DE11351C - Neuerungen an Hinterladungsgeschützen - Google Patents

Neuerungen an Hinterladungsgeschützen

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DE11351C
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Application number
DENDAT11351D
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English (en)
Original Assignee
M. COLONEY und Dr. J. H. MC. LEAN in St. Louis (V. St. A.)
Publication of DE11351C publication Critical patent/DE11351C/de
Active legal-status Critical Current

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Classifications

    • FMECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
    • F41WEAPONS
    • F41AFUNCTIONAL FEATURES OR DETAILS COMMON TO BOTH SMALLARMS AND ORDNANCE, e.g. CANNONS; MOUNTINGS FOR SMALLARMS OR ORDNANCE
    • F41A9/00Feeding or loading of ammunition; Magazines; Guiding means for the extracting of cartridges
    • F41A9/01Feeding of unbelted ammunition
    • F41A9/24Feeding of unbelted ammunition using a movable magazine or clip as feeding element
    • F41A9/25Feeding of unbelted ammunition using a movable magazine or clip as feeding element using a sliding clip

Landscapes

  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • General Engineering & Computer Science (AREA)
  • Toys (AREA)

Description

1880.
Klasse 72.
MYRON COLONEY und Dr. JAMES HENRY MC. LEAN in ST. LOUIS
(V. S. A.).
Neuerungen an Hinterladungsgeschützen.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 17. März 1880 ab.
Diese Neuerungen beziehen sich auf eine Kanone, die mit einem quer zur Axe des Geschützrohres verstellbaren Ladeschieber versehen ist, in welchem sich zwei ganz durch den Schieber hindurchgehende Kammern oder Gruppen von Kammern befinden, und zwar ist die Anordnung so getroffen, dafs die eine Kammer oder Gruppe von Kammern geladen werden kann, während die andere die zum Abfeuern erforderliche Stellung einnimmt, und umgekehrt.
Hinter dem Ladeschieber und in der Fortsetzung der Seele des Rohres liegt eine Kammer, welche einen beweglichen Verschlufskolben (Stofsboden) enthält, der von einer Feder nach vorn gedrückt wird, und geeignet ist, den Rückstofs beim Abfeuern aufzunehmen, sowie gleichzeitig einen centralen Schlagstift zurückzutreiben, damit dieser sich selbstthätig spanne.
Die Schildzapfen laufen von einer starken Platte aus, welche auf beiden Seiten des Geschützes eine Auflagerungs- bezw. Gleitfläche für den Ladeschieber bildet.
Auf dieser Platte sind Klappen angebracht, welche die bezüglichen Kammern des Ladeschiebers von hinten schliefsen, während sie sich in der Stellung zum Laden befinden. Diese Klappen gestatten, wenn geöffnet, das Läden von hinten oder auch das Herausfallen der leeren Kartuschhülse beim Laden von vorn, wogegen sie in geschlossenem Zustande das Herausfallen der Kartusche nach hinten verhindern, im Fall dem Geschütz ein bedeutender Elevationswinkel gegeben wird.
Die Neuerungen können angewendet werden bei Kartuschen bezw. Patronen mit Centralzündung oder mit Zündung vom Rande her, oder auch bei solchen, die mit radialen Zündstiften am vorderen oder hinteren Ende der Pulverkammer versehen sind. Die Erfindung kann benutzt werden bei Geschützen schwersten Kalibers, zum Abschiefsen sowohl von Torpedos, Granaten und Brandgeschossen, als auch von Vollkugeln, doch sind die Neuerungen auch anwendbar bei Feldgeschützen.
Das Geschütz ist derart montirt, dafs es unter jedem beliebigen Elevationswinkel gerichtet und selbst vertical gestellt, oder auch, wenn dies verlangt werden sollte, zum Zweck des Ladens ganz umgelegt werden kann. Dasselbe ist geeignet, um daraus Geschosse in ähnlicher Weise zu werfen wie aus einem Mörser, jedoch kann dies mit viel gröfserer Genauigkeit sowohl in Hinsicht der horizontalen wie der verticalen Richtung geschehen. Das Geschütz ist mit Fernrohrvisir versehen, welches je nach Erfordernifs in horizontaler oder nahezu horizontaler Lage verbleibt, ohne an der Elevationsänderung des Geschützes theilzunehmen.
Das Geschütz läfst sich so einrichten, dafs dasselbe (in der Horizontalebene) vollständig herumgedreht werden kann, wenn erforderlich.
Die verschiedenen Figuren der beiliegenden Zeichnung stellen folgendes dar:
Fig. ι ist ein horizontaler Durchschnitt des Hinterladungsgeschützes;
Fig. 2 ein verticaler Längenschnitt desselben;
Fig. 3 ein verticaler Querschnitt desselben ohne Laffete;
Fig. 4 ein verticaler Längenschnitt des Bodenstückes in modificirter Anordnung.
Das Rohr 7 kann auf einer Plattform 1 montirt sein,. welche sich mittelst des Getriebes 3 oder in anderer passender Weise um einen Bolzen 2 drehen läfst. 4, 4 sind die Seitenwangen der Laffete, welche die Lager für die Schildzapfen 5, 5 bilden, die sich an den Enden einer starken Platte 6 befinden. Diese auf beiden Seiten des Geschützes sich ausbreitende Platte ist entweder mit dem Rohr zusammen aus einem Stück gegossen, oder anderweitig mit demselben fest verbunden.
Der Ladeschieber 8, welcher sich horizontal von einer^ Seite zur anderen verstellen läfst, ist genau in eine quer durch das Bodenstück des Geschützrohres 7 hindurchgehende Oeffnung eingepafst. Die obere Fläche der Platte 6 liegt in einer Ebene mit der unteren Fläche der besagten Oeffnung, so dafs dadurch eine Tafel gebildet wird, welche den Schieber unterstützt, während derselbe nach der .einen oder anderen Seite aus dem Geschütz herausgeschoben wird. In
dem Schieber befinden sich zwei Kammern g, welche derart angeordnet sind, dafs, wenn der Schieber ganz nach links oder nach rechts verschoben ist, eine dieser Kammern in einer Linie mit der Seele des Rohres steht, während die andere sich zum Zweck des' Ladens aufserhalb befindet, wie dies Fig. ι zeigt. Die Bewegung des Schiebers wird durch eine Kurbel mit Getriebe ίο, Vorgelege ii und Zahnräder 12 bewirkt, welch letztere in Zahnstangen an der Unterseite des Schiebers eingreifen, Fig. 2. Auf beiden Seiten des Geschützes sind Klappen 14,14 angebracht, welche sich in Scharnieren 15, 15 drehen und durch Stifte 16, 16 befestigt werden können; diese Klappen gewähren Zugang zu dem hinteren Ende der Schieberkammern bei der Stellung zum Laden, verhindern aber, wenn geschlossen, das Herausfallen der Patronen aus den Kammern. Die Seele des Geschützes ist am hinteren Ende durch das Stück 17 geschlossen, in welchem ein Bolzen 18 gleitet, Fig. i. Dieser trägt am Vorderende einen beweglichen Verschlufskolben oder Stofsboden 19, welcher von der Rückstofs feder 20 nach vorn gedrückt wird. Letztere kann aus Stahl in Spiralform hergestellt sein, wie Fig. 1 zeigt, oder aus Kautschuk, wie in Fig. 4 dargestellt ist. Eine derart gestaltete Kautschukfeder erfüllt die wichtige Function die Fugen zu dichten, und den Austritt von Pulvergasen nach hinten zu verhindern. Bei Kartuschen mit Centralzündung wird ein Schlagstift 21 angewendet, den eine Feder 22 vorschnellt, und welcher von dem Abzug 23 in der Stellung zum Abfeuern festgehalten wird. Die betreffenden Theile sind derart angeordnet,, dafs die Kraft der Explosion den Schlagstift zurücktreibt und spannt, d. h. ihn in die zum Abfeuern erforderliche Lage bringt.
Die Fig. 2 und 4 zeigen aufserdem noch einen verticalen Bolzen oder Zündkegel 24, welcher, im Fall die Entzündung durch ein Zündhütchen erfolgen soll, dnrchbohrt und in der Rohrwand befestigt ist. Bei einer mit Zündsatz versehenen Kartusche wird dieser Bolzen dagegen von einer Feder 25 nach aufsen gedrückt, so dafs derselbe als Schlagstift dient. Fig. 2 zeigt die Anordnung für eine Kartusche, deren Entzündung vom hinteren Ende aus erfolgt, während nach Fig. 4 die Entzündung am vorderen Ende bewirkt wird. Das Abfeuern geschieht mittelst eines auf den Stift oder Kegel 24 schlagenden Hammers 26 von beliebiger Form.
Der Ladeschieber 8, welcher aus Stahl hergestellt ist, kann so genau in die Oeffnung des Geschützes eingespafst werden, dafs derselbe fast vollständig gasdicht schliefst. Auch hat derselbe keine Tendenz zu einer ungleichmäfsigen Ausdehnung oder einer Formveränderung durch die wiederholten in dessen Innerem erfolgenden Explosionen. Indem aber die Kraft der Explosion hauptsächlich auf den Schieber und weniger auf das Geschützrohr wirkt, und da die Feder 20 durch ihre Elasticität die Wirkung des Rückstofses abschwächt, so wird das Geschützrohr in geringerem Mafse angestrengt und ist dasselbe somit weniger der Gefahr des Zerspringens ausgesetzt, als ein aus einem einzigen Stück hergestelltes Rohr.
Die Vergröfserung des Verbrennungsraumes, welche durch das Zurückweichen der Rückstofsfeder 20 und des Verschlufskolbens 19 hervorgebracht wird, ist von Vortheil, indem sie eine vollständigere Verbrennung des Pulvers zuläfst und mithin die Wirkung der Explosion erhöht.
Für schwere Belagerungsgeschütze, bei denen die Munition nothwendigerweise mittelst Maschinen gehandhabt werden mufs, gewährt das beschriebene Constructions- und Ladesystem grofse Erleichterung im Laden, sowohl von vorn wie von hinten, die Kugel mag mit der Kartusche zusammen oder getrennt von derselben eingeführt werden.
Nach dieser Beschreibung der Erfindung in ihrer Anwendung bei einer Kanone mit einem Rohr, deren Ladeschieber mit nur zwei Kammern versehen ist, bietet die Herstellung eines Geschützes mit mehreren Rohren und eines mit einer entsprechenden Anzahl Kammern an jedem Ende versehenen Ladeschiebers für den Fachmann keine Schwierigkeiten.
Unmittelbar hinter dem Ende des Rohres 7 liegt ein Verschlufskolben 19, welcher von einer Feder 20 vorwärts gedrückt wird, die sich gegen ein hohles Bodenstück 17 stützt und dazu dient, den Rückstofs aufzunehmen. Dieser Verschlufskolben bildet, während die eine oder die andere Kammer des Ladeschiebers vor demselben steht, den Boden des Explosionsraumes. Derselbe ist durch einen Schaft mit einem Kopf 18 verbunden, welcher innerhalb des hohlen Bodenstückes 17 liegt und die. Bewegung des Verschlufskolbens 19 nach vorn begrenzt. Der Schlagstift 21 gleitet innerhalb des besagten Schaftes und wird durch eine Feder 22 vorgeschnellt, welche gegen einen Bund drückt, der gleichzeitig die Vorwärtsbewegung des Stiftes begrenzt. Die Schlagfeder 22 wirkt zusammen mit der Feder 20, um den Rückstofs aufzunehmen. Ein Kopf am hintern Ende des Schlagstiftes gestattet denselben mit der Hand zu spannen, wenn nöthig.
Die Elasticität des Verschlufskolbens, sowie die drei widerstandsfähigen Wandungen, welche von der Kartuschhülse, dem Ladeschieber und dem Geschützrohr selbst gebildet werden, gestatten die Anwendung einer viel stärkeren Ladung, wodurch die Schufsweite vergröfsert wird.

Claims (3)

  1. P ATENT-An SP rüche:
    ι . Ein seitwärts hin und her verstellbarer Ladeschieber, welcher mit Kammern versehen ist, die von vorn nach hinten durch den Schieber hindurchgehen, in Verbindung mit
    einem beweglichen Verschlufskolben oder Stofsboden und einer Rückstofsfeder, welche sich in einer hinter der Seele liegenden Kammer befinden.
  2. 2. Die Combination des Ladeschiebers 8 und der drehbaren Klappen 14.
  3. 3. Eine Hinterladungskanone, welche mit einem verstellbaren Ladeschieber 8, Schildzapfenplatte 6, Schildzapfen 5, Lagerständer 4 versehen ist.
    Die Combination des beweglichen Verschlufskolbens oder Stofsbodens 19, des durch denselben hindurchgehenden Schlagstiftes 21, der Federn und Buffer 20 und 22, des Abzuges 23, das Ganze dazu dienend, um das Spannen des besagten Schlagstiftes durch die Kraft der Explosion zu bewirken.
    Hierzu I Blatt Zeichnungen.
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