DE79201C - Verfahren zur Herstellung von Cliches - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von ClichesInfo
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT
PATENTSCHRIFT
KLASSE IB: Druckerei.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 14. April 1894 ab.
Den Gegenstand der Erfindung bildet ein Verfahren zur schnellen und leichten Herstellung
von Cliches für den Buchdruck. :,
Das Verfahren besteht darin, dafs man die erhöhten Partien des Holzstiches u. s. w., von
dem ein Cliche hergestellt werden soll, mit der Oberfläche eines geschmolzenen Metalles, einer
Metalllegirung oder einer geschmolzenen Masse (z. B. Wachs) in Berührung bringt, so dafs dieselbe
ari diesen Partien haften bleibt und mit ihnen emporgehoben wird, wenn man später
das Bild von dem Bade entfernt, und dafs man, bei der Anwendung von Metall, das Metall abkühlt
und das Bild von dem gebildeten Cliche losmacht, dessen Bildfläche jetzt aus dem
Originalbilde entsprechenden erhöhten und versenkten
Partien besteht. Die Flächen des Bildes, an denen das Clichemetall haften soll, müssen natürlich rein sein.
Das Verfahren ist selbstverständlich besonders einfach, wenn das Original sehr erhöhte Partien
hat, so dafs diese mit dem Bade in Berührung gebracht werden können, ohne dafs dieses hierbei mit den versenkten Theilen des
Bildes in Berührung kommt. Wenn es sich aber darum- handelt, in dieser Weise ein Cliche
von z. B. einer Zeichnung herzustellen, so gestaltet sich das Verfahren anders. In diesem
Falle mufs man die Zeichnung so präpariren, dafs diejenigen Partien, welche auf dem Cliche
erhöht sein sollen, eine Fläche erhalten, an der das geschmolzene Clichemetall haftet, während
den übrigen Theilen der Zeichnung eine Fläche gegeben wird, an der das besagte Metall nicht
haften bleibt. Dies kann in folgender Weise geschehen.
Angenommen, es handle sich darum, ein Cliche von einer Bleistiftzeichnung herzustellen.
Man macht dann die Zeichnung auf einer passenden Unterlage, die von verschiedener
Art sein kann, die aber stets so beschaffen sein mufs, dafs ihre Fläche von dem Elektrolyt
nicht angegriffen wird, worin die Unterlage während der Behandlung versenkt wird, und
dafs dieselbe auch nicht bei der Berührung mit dem geschmolzenen Clichemetall oder der
Cliche'masse beschädigt wird.
Versuche ergaben, dafs eine ebene, fein geschliffene Platte von Aluminiummetall gute
Resultate ergab, die mit Schmirgel oder anderem Schleifmaterial behandelt wurde, so dafs
deren Fläche feinkörnig und dadurch zum Aufnehmen der Bleistiftzeichnung geeignet wurde.
Diese Fläche wird zuerst mit Natronlauge und nachher mit Salpetersäure gereinigt, wodurch
sie beinahe weifs und so beschaffen wird, dafs eine galvanische Fällung von Metall gar nicht
oder nur mit Schwierigkeit auf derselben stattfinden kann.
Auf dieser Unterlage wird nun die Zeichnung mittelst Bleistiftes aufgetragen, worauf sie
metallisirt, d. h. mit Metall durch Fällung aus einer Metalllösung überzogen wird, indem die
mit der Zeichnung versehene Platte in die Lösung versenkt wird. Nachdem die Metallfällung
auf der Zeichnung stattgefunden hat, wird das metallisirte Bild gut gereinigt, worauf die Platte
mit der Bildseite nach unten mit einem geschmolzenen Metalle oder einer Legirung in
Berührung gebracht wird, welche leicht schmelzbar ist und deshalb zweckmäfsig aus einer
Mischung von Zinn, Blei und Wismuth be-
Claims (2)
- stehen kann. Das Clichemetall verbindet sichfest mit dem metallisirten Bilde, aber nicht mit der Aluminiumplatte, so dafs bei dem nun folgenden Herausheben derselben das geschmolzene, den metallisirten Theilen des Bildes anhaftende Metall mit folgt, wodurch die Bildseite des Cliches die beabsichtigte Form erhält. Nachdem die Aluminiumplatte mit dem darauf befindlichen Bilde bis zu passender Höhe emporgehoben ist, wird die geschmolzene Masse abgekühlt und das so gebildete Cliche von der Platte abgelöst, wobei die metallisirte Zeichnung, welche nun an dem Clichemetall festgelöthet ist, mitfolgt und nach der Ablösung die Druckfläche ,des Cliches bildet. Das Cliche besteht also aus erhöhten, der Zeichnung entsprechenden Partieen, zwischen denen. Vertiefungen liegen, die nicht an den nicht metallisirten Theilen der Platte haften geblieben und also bei dem Heben der Platte nicht mitgefolgt sind.Man kann dasselbe Resultat auch dadurch erreichen, dafs man die Platte eine feste, waagerechte Stellung einnehmen läfst und die Fläche der- geschmolzenen Clichemasse senkt, nachdem sie mit der unteren, metallisirten Seite der Platte in Berührung gebracht worden ist.Enthält die Platte gröfsere eingeschlossene leere Partieen, so verhindert der Luftdruck die Bildung der diesen Vertiefungen entsprechenden Partieen in den Cliches, weshalb der Procefs in solchen Fällen in einem Raum mit verdünnter Luft stattfinden mufs.Statt dessen kann man jedoch — obgleich nicht mit demselben vortheilhaften Erfolge — die Fläche der Platte mit Stearin, flüchtigen Oelen, Wasser oder ähnlichen Stoffen überziehen, die bei der Berührung mit der warmen Clichemasse in Gas- oder Dampfform übergehen und so zur Bildung der gewünschten Vertiefungen beitragen, oder man kann auch in die geschmolzene Masse Stoffe einmischen, die, wie z. B. Quecksilber, Gase entwickeln.Aus dem vorher Gesagten dürfte hervorgehen, dafs das Wesentliche des neuen Verfahrens in der Herstellung des Cliches mittelst Aufhebens der Clichemasse an gewissen, dem Bilde entsprechenden Theilen besteht. Die Herstellung des metallisirten Bildes dagegen ist bekannt und kann auch auf einem anderen Wege als beschrieben stattfinden.Pateνt-An Sprüche:ι. Verfahren zur Herstellung von Cliches nach erhabenen Originalen, darin bestehend, dafs man die Oberfläche der geschmolzenen Clichemasse mit der Oberfläche des abzuformenden Originals in Berührung bringt, welche Oberfläche so präparirt sein mufs, dafs die geschmolzene Clichemasse an ihr haften bleiben kann, dafs man darauf das Original von der geschmolzenen Masse so weit abhebt, dafs die an den präparirten erhabenen Stellen des Originals haftenden Theile der Masse mit gehoben, aber von der flüssigen Clichemasse nicht getrennt werden, und dafs man endlich die Clichemasse erhärtet und vom Originale trennt.
- 2. Abänderung des unter i. beschriebenen Verfahrens zur Herstellung von Cliches nach nicht erhabenen Originalen, darin bestehend, dafs die nicht abzuformenden Partieen des Originals derartig präparirt werden, dafs die geschmolzene Clichemasse daran nicht haften bleiben kann.
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