DE7948A - Verfahren und Apparat, um Anilinbronze iristrend zu machen - Google Patents
Verfahren und Apparat, um Anilinbronze iristrend zu machenInfo
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Description
1879.
Klasse 8.
E. LEWINSOHN in BERLIN. Verfahren und Apparat, um Anilinbronce irisirend zu machen.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 13. März 1879 ab.
Das denGebrüdernDupin in Paris am 15. October
1878 unter No. 125306 für Frankreich patentirte und von E. Lewinsohn erworbene
Verfahren bezweckt, künstliche Gräser, Federn, Flügel und andere Gegenstände, welche mit einer
Anilinbronze (300 g Fuchsin und 200 g Schellack in 3 1 Alkohol) bestrichen sind, zu »irisiren«,
d. h. in die verschiedenen Farben des Anilin nach und nach umzuwandeln. Nach dieser Methode
richtet man aus Chlorkalk und Wasser einen ziemlich weichen Brei an, breitet denselben auf
einem rings mit einem Rand versehenen Brett aus, und bedeckt die möglichst eben herzustellende
Oberfläche mit einem Bogen Löschpapier so, dafs derselbe überall recht gleichmäfsig anliegt.
Nach Verlauf eines Tages werden dann die bronzirten und gut getrockneten Gegenstände
mit der glänzenden Seite auf die Löschpapierfläche gelegt, und erfahren durch das
aufsteigende Chlorgas je nach der Wirksamkeit des Clorkalks in 1 bis 4 Stunden durch Oxydation
eine Farbenveränderung.
Dieses Verfahren leidet an den Mängeln, dafs je nach dem Abstande der bronzirten
Fläche von der Papieroberfläche die Wirkung verschieden intensiv ist, dafs daher Flecke auf
den exponirten Gegenständen entstehen und Gleichfarbigkeit kaum zu erzielen ist, insbesondere,
dafs stark concav oder convex gekrümmte oder durchbrochene Gegenstände bei dieser
Methode fast unbrauchbar ausfallen, weil die berührenden Theile schon alle Farbenstadien
durchlaufen haben, wenn die entfernteren noch kaum eine merkliche Einwirkung erfahren; dafs
ferner die Farbenveränderung der Beobachtung durch das Auge, also der Controle des Arbeiters
entzogen ist, endlich, dafs die Wirkung eine sehr langsame ist.
Dieses Verfahren ist nun in folgender Weise verbessert worden:
1. Statt den Chlorkalk zu befeuchten, verwendet man ihn in gut getrocknetem Zustande
und erwärmt denselben. Hierdurch wird der gewünschte Effect binnen weniger Minuten erzielt.
2. Für Gegenstände, bei welchen vollkommene Gleichfarbigkeit nicht erforderlich ist,
verwendet man einen etwa 8 cm hohen, mit einem Deckel verschliefsbaren Kasten. Auf
dem Boden desselben wird eine Schicht trocknen Chlorkalks ausgebreitet, der bronzirte Gegenstand
aber unter dem Deckel befestigt 'dergestalt, dafs die bronzirte Fläche dem Chlorkalk
zugewendet ist; Fenster in der Seitenwand des Kastens gestatten die Beobachtung des Processes,
der bei genügender Erwärmung binnen weniger Minuten vollendet ist.
3. Für Gegenstände, deren Oberfläche besonders sauber und gleichfarbig ausfallen soll,
ist der in der beiliegenden Zeichnung in zwei Querschnitten und im Grundrifs dargestellte
Apparat construirt worden. In den Boden eines gröfseren viereckigen Kastens A ist eine
Reihe von parallelen schmalen Behältnissen B eingelassen, welche zur Aufnahme des Chlorkalks
bestimmt sind. Die Seitenwand C des Kastens A ist zwischen diesen Chlorbehältnissen
B mit Oeffnungen C1C2 versehen,
welche durch Klappen G verschlossen werden können, und durch welche die zu exponirenden
Gegenstände, auf Schiebern H liegend, zwischen die Chlorkalkbehältnisse eingeführt werden.
Der ganze Kasten ist oben mit einer Glasplatte bedeckt, welche durch Berührung mit dem
Dichtungsmaterial in der Rinne D denselben luftdicht abschliefst. Die bronzirten Körper
würden indefs eine gleichmäfsige Farbenveränderung in der ungestörten Chloratmosphäre
noch nicht erfahren, weil dieselbe sich ungleichmäfsig mischt und weil die Einwirkung auf die '
verschiedenen' Punkte der exponirten Objecte je nach ihrer Entfernung von dem Chlorkalk
eine verschiedene ist. Um dieses zu erreichen, sind an Axen E, welche oberhalb der Chlorkalkbehältnisse und parallel denselben gelagert
sind, Pappstreifen dergestalt aufgehängt, dafs sie mittelst Hebel, welche aufserhalb des
Kastens auf die Axen E wirken, in schwingende, fächelnde Bewegung versetzt werden
können. Der Erfolg ist eine gleichmäfsig fortschreitende Farbenveränderung sämmtlieher exponirten
Gegenstände, die so sehr unter der, Controle des Arbeiters steht, dafs der Procefs bei
jedem beliebigen Farbenton unterbrochen werden kann. Gleichzeitig ist jede Belästigung
durch das Chlorgas vermieden, da der ganze Vorgang in geschlossenem Raum verläuft.
Claims (1)
- Patent-An SP ruch:Die Anwendung von trockenem, erwärmtem Chlorkalk in den unter 2. und 3. beschriebenen Apparaten zum Zweck des Irisirens mit Anilinfarben bronzirter Gegenstände.Hierzu I Blatt Zeichnungen.
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