DE75318C - Verfahren zur Reinigung der Rückstände, welche bei der Behandlung fetter Stoffe, besonders öliger Früchte oder Körner, zurückbleiben - Google Patents
Verfahren zur Reinigung der Rückstände, welche bei der Behandlung fetter Stoffe, besonders öliger Früchte oder Körner, zurückbleibenInfo
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Classifications
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 23: Fettindustrie.
in PARIS.
öliger Früchte oder Körner, zurückbleiben.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 14. Juli 189a ab.
Als eines der gröfsten Hindernisse für die weitere Ausdehnung der mit Hülfe flüchtiger
Lösungsmittel arbeitenden Extractionsverfahren zur Herstellung von vegetabilischen Oelen und
Fetten hat sich die Schwierigkeit und in manchen Fällen sogar die Unmöglichkeit ergeben,
mit den bisher bekannten Mitteln bezw. Verfahren dahin zu gelangen, dafs die erschöpfte
Masse von dem ihr noch anhaftenden Lösungsmittel frei wird, ohne dafs dabei eine zu
grofse Menge des flüchtigen Lösungsmittels verloren geht und die Rückstände verdorben
werden.
Das vorliegende Verfahren hat den Zweck, aus solchen Rückständen, welche von der Behandlung
der ursprünglichen Masse mit einem flüchtigen Extractionsmittel her Reste des letzteren
zurückgehalten haben, jede Spur desselben zu entfernen, und zwar sowohl ohne Verlust an solchen flüchtigen Stoffen als auch
ohne schädliche Einwirkung auf den Rückstand während dieser Nachbehandlung.
Es besteht in der Combination folgender Operationen:
ι. Verdrängung des flüssigen Lösungsmittels aus den Extractionsrückständen durch überhitzten
Dampf des Lösungsmittels.
2. Verdrängung des Lösungsmitteldampfes durch Wasserdampf bei solcher, eventuell durch
Anwendung eines Vacuums regulirter Temperatur, dafs sich flüssiges Wasser nicht verdichten
kann.
Zur Ausführung dieser Operationen bedient man sich zweckmäfsiger Extractoren, wie die
beiliegende Zeichnung einen darstellt. Das Gefäfs (Extractor) E enthält den Rückstand der
durch ein flüchtiges Lösungsmittel behandelten Substanz und trägt auf seinem Deckel ein
Manometer. Seitlich ist ein Stutzen s vorgesehen, durch welchen überhitzter Dampf des
Lösungsmittels aus dem Ueberhitzer 51 zugeführt
wird; der zweite Stutzen ν dient zum Einlassen getrockneten Wasserdampfes. Das
Ablaufrohr A, auf welchem ein Thermometer T angebracht ist, führt in einen Con-.
densator C, wo es sich als Kühlschlange fortsetzt. In diese gelangt während der ersten
Operation das ausgetriebene flüssige Lösungsmittel und, wenn die letzten Spuren desselben
in den Rückständen verdampft sind, dasselbe in Form von Dampf, der sich alsbald verdichtet.
Während der folgenden Operationen wird sowohl das Lösungsmittel in Dampfform als
auch der Wasserdampf in die Kühlschlange hineingetrieben, wo sie sich verdichten. Das
Reservoir R dient zur Aufnahme der aus der Schlange ablaufenden Flüssigkeiten, dieVacuumpumpe
P zum Hervorbringen eines unter einer Atmosphäre liegenden Druckes im Condensator.
Als Beispiel für die sich abspielenden Vorgänge bei den oben erwähnten Operationen
diene der Fall einer Behandlung ölhaltiger Samen mit Schwefelkohlenstoff.
Nach solcher Behandlung verbleiben die, einen Rest des Lösungsmittels enthaltenden,
Rückstände in dem Extractor E. Durch den Stutzen s führt man nach dem Oeffnen des
Verschlufshahnes Schwefelkohlenstoff, welcher in besonderem Kessel bis 46 ° C. erhitzt wird
und dessen Temperatur sich auf 80 ° C. in der Schlange des Ueberhitzers S erhöht, in
Dampfform ein. Derselbe verdrängt theilweise die flüssigen Reste in den Rückständen durch
das Abflufsrohr A in die Kühlschlange, dringt durch die Rückstände, indem er sie erhitzt,
hindurch und gelangt, nachdem er sich in der Kühlschlange C verdichtet hat, in das Reservoir
R. Während man nun am Thermometer die Temperaturzunahme beobachtet (aufsteigend
von 46° C. der Verdichtungstemperatur des Schwefelkohlenstoffes bei normalem Drucke),
beendet man die erste Operation durch Schlufs des Hahnes s, sobald 700 erreicht sind. Nun
verringert man mittelst der Vacuumpumpe P den Druck im Extractor E auf 18 cm Quecksilberstand,
welcher einer Wasserdampfverdichtung bei 650C. entspricht, und läfst durch den
Stutzen ν trockenen Wasserdampf in den Extractor einstreichen, wo seine Temperatur auf
650 erniedrigt wird; da der Extractor und die Rückstände auf 70 gebracht waren, so verdichtet
sich der Wasserdampf nicht, sondern verbleibt in gasförmigem Zustande und treibt
das in den Rückständen gebliebene Schwefelkohlenstoffgas durch Rohr A und die Kühlvorrichtung
in das Reservoir, in welches auch mit- und nachfolgendes Wasser aufgenommen wird.
Man läfst so lange Wasserdampf auf die Rückstände einwirken, wobei sorgfältig auf
den Druck im Extractor geachtet wird, bis nur noch reines Wasser aus der Schlange in das
Reservoir abfliefst.
Ein wesentlicher Punkt des Verfahrens besteht darin, dafs ein Vacuum, entsprechend
einem Druck von 18 cm, während dieser ganzen Operation vorhanden ist. Wenn der
Druck über 23 cm (entsprechend einer Wasserdampfverdichtungstemperatur
von 700C), beispielsweise über 26 cm, steigen würde, so würde
der eintretende Wasserdampf nur eine Temperatur von 730 C. annehmen und, da der Extractor
und die Rückstände eine solche von 70° besitzen, sich theilweise verdichten und
dadurch das stärkehaltige Material der Rückstände durch Anfeuchten beschädigen.
Zum guten Erfolge der Operation ist es dienlich, dafs der durch den Stutzen ν eintretende
Wasserdampf keine mitgerissenen Wassertheilchen enthalte, sondern "sogenannter
trockener Dampf sei. Indem man dem Wasserdampfe eine leichte Ueberhitzung giebt, verhindert
man die Bildung von Wassertröpfchen bei der Ausdehnung des Dampfes im Vacuum des Extractors. Es ist aber die Anwendung
überhitzten Dampfes durchaus nicht absolut zum guten Erfolge der Operation nothwendig.
Claims (1)
- Pate nt-An sp ruch:Ein Verfahren der Behandlung pflanzlicher Extractionsrückstände zur Beseitigung von Beimengungen des zur Extraction benutzten flüchtigen Lösungsmittels, dadurch gekennzeichnet, dafs man 1. jene Beimengungen durch Einführen von überhitztem Dampfe desselben Lösungsmittels in den Öbertheil des Extractors (E) verdrängt bezw. vergast und 2. das gasförmige Lösungsmittel durch Wasserdampf bei solcher, eventuell durch Anwendung eines Vacuums regulirter, Temperatur austreibt, dafs sich der Wasserdampf nicht verdichten kann und die stärkehaltigen Rückstände durch Wasser nicht beschädigt werden.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
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