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Schärf- und Abzieheinrichtung für Rasierklingen Vorliegende Erfindung
betrifft eine Schärf- und Abzieheinrichtung für Rasierklingen, bestehend aus einem
Rasierklingenhalter, der, ohne die Benutzung eines Streichriemens bekannter Art
auszuschließen, in Verbindung mit einer Abzieheinrichtung benutzt werden soll, welche
sich den Klingenschneiden seitlich anpaßt und diese bogenförmig angreifen. Das Wesentliche
der Erfindung besteht u. a. darin, daß i. der Klingenhalter die Rasierklingen durch
besondere Ausbildung gegen Bruch schützt, stets den gleichen Schliffwinkel sichert
und daß das Abziehen der Klingen in der Längsrichtung der Klingenschneiden erfolgt,
wobei durch besondere Einrichtungen der Klinge eine zusätzliche Bewegung senkrecht
zur Abziehrichtung, der Klingenschneide abgewandte Bewegung, erteilt wird, 2. die
Schärf- und Abziehflächen bogen- oder hallenförmig ausgebildet sind oder diese Formen
beim Abziehen der Klingen annehmen und sich der Art und Form der Klingenschneiden
anschmiegen können und das Bestreben haben, dieKlingenschneiden konvex- oder konkav
förmig anzugreifen.
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DieErfindung ist in denAbb. i bis io dargestellt, und zwar zeigt Abb.
i bis 3 den zum Abziehen der Rasierklingen erforderlichen Klingenhalter, Abb.4 bis
io einige Ausführungsbeispiele des dazugehörigen Abziehgerätes.
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In Abb. i bis 3 hält der Halter i die eingelegte Rasierklinge 2 in
bekannter Weise durch am unteren Schenkel 4 angeordnete Nocken 3, die in die Lochung
der Klinge nach Spreizen der Schenkel 4 und , eingeführt werden und welche in entsprechende
Aussparungen 5 des oberen Schenkels ,4' eingreifen, so daß die Klinge 2 gegen seitliche
Verschiebungen gesichert ist, mit eigener Federkraft fest. Das öffnen der Schenkel
4 und 4' des Halters i zum Einlegen und Herausnehmen der Klinge 2 kann
ebenfalls
in bekannter Weise erfolgen. In dem Ausführungsbeispiel erfolgt das Auseinanderspreizen
der Schenkel 4 und 4' des Halters i durch Zusammendrücken der Druckknöpfe 6 und
6'. Am Halter i sind erfindungsgemäß besondere Führungsrippen oder Führungsbahnen
7 und 7' angeordnet, die wechselseitig in der Längsrichtung des Halters i leicht
abweichen, wie die Abb. 3 zeigt. Diese Führungsrippen 7 und 7', die aufgelegt oder
deren Form durch andere Ausbildung erreicht werden kann, übernehmen beim Abziehen
der in den Halter i eingelegten Klinge 2 auf den Abziehflächen in der Längsrichtung
die Führung. Hierdurch macht die Klingenschneide beim Abziehen entsprechend den
geneigten Führungsbahnen 7 und 7' eine Bewegung, die sich ergibt einmal aus der
Abziehrichtung und einer zu dieser Richtung senkrechten, der Klingenschneide abgewandte
Bewegung, so daß die Abziehflächen bei ungeschickter Haltung des Klingenhalters
nicht beschädigt und auch die Klingenschneide selbst nicht in nachteiliger Weise
durch die Abziehflächen angegriffen werden. Gleichzeitig sichern die Führungsrippen
7 und 7' stets den gleichen Schliffwinkel. Diese Führungsrippen 7 und 7' können
auch durch schrägliegende Rillen ersetzt werden. Die Pfeile in Abb. 2 geben die
Strichführung beim Abziehen der Klinge an.
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Um die Klingen beim Abziehen gegen Bruch zu schützen, ist der Teil
der Schenkel 4 und 4' des Halters i, welcher die Klingen 2 umfaßt, bogenförmig ausgebildet,
wie die Abb.2 zeigt. Diese eigenartige Ausbildung hat den Vorteil, daß ein Bruch
bei Benutzung von dünnen spröden Klingen in gerader Richtung nicht eintreten kann,
sondern bogenförmig verlaufen muß. Hierdurch ist aber ein erheblich größerer Kraftaufwand
erforderlich, um die Klinge zum Bruch zu bringen.
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Abb. 4 und 5 zeigen ein Ausführungsbeispiel der Abzieheinrichtung
mit zwei Abziehflächen in Ansicht und Draufsicht. Auf dem Brettchen io sind Profilstücke
8 und 8' aus weichem Gummi, Schwammgummi o. dgl. angeordnet, über die ein Abziehband
9 gelegt ist. Die Form und Nachgiebigkeit dieser Profilstücke 8 und 8' ist derart
gehalten, daß die Abziehflächen des Abziehbandes 9 beim Abziehen der Klingen mittels
des Halters i genügend großen Widerstand entgegensetzen, sich der Form der Seitenflächen
der Klingenschneiden anpassen und diese infolge der gebogenen Form seitlich und
konvex- oder konkavförmig angreifen.
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In dem Ausführungsbeispiel nach Abb. 6 und 7 ist in der unteren Hälfte
das Abziehband 9 mit dem Profilstück i i aus Gummi o. dgl. fest verbunden, während
in der oberen Hälfte die für die Klingenschneide wirksam gebogene Form der Abziehflächen
erst beim Abziehen der Klingen durch den Klingenhalter i erreicht wird (strichpunktiert).
In diesen Ausführungsbeispielen werden dieKlingenschneiden seitlich und bogenförmig
in nachgiebiger Weise angegriffen. Diese Ausführungsformen unterstützen den Zweck
der Führungsrippen 7 und 7' des Halters i beim Abziehen der Klingen, da in diesen
Fällen die Führungsrippen 7 und 7' das Bestreben haben, nach der Mitte der Abzieheinrichtung
hin zu wandern.
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Die Abb. 8 und 9 zeigen ein Ausführungsbeispiel, bei dem die gebogene
Form der Abziehflächen ebenfalls beim Abziehen der Rasierklingen durch den Halter
i gebildet wird. Auf dem Brettchen 12 sitzen Gummistücke 13, über die das Abziehband
9 gelegt ist. Eingelegte Profilstücke 14 oder Gummirollen 15, deren Abstand durch
Bügel 16 annähernd der Rasierklingenbreite angepaßt ist, können seitlich verschoben
werden. Beim Abziehen der Klingen durch den Klingenhalter bildet sich ebenfalls
die strichpunktierte Form der Abziehflächen, die sich den Klingenschneiden seitlich
anpassen und diese bogenförmig angreifen. Man kann in diesem Ausführungsbeispiel
das obere Abziehband in zwei Abziehflächen mit verschiedener Angriffsschärfe einteilen
und durch Verschieben des Bügels 16 mit den Rollen 15 oder des Profilstückes 14
jede Stelle des Abziehbandes benutzen. Man kann auch das Profilstück 14 und die
Rollen 15 herausnehmen und die Abziehfläche in bekannter Weise benutzen. Dies kann
vorteilhaft sein, wenn man stumpfe keilförmig geschliffene Rasierklingen mit dem
Rasierklingenhalteri auf angriffsfreudigenAbziehflächenschärfen oder zur Politur
vorbereiten will.
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Abb. io zeigt eine vereinfachte Ausbildungsform des Ausführungsbeispiels
nach Abb. B. Über einen entsprechend gebogenen Metallstreifen 17 ist das Abziehband
9 gezogen. Auf diese Weise erhält die obere Hälfte des Abziehbandes drei Abziehflächen,
die in verschiedenen Angriffsschärfen benutzt werden können.