DE7825C - Koksofen-Konstruktion - Google Patents

Koksofen-Konstruktion

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DE7825C
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Germany
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gases
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coke oven
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DENDAT7825D
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English (en)
Original Assignee
Dr. TH. V. BAUER, Berg- und Hütten-Ingenieur in Dobrio (Böhmen) und C. GÖDECKE, Civil-Ingenieur in Düsseldorf
Publication of DE7825C publication Critical patent/DE7825C/de
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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C10PETROLEUM, GAS OR COKE INDUSTRIES; TECHNICAL GASES CONTAINING CARBON MONOXIDE; FUELS; LUBRICANTS; PEAT
    • C10BDESTRUCTIVE DISTILLATION OF CARBONACEOUS MATERIALS FOR PRODUCTION OF GAS, COKE, TAR, OR SIMILAR MATERIALS
    • C10B3/00Coke ovens with vertical chambers

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Materials Engineering (AREA)
  • Oil, Petroleum & Natural Gas (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Coke Industry (AREA)

Description

1879.
Klasse 10.
THEODOR von BAUER in DOBRIO (Böhmen) und CARL GÖDECKE
in DÜSSELDORF.
Koksofen-Construction.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 21. Januar 1879 ab,
Es ist bekannt, dafs das gröfste Ausbringen an Koks bei höchster Wärmeentwickelung in den verticalen Koksöfen, zuerst hergestellt von Appolt, statt hat. Zugleich haben diese Oefen den Vorzug des geringsten Aufwandes an Arbeitskraft.
Trotz dieser unleugbaren Vorzüge haben sich dieselben sehr wenig eingebürgert. Die Gründe hierfür sind:
1. geringe Stabilität der einzelnen Ofenkammern gegenüber anderen Systemen;
2. der geringe Fassungsraum der einzelnen Kammern, bedingt durch die begrenzte Stabilität des Kammermauerwerkes;
3. die Ungleichartigkeit des fallenden Productes. Diese Ungleichartigkeit rührt davon her, dafs die Gase, welche die Kammern vollständig frei umspielen, die kürzesten Wege zu den Abzugskanälen suchen und so einzelne, gleichsam todte Stellen an den Wandungen lassen, an welchen Stellen die Wandungen nur durch die strahlende Wärme der Gasströme erhitzt werden. Sind diese Temperaturunterschiede auch nicht allzugrofs, so genügen sie doch, um Ungleichmäfsigkeiten im Producte hervorzubringen;
4. endlich wurde in den bisherigen Oefen noch nicht die höchste Temperatur erzielt. Denn aus den gleichen wie unter 3. entwickelten Gründen mischte sich die zutretende Verbrennungsluft innerhalb der die Kammern umgebenden Räume nicht innig genug mit den Gasen, und konnte deshalb nicht die höchste Verbrennungstemperatur erzielt werden. Es trat sogar der weitere Nachtheil ein, dafs die Gase erst in den Kaminkanälen und oberhalb der Kamine brannten.
Diesen Uebelständen zu begegnen, ist Zweck der vorliegenden, zur Patentirung nachgesuchten Construction. In den Fig. 1 bis 9 sind die betreffenden Constructionen dargestellt.
Fig. ι bis 5 giebt die Zeichnungen einer derartigen Anlage zur Verkokung von mageren Kohlen, Fig. 6 und 7 zeigen eine Disposition für gasreichere Kohlensorten.
Beschreibung der Fig. 1 bis 5.
Die Gase treten durch die wenig über dem Boden befindlichen Löcher a a ... in den Raum zwischen den Oefen. Die unter dem Füllschachte befindlichen Löcher b b, je eines in jeder Längswand, dienen zum Entweichen des Wasserdampfes beim Beginn des Processes. Die einzelnen Kammern c c c ... sind durch eine Zunge dd von einander getrennt. Diese Zunge verhindert die ausgetretenen Gase, sofort nach den Kaminkanälen zu strömen, sondern zwingt dieselben, die hinteren halben Seitenwände und die schmalen Rückwände der Kammern vertical zu bestreichen. Nahe dem Obertheile der Oefen hört die Zunge auf. Der zum Kaminkanale führende Gasabzugskanal e befindet sich möglichst nahe am Boden, sofort über den Gasaustrittsöffnungen a a . . . Die Gase strömen also an der vorderen Seite der Zunge nach dem Abzugskanal e und bestreichen auf diesem Wege die andere Hälfte der Kammerlängswände und die vordere Stirnwand. Es wird hierdurch die denkbar günstigste Vertheilung der Gase herbeigeführt.
Will man jede, auch die geringste todte Stelle vermeiden, so läfst man die Zunge dd nicht im Winkel aus der horizontalen in die verticale Richtung übergehen, sondern in eine entsprechend geformte Curve.
Durch die Anordnung der. Zunge d d und die Circulation der Gase um die Zunge erreicht man nun neben der besseren Vertheilung der Wärme noch den Vortheil, dafs es möglich wird, die Verbrennungsluft zweckmäfsig und wirksam zuzuführen.
Es ist bekanntlich ein Vorzug der verticalen Koksöfen, dafs sie der äufseren Luft die geringste Fläche bieten, wodurch ein Verbrennen von Gasen und Kohlen innerhalb des Ofenraumes auf ein Minimum reducirt wird, so dafs der Procefs in diesen Oefen also der Tiegel- und Retortenverkohlung am nächsten kommt.
Um so mehr mufs aber auch die Technik bei diesen Oefen bedacht sein, aufserhalb des Ofenraumes eine gute Verbrennung zu bewerkstelligen, da innerhalb des Ofenraumes keine Hitze erzeugt wird, wie bei anderen Ofen-
systemen, und aufserhalb des Ofenraumes.*sieh nur unverbrannte Gase befinden. '■'
Bei der vorliegenden Construction ist nun die Luftzuführung folgendermafsen:
Durch den Kanal / wird die Luft zugeleitet zu den aus den Löchern a a . . . austretenden Gasen. Hier findet also die erste und hauptsächliche Mischung und Verbrennung statt. Es leuchtet ein, dafs diese Mischung in dem verhältnifsmäfsig engen Kanäle und bei der Aenderung des Gasstromes aus horizontaler in verticale Richtung eine sehr gute ist, und demnach auch die Verbrennung eine gute.
Durch diesen selben Kanal / ist es leicht, die Oeffhungen α zu putzen.
Sollten die Gase nicht genügend verbrannt sein durch die Mischung in /, oder will man den Procefs so leiten, dafs die vollständige Verbrennung erst später stattfindet, so kann auf dem weiteren Wege des Gases durch die Kanäle g, h und i in verschiedenen Horizonten nach Belieben Luft zugeführt und demnach die Verbrennung beliebig geleitet werden.
Dafs auf diese Weise der gröfstmögliche Heizeffect zu erzielen ist, ist einleuchtend.
Durch Anwendung der Zunge d d ist nun zugleich ein vorzüglicher Verband zwischen den einzelnen Oefen gegeben, so dafs es sogar thunlich ist, die einzelnen Verbandssteine ζ ganz fehlen zu lassen. In Fig. ι bis 5 sind dieselben noch angegeben.
Fig. 6 und 7 zeigen diesen Vortheil der Zungen in weiter und ausgedehnter Weise. Diese Zeichnung stellt einen verticalen Ofen nach dem vorgeschilderten Systeme, jedoch für gasreiche Kohlen dar.
Bei diesem Ofen ist mit Rücksicht auf den Gasreichthum ein Entweichen der Gase oben und unten vorgesehen. Hierdurch werden zwei Zungen d und k bedingt, ebenso zwei Hauptluftzuströmungskanäle / und /. Die Principien sind dieselben.
Es erhellt aus der Zeichnung, wie bei der geschilderten Construction es möglich ist, den Ofen langer zu machen, indem die Stabilität der Längswände durch die Zungen erhöht wird.
Will man die Länge der Oefen und etwa auch die Höhe noch mehr vergröfsern, so kann man, um die Stabilität zu erhöhen, den Hauptleitzungen d und k parallel Nebenzungen m, η und ',o anbringen, und damit die Länge der Oefen auf ein ganz bedeutendes Mafs bringen.. Eine'·derartige Construction ist in Fig. 8 und 9 gegeben. -
Die übrigen in den Zeichnungen angegebenen Details sind im allgemeinen die der verticalen Koksöfen überhaupt.
IJm die Vortheile der besprochenen Construction nochmals zusammenzufassen, so bestehen dieselben gegenüber den bisherigen Systemen:
1. in besserer Verbrennung der Koksofengase innerhalb der die Kammern umgebenden Räume; dadurch in einer gröfseren Wärmeentwickelung und demgemäfs in der Möglichkeit, solche wenig backende Kohlensorten zu brauchbaren Koks zu verarbeiten, welche bisher zu diesem Zwecke nicht verwendet werden konnten;
2. in besserer Vertheilung der Wärme in den Räumen um die Kokskammern, und dadurch in der Erzeugung eines gleichmäfsigen Productes;
3. in gröfserer Stabilität des Mauerwerkes der Kammern, als dieses durch die bisherigen Einrichtungen erzielt werden konnte;
4. in der Möglichkeit, ohne Beeinträchtigung der Stabilität längere und höhere Kammern anzuwenden. Ermöglicht werden diese Vortheile durch die Anwendung des Principes der Gascirculation um die Kokskammern, hervorgebracht durch innerhalb des Mauerwerkes angebrachte Scheidewände oder Zungen und durch die rationell eingerichtete Zuführung der Verbrennungsluft.

Claims (3)

Patent-Ansprüche:
1. Die Anordnung einer längs der Kammerwände von verticalen Koksöfen circulirenden Gasführung, wie gezeichnet und beschrieben.
2. Die Anwendung von Scheidewänden oder Zungen zwischen den einzelnen Kammern bei verticalen Koksöfen, durch welche eine Circulation der Gase herbeige|ührt und eine Verstärkung des Mauerwerkes erreicht wird.
3. Die Zuführung der Verbrennungsluft durch besondere horizontale Kanäle an diejenigen Stellen, wo die Gase den Kammerraum verlassen, um dieselben sofort beim Austritt aus der Kammer zu entzünden.
Hierzu 4 Blatt Zeichnungen.
DENDAT7825D Koksofen-Konstruktion Active DE7825C (de)

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