KAISERLICHES
PATENTAMT.
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren , durch welches mittelst einer unten
näher beschriebenen Schraubenvorrichtung jedem Laien das selbständige Besohlen und Beflecken
eines Schuhwerkes ermöglicht wird.
Die Schraubenvorrichtung besteht aus einer in Messing aus einem Stück verfertigten Hülse A
in Gestalt eines unter 25 ° geneigten vierseitigen Prismas, dessen untere Grundfläche sich rechtwinklig
nach beiden Seiten in je ein durchlochtes Plättchen α α fortsetzt und an der
oberen Grundfläche in zwei Plättchen b b (Hülsenansätze genannt) ^Is Fortsetzung zweier
Seitenflächen des Prismas ausläuft.
Durch das Innere der Hülse geht ein Schraubengewinde c hindurch, dessen Längsachse
senkrecht auf der Grundfläche des Hülsenprismas steht.
Ferner besteht die Schraubenvorrichtung aus einer Messingschraube C, an deren Bolzen sich
zwei in der Richtung der Längsachse durchgehendeEinschnittedbefinden.
Diese Schraubenvorrichtung wird, um Obersohle ^ bezw. Oberfleck u an der Untersohle y bezw. Absatz ν
zu befestigen, an der Aufsenseite der Sohle bezw. des Absatzes in genügender Anzahl, und
zwar in folgender Weise angebracht:
Nachdem die Untersohley, das Oberleder χ
und die Brandsohle w zusammengenäht bezw. die Unterflecke des Absatzes ν zusammengenagelt
und in die so zusammengenähte Sohle bezw. zusammengenagelten Flecke schräg nach innen laufende Löcher in Gröfse und Form
der Hülse geschlagen sind, werden die Hülsen in diese Löcher derart eingedrückt, dafs sich
die beiden Hülsenansätze nach aufsen umbiegen. Sodann werden zwei Schrauben e e
durch die durchlöcherten Plättchen α α in die Untersohle eingeschraubt. Diese Schrauben e e
sowie die umgedrückten Hülsenansätze b b sollen dazu dienen, die Hülsen in dem Leder zu befestigen,
so dafs ein Lockern oder Lösen der Hülse gänzlich vermieden ist. Darauf wird die
mit entsprechenden Bohrungen versehene Obersohle ι bezw. Oberfleck u aufgelegt und mit
den Schrauben C derart an dem Stiefel befestigt, dafs Obersohle bezw. Oberfleck, wenn
sie durch den Gebrauch abgenutzt sind, nach Lösung der Schrauben leicht entfernt und
durch neues Material ersetzt werden können.
Zum Einschrauben bezw. Herausziehen der Schraube C bedient man sich eines besonders
construirten zweigabeligen Schraubenziehers.
Patenτ-Ansprüch:
Eine Sohlenbefestigung für Schuhwerk durch Schrauben, deren schräg gebohrte Muttern
ein Lockerwerden der Sohlen dadurch verhindern, dafs sie schräg in den Schuh eingelassen
sind und ihrerseits vor dem Lockerwerden dadurch gesichert sind, dafs sie mit Stiften und umlegbaren Ansätzen an der Unterbezw.
Brandsohle befestigt sind..
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.