DE801775C - Verfahren zur Herstellung eines Gewebes von wollartigem Aussehen - Google Patents

Verfahren zur Herstellung eines Gewebes von wollartigem Aussehen

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DE801775C
DE801775C DEP7157A DEP0007157A DE801775C DE 801775 C DE801775 C DE 801775C DE P7157 A DEP7157 A DE P7157A DE P0007157 A DEP0007157 A DE P0007157A DE 801775 C DE801775 C DE 801775C
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DEP7157A
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Otto Dr Heimeran
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    • DTEXTILES; PAPER
    • D06TREATMENT OF TEXTILES OR THE LIKE; LAUNDERING; FLEXIBLE MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • D06CFINISHING, DRESSING, TENTERING OR STRETCHING TEXTILE FABRICS
    • D06C17/00Fulling

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Mechanical Engineering (AREA)
  • Textile Engineering (AREA)
  • Woven Fabrics (AREA)
  • Artificial Filaments (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung eines Gewebes von wollartigem Aussehen I?s ist bekannt, daß sich WollgeNvebe walken lassen, wodurch neben einer Zunahme der Gewebedicke eine größere Fadendichte und eine filzartige Verbindung der Fäden erreicht werden. Auch bei Zellwoll-Geweben wurde der Versuch gemacht, diese zu walken, um dadurch ein möglichst knitterfreies und geschlossenes Gewebe zu erhalten. Alle bisher angestellten Versuche haben aber fehlgeschlagen, und man hat es daher aufgegeben, Zellwoll-Gewebe dem Walkvorgang zu unterziehen. Reine Zellwoll-Gewebe ohne Beimengung von Wollfasern galten bisher in der einschlägigen Fachwelt allgemein als nicht walkbar.
  • Gemäß der Erfindung wurde nun gefunden, daß es entgegen der allgemeinen Auffassung unter bestimmten Voraussetzungen doch möglich ist, Zellwolle zti walken und ihr dadurch ein wollartiges Aussehen und wollartige Eigenschaften zu verleihen. Demgemäß ist das Einwalken von Zellwoll-GeNveben möglich, wenn Zellwollfaser mit bestimmten Eigenschaften gewählt und mit möglichst losen Gewebebindungen verarbeitet wird. Das Einwalken wird begünstigt durch Fasern von entsprechender Feinheit; außerdem neigt eine kurze Faser mehr zum Ein,#valken als eine lange Faser. Ferner wird der Walkvorgang begünstigt durch eine gekräuselte oder verstreckte (flochfestzellwoll-)Faser. Als zum Walken geeignet haben sich Zellwollgewebebindungen mit losem Fadenverlauf erwiesen. Als besonders geeignet kann inan die sog. verbundenen Hohlstoffe (Doppelgewebe) bezeichnen. Gute Walkergebnisse werden auch dann erzielt, wenn man zwischen den beiden GeNveben eine Lage von dicken Fäden als Füllmaterial vorsieht. Es ergeben sich dadurch Stoffe von besonders großer Dicke und Weichheit. Ungeeignet zum Verwalken sind Leinwandbindungen und ähnlich enge Fadenabbindungen.
  • Die technische Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens beginnt mit der richtigen l,' 2iseratisw=ahl. Auf Grund langjähriger Versuchsarbeiten wurde gefunden, daß das Einwalken möglich ist bei Zellwollfaser von feinem Titer, z. B. 1,2 den., und einer nicht zu großen Schnittlänge, z. B. 4o nim. Vorteilhaft ist es, wenn diese Faser außerdem eine gute Kräuselung aufweist bzw. wenn eine verstreckte Faser verwendet wird. Die Walkfähigkeit der Zellwoll-Gewebe ist ferner sowohl bei einfachen Garnen als auch Zwirnen gegeben, sofern die Garn- und Zwirndrehungen weich gewählt werden. Die Verbindung der verschiedenen Fäden miteinander durch Verfilzen wird jedenfalls um so mehr begünstigt, je weicher die Garn- bzw. Zwirndrehungen sind.
  • Zur Beschleunigung des Walkverfahrens der Zellwolle ist es wesentlich, daß eine gleichmäßige Wärme gehalten wird. Als Walkflotten werden vorteilhaft Seifenbäder verwendet. Es hat sich aber gezeigt, daß sich die Zellwolle auch in alkalischen oder leicht sauren Flotten walken läßt. Hierdurch werden das Aussehen und die Griffigkeit der gewalkten \\'arebeeinflußt. Zur Erzielungguter Ergebnisse hat sich beispielsweise auf der Zy-linderwalke eine Walkdauer von io bis 2o Stunden als erforderlich erwiesen; das Walken mit reichlicher Flotte ergibt eine glatte Oberfläche des gewalkten Gewebes, während ein trockeneres Walken einen kräftigeren Effekt, aber mehr eine rauhwarenähnliche Oberfläche ergibt.
  • Die überraschende Wirkung des erfindungsgemäß ausgeführten Verfahrens geht u. a. auch aus nachstehenden Ausführungsbeispielen hervor: i. Ein Zellwoll-Gewebe von 120 cm Rohbreite wurde auf 76 cm Fertigbreite eingewalkt bei entsprechendem Einlauf in der Länge der Ware.
  • 2. Bei einem Handversuch von i Stunde Dauer wurde ein Gewebe aus 40/i,5 Kelheimer Zellwolle mit einem Gewicht von 231 g/m2 und einer Dicke von i,o mm auf ein Gewebe mit einem Gewicht von 564 g/nl'2 und einer Dicke von 2,7 mm eingewalkt; die Fläche der gewalkten Probe war etwa 41 °/o der Fläche des Rohgewebes. Wenn es auch praktisch ini allgemeinen nicht nötig ist, so stark einzuwalken, so erhellt daraus die große Walkfälligkeit der Zellwolle, sofern gemäß der Erfindung verfahren wird.
  • Bei den gewalkten Zellwoll-Geweben findet man, daß sämtliche Kett- und Schoßfäden einen stark welligen Verlauf nehmen, und zwar nicht nur senkrecht zur Gewebefläche, was durch die Bindung bedingt ist, sondern auch in der Gewebefläche. Der Verlauf der einzelnen Fäden ist bei stark eingewalkten Geweben nur noch mühsam oder überhaupt nicht mehr festzustellen. Die Verfilzung der einzelnen Fäden miteinander ist so fest geworden, daß eher ein Bruch der Fäden oder Fasern eintritt, als daß die Verfilzung nachgibt.
  • Die praktische Bedeutung der Erfindung liegt darin, daß es gelingt, aus Zellwolle Stoffe herzustellen, die ein wollartiges Aussehen haben und sich besser tragen lassen als die sonst aus Zellwolle lierstellbaren Gewebe. Es hat sich gezeigt, daß die gewalkten Zellwoll-Gewebe eine große Fähigkeit haben, Formveränderungen, Knitter, Beulylngen usw. wieder auszugleichen, so daß sie als Oberbekleidungsstoffe mit gutem Erfolg verwendet werden können. Der Glanz der Zellwoll-Gewebe, der in manchen Fällen unerwünscht ist, wird durch das Einwalken bedeutend herabgemindert. Er kann aber auch in bekannter Weise durch Mattierung der Faser bzw. Mattieren der Gewebe ganz zum Verschwinden gebracht werden.
  • Die erfindungsgemäß gewalkte Zellwolle hat außer den aufgeführten praktischen Eigenschaften auch ein schönes Aussehen. Durch die vielseitige Verwendungsmöglichkeit der sich ergebenden Stoffe sind der Zellwolle Anwendungsgebiete erschlossen worden, die ihr bisher zum größten Teil versagt waren.

Claims (5)

  1. PATENTANSPRUCHE: i. Verfahren zur Herstellung eines Gewebe von wollartigem Aussehen und wollartigen Eigenschaften, dadurch gekennzeichnet, daß Zellwoll-Gewebe von möglichst feiner, zweckmäßig gekräuselter oder verstreckter Faser und mit möglichst loser Gewebebindung einem Walkverfahren unterworfen werden.
  2. 2. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß Fasern von einer Schnittlänge bis etwa 4o mm zur Anwendung kommen.
  3. 3. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß Zellw-oll-Gewebe in Form von sog. verbundenen Hohlstoffen (Doppelgewebe), gegebenenfalls unter Zwischenlage von dicken Fäden als Füllmaterial, angewendet werden.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch i bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß sich der Walkvorgang bei zweckmäßig gleichbleibender Wärme über eine Dauer von io bis 20 Stunden erstreckt.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß als Walkflotten Seifenbäder, alkalische oder leicht saure Flotten verwendet werden.
DEP7157A 1948-10-02 1948-10-02 Verfahren zur Herstellung eines Gewebes von wollartigem Aussehen Expired DE801775C (de)

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