DE802652C - Deckenkonstruktion - Google Patents

Deckenkonstruktion

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DE802652C
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ceiling
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DEP8036A
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Gottfried Dipl-Ing Boehm
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    • EFIXED CONSTRUCTIONS
    • E04BUILDING
    • E04BGENERAL BUILDING CONSTRUCTIONS; WALLS, e.g. PARTITIONS; ROOFS; FLOORS; CEILINGS; INSULATION OR OTHER PROTECTION OF BUILDINGS
    • E04B7/00Roofs; Roof construction with regard to insulation
    • E04B7/14Suspended roofs

Landscapes

  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Architecture (AREA)
  • Physics & Mathematics (AREA)
  • Electromagnetism (AREA)
  • Civil Engineering (AREA)
  • Structural Engineering (AREA)
  • Building Environments (AREA)

Description

  • Deckenkonstruktion Die Erfindung bezieht sich auf eine Deckenkonstruktion, insbesondere für Räume monumentaler Prägung, wie Kirchen, Festhallen u. dgL, und betrifft eine besondere Art gebogener Raumdecken.
  • Die Anwendung gebogener Raumdecken erfolgt bisher im wesentlichen in der Form eines Gewölbes oder einer gewölbeähnlichen Decke, wie z. B. Kuppel, Tonnengewölbe, Kreuzgewölbe o. dgl. Das echte Gewölbe als Steinbau mit seinen wuchtigen Auflagemauern und Pfeilern kommt neuerdings immer seltener zur Ausführung. Durch den jeweiligen Mangel an Material, Arbeitskraft und Arbeitszeit oder auf Grund sonstiger wirtschaftlicher Erwägungen wurden Verfahren entwickelt, mit denen Gewölbedecken schneller, einfacher und billiger erstellt werden konnten. Mit Hilfe von Eisenkonstruktionen und Gewebedecken oder unter Nutzbarmachung der dem Eisenbeton zugrunde liegenden Bauart wurden Gewölbebauten geschaffen, bei denen man danach trachtete, möglichst das Steingewölbe in seiner Eigenart nachzuahmen. Man ließ hierbei absichtlich die durch die neue Bauweise und das neue Material sich ergebende Formgebungsmöglichkeit außer Betracht, weil man sich dieser nicht bewußtwarund auch nur danach strebte, lediglich die alte Form, z. B. das Gewölbe, in einem neuen Gewande erstehen zu lassen. So wirkt ein Rabitzgewölbe für das gesunde Empfinden des Bautechnikers widerspruchsvoll und stellt auch eine Materialvergeudung dar. Bei dem Eisenbeton für gebogene Raumdecken ist man insoweit schon weitergegangen, als man hier das Prinzip verwirklichte, das zu Tragende zum Tragenden zu machen. Beim Schalenkuppelbau übernimmt die dünnwandige Stahlbetonrotationsschale als eientliche Decke auch Kräfte der Tragkonstruktion' der gebogenen Decke. Hierbei verwendet man Netzwerke, die aber mehr steife Geflechte darstellen und stehende Stahlgerüste sind.
  • Diesen bisherigen Bauarten für gebogene Decken ist die Nachbildung von Wölbungen nach Art der Steingewölbe im wesentlichen gemeinsam, wenn auch die Stichhöhen anders, insbesondere erheblich geringer sein können als beim Steinbau, um die andere Eigenart der verwendeten Bauweise und des Baustoffes zu dokumentieren. Wie ein Steingewölbe gesetzt wird, d. h. von unten nach oben durch Aufsetzen einer Steinreihe auf der anderen fertiggestellt wird, so findet auch bei den bekannten Gewölbenachbildungen ein Aufbauen oder Aufrichten, z. B. eines stabilen Netzwerkes, statt, um die gebogene Decke erstehen zu lassen.
  • Die Erfindung geht von dem Gedanken aus, daß bei Verwendung von Netzwerken für gebogene Decken es nicht erforderlich und auch tunlich ist, diese N etze entweder in sich steif zur Aufstellung zu machen oder sie durch eine Vielzahl von Verbindungsstellen mit einem steifen Traggerüst so zu versteifen, daß sie entgegen dem Naturgesetz bei allem Hängenden nach oben gewölbt verbleiben. Nur im Einklang an das frühere Steingewölbe vermag man solchen Decken aus Netzwerk einen Anspruch auf Schönheit zu verleihen. Der Erfindung liegt vielmehr die Erkenntnis zugrunde, daß dem Netzwerk eine naturgegebene Formschönheit innewohnt und man diese erst dann zur Geltung bringt, wenn das Netzwerk in die für es charakteristische Form gebracht wird. Hierbei ergibt sich nicht nur eine ästhetische oder künstlerische Wirkung, sondern die Anordnung des Materials in ihrer zweckentsprechenden Form zeitigt auch eine technische Vervollkommenheit, wie die Technik auf mehrfachen Gebieten bereits allgemein erwiesen hat.
  • Die Erfindung zeichnet sich im wesentlichen durch eine Raumdecke mit hängenden Bogen aus, bei denen die Deckenfläche in der Weise gespannt ist, daß sie entsprechend der Spannung durchhängend fällt. Hierbei wird die hängende Deckenfläche vorteilhaft durch Kettenlinien unterteilt, die aus hängenden Seilen, entsprechend biegsamen Rundeisen o. dgl. gebildet werden und infolge der Hängespannung Seilformen annehmen. Für die gebogenen Deckenflächen selbst verwendet man vorzugsweise Gewebe, Netze o. dgl., die ausreichend biegsam sind, um je nach der angewendeten Spannung ein entsprechendes elastisches . Durchhängen der Gewebe- oder Netzflächen zu gewährleisten. Diese so fallenden Deckenflächen werden sodann torkretiert.
  • Durch eine solche Ausbildung gebogener Raumdecken ergeben sich Vorzüge sowohl in künstlerischer Hinsicht als auch auf dem technischen und wirtschaftlichen Gebiet. Man kennt zwar bereits die Anwendung von Geweben o. dgl. mit einer Putzschicht für Raumdecken. Es handelt sich hierbei um die gerade, ebene Decke oder die Nachahmung einer Gewölbedecke. In beiden Fällen wird das Gewebe lediglich als Ersatzbaustoff verwendet, wobei das Funktionelle eines Gewebes nicht zur Wirkung und zum Ausdruck kommt. Demgegenüber besteht die Erfindung aus der Gestaltung von Raumdecken aus durchhängenden Deckenflächen, d. h. aus hängenden Bogen, die dem Raum eine besondere Eigenart und Prägung verleihen und die technisch eine Neugestaltung des gesamten Baues zur Folge haben.
  • Die Gehängekonstruktion wirkt sich in der Ausbildung des Daches günstig aus. Im Gegensatz zum Gewölbe wird sich zum großen Teil der Zug des Gehänges vom Dachstuhlschub subtrahieren. Vielfach wird sich eine Art Fischbauchträger oder Zweigelenkbogenträger ergeben, wobei die Obergurte die Dachhaut und die Untergurte die Kettenlinie der Decke bilden. Im Gegensatz zur Deckenwölbung, bei der das Netzwerk der Gewölbeform angepaßt werden muß, wird eine wesentliche Materialersparnis erzielt. Bei der Nachahmung von Gewölben (Kuppel, Tonne oder sonst eine Wölbung) weist die Dach- oder Deckenkonstruktion eine Menge von Druckstäben auf, die auf Knickung beansprucht werden. Dies hat eine besondere Versteifung der Konstruktion zur Folge, die Arbeit und Material kostet. Bei dem Hängesystem gemäß der Erfindung wird eine Knickgefahr ausgeschaltet, da ja alles hängt und auf Zug beansprucht wird. Druckstäbe werden Zugseile, die statisch viel günstiger auszuwerten sind. Die Beseitigung der Knickgefahr bedeutet eine große Materialersparnis an Stahl.
  • Bei den bisherigen gewölbten Decken war man wegen-der labilen Konstitution des Gewebes gezwungen, eine Menge von Eisen zu legen, an denen das Netzwerk möglichst oft und in kurzen Abständen angehängt werden konnte. Dies besonders deshalb, um der Gefahr des Durchhängens zu begegnen, da sonst die Unechtheit des Scheingewölbes von vornherein offensichtlich wäre. Diese Gefahr des Durchhängens und damit der Aufdeckung eines Vorgetäuschten kann nicht auftreten, wenn man erfindungsgemäß das Gewebe seiner Eigenart entsprechend verwendet, wenn es also hängt. Das Netzwerk wird hierbei weniger leicht und auffällig von der vorgeschriebenen Form abweichen, da seine Tendenz dieser nicht entgegensteht, sondern gleichlaufend ist. Bei der erfindungsgemäßen Anwendung braucht also das Netzwerk des Gehänges wesentlich seltener geknüpft zu werden als das des Gewölbes, so daß die für das Netzwerk notwendigen Formstähle in bedeutend weiteren Abständen voneinander gehängt werden können. Es tritt wiederum eine erhebliche Einsparung an Stahl ein.
  • Zu dieser Gewichtsersparnis kommt noch hinzu, daß die Deckenfläche an sich nur dünn torkretiert zu werden braucht, insofern, als der Beton lange nicht mehr wie im umgekehrten Sinn beim Gewölbe so stark versteifend wirken muß. Es wird damit beim Erfindungsgegenstand das Verhältnis von Fläche zum Materialgewicht ganz bedeutend günstiger. Dies kommt der Dimensionierung der Stahlstäbe sowie dem ganzen Bau zugute. Die Auflager für die Deckenkonstruktion können schwächer gehalten werden als bei den bisherigen Gewölben. Pfeiler, Sätil(n und Wände brauchen nicht mehr so stark geit@i.'.ten zu werden wie üblich.
  • Aber nicht nur auf rein wirtschaftlichem Gebiet ist das Vorteilhafte des Erfindungsgegenstandes begründet. Die Decken mit hängenden Bogen bieten neue Möglichkeiten der Architektonik und überhaupt der Gestaltung von Räumen. Die Benutzung des Hängenden unter stärkster statischer Ausnützung ergibt kunstvoll wirkende Ausdrucksformen, gerade weil der Eigenart und der Natur des verwendeten Materials, nämlich des Gewebes oder Netzwerks, das hängen will, kein Zwang angetan wird, wie es bei den Gewölben nach bisheriger Art, außer dein Steingewölbe, der Fall ist. Die Decken und Räume wirken ästhetisch schön und angenehm. In Abkehr von der bisherigen Anschauung für gebogene Decken (Gewölbe) wirkt der ganze Raum mit der Decke mit hängendem Bogen gemäß der Erfindung leicht. Denn die Wände können dünn bleiben, so wie es die Betonkonstruktion und Isolierung verlangt, und Säulen werden zu Stäben. Es ist hierbei eine Unmenge neuer --Mög- lichkeiten für liebevolle und monumentale Formgebung in Stahlbeton gegeben.
  • Es hat sich gezeigt, daß Kirchen, deren Gewölbe durch den Krieg zerstört worden sind und aus Mangel an allein nicht wieder aufgebaut werden können, mit Hilfe der erfindungsgemäßen Bauweise so wiederhergestellt -,werden können, daß sie eine ihrer Bestimmung würdige Ausdrucksform erhalten. Die auf sich sell)st beruhende ansprechende Deckenform gemäß der Erfindung läßt den Gedanken eines Vergleichs mit einem Gewölbe und damit einer -Nachahmung gar nicht hochkommen, und darin liegt zugleich die Stärke der Ausdrucksform und der künstlerischen Wirkung. Ferner können auch Festhallen und ähnliche Räume würdig gestaltet werden. Je nach Höhenunterschied der Seilenden und der Spannung der Seile, zwischen denen die Netze unterschiedlich durchhängen können, lassen sich die verschiedensten Wirkungen erzielen.
  • Es ergibt sich bei der Erfindung ferner, daß die Decke mit hängenden Bogen die raumakustische @i'irkung verbessert. Es ist bekannt, daß die Gewölbebauten stark den Nachhall fördern, weshalb man zum Einbau schalldämpfender Flächen oder sonstigen Formänderungen gezwungen war. Bei der erfindunggemäßen Deckenform ist dies nicht nötig. Sie ist gerade durch ihre hängenden Bogen in akustischer Wirkung den gekrümmten Decken anderer Konstruktionen überlegen, ohne daß akustische Nachteile anderer Art in Kauf genommen werden müssen.

Claims (3)

  1. P @TENTANSPRUCHE: i. Deckenkonstruktion, insbesondere für Räume monumentaler Prägung, wie Kirchen, Festballen u. dgl., gekennzeichnet durch eine Raumdecke mit hängenden Bogen, bei der die Deckenfläche in der «"eise gespannt ist, daß sie entsprechend der Spannung durchhängend fällt.
  2. 2. Deckenkonstruktion nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die bogenartig hängende Deckenfläche durch Kettenlinien unterteilt ist, die infolge der Hängespannung Seilform annehmen und durch hängende Seile entsprechend biegsame Rundeisen o. dgl. gebildet werden. 3. Deckenkonstruktion nach den Ansprüchen i und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Deckenfläche aus Geweben, Netzen, Geflechten o. dgl. besteht, die zum bogenartigen Durchhängen biegsam sind und dünn torkretiert werden können. d. Deckenkonstruktion nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß bei Verbindung der Decke mit der Dachkonstruktion die Untergurte als Seile o. dgl. die Kettenlinien der hängend fallenden Decke bilden.
  3. 3. Deckenkonstruktion nach den Ansprüchen i bis 4, gekennzeichnet durch die Anordnung von Innenstützen, Säulen o. dgl., von deren oberen Enden oder Spitzen die Bogendecke mit oder ohne Kettenlinien hängend fällt.
DEP8036A 1948-10-02 1948-10-02 Deckenkonstruktion Expired DE802652C (de)

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