenfalls zu einem
Vermindern der Klebfähigkeit des Klebstoffes führendes vorzeitiges Verflüchtigen
des Lösungsmittels in dem Klebstoff oder ein Schäumen des Klebstoffes verhindert.
Infolgedessen umgibt eine Hülse 164 die Düse. Die Hülse 164 ist mit dem Oberende
der Düse verbunden, und zwischen der Düse und der Innenfläche der Hülse verbleibt
ein Zwischenraum, in den durch eine nicht dargestellte Röhre unter der Steuerung
eines Ventils Kühlluft eingeführt wird.
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Das Brennwerkzeug 3o besteht aus einem geeigneten, durch elektrischen
Strom leicht beheizbaren Metall. Es ist U-förmig ausgebildet, und die Schenkel desselben
werden von Leitungen 170 getragen, die an dem Träger 118 sitzen. Beim Einschalten
eines nicht dargestellten Schalters kann das Brennwerkzeug rasch zur gewünschten
Temperatur geheizt werden. Das Brennwerkzeug 3o kann bezüglich des Pfluges senkrecht
sowie längs und quer zur Vorschubrichtung verstellt werden. Der
Träger
i r8 ist in einer nicht dargestellten Nut in dem Unterende eines Blockes 176 längs
der Vorschubrichtung verstellbar gelagert. An dem Block 176 ist die Nocke
158 verstellbar gelagert. Eine Schwalbenschwanzführungsleiste 184 an dem Block
176 ist in einer senkrechten Nut einer Platte 186 verstellbar. Zum Einstellen
des Brennwerkzeuges in der erwünschten Lage quer zur Vorschubeinrichtung ist die
Platte 186 an dem Maschinengestell verstellbar.
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Der Hammer 32 hat einen Stiel 300 (Fig. i), der verstellbar an einem
Arm eines Winkelhebels 3o6 befestigt ist. Der Winkelhebel 3o6 ist mit einem Gleitblock
312 verzapft, so daß der Hammer nach dem Werkstück hin- und von demselben
hinweggeschwungen werden kann. Der Block 312 wird parallel zur Vorschubrichtung
hin und her geschwungen. Ein Stiel 324 des Ambosses 34 ist in dem Block 312 senkrecht
verstellbar.
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Zum Schwingen des Hammers nach dem Werkstück- hin und von dem Werkstück
hinweg trägt eine Treibwelle 38 für (las Vorschubrad eine Führungsrolle
330 (Fig.4) mit einer Nut 33i, in der sich eine Kurvenrolle 332 führt. Die
Rolle 332 wird von einem Schlitten 336 getragen, der in einer Führung eines Blockes
338 an dem Maschinengestell bewegbar ist. Der Schlitten 336 ist durch ein Kugelgelenk
342 mit einer Stange 344 verbunden, auf deren anderem Ende ein Kugelteil 346 (Fig.
i) lose gelagert ist. Der Kugelteil 346 sitzt in Ausnehmungen des @@'inkelhebels
3o6 und einer an dem Winkelhebel befestigten Platte 350.
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Die Stange 344 trägt mit Flanschen versehene Anschlagteile 354, 356.
Der Anschlagteil 354 wird durch 14luttern 358, die auf die Stange 344 aufgeschraubt
sind, im Eingriff mit dem Winkelhebel 3o6 gehalten und eine Feder 36o schiebt den
Anschlagteil 356 in Eingriff mit der Platte 35o. Eine Sperrmutter 364 hält die Feder
36o auf der Stange 344 eingestellt. Beim Drehen der Welle 38 wird der Schlitten
336 durch die Kurvenrolle 33o nach rechts bewegt und schwingt den Winkelhebel 3o6
im Uhrzeigergegensinn (Fig. t) wodurch der Hammer 32 zum Ausfuhren seines Preßhubes
abwärts im Eingriff mit dem Werkstiickrandteil bewegt wird, und zwar wird die Bewegung
des Schlittens über die Feder 36o auf den Hammer übertragen. Infolgedessen können
die Stange 344 und der Winkelhebel nach dem Auftreffen des Hammers eine Relativbewegung
ausführen, jedoch wird bei jeglicher Dicke des Werkstückes immer ein gleichförmiger
Druck durch den Hammer ausgeübt.
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Nach dem Auftreffen des Hammers auf den Werkstückrandteil werden dem
Hammer und dem Amboß 34 eine Vorschubbewegung erteilt. Die Welle 38 hat einen Kopfteil
370 (Fig. 5 und 6) mit einer T-förmigen Nut 372, in welcher der Kopfteil
einer kurzen Welle 374 bewegbar ist. Durch den Kopfteil der Welle 374 ist eine Schraube
376 geschraubt, deren Kopf an einem mit dem Kopfteil 370
verbundenen Band
378 anliegt. Ein Kragen 38o auf der Schraube 376 liegt an der Innenfläche des Bandes
378 an und verhindert eine Axialbewegung der Schraube, so daß durch Drehen der Schraube
die Welle 374 quer zur Welle 38 bewegt und infolgedessen die Exzentrizität der Welle
374 zur Welle 38 verändert wird.
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Die Welle 374 trägt eine Lagerhülse 382, auf der eine Exzenterlasche
386 aufsitzt. Mit der Lasche 386 ist ein Arm 388 (Fig.4) verbunden, der ein Ganzes
mit einer Platte 39o bildet. Die Platte 39o ist auf einer Welle 392 schwingbar gelagert
und trägt eine Welle 394, auf welcher der Block 312 drehbar ist. Beim Drehen der
Welle 38 wird infolgedessen der Block 312 parallel zur Vorschubrichtung hin und
her gesdhwungen, wobei die Weite dieser Schwingbewegung durch die Einstellung der
Welle 374 zur Welle 38 bestimmt wird. Da der Hammer 32 und der Amboß 34 von dem
Block 312 getragen werden, bewegen sich dieselben als Ganzes in der Vorschubrichtung.
Bei der Aufwärtsbewegung des Hammers außer Eingriff mit dem Werkstück werden der
Hammer und der Amboß durch ein Bewegen des Blockes 312 in umgekehrter Richtung
in die in Fig. 3 dargestellte Lage zurückbewegt.
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Vor dem Arbeitsgang der Maschine ist die Düse 28 durch die Feder 140
in Hochlage eingestellt, so daß ein Werkstück in die Maschine eingebracht werden
kann. Das Vorschubrad 12 kann ebenfalls angehoben sein, und das Ventil 144 ist geschlossen.
Nach dem Einstellen eines Werkstückes in der Maschine wird das Vorschubrad 12 in
Eingriff mit dem Werkstück gebracht, und der Trethebel wird herabgezogen, so daß
die Düse 28 durch ihre Feder 120 im Eingriff mit dem Werkstück bewegt und das Ventil
144 geöffnet wird. Das Werkstück wird durch das Vorschubrad 12 ununterbrochen vorgeschoben
und der Randteil des Werkstückes durch den Pflug 22 hochgebogen, wobei gleichzeitig
Klebstoff auf den Randteil durch die Düse aufgetragen wird. Das Brennwerkzeug
30 wirkt sofort auf den mit Klebstoff versehenen Randteil ein und verflüchtigt
das Lösungsmittel aus dem Klebstoff, wobei es gleichzeitig eine Schrumpfwirkung
auf den Randteil ausübt, so daß dieser hochgebogene Werkstückrandteil sich nach
dem Werkstückhauptteil umlegt. Dieser Randteil wird dann durch den Hammer gegen
den Amboß 34 gepreßt und während des Preßvorganges durch den Hammer und den Amboß
vorgeschoben, worauf der Hammer und der Amboß sich auseinanderbewegen und dann den
Preßvorgang an dem nächstfolgenden Werkstückrandteil wiederholen. Beim Preßvorgang
wird das Leder insbesondere am Unterende des abgeschärften Randteils zusammengedrückt,
wodurch nach dem Umlegevorgang ein besonders gut abgefertigter Werkstückkantenteil
erhalten wird.