DE77864C - JacquardvorrichtungfürStickmaschinen zwecks Verstellung des Rahmens in waagrechter und senkrechter Richtung - Google Patents
JacquardvorrichtungfürStickmaschinen zwecks Verstellung des Rahmens in waagrechter und senkrechter RichtungInfo
- Publication number
- DE77864C DE77864C DENDAT77864D DE77864DA DE77864C DE 77864 C DE77864 C DE 77864C DE NDAT77864 D DENDAT77864 D DE NDAT77864D DE 77864D A DE77864D A DE 77864DA DE 77864 C DE77864 C DE 77864C
- Authority
- DE
- Germany
- Prior art keywords
- frame
- needles
- organs
- parts
- order
- Prior art date
- Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
- Expired - Lifetime
Links
Classifications
-
- D—TEXTILES; PAPER
- D05—SEWING; EMBROIDERING; TUFTING
- D05C—EMBROIDERING; TUFTING
- D05C9/00—Appliances for holding or feeding the base fabric in embroidering machines
- D05C9/02—Appliances for holding or feeding the base fabric in embroidering machines in machines with vertical needles
- D05C9/04—Work holders, e.g. frames
- D05C9/06—Feeding arrangements therefor, e.g. influenced by patterns, operated by pantographs
Landscapes
- Engineering & Computer Science (AREA)
- Textile Engineering (AREA)
- Sewing Machines And Sewing (AREA)
Description
und senkrechter Richtung.
Der vorliegenden Jacquardvorrichtung zur Bewegung des Stoffrahmens von Stickmaschinen
liegt -der Gedanke zu Grunde, durch eine geringe Anzahl der mit einer Jacquardkarte zusammenwirkenden
Nadeln eine grofse Anzahl genau bestimmter Einstellungen des Stoffrahmens zu erhalten. So kann man z. B. in waagrechter oder senkrechter Richtung durch nur
17 Nadeln auf eine Strecke von 80 mm den Rahmen auf halbe Millimeter genau einstellen,
demselben also, vom Nullpunkt ausgehend, 160 verschiedene Einstellungen geben.
Dieser Erfolg wird erreicht durch eine besondere Eintheilung der Rahmenverschiebung
und durch die Uebertragung dieser Eintheilung auf Maschinentheile, welche gemäfs derselben
die Verschiebung des Rahmens bewirken. Da die Kenntnifs der' Eintheilung für das Verstä'ndnifs
der Maschine unerlässlich ist, so soll dieselbe zunächst erläutert werden. Wir behalten
das oben angeführte Beispiel bei, weil da'sselbe auch der zeichnerischen Darstellung
der Maschine zu Grunde gelegt ist.
Eine 80 mm lange Strecke soll der gröfsten verlangten Verschiebung des Stoffrahmens in
beispielsweise waagrechter Richtung entsprechen. Auf dieser Strecke sollen 160 Einstellungen
möglich sein: man erhält dann als kleinste Entfernung zweier Stiche von einander 0,5 mm,
wobei die Erzeugung sehr zarter und feiner
Stickereien möglich ist.
Die angenommene Strecke wird nun zunächst in vier gleiche Theile zerlegt; jeder dieser
Theile erster Ordnung mifst 20 mm. Jetzt wird jeder Theil wieder in fünf gleiche Theile
zweiter Ordnung zu je 4 mm getheilt und endlich erhält man aus diesen durch weitere
Theilung in je acht gleiche Theile dritter Ordnung die verlangte Eintheilung der gesammten
Strecke in halbe Millimeter.
Nehmen wir nun an, es solle in der Entfernung
von 36,5 mm vom Nullpunkt, der entstandenen Scala ein Stich hervorgebracht werden,
"so ist der Ort des Stiches im 2. Theil I. Ordnung, hier im 5. Theil II. Ordnung zu
suchen und stellt sich hier endlich als der i. Theil III. Ordnung heraus. Um vom Nullpunkt
zu diesem Punkt zu gelangen, mufs also der Rahmen um
ι Theil I. Ordn. + 4 Theile II. Ordn. + 1 Theil
ι Theil I. Ordn. + 4 Theile II. Ordn. + 1 Theil
III. Ordnung
verschoben werden.
verschoben werden.
Würde nun die Einstellung der angenommenen
Verschiebung durch eine Jacquardnadel erfolgen sollen, so würde man 160 Jacquardnadeln haben müssen, um auf die Strecke
von 80 mm jeden halben Millimeter einstellen zu können. Die Einstellung erfolgt aber bei
der neuen Maschine durch drei Nadeln, welche drei besonderen Gruppen angehören. Eine
davon stellt die Theile der I. Ordnung, eine zweite die Theile der II. Ordnung, eine dritte diejenigen
der IH. Ordnung ein, und zwar so, dafs nach der obigen Formel die einzelnen
Einstellungen summirt werden. Man bedarf deshalb nur derjenigen Anzahl Nadeln, welche
der Summe der Divisoren bei der erläuterten Eintheilung entspricht, also
4 + 5 + 8 = 17 Nadeln.
Das beschriebene EintheÜungssystem kann
man natürlich auch auf andere als die angenommenen Gröfsen anwenden. Die Zahl der
Ordnungen kann schwanken; die Divisoren können mit Rücksicht auf die jeweils vorliegenden
Gröfsen verschiedene sein.
Es handelt sich nun darum, das gewonnene Eintheilungssystem auf geeignete mechanische
Mittel zu übertragen, welche dem Rahmen die jeweils, verlangte, durch die Jacquardnadeln
bestimmte Einstellung geben. Der Rahmen mufs sowohl in vjjaagrechter, wie in senkrechter
Richtung verschoben werden können; es müssen demgemäfs die Nadelreihen und die mit ihnen
zusammenwirkenden Maschinentheile doppelt vorhanden sein, doch genügt für beide Einstellungen
eine mit zwei Löchersystemen versehene Jacquardkarte, die als endloses Band
gedacht ist.
Jeder Ordnung im Sinne der voraufgegangenen Erläuterung entspricht ein abgestuftes Organ;
die Stufenzahl entspricht der Anzahl Theile, welche die betreffende Ordnung enthält. Diese
Organe sind entweder (schwingend) beweglich
und arbeiten mit relativ unbeweglichen Mitnehmern zusammen, oder sie sind relativ unbeweglich
und wirken im Verein mit verschiebbaren Mitnehmern. Durch die Nadeln bezw. Platinen des Jacquardgetriebes werden nun die
Organe bezw. Mitnehmer derart eingestellt, dafs sich den letzteren eine bestimmte Stufe
gegenüberstellt. Nun sind die Organe weiter an sich gegen einander verschiebbar. Wird
das letzte Organ durch eine zwangläufig Wirkende Betriebskraft gegen die anderen hin
verschoben, so trifft es vermöge seiner Abstufung gemäfs der jeweiligen Stellung früher
oder später auf den Mitnehmer; dieser nimmt nun an der Bewegung Theil und trifft früher
oder später auf das zweite Organ; jetzt wird auch dieses vorwärts bewegt und mit ihm ein
zweiter Mitnehmer, welcher entsprechend der Einstellung früher oder später auf das dritte
Organ trifft und dasselbe, mit ihm aber auch den Rahmen, für den Rest des zwangläufigen
Vorschubes mitnimmt. Es wird also für die Verschiebung des Rahmens je nach der Einstellung
der Organe bezw. Mitnehmer ein gröfserer oder geringerer Bruchtheil des für
die gröfste verlangte Verschiebung ausreichenden zwarigläufigen Vorschubes nutzbar gemacht,
während der Rest im Leergang erfolgt. Da nun der Rahmen im Sinne jeder Bewegungsrichtung
(waagrechte, senkrechte) nach zwei Seiten (links und rechts, oben und unten) verschiebbar
sein mufs, und damit nach jeder Seite diese Bewegung zwangläufig erfolge, so
ist eines- der Organe nach beiden Seiten verschiebbar
und mit zwei Reihen von Abstufungen versehen, und sind die übrigen Organe mit
Zubehör doppelt vorhanden. Ein solches System ist sowohl für die waagrechte, wie für
die senkrechte Verschiebung vorhanden.
Die beiden Organe jedes Paares werden gegen einander und gegen das mittlere, nach
beiden Seiten verschiebbare Organ hin bewegt. Je zwei ein Paar bildende.Organe werden von
einer Platine gleichzeitig und derart eingestellt, dafs, wenn das eine dem Mitnehmer seine
innerste Stufe entgegenkehrt, das andere seine äufserste Stufe in die Bahn seines Mitnehmers
richtet. So viel die Stufen auf einer Seite hervortreten, so viel treten sie auf der anderen
Seite zurück und um so viel wird der Rahmen nach dieser Seite hin verschoben.
Hiernach wird die zeichnerische Darstellung der Erfindung unschwer zu verstehen sein.
Fig. ι giebt eine Gesammtansicht der Stickmaschine , in der mit A der Stoffrahmen,
mit B das Jacquardgetriebe und mit C die Einrichtung zum Verschieben des Rahmens
bezeichnet ist. Letztere soll, weil sie sich eng an die voraufgegangenen Erläuterungen
anschliefst, zuerst beschrieben werden.
Die Vorrichtung C ist an einem besonderen Gestell C1 gelagert, welches laut Fig. 1, senkrecht am Hauptgestell der Stickmaschine angebracht ist. In den Fig. 2 und 3 ist in einem
wesentlich gröfseren Mafsstabe die Vorrichtung für sich , jedoch aus Gründen der Raumbeschränkung
in waagrechter Lage dargestellt. Eine Folge hiervon ist, dafs in letzteren
Figuren die Jacquardnadeln b unmittelbar an die die Einstellung der besprochenen Organe
,bewirkenden Platinen angreifen, während laut
Fig. ι und 9 die Einstellung der Platinen durch Hülfsplatinen und Winkelhebel erfolgt.
Fig. 4 giebt einen Querschnitt durch die Vorrichtung zur Rahmenbewegung im Mafsstabe
der Fig. 2 und 3, aber in der durch Fig. 1 bestimmten Lage zu den Jacquardnadeln b.
Einstweilen werde ' angenommen, dafs die Jacquardnadeln laut Fig. 2 und 3 unmittelbar
auf die Platinen wirken.
Die zweischenkligen Jacquardnadeln b ruhen mit ihrem einen, längeren Schenkel auf der
Jacquardkarte, durch deren Löcher sie nach Mafsgabe des Musters hindurchtreten. Die
kürzeren Schenkel aber sind in den Fig. 2, 3 und 10 ersichtlich und haben den Zweck, auf
die drei Platinen einzuwirken. Entsprechend der oben erläuterten Eintheilung sind drei
Nadelgruppen für ,die drei Ordnungen vorhanden
und denselben entsprechend mit I, II und III bezeichnet. Unter diesen Nadelgruppen
bewegen sich die Köpfe der Platinen α1α2 αΆ
für die durch die Ziffer gekennzeichnete Ordnung. Durch Federn nach rechts im Sinne
der Fig. 2 und 3 bewegt, legen sich die Pia-
tinenköpfe an diejenige Nadel ihrer Ordnung an, welche vermöge eines Loches in der
Jacquardkarte herabgefallen ist. Hierdurch wird die Einstellung der Organpaare bestimmt.
Rechts und links von der Symmetrieachse in Fig. 2 und 3 liegen nun die Organgruppen
für das Hin- und Hergehen des Rahmens in beispielsweise waagrechter Richtung. Dahinter
liegen die Organgruppen für die senkrechte Verschiebung, zu denen natur'gemäfs besondere
Platinen und besondere Jacquardnadeln gehören. Die die Rahmenverschiebung veranlassende
zwangläufige Hin- und Herbewegung wird νρη der Hauptwelle ι der Maschine aus
durch excentrische Scheiben 2 auf die Schlitten 3 übertragen. Da die Bewegung dieser Schlitten
für die waagrechte und senkrechte Verschiebung des Rahmens in gleichem Sinne und
gleichförmig erfolgt, so kann man laut Fig. 4 je zwei solcher Schlitten aus einem Stück
fertigen und durch ein Excenter antreiben. Die Excenter 2 sind derart zu einander gestellt
, dafs sich die Schlittenpaare 3,3 abwechselnd nach der Mitte hin und nach aufsen,
also auf einander zu und von einander fort bewegen. " .
. Auf den Schlitten 3 sitzen zunächst die
Organe für die IL' Ordnung der Eintheilung in Gestalt schwingender Sectoren 4, welche
nach einer Spirallinie stufenartig verzahnt sind. Sie werden durch Federn 4a derart beeinflufst,
dafs sie ihre gröfsten Radien waagrecht zu stellen bestrebt sind. Je weiter die Sectoreri 4,
welche entsprechend der früheren Annahme mit je fünf Stufen versehen sind, nach oben
gedreht werden, desto eher werden beim Vorgang der Schlitten 3 die den Mitnehmern 5
gegenübertretenden Stufen auf die ersteren stofsen, desto eher werden die Mitnehmer an1
dem Vorgang der Schlitten theilnehmen, und desto früher werden sie auf je eine Stufe der
Sectoren 6 stofsen. Diese Sectoren, welche sich entgegen den Sectoren 4 infolge ihres
Eigengewichtes zu senken streben, stellen die Organe der HI. Ordnung dar und sind demr
gemäfs mit je acht Stufen versehen, im Uebrigen aber wie 4 gestaltet. Je tiefer die Sectoren 6
ihre gröfsten Radien kehren, desto eher werden sie — unter sonst gleichen Umständen —
von den Mitnehmern 5 getroffen und sie selbst mitgeschleppt werden. Sie sitzen auf Gleitstücken
7, welche in den Schlitten 3 verschiebbar gelagert sind, und diese tragen senkrechte
(im Sinne der Fig. 2 und 3) Führungen 8, in welchen die Stäbe 9 gleiten. Auf diesen Stäben
sitzen fest die Mitnehmer 10; in der rechten Gruppe wird der Stab 9 durch eine Feder 9a
gehoben, in der linken strebt er sich durch sein Gewicht zu senken. Die Mitnehmer 10
sind bestimmt, mit dem Organ 11 der I. Ordnung
zusammenzuwirken, welches (auf jeder Seite des Gestelles) nur einmal im constructiven
Sinne, aber doppelt der Wirkungsweise nach vorhanden ist, insofern nämlich das Stück 11
mit zwei Reihen von je vier Stufen versehen ist, auf deren je eine gemäfs der Stellung der
Stäbe 9 die Mitnehmer 1.0 treffen. 11 sitzt
fest auf einer im Gestell der Vorrichtung unabhängig von 3 und 7 nach beiderlei Richtung
verschiebbaren Schiene 12, welche in später zu erläuternder Weise die waagrechte Verschiebung
des Rahmens bewirkt. In entsprechender Weise ist die auf der anderen Seite des Gestelles gelagerte
Schiene zur senkrechten Verschiebung des Rahmens bestimmt.
Die Platinen α2 und aa wirken durch Stifte 4b
und 6b auf die Arme der Sectoren 4 und 6 unmittelbar, α1 auf die Stäbe 9 durch Stifte 9b
und Winkelhebel gd mittelbar ein. Die Einstellungen
zweier zusammengehöriger Organe, z. B. die der Sectoren 4 oder der Stäbe 9
bezw. Mitnehmer 10, stehen immer in einem bestimmten Verhältnifs zu einander, so zwar,
dafs das Organ der rechten Gruppe um so viel Stufen gehoben wird, wie dasjenige der
linken Gruppe gesenkt wird, und umgekehrt. Dies wird einfach dadurch bewirkt, dafs die
Stifte 4b, 6b und 9b auf den Platinen . in
bestimmter Stellung von einander festsitzen. Die Platinen führen sich in einem festen Ansatz
des Gestelles und aufserdem in einem Ansatz 3 a des rechten Schlittens 3. Hier tragen
die Platinen Bunde 3b, welche bei zusammengeschobenen
Schlitten (s. Fig. 3) an 3a liegen, indem die Federn die Platinen nach re?hts zu
schieben bestrebt sind. Gehen aber die Schlitten aus einander, so werden die Platinen durch
die Federn so weit vorgetrieben,. bis sie an die gesenkte Nadel ihrer Gruppe stofsen (s.Fig. 2).
Hierbei wird durch die Stifte 4b, 6b und gb den
Organen 4, 6 und 9, ro eine bestimmte Stellung gegeben.
Ist dies geschehen, so werden, bevor die
Schlitten 3 nach innen gehen, zwischen je zwei Stiften 4c, 6c und 9° auf 4, .6 und 9 die
Lineale 13 eingeführt, welche für die Dauer einer Stichbildung die Organe in der durch
Nadeln und Platinen bestimmten Stellung erhalten. Die Lineale 13 sind an Hebeln 14
schwingend gelagert, die durch bekannte kinematische Mittel von der sich immer drehenden
Hauptwelle 1 aus im passenden Zeitpunkt auf das Gestell hinbewegt werden. Die Lineale
gehen erst nach beendeter Einstellung des Rahmens, also nach dem Vorgang der Schlitten 3,
zurück. Sie sind aus Fig. 4 in der Kopfansicht erkennbar, in Fig. 2 und 3 nur stückweise
dargestellt.
Der Vorgang bei der Einwärtsbewegung der Schlitten 3, also die Verschiebung des Rahmens
durch die Schienen 12, wird im Anschlufs an die Einleitung ohne Weiteres verständlich,
wenn man sich vergegenwärtigt, dafs mit den
Schlitten .3 zunächst die Sectoren 4 vorgehen, bis sie mit der eingestellten Stufe auf die Mitnehmer
5 stofsen; dafs dann diese an dem Vorgang theilnehmen, bis sie auf die eingestellten
Stufen von 6 treffen; dafs dann die Sectoren 6 mit den Gleitstücken 7 und den Stangen 9 vorgehen, bis die Mitnehmer 10 gemäfs
ihrer Einstellung auf 11, 12 treffen und
für den Rest des Hubes die Schiene und den Rahmen mitnehmen. Nach welcher Richtung,
ob nach links oder rechts, nach oben "oder
unten, dies erfolgt, hängt davon ab, 'auf welcher Seite die mehr vorspringenden Stufen der
Organe auf die Mitnehmer treffen; diese Seite wird die treibende, die Verschiebung erfolgt
nach der anderen Seite.
Damit sich beim Rückgang die zusammengeschobenen Theile von einander trennen, sind
die Mitnehmer 5 an Federn 5a angehängt, welche bestrebt sind, sie von den Stufen der
Sectoren 6 zu entfernen; zum gleichen Zweck treffen die Gleitstücke 7 auf Anschläge 7a am
Gestell, während die Schlitten noch weiter nach aufsen gehen. Damit wird zugleich die
richtige Anfangsstellung für den nächsten Vorgang bei denjenigen Theilen gesichert,
welche nicht unmittelbar zwangläufig betrieben
werden.
Es bedarf wohl kaum der Erwähnung, dafs trotz der gemeinsamen und gleichförmigen
Bewegung der Zwillingsschlitten 3 die Einstellungen des Rahmens nach waagrechter und
nach senkrechter Richtung keineswegs dieselben zu sein brauchen, da wir gesehen haben, dafs
sie nach Richtung und Gröfse lediglich von der Stellung der (doppelt vorhandenen) Nadeln abhängen.
Wird nun die beschriebene Vorrichtung senkrecht am Maschinengestell angebracht
(Fig. ι und 9), so müssen, da die Jacquardkarte J horizontal läuft, besondere Hülfsplatinen
Ia, IIa und IIIa an den Nadeln b vorhanden
sein, welche mit den senkrecht liegenden Platinen a1 a2 und λ8 durch Winkelhebel 1 5
zwangläufig verbunden sind. Die Platinen a 1^2
und az werden hier durch ihre Federn in
entgegengesetzter Richtung, wie in Fig. 2 und 3, bewegt; Ansatz 3s und die Bunde 3b der
Platinen befinden sich demgemäfs hier ah dem bezw. im Bereich des oberen Schlittens 3
(entsprechend dem linken Schlitten in Fig. 2 und 3). Uebrigens könnte die Vorrichtung
auch waagrecht auf dem Maschinengestell angebracht sein.
Von den beiden am Gestell C1 verschiebbaren Schienen 12 ist die vordere (Fig. 1) durch die
Lenkstangen 16 mit Winkelhebeln 17 verbunden,
welche ihrerseits durch Lenkstangen 18 an die Schiene 19 des Stoffrahmens A angreifen, um
die mit 19 verbundenen Theile in waagrechter Richtung hin- und herzuschiebenl Es sind dies
die durch senkrechte Stangen 20 und waagrechte Stangen 21 unter einander verbundenen
Lagerstücke .22, welche vermöge der Rollen 23 (von denen in Fig. 1,5 und 6 nur die oberen
ersichtlich sind) auf den Querschienen 24 laufen. Die Querschienen, von denen in den genannten
Figuren ebenfalls nur die obere sichtbar ist, führen sich in der aus Fig. 7 ersichtlichen
Weise senkrecht im Maschinengestell; die obere davon vermittelt die senkrechte Verschiebung
des Rahmens, indem sie durch über Rollen 25 laufende Seile oder Ketten 26 mit der Schiene 12
auf der Rückseite des Gestelles C1 verbunden ist. An das untere Ende von dieser Schiene
aber ist ein Gewicht 27 angehängt, durch welches das Gewicht des Rahmens in der
Schwebe gehalten wird. Zur Vervollständigung des über den Rahmen Gesagten diene ferner,
dafs Fig. 8 die Sonderansicht eines der Lagerstücke 22, von oben gesehen und waagrecht
durchschnitten, ist. Der von einer Walze 28 ab- und auf eine weitere Wälze 29 aufgewickelte
Stoff wird zwischen den Walzen durch Klemmvorrichtungen 30 gespannt gehalten.
Welle 31 und Hebelwerk 32 sind Theile des hier nicht in Betracht kommenden
eigentlichen Stickmechanismus, welcher von der Hauptwelle 1 aus durch Curvennuth 33 in
der Zeit bethätigt wird, während welcher nach stattgehabter Einstellung des Rahmens A
durch die Vorrichtung C der Rahmen stillsteht.
Die schon mehrerwähnte Jacquardkarte J besteht aus einem endlosen Band, welches
über Walzen 34 (s. Fig. 1, 9 und 10) läuft.
Eine der Walzen dient zum Verschieben des Bandes, in das sie vermöge der Stifte 34s
eingreift (s. Fig. 10). Diese Walze steht durch ein Winkelräderpaar 35 mit dem Schaltrad 36
in Verbindung, welches durch eine Schaltklinke 37 vermittelst eines. Hebels 38 und
einer Curvennuth 39 weitergedreht wird, wenn die Einstellung der Organe der Vorrichtung C
erfolgt ist, und die Nadeln b aus J herausgehoben sind.
Auf der Jacquardkarte J gehören je zwei Querreihen von Löchern insofern zu einander,
als die eine der waagrechten, die andere der senkrechten Verschiebung bezw. Einstellung des
Rahmens entspricht, welche zu gleicher Zeit vorzunehmen sind. Mit diesen Reihen von
Löchern wirken die längeren Schenkel der bügelfölrmigen Nadeln b zusammen, welche in
dem vom Band / durchlaufenen Schienenpaar 40 geführt sind (s. Fig. 9 und 10). Fällt eine
der Nadeln durch ein Loch in der Jacqüardkarte herab, so tritt ihr kürzerer Schenkel
in den Weg der zu ihrer Gruppe gehörigen Hülfsplatine, welche durch die unter Federdruck
stehende Platine und den zugehörigen
Claims (1)
- ,Winkelhebel 15 nach rechts im Sinne der Fig. 9 vorgeschoben wird. Nach erfolgter Einstellung werden sämmtliche Nadeln durch die von Winkelhebeln 41 getragenen Schienen 42 ausgehoben; beide Schienen 42 werden gemeinsam durch Hebel 43 und Stange 44 von einer Curvennuth ■ aus bethätigt.Der Arbeitsgang der Maschine ist, in seinen wesentlichen Zügen zusammengefafst, der folgende:Die Jacquardkarte J ist für einen neuen Stich eingestellt. Die Schienen 42 senken sich; eine Nadel aus jeder Gruppe der beiden Reihen (== 6 Nadeln) senkt sich, die übrigen Nadeln ruhen auf der Karte. Die Schlitten 3 gehen aus einander; die auf die Platinen wirkenden Federn kommen zur Geltung und schieben die Platinen bezw·. Hülfsplatinen vor, bis sie an die gefallenen Nadeln anstofsen. Die Lineale 13 greifen zwischen die Stifte der Organe 4, 6 und 9,10 und sichern die durch die Nadeln bestimmte Stellung derselben. Jetzt gehen die Schlitten 3 wieder zusammen, durch die Mitnehmer 5 werden die Organe 6 und deren Gleitstücke 7, mit ihnen die Mitnehmer ι ο vorgeschoben; sie stofsen auf 11, 12, und im letzten Theil des Vorschubes macht der Rahmen die beabsichtigte waagrechte bezw. senkrechte oder eine aus beiden combinirte Bewegung.Jetzt kann der Stich erfolgen; während dessen kann aber auch schon nach Ausheben der Nadeln die Jacquardkarte weiter gerückt werden.Pateντ-Anspruch:J'acquardvorrichtung für Stickmaschinen zwecks Verstellung des Rahmens in waagrechter und senkrechter Richtung, bei welcher eine genaue Einstellung des Rahmens nach kleinsten Theilen unter Verwendung nur weniger Jacquardnadeln dadurch möglich ist, dafs der Hub des Rahmens nach beiden Richtungen in eine kleine Anzahl gleicher Theile zerlegt, diese wiederum in Theile zweiter Ordnung (letztere gegebenenfalls in Theile dritter Ordnung u. s. f.) getheilt sind und jeder Ordnung ein Paar drehbarer bezw. verschiebbarer, von· je einer Nadel (b) durch Platine (α1 α2 α3) einzustellender, mit Abstufungen gleich der Anzahl der Theile der Ordnung versehener oder zusammenwirkeader Organe (4, 6, 9, 10) entspricht, welche Organpaare durch die in die Träger (3) des einen Paares eingeleitete zwangläufige Hin- und Herbewegung gemäfs ihrer Einstellung durch Nadeln und Platinen mittelst der Abstufungen urid Mitnehmer (5,7,11,12) eine gröfsere oder kleinere Bewegung auf den Rahmen übertragen. 'Hierzu 3 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE77864C true DE77864C (de) |
Family
ID=350636
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT77864D Expired - Lifetime DE77864C (de) | JacquardvorrichtungfürStickmaschinen zwecks Verstellung des Rahmens in waagrechter und senkrechter Richtung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE77864C (de) |
-
0
- DE DENDAT77864D patent/DE77864C/de not_active Expired - Lifetime
Similar Documents
| Publication | Publication Date | Title |
|---|---|---|
| DE3313554C2 (de) | ||
| DE681181C (de) | Kettenwirkmaschine | |
| DE2411857A1 (de) | Tufting-maschine | |
| DE1485506B1 (de) | Tufting-Maschine | |
| DE2610888A1 (de) | Musterungsvorrichtung zum steuern von stellelementen von textile flaechen bildenden maschinen | |
| DE4017620A1 (de) | Gestrickpressvorrichtung fuer eine flachstrickmaschine | |
| DE77864C (de) | JacquardvorrichtungfürStickmaschinen zwecks Verstellung des Rahmens in waagrechter und senkrechter Richtung | |
| DE2515201A1 (de) | Flachstrickmaschine mit ueber druckleisten gesteuerten nadeln | |
| DE2843264C2 (de) | Kettenwirkmaschine und deren Anwendung | |
| EP3030705A1 (de) | Vorrichtung und verfahren zum herstellen netzartiger fadengelege sowie netzartiges fadengelege | |
| DE2026097A1 (de) | Kettenwirkmaschine | |
| DE270494C (de) | ||
| DE20143C (de) | Einseitige Strickmaschine | |
| DE249759C (de) | ||
| DE437459C (de) | Verfahren zur Herstellung von Filetmustern auf einer Haekelmaschine mit Schusseintragvorrichtung | |
| DE65001C (de) | Häkelmaschine für Zierfaden-Posamente | |
| DE2543958C2 (de) | Vorrichtung zur Steuerung der Musterung eines auf einer Klöppelmaschine hergestellten Erzeugnisses | |
| DE3705833C2 (de) | ||
| DE133767C (de) | ||
| DE1962348A1 (de) | Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Blindlegungen fuer die Polfaeden beim Wirken von Pluesch oder Velour auf einer Raschelmaschine | |
| DE3817416C1 (de) | ||
| DE2312829C2 (de) | Verfahren und Vorrichtung zum Ausbreiten von Verarbeitungsmaterial für eine Nähwirkmaschine | |
| DE535867C (de) | Jacquardvorrichtung fuer Flachstrickmaschinen | |
| DE228231C (de) | ||
| DE80073C (de) |