DE79506C - Apparat zum Mischen und Vertheilen von antiseptischen Flüssigkeiten, Salzlösungen u. dergl - Google Patents
Apparat zum Mischen und Vertheilen von antiseptischen Flüssigkeiten, Salzlösungen u. derglInfo
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- A61—MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
- A61L—METHODS OR APPARATUS FOR STERILISING MATERIALS OR OBJECTS IN GENERAL; DISINFECTION, STERILISATION OR DEODORISATION OF AIR; CHEMICAL ASPECTS OF BANDAGES, DRESSINGS, ABSORBENT PADS OR SURGICAL ARTICLES; MATERIALS FOR BANDAGES, DRESSINGS, ABSORBENT PADS OR SURGICAL ARTICLES
- A61L2/00—Disinfection or sterilisation of materials or objects, in general; Accessories therefor
- A61L2/16—Disinfection or sterilisation of materials or objects, in general; Accessories therefor using chemical substances
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMTXt
PATENTSCHRIFT
KLASSE 30: Gesundheitspflege.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 5. August 1894 ab.
Den Gegenstand der vorliegenden Erfindung bildet ein Apparat, der dem Zwecke dient, eine
antiseptische Flüssigkeit bezw. Lösung in beliebigen Verhältnissen in unter Druck stehendem
Leitungswasser oder auch in reinem Wasser zu vertheiien oder .mit demselben zu vermischen,
und zwar in der Weise, dafs der Druck dieses Wassers dazu benutzt wird, den
Mischprocefs zu vollführen.
' Das mit der antiseptischen Flüssigkeit zu mischende Wasser gelangt zu dem Zwecke in den im wesentlichen aus einem Cylinder bestehenden Apparat, in dem sich, unter dem Drucke des Wassers, ein Kolben bewegen kann, der die antiseptische Flüssigkeit zurückdrängt und zwingt, in denjenigen Theil des Cylinders zu fliefsen, in den das Wasser eintritt und wo die Mischung stattfindet. Ist dann das Wasser mit der antiseptischen Flüssigkeit fertig gemischt, so wird es mittelsi 'eines Spritzrohres nach den beabsichtigten Stellen geleitet.
' Das mit der antiseptischen Flüssigkeit zu mischende Wasser gelangt zu dem Zwecke in den im wesentlichen aus einem Cylinder bestehenden Apparat, in dem sich, unter dem Drucke des Wassers, ein Kolben bewegen kann, der die antiseptische Flüssigkeit zurückdrängt und zwingt, in denjenigen Theil des Cylinders zu fliefsen, in den das Wasser eintritt und wo die Mischung stattfindet. Ist dann das Wasser mit der antiseptischen Flüssigkeit fertig gemischt, so wird es mittelsi 'eines Spritzrohres nach den beabsichtigten Stellen geleitet.
' Der neue Apparat ist besonders dazu bestimmt,
die Wege, öffentlichen Plätze, Trottoire mit ihren Rinnsteinen, die Einfassungen
von Bäumen, die Bänke und Sitze auf Promenaden und anderen Orten, die öffentlichen
Marktplätze, die Höfe, Säle, Ausgufskanäle, Hallen, Waggons, Fäcaden von Häusern, überhaupt
alle mittelst der bisher bekannten Vorkehrungen erreichbaren oder nicht erreichbaren
Flächen, auf denen sich vorzüglich Hausabfälle, in Fäulnis befindliche organische Stoffe
ansammeln, zu besprengen und zu desinficiren. Eine Desinfectioh solcher Flächen ist oft viel
nöthiger als diejenige der Fahrwege, die heute beinahe ausschliefslich ausgeführt wird.
Des Ferneren erfordert das eine Desinfection bewirkende Sprengen mit dem neuen Apparat
nicht mehr Arbeitskräfte, als das gewöhnliche Sprengen mit Wasser. Der Verbrauch an
antiseptischen Mitteln ist hierbei dadurch auf das geringste Mäfs beschränkt, dafs ihre innige
Mischung mit dem Wasser unter Druck und durch diesen Druck selbst geschieht, was eine
gleichförmige und genügende Vertheilung dieser Mittel ermöglicht.
Der Apparat ist in seiner Anwendung viel praktischer als die gewöhnlichen Vorkehrungen,
die entweder im Vertheiien von irgend welchen antiseptischen Lösungen mittelst eines
durch Pferde oder Menschen gezogenen Behälters oder Gefäfses bestehen, wobei nur
Fahrwege besprengt werden können, oder darin, · dafs man mittelst einer Giefskanne die Flüssigkeit
vertheilt, was aber ein unvollkommenes und kostspieliges Verfahren ist und nur bei
beschränkten und leicht zu erreichenden Flächen angewendet werden kann.
In der beiliegenden Zeichnung ist eine Ausführungsform eines Apparates dargestellt, dessen
Wirkungsweise auf dem Grundgedanken beruht, welchen die Erfinder unter Schutz zu
stellen wünschen.
Fig. ι ist ein senkrechter Schnitt und
Fig. 2 eine Oberansicht des Apparates.
Der Apparat besteht aus einem Behälter a von cylindrischer Gestalt. Dieser Behälter ist
an seinen beiden Enden je durch einen angeschraubten Deckel a' verschlossen. Im
Innern des Behälters kann sich ein gewöhnlicher Pumpenkolben b bewegen, der mit Ledermanschetten b1 b1 ausgestattet ist. Die Ledermanschette
wird zwischen den Platten b2 b2
gehalten. Die Platten b'2 tragen zwei Stangen b3 £>3, von denen eine jede mit einem Ring b*
ausgerüstet ist und an im Innern des Cylinders α vorgesehenen Augen a2 a1 geführt wird.
Die Augen a2 begrenzen die aufsteigende Bewegung des Kolbens b.
Der obere Deckel al ist mit zwei mit Gewinde
versehenen Rohrstutzen c c1, sowie mit zwei Schraubpfropfen d d1 ausgerüstet, während
der untere Deckel auf seiner Innenseite eine angegossene Warze trägt, die die Abwärtsbewegung
des Kolbens b begrenzt, damit der Kolben am Ende seine Hubes nicht mit der
einen der Ledermanschetten bl aufstofsen kann.
Aufserdem besitzt der Cylinder a einen Rohrstutzen /, auf den eine oben durch den
Schraubpfropfen /2 geschlossene Röhre fl aufgesetzt
ist. Nahe ihrem oberen Ende zweigt von der Röhre f1 ein Hahn g ab. Dieser
Hahn verbindet die Röhre /' mit dem oberen Theil des Cylinders a mit Hülfe einer dünnen
Röhre h; die Röhre h ist an ihrem freien Ende gespalten und mit einem konischen Gewinde
versehen, über das eine Kappe h1 von ebenfalls konischer Gestalt geschraubt ist. Das
geschlitzte Ende mit der Kappe h1 steht gegenüber
der Oeffnung des Rohrstutzens c.
Eine Röhre i, die oben ebenfalls durch einen Schraubpfropfen z1 geschlossen sein kann,
gestattet, das Innere des Cylinders α mit der Atmosphäre in Verbindung zu bringen, wie
dies weiter unten erklärt werden soll. An passenden Stellen angebrachte Verschraubungen k
und kl erleichtern das Reinigen des Apparates.
Um in den Apparat die antiseptische Lösung oder Flüssigkeit einzubringen, schraubt man die
Pfropfen/2 und i1 ab und bringt den Kolben
b in seine höchste Hubstellung, indem man an den Stangen b3 bs mit Hülfe von durch
die Oeffnungen der Pfropfen d dl gesteckten ■Haken zieht, die in die Ringe Z>* i»4 dieser
Stangen fassen. Die zwischen dem Kolben und dem oberen Deckel a1 befindliche Luft kann
hierbei durch das Rohr i und durch h, g entweichen. Man schliefst den Hahn g und giefst
sodann in das Rohr fl die antiseptische Flüssigkeit oder Lösung ein, die mit dem
Wasser vermischt werden soll, und schraubt dann die Pfropfen /2 und i1 wieder auf die
Röhren/1 und i; jetzt öffnet man den Hahn g und läfst das Wasser durch den Stutzen c in
den Cylinder α einströmen, aus dem es bei c1
wieder austritt. Unter der Wirkung des gleichmäfsigen Druckes, den das bei c ein- und bei
c1 ausströmende, den Raum über dem Kolben
b füllende Wasser besitzt, sowie unter dem Eigengewicht des' Wassers bewegt sich der
Kolben b im Cylinder α nach abwärts und drängt hierbei die antiseptische Flüssigkeit.durch
das Rohr/1, den Hahn g und das Rohr h vermöge der feinen Schlitze in letzterem in
fein vertheiltem Zustande in den über dem Kolben befindlichen Cylinderraum.
Das durch den Stutzen c zufiiefsende Wasser mischt sich also mit der antiseptischen Flüssigkeit,
um mit derselben zugleich durch ein Mundstück oder Spritzrohr zu entweichen, in
welches ein auf den Stutzen cl aufgeschraubtes Rohr endigt. Dieses Spritzrohr kann in jedem
Sinne gerichtet werden, so dafs es, wie schon bemerkt, möglich ist, jeden im Bereiche des
Strahles liegenden Ort zu desinficiren. Da ferner der Apparat leicht tragbar ist, so folgt,
dafs man jeden Ort mit dem desinficirenden Wasserstrahl erreichen kann.
Die Schlitze am Ende des Röhrchens h können durch die Kappe h1 verlängert und
verkürzt werden; man kann somit, wie leicht verständlich, durch Auf- und Niederschrauben
der Kappe h1 die Mischverhältnisse der Desinfectionsflüssigkeit
und des Wassers nach Belieben, ändern bezw. ein für alle Mal regeln.
Das Entweichen der unter dem Kolben befindlichen Flüssigkeit findet selbstthätig und
mit vollkommener Regelmäßigkeit statt. Die ■ Ausflufsmenge der antiseptischen Flüssigkeit
richtet sich hierbei nach der Menge des durch den Apparat fliefsenden Wassers. Mit der
Menge des durchfliefsenden Wassers vermehrt sich oder verringert sich nämlich gleichzeitig
auch der auf den Kolben b wirkende Druck und somit, mit diesem proportional, auch die
vorher durch die Kappe hl eingestellte Menge
der aus dem Röhrchen h austretenden Desinfectionsflüssigkeit.
Der beschriebene Apparat braucht nicht allein zu Desinfectionszwecken verwendet werden,
man kann ihn aufserdem z. B. zum Besprengen von mit der Reblaus behafteten Weinstöcken,
zum' Abspritzen von Bäumen, Begiefsen der letzteren mit einer düngenden Flüssigkeit, zum
Löschen von Bränden und allen anderen ähnlichen Zwecken verwenden, indem man, je nach
den Umständen, die antiseptische Flüssigkeit durch Schwefelkohlenstoff, eine die Reblaus
tödtende Flüssigkeit, schweflige Säure und überhaupt irgend eine dem Verwendungszweck
entsprechende Flüssigkeit ersetzt.
Die Schraubenstutzen c und c1 können ferner
ebensogut am Cylinder a selbst angeordnet werden, oder auch am unteren Deckel α\ oder
man kann den einen dieser Stutzen im Cylin-
der α, den anderen hingegen am oberen Deckel αΎ anbringen. Der Cylinder α kann
eine horizontale, verticale oder geneigte Lage einnehmen. Die Röhren ff1, in die die antiseptische Flüssigkeit oder eine andere Mischlösung
eingegossen wird, können am Apparate anders und zwar so angeordnet sein, dafs am
Ende des Arbeitsganges des Apparates die ganze Menge des antiseptischen Mittels oder
der Lösung verbraucht ist.
Schliefslich ist noch zu bemerken, dafs der eben beschriebene Apparat bezüglich seiner
Form und Gröfse, sowie des verwendeten Materials vielen Abänderungen unterworfen werden
kann, ohne dadurch das Wesen der Erfindung zu verändern.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Ein Apparat zum Mischen und Vertheilen von antiseptischen Flüssigkeiten, Salzlösungen und dergleichen mit unter Druck befindlichem Wasser in regelbaren Verhältnissen, bestehend aus einem Cylinder, in welchen das unter Druck befindliche Wasser einströmt, um einen Kolben in Bewegung zu setzen, welcher Kolben dann die Flüssigkeit oder Lösung durch ein einstellbares Brauserohr drängt und in denjenigen Theil des Cylinders eindrückt, in welchen das unter Druck stehende Wasser eintritt, wo sonach der Mischprocefs stattfindet, und aus welchem Theil dann das Wasser austritt, um mittelst eines Strahlrohres oder Spritzrohres vertheilt zu werden.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE79506C true DE79506C (de) |
Family
ID=352141
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT79506D Expired - Lifetime DE79506C (de) | Apparat zum Mischen und Vertheilen von antiseptischen Flüssigkeiten, Salzlösungen u. dergl |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE79506C (de) |
-
0
- DE DENDAT79506D patent/DE79506C/de not_active Expired - Lifetime
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