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Vorrichtung zur Messung der Senkung der Schwellen von Eisenbahngleisen
bei der Vorbeifahrt der rollenden Lasten Bisher sind verschiedene Vorrichtungen
zur Messung der Senkung der Schwellen von Eisenbahngleisen bei der Vorbeifahrt rollender
Lasten benutzt worden.
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Bei einer ersten Art von Apparaten benutzt man zwei Organe, von denen
das eine mit dem Schotterbett fest verbunden wird, während das andere so ausgebildet
ist, daß es den Bewegungen der Schwelle folgt, und man stellt die maximale Verschiebung
der Schwelle gegenüber dem Schotterbett fest, z. B. mit Hilfe eines Maximalschiebers.
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Bei einer anderen Art von bekannten Apparaten sind die beiden Organe,
deren gegenseitige Verstellung zur Messung der Senkung der Schwelle benutzt wird,
zwei bewegliche Teile, von denen der eine an der Schwelle befestigt ist, um ihrer
Verstellung in den beiden Richtungen zu folgen, während der andere bei der Abwärtsbewegung
auf das Schotterbett aufstößt, aber von dem ersten Teil bei der Aufwärtsbewegung
desselben mitgenommen wird, so daß er sich aufwärts bewegt und außer Berührung mit
dem Schotterbett kommt.
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Die Erfindung hat einen Apparat zum Gegenstand, bei welchem derjenige
der beiden Teile, welcher dem Schotterbett zugeordnet ist, mit diesem in beständiger
Berührung bleibt.
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Bei einer ersten Ausführungsform der Erfindung ist der Apparat dadurch
gekennzeichnet, daß er einen ersten Teil aufweist, der mit der Schwelle starr verbunden
wird, um ihrer Verstellung in
beiden Richtungen zu folgen., sowie
einen zweiten Teil, der an dem ersten gleitend angebracht ist, aber infolge seines
Eigengewichts in beständiger Berührung mit dem Schotterbett und infolgedessen unbeweglich
bleibt. Die gegenseitige Verschiebung der beiden Teile wird entweder durch einen
auf den unbeweglichen Teil aufgesetzten Schieber oder durch ein System von zwei
Schiebern, von denen der eine auf den unbeweglichen Teil und der andere auf den
beweglichen Teil aufgesetzt ist, gemessen.
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Bei einer zweiten Ausführungsform der Erfindung wird der dem Schotterbett
zugeordnete Teil mit diesem durch ein lotrechtes Eindrücken in dieses Bett fest
verbunden.
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Die Erfindung ist in den. Zeichnungen beispielsweise dargestellt.
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Fig. i ist eine Seitenansicht dieser Vorrichtung; Fig. 2 ist ein Grundriß
derselben; Fig. 3 ist ein Schnitt längs der Linie A-A der Fig. i ; Fig.4 ist eine
Seitenansicht einer Abwandlung der auf Fig. i bis 3 dargestellten Ausführungsform;
Fig. 5 ist ein der Fig.4 entsprechender Grundriß; Fig. 6 ist ein Schnitt längs der
Linie B-B der Fig. 4; Fig. 7 ist eine Seitenansicht einer dritten Ausführungsform
der Vorrichtung, welche die Stellung ihrer verschiedenen Organe nach der Vorbeifahrt
einer rollenden Last zeigt; Fig.8 ist eine der Fig. 7 entsprechende Teilansicht
in einem lotrechten Axial.schnitt; Fig. 9 ist eine Teilseitenansicht der Fig. 7.
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Bei der in Fig. i bis 3 dargestellten Ausführungsform weist die Vorrichtung
einen ersten flachen Teil i auf, der zwei Zähne oder Spitzen 2 besitzt, die in die
Schwelle 3 eingetrieben werden, und einen Arm 4 bildet, an dessen Ende eine zylindrische
Hülse 5 angeschweißt ist. Die Befestigung durch Zähne oder Spitzen 2 kann übrigens
durch ein Klauensystem oder eine andere Vorrichtung, welche die unmittelbare Befestigung
des Apparates an dem Schienenfuß gestattet, ersetzt werden.
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Der zweite Teil ist eine Stange 6, welche frei in der Hülse 5 gleitet
und in. einen Kopf 7 ausläuft, der zur Abstützung auf dem Schotterbett 8 dient.
Auf diese Stange 6 ist ein zylindrischer Schieber 9 aufgeschoben, der durch Längsschlitze
to elastisch gemacht ist und mit kräftiger Reibung längs der Stange 6 gleiten kann
und mit einem Bund i i versehen ist, mit welchem sich dieser Schieber gegen die
Fläche 12 der Hülse 5 legen kann, welche an ihrem unteren Teil zur Sichtbarmachung
des Schiebers 9 ausgeschnitten ist und auf ihrer Außenseite eine Teilung 13 trägt.
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Die Hülse 5 kann zeitweilig an der Stange 6 mit Hilfe einer Schraube
14 blockiert werden.
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Die Vorrichtung arbeitet folgendermaßen: Der Teil i wird an der Schwelle
befestigt, indem man mit einem Hammer auf die Oberseite 16 schlägt. Die Schraube
14 wird losgeschraubt, die Stange 6 wird mit dem Schotterbett in Berührung gebracht
und der Schieber 9 wird gegen die Fläche 12 der Hülse 5 angedrückt. Bei der Vorbeifahrt
der Lasten senkt sich der durch die Schwelle mitgenommene Teil i, und der Schieber
verschiebt sich auf der Stange 6. Nach der Vorbeifahrt der Lasten braucht man nur
auf der Teilung 13 die Strecke abzulesen, um die sich der Bund i i des Schiebers
von der Hülse 5 entfernt hat, was ein Maß für die größte Amplitude der Verstellung
der Schwelle gegenüber dem Schotterbett ist. Diese Ablesung kann nach der Entfernung
des Apparates erfolgen, wenn man vorher die Stange 6 durch die Schraube 14 blockiert
hat.
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Bei der in Fig. 4 bis 6 dargestellten Ausführungsabwandlung ist der
einfache Schieber 9 durch ein System von zwei Schiebern ersetzt, welche nicht mehr
unterhalb, sondern oberhalb des Teils i liegen. Ein erster Schieber 1 7 kann an
der Stange 6 durch die Schraube 18 blockiert «-erden, während ein zweiter Schieber
i9 mit kräftiger elastischer Reibung frei auf der Hülse 5 gleiten kann. Dieser zweite
Schieber weist einen Bund 2o auf, mit dem er sich gegen Verlängerungen 21 des Schiebers
17 legen kann, welche die Hülse 5 in Schlitzen 24 durchdringen. Auf der Hülse 5
ist eine Teilung 22 vorgesehen.
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In diesem Fall arbeitet die Vorrichtung folgendermaßen: Nach der Befestigung
des Teils i an der Schwelle, wie in dem vorhergehenden Fall, wird die Schraube 18
zunächst gelöst, um der Stange 6 zu gestatten, mit dem Schotterbett in Berührung
zu kommen. Hierauf wird der Schieber 17 auf der Stange 6 in der unteren Stellung
durch Festziehen der Schraube 18 blockiert, und man bringt den Schieber i9 mit den
Verlängerungen 21 des Schiebers 17 in Berührung. Nach der Vorbeifahrt der Lasten
wird die größte von der Schwelle erlittene Verschiebung durch die Verschiebung des
Schiebers i9 gegenüber dem Schieber 17 gemessen, welche auf der Teilung 22 abgelesen
wird.
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Bei der Ausführungsform gemäß Fig. 7 bis 9 besteht der Apparat aus
einer Stange 25, welche in einen Kopf 26 ausläuft, auf welchen man mit einem Hammer
schlägt, um sie in das Schotterbett 27 einzutreiben. Auf diese Stange ist mit kräftiger
Reibung das Gleitstück 28 aufgeschoben, welches senkrecht zu der Achse der Stange
einen Fortsatz 29 trägt, der dazu bestimmt ist, mit der Unterseite 3o des Fußes
der Schiene 31 in Berührung gebracht zu werden. Auf die Stange 25 ist ferner mit
kräftiger Reibung zwischen dem Gleitstück 28 und dem Kopf 26 ein Schieber 32 aufgebracht,
welcher an seinem unteren Teil mit einem Bund 33 versehen ist. An einem Seitenschild
34, welches mit dem Gleitstück 28 starr verbunden ist und die Stange 25 teilweise
auf eine gewisse Länge umgibt, ist ein Fenster 35 ausgespart, welches längs dem
einen seiner lotrechten Ränder eine Teilung 36 trägt, deren Nullpunkt sich auf der
Höhe des Endes 37 des Gleitstücks 28 befindet.
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Dieser Apparat arbeitet folgendermaßen: Man schlägt die Stange 25
in der Nähe der Schiene in das Schotterbett ein, wobei man darauf achtet, daß der
Fortsatz 29 unterhalb des Schienenfußes geschwenkt werden kann. Man schiebt dann
das Gleitstück
28 nach oben, bis sich dieser Fortsatz gegen den
Schienenfuß legt. Je nach seiner -Stellung auf der Stange 25 wurde der Schieber
32 von- dem Gleitstück 28 bei dessen Aufwärtsbewegung mitgenommen oder nicht. Wenn
er mitgenommen wurde, so blieb er durch seinen Bund 33 in Berührung mit dem oberen
Rand 37 des Gleitstücks 28. Wenn er nicht mitgenommen wurde, weil er eine zu hohe
Stellung auf der Stange 25 einnahm, schiebt man ihn mit der Hand nach unten, bis
er das Gleitstück 28 berührt.
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Bei der Vorbeifahrt einer rollenden Last nimmt der Schienenfuß, welcher
sich senkt und die auf Fig. 7 strichpunktiert dargestellte Stellung erreicht, ,durch
den Fortsatz 29 das Gleitstück 28 mit, welches bei seinem Abwärtsgleiten längs der
Stange 25 sich von dem stehengebliebenen Schieber 32 entfernt. Durch das Fenster
35 liest man an der Teilung 36 die Strecke ab, um welche sich das Gleitstück 28
gegenüber dem Schieber 32 verschoben hat, wobei diese Strecke die größte, von der
Schiene erlittene Senkung mißt. Auf Fig. 9 liest man z. B. ab, daß der Strich 8
der Teilung auf der Höhe des unteren Randes des Bundes 33 des Schiebers 32 stehengeblieben
ist.
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Es ist noch zu bemerken, daß das Gleitstück 28, da es nicht mit der
Schiene starr verbunden ist, sondern nur von dieser bis an die Grenze der größten
Senkung zurückgedrückt wird, praktisch gegen Schwingungen des Gleises unempfindlich
ist. Der von diesen Schwingungen herrührende Anzeigefehler ist in der Tat hei diesem
Apparat höchstens gleich der, übrigens stark vernachlässigbaren, Amplitude der Schwingungen
des Gleises genau im Augenblick der Vorbeifahrt der Last, welche die größte Senkung
bewirkt hat, während bei den früheren bekannten Apparaten die Gleisschwingungen
in jedem Augenblick eine bedeutende relative Verschiebung des Schiebers bewirken
können, welche ohne jeden Zusammenhang mit den aufgetretenen Senkungen ist.