DE80433A - - Google Patents
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT
PATENTSCHRIFT
/ KLASSE 24: Feuerungsanlagen.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 30. Dezember 1893 ab.
Bei Staubkohlenfeuerungen hat sich der Uebelstand gezeigt, dafs es einer sehr sorgfältigen
Regelung des Zuges bedarf, um nicht Staubkohle unverbrannt zur Esse hinauszuführen.
Der Grund für dieses Hinausschleudern von unverbrannter Staubkohle ist darin zu suchen, dafs die einzelnen Kohlentheilchen
infolge ihres geringen Gewichtes leicht von dem ununterbrochenen Luftstrom mitgenommen
werden und eine so hohe Geschwindigkeit in dem Verbrennungsraum annehmen, dafs sie
den Weg durch die Feuerung in einer kürzeren Zeit zurücklegen, als zu ihrer Verbrennung
erforderlich ist.
Es hat sich gezeigt, dafs man diesem Mitfortreifsen unverbrannter Kohlentheilchen dadurch
vorbeugen kann, dafs man Luft nicht in gleichmäfsigem Strome, sondern stofsweise
in den Feuerungsraum einführt, indem man die Oeffnungsweite des Luftzulasses in kurzen
Zwischenräumen abwechselnd vergröfsert und verringert. Die bei der Erweiterung der Zulafsöffnung
in den Feuerungsraum stofsweise eindringende Verbrennungsluft vermag infolge ihres plötzlichen Eindringens den Kohlenstaubtheilchen
keine bestimmte Richtung zu geben, wie es ein ununterbrochener Luftstrom thun würde, sondern bewirkt nur ein Durcheinanderwirbeln·
der Kohlentheilchen und ein Aufwirbeln der gröfseren Theile, welche sich etwa am Boden des Feuerungsraumes abgelagert
haben. Die Kohlentheilchen werden demnach 'bei einer stofsweise mit Verbrennungsluft gespeisten
Feuerung langer als bei einer stetig gespeisten in dem Verbrennungsraum verbleiben
und vollständig verbrennen können. Ferner wird auch durch die plötzlichen Luftstöfse
eine gleichmäfsigere Vertheilung des Kohlenstaubes durch den ganzen Feuerungsraum erreicht und einer unvollkommenen Verbrennung,
wie sie durch stellenweise Anhäufung und Verschwelung des Staubes entstehen könnte,
vorgebeugt.
In Fig. ι bis 5 ist eine zur Ausführung des vorbeschriebenen Verfahrens verwendbare
Kohlenstaubfeuerung dargestellt, und zwar zeigen die Fig. 1 und 2 einen Zweiflammrohr-Kessel
in der Vorderansicht und im Längsschnitt, während Fig. 3, 4 und 5 Einzelheiten der zum zeitweiligen Oefifnen und Schliefsen
des Luftzulasses dienenden Einrichtung bedeuten.
Es ist angenommen, dafs der Kohlenstaub durch ein von der Achse A betriebenes Paternosterwerk
q zugeführt wird, von wo er durch die nach den Seiten sich abzweigenden Kanäle g
in die mit Deckeln w versehenen Aufgabetrichter α gelangt. Innerhalb der letzteren sind
je zwei Riffelwalzen k und m vorgesehen, von denen die erstere sich verhältnifsmäfsig langsam
um ihre Achse i dreht, event, noch zur Zerkleinerung des Kohlenstaubes dient und kleine
Mengen desselben zwischen die Riffeln η der auf der Welle / sitzenden, sich verhältnifsmäfsig
schnell drehenden Walze m fallen läfst. Der Antrieb der Welle / geschieht zweckmäfsig
von der Transmission A aus durch Seile, Ketten oder dergleichen. Von der Walze m
wird der Kohlenstaub auf ein Sieb d geworfen, welches über der mit einem Luftzulafs \ ver-
sehenen Luftkammer e angeordnet ist. Durch den Zug der Esse wird der Kohlenstaub von
diesem Siebe d fortgerissen und in die Feuerung hineingetragen. Unterhalb der Luftkammer
e ist der Luftzulafs j angeordnet, welcher durch die Klappe s periodisch geöffnet
und geschlossen werden kann. Der Antrieb dieser Klappe erfolgt durch das auf der Welle I
sitzende Excenter ο, welches an die Zugstange ρ angreift und vermittelst letzterer den
Hebel r dreht und damit auch die an diesen angelenkten Klappen s s bei jeder Drehung der
Welle Z öffnet und schliefst.
Behufs Regelung der gröfsten Oeffnungsweite kann man den Drehpunkt χ der Zugstange ρ
am Hebel r beliebig nach rechts oder nach links verstellen. Von dem Hebel r aus erfolgt
gleichzeitig auch der Antrieb der Walze k, und zwar durch eine Zugstange h, welche mit
ihrem einen Ende verstellbar an diesen Hebel r und mit ihrem anderen Ende an die drehbare
und mit einer Sperrklinkey versehene Spindel u
angelenkt ist. Die Spindel u ist an einer Welle c c gelagert und kann durch das Handrad
f nach Belieben weiter vor- oder zurückbewegt werden, um damit die Drehung der
mit einem Transportrade ν versehenen Welle i zu beschleunigen oder zu verlangsamen.
Das eingangs erwähnte Verfahren ist nicht nur für Kesselfeuerungen, sondern auch für
zu anderen Zwecken dienende Feuerungen anwendbar,· auch können an Stelle des dargestellten
Antriebes für die Lufteinlafsklappen s andere, dieselbe stofsweise Einführung der Verbrennungsluft
vermittelnde Vorrichtungen angeordnet werden.
Claims (2)
- Patent-Ansprüche:ι . Verfahren zum Betriebe von Staubkohlenfeuerungen, dadurch gekennzeichnet, dafs die Verbrennungsluft durch periodisch abwechselndes Vergröfsern und Verkleinern der. Luftzulafsöffnung stofsweise in den Verbrennungsraum eingeführt wird.
- 2. Zur Ausführung des unter i. gekennzeichneten Verfahrens an einer mit Zuführungs-' walze und Sieb versehenen Feuerung, die Anordnung einer durch Excenter oder Kurbelantrieb, der Drehung der Walze m entsprechend, von der Achse der Walze aus bewirkten abwechselnden Oeffnung und Schliefsung der Luftklappen s.HHierzu ι Blatt Zeichnungen.
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