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Logarithmischer Rechenschieber Die bisher bekannt und üblich gewordenen
logarithmischen Rechenschieber ermöglichen in der Regel keine genauen und vielfach
au-h keine genügend zuverlässigen Rechenoperationen; der Grund hierfür liegt darin,
daß die Teilstriche verhältnismäßig nahe aneinanderliegen und keine zuverlässige
Interpolation zulassen. Man hat versucht, eine größere Genauigkeit dadurch zu schaffen,
daß man statt der normalen 25 cm langen Rechenschieber solche von 50 cm Länge
oder sogar noch größerer Länge hergestellt hat; solche abnormal langen Rechenschieber
haben aber wegen ihrer Unhandlichkeit und auch wegen ihres hohen Preises wenig Anklang
gefunden.
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Die Erfindung geht demgegenüber einen anderen Weg, um die Rechenoperationen
mit Hilfe eines logarithmischen Rechenschiebers genauer und zuverlässiger zu gestalten,
ohne die Länge des Rechenschiebers zu vergrößern. Die Erfindung bietet sogar die
Möglichkeit, die Normallänge der Rechenschieber zu verkleinern und damit die Handlichkeit
zu steigern. Es wird dadurch einem empfindlichen Bedürfnis abgeholfen, für dessen
Behebung bisher keine geeignete Lösung gefunden worden ist, und mit dem sich die
meisten Benutzer von Rechenschiebern als einer Unabänderlichkeit abzufinden scheinen.
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Die Erfindung besteht darin, daß der Läufer des logarithmischen Rechenschiebers
mit einer Vergrößerungsoptik ausgestattet ist. Diese optische Vergrößerung erleichtert
natürlich die Interpolation und genauere Ablesung der Rechenwerte und bietet somit
die gleichen praktischen Möglichkeiten, die man bisher nur durch eine mehrfache
Verlängerung des Rechenschiebers erzielen konnte.
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Die Vergrößerungsoptik kann ohne weiteres in einem Träger angeordnet
sein, der einen selbständigen, von dem Läufer des Rechenschiebers leicht lösbaren
Aufsatz bildet. Diese Ausbildung der Vergrößerungsoptik empfiehlt sich besonders
deshalb, weil damit die Möglichkeit
. eröffnet ist, sämtliche vorhandenen
Rechenschieber mit der erfindungsgemäßen optischen Vergrößerung auszustatten.
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Es ist darüber hinaus aber auch ohne weiteres möglich, die Vergrößerungsoptik
in einem mit dem Läufer fest verbundenen Träger anzuordnen. Diese Ausführung des
Läufers kommt vornehmlich für neu herzustellende Rechenschieber in Frage. Selbstverständlich
lassen sich die einfachen Läufer der bekannten Rechenschieber auch nachträglich
durch einen mit Vergrößerungsoptik ausgestatteten Läufer ersetzen.
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In allen Fällen empfiehlt es sich, den Träger der Vergrößerungsoptik
zusammenklappbar zu machen, damit der Läufer, einschließlich der Vergrößerungsoptik,
zu einem flachen, auf dem Rechenschieber aufliegenden Gebilde umgestaltet werden
kann. Dies ist für die Bequemlichkeit der Handhabung und Unterbringung des Rechenschiebers
von großer .praktischer Bedeutung. Zur Verwirklichung der Zusammenklappbarkeit stehen
mehrere Möglichkeiten zur Verfügung.
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Die erfindungsgemäße Ausstattung des Läufers mit einer Vergrößerungsoptik
bietet im übrigen die Möglichkeit, die Ablese- und Skalenstriche, entsprechend der
Vergrößerung zu verfeinern und selbst so dünn auszuführen, daß ein Arbeiten mit
dem Rechenschieber ohne Zuhilfenahme der Vergrößerungsoptik nicht möglich wäre.
In entsprechender Weise lassen sich bei Anwendung der erfindungsgemäßen Vergrößerungsoptik
die Skalenteilungen nötigenfalls verfeinern, d. h. es können mehr Skalenstriche
angebracht werden als es bei den bisher üblichen Rechenschiebern praktisch möglich
war, wodurch die Interpolation zusätzlich erleichtert und die Rechengenauigkeit
zusätzlich gesteigert werden.
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Es ist ohne weiteres verständlich, daß die Verfeinerung der Ablese-
und Skalenstriche, und gegebenenfalls auch der Skalenteilungen, dank der Ausstattung
des Läufers mit einer Vergrößerungsoptik eine wesentliche Verkürzung des Rechenschiebers
erlaubt, worauf bereits hingewiesen worden ist; beispielsweise würde bei vierfacher
Vergrößerung ein Rechenschieber von 12,5 cm Länge genau die gleiche Genauigkeit
ermöglichen wie ein Rechenschieber von 50 cm Länge, d. h. dem Doppel der
normalen Länge eines Rechenschiebers ohne Vergrößerungsoptik.
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Einige Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Rechenschiebers sind
in der Zeichnung veranschaulicht; es zeigt Abb. i und 2 Seitenansicht und Querschnitt
eines Rechenschiebers mit normalem Läufer, der einen Aufsatz mit Vergrößerungsoptik
trägt, Abb. 3 und 4 die entsprechenden Darstellungen eines Rechenschiebers, wobei
der Läufer mit der Vergrößerungsoptik fest verbunden ist, Abb. 5 und 6 die entsprechenden
Darstellungen eines Rechenschiebers einer Ausführungsform, wobei die Vergrößerungsoptik
mit dem Läufer einen zusammenhängenden Teil bildet.
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Nach Abb. i und 2 besteht der Rechenschieber, wie üblich, aus dem
Führungsgestell i der verschiebbaren Zunge 2 und dem Läufer 3. Der Läufer trägt
einen mittels der vorspringenden Zunge 4 lose aufsteckbaren Aufsatz, der aus einem
Grundrahmen 5, einer senkrechten Stütze 6 und dem Träger 7 für die Optik 8 besteht.
Die Teile 5, 6 und 7 sind bei 9 und io durch Gelenkzapfen miteinander verbunden.
Mittels der eingelegten bogenförmigen Federbänder ii und 12 werden die Teile 5 und
7 in der aus Abb. 2 ersichtlichen Winkellage gegenüber dem Teil 6 gehalten. Die
Federn ii und 12 ermöglichen aber zugleich das Zusammenklappen der Teile 5, 6 und
7, wobei die Teile 5 und 7 so einge= richtet sind, daß sie ineinandergreifen und
nach dem Zusammenklappen in dem hohlen Profil des Teiles 6 verdeckt liegen. Der
zusammengeklappte Aufsatz 5, 6, 7 kann auf dem Läufer 3 des Rechenschiebers verbleiben
oder getrennt vom Rechenschieber aufbewahrt werden.
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Die Ausführung nach Abb. 3 und 4 stimmt hinsichtlich der Ausbildung
der Einzelteile mit der Ausführung nach Abb. i und 2 im wesentlichen überein. Abweichend
von Abb. i und 2 ist aber der Rahmen 5- des Optikaufsatzes selbst als Läufer
des Rechenschiebers ausgebildet, so daß sich ein besonderer Läufer erübrigt. Die
Zusammenklappbarkeit der Vergrößerungsoptik ist in genau der gleichen Weise erreicht
wie bei der Ausführung nach Abb. i und 2.
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Nach Abb.5 und 6 sind an dem Läufer 3 des Rechenschiebers beiderseits
schwenkbare Stützen 13 angebracht, die mit den Trägern 14 des die Optik 8 tragenden
Rahmens 7a in den Gelenken 15 verbunden sind. Die Stützen 13 sind an dem
Läufer 3 und die Träger 14 an dem Rahmen 7a angelenkt, so daß der Rahmen 7a durch
entsprechendes Zusammenfalten der Arme 13, 14 bis zur Auflage auf dem Läufer
3 an den Rechenschieber herangeführt werden kann. Zur Sicherung der dargestellten
Stellung der Optik gegenüber dem Rechenschieber sind die Gelenke des Stützsystems
mit genügender Reibung ausgebildet. Die Abrückung der Optik 8 vom Rechenschieber
ist, wie Abb. 5 und 6 erkennen lassen, durch die die Gelenke 15 übergreifenden Verlängerungen
16 der Stützarme 13 begrenzt.