DE761843C - Verfahren zur Herstellung von kuenstlichem Zahnersatz aus Kunststoff - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von kuenstlichem Zahnersatz aus KunststoffInfo
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Description
- Verfahren zur Herstellung von künstlichem Zahnersatz aus Kunststoff Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung von künstlichem Zahnersatz aus Kunststoff.
- Bei der Herstellung eines totalen Zahnersatzes ist es notwendig, die natürliche Okklusion und Artikulation der Kiefer eingehen zu berücksichtigen, was man bei Porzellanzähnen in der Weise zu erreichen suchte, daß man ihnen eine Form gab, die den Bewegungen des @ menschlichen Unterkiefers entsprach. Wohl erzielte man dadurch verhältnismäßig gute Ergebnisse, doch war ein Nacharbeiten im Munde des Patienten fast immer notwendig. Es mußten an den Zähnen häufig die Höcker beschliffen werden, wodurch, noch abgesehen von der dafür aufzuwendenden Zeit, dann die Zähne eine rauhe Oberfläche bekamen, was dem Träger der Prothese unangenehm war.
- Diesen Mängeln hat man denn auch schon durch eine weitere Ausbildung der künstlichen Zähne abzuhelfen versucht, und zwar durch Hohlzähne aus Porzellan. Der Hohlraum, der dabei auch nach der Kaufläche zu konisch erweitert ist, wurde mit Kautschuk ausgestopft, um so dem Träger der Prothese ein angenehmes Kauen zu ermöglichen. Bei dieser Ausbildung verblieben aber immer noch erhebliche Nachteile. Die aus Kautschuk hergestellten Kauflächen waren unansehnlich; vor allen Dingen aber ging der Kautschuk der Füllung mit dem Porzellan der Hohlraumwandung keine innige Verbindung ein. was zur Folge hatte, daß das dem Kautschuk nur anliegende Porzellan bei starkem Kauen abplatzte, so daß eine Reparatur notwendig wurde.
- Bekannt ist es auch bereits, bei der Herstellung von Zahnbrücken aus Metall auf der Oberseite des die Pfeilerzähne verbindenden Brückensteges eine Mulde anzuordnen, welche mit einem Amalgam ausgefüllt wird, vor dessen Erhärtung ein Eindruck seitens der Antagonisten vorgenommen wird, worauf die Brücke so lange aus dem Munde genommen wird, bis das Amalgam erhärtet ist. Dabei sind in der Mulde zum Festhalten des Amalgams dienende Querstangen, Erhöhungen.
- Vertiefungen. Einschnitte oder Durchbrechungen vorgesehen, während die beiden Stirnwände der Mulde als den Metallkronen sich anpassende konkave Flächen ausgebildet sind. Dieses Erzeugnis leidet außer an den allgemeinen Nachteilen der Metallzähne auch gleich dem mit Kautschuk ausgestopften Hohlzahn aus Porzellan daran, daß seine Kaufläche schon im ästhetischen Sinn minderwertig ist und daß das Amalgam der Muldefüllung mit dem Metall der Krone und Muldestirnwände eine innige Verbindung nicht eingeht; dieser Mangel kann auch nicht durch die vorgeschenen Mittel für ein mechanisches Festhalten des Amalgams in der Mulde ausgeglichen werden.
- Durch den Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung von künstlichem Zahnersatz aus Kunststoff, als welcher insbesondere polymerisierbares Kunstharz verwendet wird, geschaffen, durch das die aufgezeigten Mängel und Übelstände beseitigt werden. Erfindungsgemäß liegt das Neue darin, daß eine Hohlform der zähne mit einer Gebißplatte fest verbunden und darauf in den Hohlraum ein verformbarer, beliebig gefärbter, plastischer Kunststoff eingefüllt wird, der durch Gegenbiß individuell gestaltet wird und seine individuelle Kaufläche erhält.
- Dadurch wird bei durchgehend homogenem Massehestand von Hohlzahn und Füllung im Gegensatz zu den mit Kautschuk gestopften Porzellanzähnen, bei denen die Kautschukfüllung der Porzellanwandung nur mechanisch anliegt, was auch im Verhältnis der Amalgamfüllung zur Muldenmetallwandung der Fall ist, eine innige Verbindung der Füllung mit der Hohlzahnwandung und damit eine erheblich gesteigerte innere Verfestigung bei dem nach dem neuen Verfahren gewonnenen künstlichen Zahnersatz erreicht.
- Es wird ferner durch die nunmehr auch geschaffene Möglichkeit, die Färbung der den Hohlraum füllenden Kunststoffmasse der jeweiligen Farbe der Hohlzahnflächen wählen zu können, erreicht, daß der neue Zahnersatz zu seiner erheblich gesteigerten inneren Verfestigung zugleich noch nach seiner äußeren Beschaffenheit hin ein natürliches Aussehen erhält, das zu erreichen bei dem Porzellanzahn mit Kautschukfüllung wie bei dem Metallzahn mit Amalgamfüllung einer Zahnbrückenmulde nicht möglich ist.
- Schließlich wird durch den auf die aus plastischer Kunststoffmasse gebildete Füllung des mit der Gebißplatte fest verbundenen Hohlzahnes ausgeführten Gegenbiß im Gegensatz zur Kaufläche des bisherigen kautschukgefüllten Hohlzahnes oder der amalgamgefüllten Mulde bei Zahnbrücken aus Metall eine nach jeder Richtung vollkommene, u. a. keine Rauheiten aufweisende und individuelle Kaufläche erzielt.
- In der Zeichnung ist das Erzeugnis des Verfahrens gemäß der Erfindung in beispielsweiser Ausführungsform veranschaulicht, und zwar zeigt Abb. 1 einen Längsschnitt.
- Abb. 2 einen Querschnitt nach der Linie A-B in der Abb. 1.
- Das Herstellen des neuen Zahnersatzes geschieht in folgender Weise: Zunächst setzt man die Kunststoffzähne in der gewöhnlichen Weise in Wachs auf und füllt den Hohlraum c mit Wachs. Man kann dann beim Probieren im Mund den Patienten Bißbewegungen machen lassen, um so eine genaue, der natürlichen Gleitbahn entsprechende Funktion herzustellen.
- Zur Fertigung der Prothese wird nun die Hohlform der Zähne mit einer Gebißplatte fest verbunden und darauf in den Hohlraum c mit der konisch erweiterten Bohrung b der verformbare, gefärbte, plastische Kunststoff eingefüllt.
- Bei der Polymerisation des den Hohlraum c mit dem Hohlraum der konisch erweiterten Bohrung b ausfüllenden Kunststoffes geht dieser mit dem Kunststoffhohlzahnkörper a eine körperliche Verbindung ein. Nach dem Ausarbeiten und Polieren hat man dann einen der natürlichen Artikulation entsprechenden fertigen Zahn.
- Weiterhin ist die Aufbeißfläche des Zahnes nicht so hart wie bei Porzellan und Metall, aber auch nicht so weich wie Kautschuk.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH Verfahren zur Herstellung von künstlichem Zahnersatz aus Kunststoff, dadurch gekennzeichnet, daß zunächst eine Hohl form der Zähne mit einer Gebißplatte fest verbunden und darauf in den Hohlraum ein Verformbarer, beliebig gefärbter, plastischer Kunststoff eingefüllt wird, der durch Gegenbiß individuell gestaltet wird und seine individuelle Kaufläche erhält.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DER110221D DE761843C (de) | 1941-06-01 | 1941-06-01 | Verfahren zur Herstellung von kuenstlichem Zahnersatz aus Kunststoff |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DER110221D DE761843C (de) | 1941-06-01 | 1941-06-01 | Verfahren zur Herstellung von kuenstlichem Zahnersatz aus Kunststoff |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE761843C true DE761843C (de) | 1952-04-15 |
Family
ID=7421833
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DER110221D Expired DE761843C (de) | 1941-06-01 | 1941-06-01 | Verfahren zur Herstellung von kuenstlichem Zahnersatz aus Kunststoff |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE761843C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1147710B (de) * | 1957-03-04 | 1963-04-25 | Dr Kurt Sieglaff | Modellzahn |
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1941
- 1941-06-01 DE DER110221D patent/DE761843C/de not_active Expired
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
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