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Mit einem Vergrößerungsglas verbundenes Schreibtisch- oder sonstiges
Arbeitsgerät Die Erfindung geht von einem mit einem Vergrößerungsglas verbundenen
Schreibtisch-oder sonstigen Arbeitsgerät aus und beschäftigt sich mit der Aufgabe,
dieses zu einem handlichen und stets arbeitsbereiten Gegenstand von guter optischer
Leistung zu machen.
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Es ist bereits bekannt, Lupen im Griff von Bleistiften, Federhaltern
o. dgl. unterzubringen. Diese Lupen waren aber entweder kurzbrennweitige Systeme
starker Vergrößerung (sog. Stanhopeslupen) oder schwach vergrößernde, langbrennweitige
Plan- oder Bikonvexlinsen.
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Die kurzbrennweitigen Lupen geben zwar eine ausreichende Vergrößerung,
besitzen aber nur ein sehr kleines ausnutzbares Gesichtsfeld und verlangen, daß
der Beobachter mit seinem Auge dicht an die Lupe herangeht. Diese hupen sind daher
zum Lesen von Kurs- und Adreßbüchern unbrauchbar.
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Die langbrennweitigen Lupen weisen den Mangel auf, daß sie während
der Benutzung in einem bestimmten, j e nach der Brennweite mehr oder weniger großen
Abstand von der Betrachtungsfläche gehalten werden müssen. Der Lupenbenutzer hat
also für sonstige Arbeiten nur eine einzige Hand frei. Dies gilt auch für bekannte
Federhalter usw., bei denen am Halterende stabförmige Abschnitte von sphärischen
Linsen von vergleichsweise langer Brennweite angeordnet sind. .
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Es gibt fernerhin Lesegläser von zylindrischer Grundform, als selbständige
Schreibtisch-eräte. Diese besitzen beträchtliche Ausmaße und entsprechend hohes
Gewicht und sind mit einem zusätzlichen Handgriff versehen. Ein weiterer Nachteil
besteht in der starken Verzeichnung und dem infolgedessen nur kleinen ausnutzbaren
Gesichtsfeld.
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Die Erfindung löst in erster Linie die Aufgabe, die Ablesbarkeit längerer
Worte und Zeilen mit Hilfe eines auf der Betrachtungsfläche aufliegenden Gerätes
zu ermöglichen. Die Erfindung betrifft demgemäß ein mit einem Vergrößerungsglas
verbundenes Schreibtisch- oder sonstiges Arbeitsgerät und kennzeichnet sich dadurch,
daß das Vergrößerungsglas als Stiel oder Handhabe des Gerätes ausgebildet ist und
aus einem langgestreckten zylindrischen Körper besteht, dessen Querschnitt nicht
wesentlich über den des Gerätes selber hinausgeht und von Kreissegmenten begrenzt
wird, deren Scheitel einen solchen _Ab-
stand von der Grundfläche
haben, daß eine mindestens zweimalige Vergrößerung zustande kommt. Mit einer solchen
Lupe kann man Tabellen, Fahrpläne, Telefonverzeichnisse usw. mit großer Bequemlichkeit
ablesen. Insbesondere wird -beispielsweise die Telefonbedienung dadurch erleichtert,
daß man die eine Hand zum Halten des Hörers und die andere zum Betätigen der Wählscheibe
frei hat und dabei durch das an der richtigen Stelle des Telefonbuches aufgelegte
Zeilenleseglas die vorher aufgesuchte Telefonnummer ständig gut lesbar vor Augen
hat. Aus Gründen der Bildgüte, der Lichtverteilung und der sicheren Auflage werden
erfindungsgemäß solche Zylinderlinsen verwendet, die entweder aus einem Glasstab,
dessen `Querschnitt die Form eines Kreissegmenten von mehr als Radiushöhe besitzt,
oder aus einer langgestreckten Zylinderlinse mit einer Dicke von weniger als Radiushöhe
und einem durchsichtigen Stützrand zum Aufsetzen auf den Beobachtungsgegenstand
bestehen.
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Die Anordnung einer Zylinderlinse an einem Federhalter o. dgl. lag
durchaus nicht nahe, da schon die bekannten zylindrischen Lesegläserwalzen trotz
ihres verhältnismäßig großen Durchmessers optisch nicht einwandfrei waren. Es lag
die Befürchtung nahe, daß bei verkleinertem Zylinderdurchmesser die optischen Fehler
noch viel unangenehmer sich bemerkbar machen würden. Daß dies nicht der Fall ist,
liegt daran, daß einmal die Buchstaben der Zeile nur in der Höhe auseinandergezogen
werden und deshalb eine Verzeichnung sich nicht so deutlich bemerkbar macht, weil
es ja auch sowohl schlanke wie gedrungene Buchstaben gibt. Im übrigen aber wurde
nicht ein voller kreisrunder Querschnitt, sondern ein solcher von der Form eines
Kreissegments gewählt, um allzu starken Fehlern in der Verzeichnung und der Farbe
entgegenzuarbeiten. Außerdem unterstützt eine mäßige Verzeichnung im Sinne einer
stärkeren Vergrößerung die Lesbarkeit insbesondere bei ungünstigen Lichtverhältnissen.
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Die erfindungsgemäß ausgebildeten Geräte können z. B. aus Schreib-
und Zeichenmitteln in Form eines Bleistiftes oder Federhalters mit oder ohne Tintenvorratsraum
oder aus anderen Schreibtischgeräten, wie Brieföffner, Petschaft, Falzbein, Radiermesser
bestehen. Ganz allgemein liegt es im Sinne der Erfindung, die Zylinderlinse mit
solchen Geräten oder Arbeitsmitteln in Verbindung zu bringen, die unter Bedingungen
benutzt oder griffbereit gehalten werden, bei denen eine Betrachtung in.vergrößertem
Maßstäbe von Vorteil ist. Solche Arbeitsmittel können z. B. die Werkzeuge des Graveurs,
des Schriftsetzers, der Häklerin usw. sein. Verwendet man z. B. die Zylinderlinse
als Handgriff für sogenannte Stiellupen, so entsteht ein Verbundgerät, daß sowohl
als Lupe als auch als Zeilenleseglas geeignet ist und dabei nicht umfangreicher
als eine gewöhnliche Stiellupe ist.
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Eine einfache Ausführungsform des Erfindungsgedankens ist in der Fig.
i dargestellt und besteht darin, daß man einen Füllbleistiftkopf i üblicher Ausgestaltung
an einem runden Glasstab 2 befestigt, an dessen Zylinderwandung eine eben oder schwachkonkav
gestaltete Fläche angeschliffen ist. Erfahrungsgemäß ist die Widerstandsfähigkeit
von Glas gegen Verkratzen usw. so groß, daß es unter normalen Verwendungs- und Aufbewahrungsverhältnissen
seine optischen Eigenschaften lange Zeit beibehält.
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Bei Verwendung von weniger widerstandsfähigem Werkstoff, z. B. durchsichtiger
Kunstmasse, wird der Schaft zweckmäßigerweise so ausgestaltet, daß die Zylinderlinse
bei Nichtgebrauch geschützt ist. Man kann zu diesem Zweck eine verschiebbare oder
umsteckbare Schutzhülle verwenden. Eine geeignete Ausführungsform ist in der Fig.
2 dargestellt und besteht darin, daß man den Schaft 3 hohl ausführt und die Zylinderlinse
2 in einer Umsteckfassung 4. anordnet, wie es für den Schutz von Bleistiften oder
Federn bei Schreibmitteln an sich bekannt ist.
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Auf der dem Beobachtungsgegenstand zugekehrten Seite der Zylinderlinse
können in an sich bekannter Weise Markierungen in Form eines Längsstriches, eines
Maßstabes o. dgl. angebracht sein, die die Auffindung bzw. Ablesbarkeit erleichtern.
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Wenn die Zylinderlinse einen in der Hauptsache kreisrunden Querschnitt
besitzt, ist die Beleuchtung des Beobachtungsgegenstands nur dann gut, wenn das
Licht von links oder rechts oder von oben oder vom Beschauer hereinfällt. Befindet
sich aber die Lichtquelle auf der dem Beschauer gegenüberliegenden Seite, so ist
das Gesichtsfeld wenig erleuchtet oder sogar verdunkelt.
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Diese Schwierigkeit wird gemäß weiterer Ausgestaltung der Erfindung
dadurch beseitigt, daß die Zylinderlinse die Form eines Mehrkantes besitzt, bei
dem eine oder mehrere seiner schräg zueinander angeordneten Flächen mit Zylinderlinsen
bedeckt sind.
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Eine solche Ausführungsform ist z. B. in Fig. 3 dargestellt. Auf der
dem Beschauer abgewendeten Seite der Zylinderlinse ist eine schräg zur Beobachtungsfläche
liegende Fläche vorgesehen. Eine Linse dieser Ausführungsform besitzt die Gestalt
eines länglichen Dreieckpristnas, auf dessen eine Fläche ein Zylindersegment aufgesetzt
ist und das also den in Fig.3 dargestellten Querschnitt
besitzt.
Eine Linse dieser Form erhält man durch schräges Aufteilen eines flachrunden Stabes
vom Querschnitt gemäß Fig. 4.
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Die Beleuchtungsbedingungen werden noch günstigere, wenn man auch
die zweite Prismenfläche .der vorstehend beschriebenen Ausführungsform mit einer
Zylinderlinse bedeckt. Man kommt dann zu einer Linse, die aus zwei in einer Längslinie
zusammenstoßenden Zylindern besteht und den in Fig.5 dargestellten Querschnitt aufweist.
Man kann oberhalb -der Beobachtunggfläche noch eine dritte Zylinderlinse anordnen,
so daß der entstehende Linsenkörper den in der Fig. 6 dargestellten Querschnitt
besitzt, um die Beobachtungsmöglichkeit und die Beleuchtungsregelung weiterhin zu
verbessern.
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Im Sinne der Erfindung liegt es fernerhin, an Stelle von sphärischen
asphärische Flächen zu verwenden.
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Bei Verwendung von Lupen mit durchsichtigem Tragrand, z. B. gemäß
Querschnittsform der Fig.7, kann der durch die Linse 2, die durchsichtigen Tragränder
ai und die durchsichtige Grundplatte 22 gebildete Hohlraum 5 zur Aufnahme der Schreibfeder
o. dgl. verwendet werden. Durch diese Raumausnutzung wird das Schreibmittel in seinen
Ausmaßen verkleinert.
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Bei der in Fig. 8 dargestellten Ausführungsform der Erfindung bildet
die Linse 2 den Handgriff eines Brieföffners 6.
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Die Fig. 9 zeigt eine sogenannte Stiellupe, bestehend aus Lupenlinse
7, Lupenfassung 8 und Stiel 2, der im Sinne der Erfindung aus einer Zylinderlinse
besteht.
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Ein Beispiel für ein mit einem Zeilenleseglas verbundenes Werkzeug
zeigt die Fig. io in Form einer Pinzette 9, wie sie der Schriftsetzer verwendet.
Um die den Stiel bildende Zylinderlinse 2 vor Verschmutzung und Beschädigung zu
schützen, ist die Zylinderlinse beiderseits durch Kappen 23, 24 größeren Durchmessers
umhüllt, die eine Berührung der Linsenfläche mit der Werktischplatte o. dgl. verhindern.