DE76786C - Geschütz, bei welchem die Rotation des Geschosses durch Drehung des dasselbe enthaltenden Geschützrohres bewirkt wird - Google Patents
Geschütz, bei welchem die Rotation des Geschosses durch Drehung des dasselbe enthaltenden Geschützrohres bewirkt wirdInfo
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Classifications
-
- F—MECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
- F41—WEAPONS
- F41F—APPARATUS FOR LAUNCHING PROJECTILES OR MISSILES FROM BARRELS, e.g. CANNONS; LAUNCHERS FOR ROCKETS OR TORPEDOES; HARPOON GUNS
- F41F1/00—Launching apparatus for projecting projectiles or missiles from barrels, e.g. cannons; Harpoon guns
- F41F1/06—Mortars
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Die vorliegende Erfindung betrifft Neuerungen an Feuerwaffen, um ohne Verwendung von
Zügen im Laufe der Waffe dem Projectil eine gewisse Anfangsrotation zu ertheilen. Diese
Erfindung soll Verwendung beim Abschiefsen von solchen Projectilen finden, welche eine
verhältnifsmäfsig geringe Anfangsgeschwindigkeit haben sollen (z. B. solche, welche mit
gegen Stöfse und Zusammendrücken empfindlichen Sprengladungen geladen sind), oder zum
"Werfen, oder Abschiefsen von Raketen ohne Stab, oder von mit Treibsatz gefüllten und
wie Raketen eingerichteten Projectilen, welche selbstthätig'die für das Hervortreiben des Projectils
erforderliche Kraft ganz oder theilweise erzeugen. Die Erfindung besteht darin, dafs
der Lauf der Feuerwaffe mit. dem darin enthaltenen Projectil in einer geeigneten Weise
um seine Längsachse in Rotation gebracht wird, bevor der Treibsatz und die Ladung
des Projectils angezündet wird. Dem vom Treibsatz aus dem Laufe der Waffe gehobenen
Projectil oder Torpedo ist dann eine, genügende Rotationsgeschwindigkeit unabhängig von 9er
Anfangsgeschwindigkeit ertheilt worden, um sich während, des Fluges durch, die. Luft in
seiner Bahn zu halten, und die Anfangsgeschwindigkeit ist so gering und stofsfrei, dafs
das Projectil ohne Gefahr mit Dynamit oder
irgend, einem, anderen: brisanten Explosivstoff geladen werden und diese Ladung bis zum
entfernten Ziel führen kann, um dort in irgend
einer Weise zum Explodiren gebracht zu werden.
Die Erfindung kann in verschiedener Weise ausgeführt werden und sind im Nachstehenden
einige Modifikationen mit Hinweisung auf die beiliegende Zeichnung beschrieben worden.
Fig. ι zeigt im Verticalschnitt ein Geschütz, bei welchem der um eine Schwanzwelle drehbare
Lauf mittelst eines an seinem Vorderende angebrachten Raketenrades in rotirende Bewegung
versetzt wird. Fig. 2 zeigt ebenfalls im Verticalschnitt ein Geschütz, dessen Lauf mittelst einer
an der Schwanzwelle angebrachten Seil- oder Riemscheibe oder dergleichen in'rotirende Bewegung
gebracht wird. Fig. 3 zeigt ebenfalls im Verticalschnitt eine Vorrichtung zum Herumdrehen
des Laufes der Waffe durch Spannen und schnelles Loslassen einer um den Lauf
gewundenen Spiralfeder. Fig. 4 zeigt ebenfalls, im Verticalschnitt eine Abänderung des in Fig. 1
dargestellten Geschützes, indem das Raketenrad am hinteren Ende des Laufes angebracht ist.
Das in Fig. 1 dargestellte Geschütz besteht aus
einem cylindrischen Lauf A ohne Züge mit einem Bodenstück B, welches nach rückwärts
in eine in die Mittellinie des Laufes fallende Welle C ausläuft oder mit derselben verbunden
ist. Diese Welle geht drehbar durch ein Zapfenstück' D, welches mittelst Zapfen E im
Fufsgestell der Waffe drehbar befestigt ist. Rund um den Lauf oder das Feuerrohr A■ ist
ein am Zapfenstück befestigter Mantel: F angebracht, an dessen äufserem Ende ein Richtstab G befestigt ist, welcher bis zum Fufsgestell
der Waffe führt und dort in einer geeigneten
Weise verstellbar befestigt ist, so dafs der Lauf in die gewünschte Neigung eingestellt werden
kann. Der Mantel F bezweckt, den Lauf zu schützen und demselben eventuell eine äufsere
Stütze mittelst eines Lagers H zu geben. Dieses Lager kann am zweckmäfsigsten als Kugellager
eingerichtet werden. Am freien Ende des Laufes A ist eine Scheibe / befestigt mit zwei
oder mehreren, an ihrem freien Ende offenen Hülsen oder Röhren K (siehe auch diese Scheibe
von vorn gesehen), welche so angeordnet sind, dafs, wenn sie mit irgend einem gaserzeugenden Feuersatz geladen und dann entzündet
werden, die Scheibe und der Lauf dadurch um die Schwanzwelle C in rotirende Bewegung gebracht
werden. Die Scheibe / kann auch gleichzeitig wie ein Schwungrad eingerichtet werden,
um die Rotation derselben gleichförmiger zu machen. In den Lauf wird das Projectil α von
der Mündung her eingeführt. Das Hinterende des Projectile ist mit Ausschnitten versehen,
um die an der Innenseite des Laufes angebrachten Zapfen L aufzunehmen, welche das
eingeführte Projectil unterstützen und t dasselbe
bei der Rotation des Laufes mitnehmen, ohne das Projectil zu hindern, sich aus dem Laufe
zu erheben, wenn der Treibsatz angezündet worden ist. Zum Anzünden des Treibsatzes,
nachdem der Lauf zur gewünschten Rotationsgeschwindigkeit gebracht worden ist, dienen
vom Projectile rückwärts ausgehende Zündoder Stoppinenfäden M, welche mit ihren
Enden bis ungefähr gegenüber anderen Stoppinenfäden N reichen. Diese sind durch Löcher
in der Wand des Laufes eingeführt und reichen mit ihren anderen Enden nach aufsen durch
den Lauf, so dafs sie während der Rotation an einem Loch O im Mantel vorüber passiren,
in welches zu der Entzündung eine Lunte gehalten werden kann. Das Feuer pflanzt sich
dann von einem Faden zum anderen fort und erreicht schliefslich den Treibsatz des Projectile
mit dem vorher angedeuteten Effect. Das Anzünden kann auch mit Hülfe von Elektricität
geschehen.
Bei der in Fig. 2 dargestellten Vorrichtung ist der Lauf A in der Länge verkürzt und der
Mantel F aufserhalb des Endes des Laufes zusammengezogen, um eine Führung für das
Projectil zu bilden. Um den Lauf in Umdrehung zu versetzen, ist am Ende der Schwanzwelle
C eine Riemscheibe P oder dergleichen angebracht, mittelst welcher durch Hand- oder
Maschinenkraft die Welle gedreht werden kann. Die Schwanzwelle kann auch hier mit einem
Schwungrad zur Ausgleichung der Bewegung versehen werden. Das Richten und Anzünden
des Projectile kann in der beschriebenen Weise stattfinden.
Wenn gewünscht, kann auch nur das Bodenstück im Laufe beweglich angeordnet werden,
um dem Projectil die rotirende Bewegung zu ertheilen. Dieses ruht dann auf dem Bodenstück,
welches mit einem Paar diametral angeordneter Zapfen versehen ist, welche sich in
entsprechende Löcher am Ende des Projectils legen und welche eventuell so hoch sein
können, dafs eine Wurf ladung zwischen dem Projectilende und dem Bodenstück Platz finden
kann. Die äufsere cylindrische Oberfläche des Projectils wird in solchem Falle von der Innenwand
des Laufes geführt.
Bei der in Fig. 3 dargestellten Vorrichtung ist im Raum zwischen dem Lauf A und dem
Mantel F eine Spiralfeder Q angebracht (siehe auch den Querschnitt des Laufes und des
Mantels), welche mit ihrem einen Ende im Mantel und mit dem anderen (oberen) Ende
am Laufe befestigt ist, und zwar lösbar, indem am abgeplatteten Ende der Feder ein Loch
angebracht ist, in welches ein am Laufe befestigter, an der einen Seite abgeschrägter
Zapfen R einschnappen kann. Wird nun der Lauf mittelst einer Kurbel nach der einen Seite
in Umdrehung versetzt, so wird die Spiralfeder angespannt. Wird der Lauf dann losgelassen,
so wird er durch die Spiralfeder nach der entgegengesetzten Richtung in schnelle Umdrehung
versetzt und schliefslich vermöge der Abschrägung an Platte und Zapfen von der Feder
gelöst. Damit sich hernach der Zapfen R nicht in der Federplatte fängt, an welcher er bei
jeder Umdrehung vorbeistreicht, ist sowohl das Ende der Federplatte als auch die eine Seite
des in ihr enthaltenen Loches so abgeschrägt, dafs der abgeschrägte Zapfen R leicht über
diese schrägen Flächen hinweggleitet.
Damit die genannte Spiralfeder Q. leicht freigelassen werden kann, kann man an
der Schwanzwelle C ein Sperrrad 5 anbringen, in welches ein Sperrhaken T eingreift
(siehe die Endansicht). Man kann auch diese Vorrichtung dahin abändern, dafs der Lauf
festgehalten und das eine Ende der Spiralfeder darin befestigt wird, wogegen das entgegengesetzte
Ende der Feder frei ist und zur Erzeugung der Spannung im Kreise geführt wird,
z. B. mittelst einer Scheibe, welche gedreht und festgehalten werden kann.
Bei der in Fig. 4 dargestellten Abänderung
wird der Lauf mittelst eines im Laufe hinter der Projectillage befindlichen gaserzeugenden
Safees in Umdrehung versetzt.
Der Lauf ist mittelst eines herausnehmbaren Bodens U in zwei Räume abgetheilt. Der
Boden hat Mitnehmerzapfen oder dergleichen, welche in den Boden des Projectils hineingreifen,
und ist mit Löchern zum Anzünden des Treibsatzes versehen. In den hinter dem
Boden befindlichen Raum wird ein gaserzeugender Satz eingeführt. Beim Anzünden desselben
kann das Gas durch Löcher V in der Wand
des Laufes ausströmen und durch schräg gerichtete Löcher oder Kanäle W nach aufsen
treten (siehe den Querschnitt am Ende des Laufes), so dafs der Lauf durch Reaction in
Rotation versetzt wird. Die Entzündung des Treibsatzes des Projectile kann entweder vom
Treibsatz des Laufes oder direct von aufsen in geeigneter Weise stattfinden.
Es leuchtet ein, dafs diese Erfindung auch beim Abschiefsen von Projectilen aus Feuerrohren
anzuwenden ist, wenn das Projectil mittelst Gasdruckes aus dem Lauf geschleudert
wird, es sei der Lauf gezogen oder nicht.
Claims (1)
- Patent-Ansprüche:i. Vorrichtung, um aus Geschützen abgeschossenen Projectilen Drehung um ihre Längsachse zu ertheilen, darin bestehend, dafs das Geschützrohr oder ein Theil desselben in Umdrehung versetzt wird.
Eine Ausführungsform der unter ι. gekennzeichneten Vorrichtung, bei welcher die Drehung des Rohres durch ein am vorderen oder hinteren Ende angebrachtes Raketenrad bewirkt wird.Eine Ausführungsform der unter i. gekennzeichneten Vorrichtung, bei welcher die Drehung des Rohres durch ein mittelst Seil- oder Riemscheibe angetriebenes Schwungrad erfolgt.Eine Ausführungsform der unter ι. gekennzeichneten Vorrichtung, bei welcher die Drehung des Rohres durch eine angespannte und plötzlich freigegebene Spiralfeder bewirkt wird.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE76786C true DE76786C (de) |
Family
ID=349654
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT76786D Expired - Lifetime DE76786C (de) | Geschütz, bei welchem die Rotation des Geschosses durch Drehung des dasselbe enthaltenden Geschützrohres bewirkt wird |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE76786C (de) |
-
0
- DE DENDAT76786D patent/DE76786C/de not_active Expired - Lifetime
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