DE75923C - Verfahren zum Firnissen von Holzgegenständen - Google Patents

Verfahren zum Firnissen von Holzgegenständen

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DE75923C
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firnif
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DENDAT75923D
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V. VlCTORSO.V in West Roxbury, Temple Street, Staat Massachusetts, V.St.A
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    • B05D7/06Processes, other than flocking, specially adapted for applying liquids or other fluent materials to particular surfaces or for applying particular liquids or other fluent materials to wood
    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
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    • B05D3/02Pretreatment of surfaces to which liquids or other fluent materials are to be applied; After-treatment of applied coatings, e.g. intermediate treating of an applied coating preparatory to subsequent applications of liquids or other fluent materials by baking
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Description

KAISERLICHES
PATENTAM
Bei der Herstellung von Pianos und anderen aus Holz gearbeiteten Gegenständen verfährt man, wenn man ihnen eine sauber bearbeitete Aufsenfläche geben will, gewöhnlich in der Weise, dafs man ihnen nach einander mehrere Firnifsanstriche giebt. Je sauberer und dauerhafter die gefirnifste Fläche werden soll, desto größer ist die Anzahl der Anstriche; gewöhnlich wendet man deren vier bis sechs an.
Bei Pianos setzt man jeden einzelnen Anstrich aus gewöhnlichem Firnifs des Handels eine Zeit lang der Einwirkung der Luft aus, um das im Firnifs enthaltene Lösungsmittel verdunsten und das Harz hart werden zu lassen, wozu zwischen den einzelnen Anstrichen drei bis zehn Tage Zeit erforderlich sind. Den letzten. Anstrich reibt man gründlich ab, bis eine glatte Fläche erzielt ist. Hierauf wird eine Polirschicht aufgetragen, welche man zehn bis dreifsig Tage lang stehen lassen mufs, damit sie hart genug wird, um aufpolirt werden zu können.
Dem gewöhnlichen Firnifs giebt man bekanntlich einen geringen Zusatz von OeI, um ihm etwas Zähigkeit und Elasticität zu verleihen , da der Firnifs sonst zu spröde sein und bei dem geringsten Stofs rissig werden oder abbröckeln würde.
Firnifs ist in hohem Grade klimatischen Einflüssen unterworfen und leidet sehr unter Temperaturänderungen, weshalb es ungemein schwierig ist, die einzelnen Anstriche, wie oben beschrieben, unter den gleichen äufseren Bedingungen aufzutragen. Geschieht dies aber nicht, so findet leicht eine ungleichmäfsige Erhärtung der einzelnen Firnifsschichten statt, und es werden durch ihre ungleichmäfsige Zusammenziehung Risse oder Sprünge verursacht, die dann beim Aufpoliren noch stärker hervortreten.
Ein weiterer Uebelstand des bisher üblichen Verfahrens besteht darin, dafs es eine unverhältnifsmäfsig lange Zeit beansprucht, und dafs man wegen des langsamen Trocknens eine grofse Menge von unfertigen Gegenständen in verschiedenen Stadien der Bearbeitung auf Lager hat, was einen ziemlich grofsen Aufwand todten Kapitals und grofse Lagerräume bedingt.
Auch die Dauerhaftigkeit der auf dem beschriebenen Wege erzielten Bearbeitung ist beschränkt, da das im Firnifs enthaltene Lösungsmittel, auch nachdem die Waare fertiggestellt ist, fortfährt zu -verdunsten, und durch das Austrocknen des Harzes und' der geringen Menge OeI die bisher vom Lösungsmittel ausgefüllten Zwischenräume als feine Poren oder Zellen sichtbar werden, so dafs es nicht möglich ist, die bereits erzielte Politur vollkommen zu erhalten.
Das den Gegenstand vorliegender Erfindung bildende neue Verfahren giebt ein Mittel an die Hand, um Holzflächen und zwar insbesondere . die Aufsenflächen von Pianos und dergl. in nur 4 bis 6 Tagen bei Anwendung einer weit geringeren Anzahl von Anstrichen
und auf weit billigerem Wege als bisher in einer hinsichtlich der erzielten Wirkung ganz erheblich vortheilhafteren Weise zu bearbeiten.
Dieses in Nächstehendem zu beschreibende Verfahren eignet sich in hervorragender Weise auch zur Anwendung bei der Herstellung von Luxusfuhrwerken, Möbeln und dergl. Bei seiner Anwendung bedient man sich eines Firnisses, welcher reich an oxydirbarem OeI ist, wodurch die Dauerhaftigkeit und Zähigkeit des Firnisses bei der Verarbeitung wesentlich erhöht wird. Zweckmäfsig benutzt man rohes Leinöl, obgleich auch gekochtes Leinöl oder irgend ein anderes oxydirbares OeI sich gut eignet. Es ist aber dieser Firnifs nicht mit dem japanischen Firnifs zu verwechseln; denn wenn dieser auch einen ziemlich bedeutenden Zusatz von OeI besitzt, so enthält er aufserdem auch Asphalt oder diesem gleichwerthige Stoffe in solcher Menge, dafs dadurch eine ganz und gar andersartige Nachbearbeitung bedingt wird als bei gewöhnlichem Firnifs.
Der nach diesem Verfahren zu bearbeitende Holzgegenstand wird zunächst mit einem Firnifsanstrich, wie beschrieben, versehen und in eine auf künstlichem Wege geheizte Kammer gebracht, in welcher die Temperatur allmälig auf etwa 38 ° C. erhöht und mehrere Stunden lang auf dieser Höhe erhalten wird. Gegen Beendigung der Erhitzung, welche je nachdem 8 bis 24 Stunden dauert, wird die Temperatur bis auf etwa 49° C. (mehr oder weniger) erhöht, so lange, bis der Firnifs vollständig trocken geworden ist. Dies erfordert, je nach der Consistenz des verwendeten Firnisses, längere oder kürzere Zeit, indem Firnifs von schwerem »Körper« langsamer als leichterer, dünnerer Firnifs trocknet. Die Behandlung der zu bearbeitenden Gegenstände hat deshalb hinsichtlich der angewendeten Temperaturen und Zeitdauer in vorbeschriebener Weise zu erfolgen, um eine Beschädigung des Holzes und des Firnifsüberzuges zu vermeiden.
Während der Dauer der Erhitzung mufs für freien Durchzug der Luft in der Kammer gesorgt werden, damit die Luft in geeigneter Weise mit der Wärme zusammenwirkt.
Durch die allmälige Einwirkung der Wärme wird die Neigung des Firnisses zum Blasenziehen aufgehoben, und sie steigt nie so hoch, dafs sie etwa ein Rissigwerden oder ein Sichwerfen des Holzes oder ein Weichwerden des Leimes veranlassen könnte.
Die Stelle des sich schnell verflüchtigenden, vom Luftzuge fortgenommenen Lösungsmittels im Firnifs wird von dem überschüssigen OeI eingenommen. Indem dieses oxydirt wird, füllt es die vom Lösungsmittel zurückgelassenen Poren und Zwischenräume aus und erhärtet darin, so dafs das oxydirte OeI in Gemeinschaft mit -dem Harze einen gleichmäfsigen, elastischen Ueberzug bildet, welcher fest auf der Holzfläche haftet, mit ihr innig verbunden ist und nirgends Unterbrechungen zeigt. '
Nach beendigter Erhitzung wird der betreffende Gegenstand aus der Kammer herausgenommen und mit einem zweiten Firnifsanstrich versehen, welcher dann in gleicher Weise ■ wie der vorhergehende bei freiem Luftzug allmälig erhitzt wird.
In dieser Weise. werden nach .einander so viele Anstriche aufgetragen und der Trocknung unterworfen, wie dies die Natur des zu bearbeitenden Gegenstandes bezw. die Art der Bearbeitung bedingt.
Dieses Verfahren erfordert eine weit geringere Anzahl von Anstrichen zur Erzielung einer bestimmten Wirkung als die bisher gebräuchlichen Behandlungsweisen, indem der bei ihm verwendete Firnifs bei weitem mehr Körper als der gewöhnlich verwendete besitzt.
Es sei hier noch bemerkt, dafs Firnifs von solch schwerem »Körper«, wie er bei diesem Verfahren Verwendung findet, wegen des Ueberschusses an OeI auf dem gewöhnlichen Wege nicht würde zum Trocknen gebracht werden können, weswegen die vorbeschriebene Behandlungsweise durchaus erforderlich ist, wenn anders ein befriedigendes Resultat erzielt werden soll. Die besondere Art des zur Verwendung gelangenden , Firnisses und die besondere Behandlungsweise stehen dabei in einem innigen ursächlichen Zusammenhang mit einander, derart, dafs eins von diesen beiden Momenten ohne das andere keinen technischen Werth hat.
Es hat sich herausgestellt, dafs die bei vorbeschriebenem Verfahren angewendete Erhitzung dahin wirken kann, einige werthvolle Eigenschaften des gewöhnlichen gekochten Leinöles des Handels zu zerstören, sodafs der Firnifs infolgedessen spröde und weniger dauerhaft wird.
Die über einander befindlichen Firniisschichten sind auf das Innigste mit einander vereinigt und bilden zusammen eine gleichartige (homogene), durchsichtige, harte, elastische Schicht, bei welcher die Einzelschichten in keiner Weise gegen einander hervortreten, wenn das Ganze später überpolirt wird.
Nachdem der letzte Anstrich getrocknet ist, wird der Gegenstand in bekannter Weise unter festem Abreiben aufpolirt, oder man kann auch einen Anstrich einer Polirflüssigkeit auftragen, welche man durch Erhitzen trocknet und dann mit Wasser oder OeI abreibt.
Zur Erzielung einer guten Wirkung ist es wesentlich, darauf zu achten, dafs der Firnifs bei jedem einzelnen Anstrich den gleichen Grad von Dichtigkeit, Flüssigkeit und Temperatur zeigt. Wenn diese Vorsichtsmafsregel beobachtet wird, so wird man das beschriebene
Verfahren selbst unter den verschiedensten Witterungsverhältnissen mit gutem Erfolg anwenden können.
Die Verwendung eines Firnisses in beschriebener Weise, welcher reich an oxydirbarem OeI ist, bietet den Vortheil, dafs die Masse leicht fliefst und eine ununterbrochene zähe Fläche ohne offene Stellen oder Risse liefert, welche auch nach dem Austrocknen nicht rissig oder bröckelig wird, nach dem Abreiben nicht ausschwitzt sowie atmosphärischen und klimatischen Einwirkungen in wirksamer Weise widersteht.
Wollte man einen solchen Firnifs nach den bisher üblichen Verfahren auftragen und behandeln, so würde selbst zu einer nur oberflächlichen Trocknung eine so lange Zeit erforderlich sein, dafs die Verwendung sich von selbst verbieten würde. Dabei würde die unten befindliche, nicht oxydirbare Oelmenge weich bleiben. Andererseits würde der gewöhnliche Firnifs, wenn man ihn nach Art des Verfahrens vorliegender Erfindung behandeln 'wollte, zwar sehr schnell trocknen, aber rissig werden, während die geringe Menge OeI durch die Hitze zerstört werden würde, so dafs die gefirnifste Fläche bröckelig werden und abspringen würde..
Japanischer Lack würde sich zur Behandlung nach Art vorliegender Erfindung deshalb nicht eignen, weil er bei der verhältnifsmäfsig niedrigen Temperatur nicht hart genug werden würde und bekanntlich durch Abreiben nicht blank polirt werden kann. Andererseits verbietet sich seine Anwendung schon wegen des hohen Wärmegrades, welcher bei seiner Verwendung erforderlich ist und ein Springen oder eine anderweitige ungünstige Beeinflussung, zumal von geleimten Holzgegenständen zur Folge haben würde.
Die Erfindung soll keineswegs auf die Anwendung der gerade als höchste' bezeichneten Heiztemperatur von 49° C. beschränkt werden, indem hierbei das Mengenverhältnifs des Oeles im Firnifs zu berücksichtigen sein wird, wodurch im einen Falle die s Anwendung einer etwas höheren oder niedrigeren Temperatur als im anderen Falle bedingt wird. Statt des rohen Leinöls kann man auch irgend ein beliebiges anderes oxydirbares OeI verwenden, sofern dasselbe die Eigenschaft besitzt, dem Firnifs die nöthige Widerstandsfähigkeit, Zähigkeit und Elasticität zu verleihen. Auch einfach gekochtes Leinöl läfst sich mit Vortheil verwenden, d. h. solches Leinöl, welches nicht wie das gewöhnlich im Handel unter dieser Bezeichnung bekannte gekochte Leinöl verschiedene Zusätze (Mangan, Mennige, Glätte, Potasche u. s. w.) enthält, welche bekanntlich den Zweck haben, die Oxydirbarkeit des Oeles zu erhöhen, indessen die Dauerhaftigkeit desselben beeinträchtigen.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Verfahren zum Firnissen von Holzgegenständen, dadurch gekennzeichnet, dafs man sie mit einem Anstrich von Firnifs, welcher reich an oxydirbarem OeI (Leinöl) ist, versieht, bei freier Luftzuführung einer allmälig bis auf etwa 490C. gesteigerten Temperatur aussetzt, alsdann nach erfolgter Verdunstung des Lösungsmittels und Oxydation des Oeles weitere Anstriche nach einander aufbringt und bei jedem einzelnen die angegebene Behandlung wiederholt.
DENDAT75923D Verfahren zum Firnissen von Holzgegenständen Expired DE75923C (de)

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