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Dauerbiegevorrichtung für einen oder mehrere flache Probestäbe Die
Erfindung bezieht sich auf eine Dauerbiegevorrichtung für einen oder mehrere flache
Probestäbe, bei der die zum Einspannen der beiden Enden des Prüflings dienenden
Spannklauenpaare während des Biegevorgangs bei Längenänderungen des Prüflings ihren
gegenseitigen Abstand entsprechend ändern können und eines der beiden Spannidauenpaare
an dem freien Ende eines hin und her sch,vingenden, die Biegebeanspruchung auf den
Priifling übertragenden Hebels befestigt ist, dessen Achse die Längsachse des Prüflings
im unbelasteten Zustand rechtwinklig kreuzt.
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Bei diesen bekannten Dauerbiegevorrichtungen, bei denen auch noch
die Dauerdrehfestigkeit ermittelt werden kann, ist ein Dynamometer derart eingebaut,
daß wahlweise die Größe der Verbiegung oder der VErdrehung der Prüfstäbe gemessen
werden kann. umständliche und kräftige Lagerung, und zwischen dem Dynamometer und
den zum Festklemmen des einen Prüfstabendes dienenden Spannklauen sind verhälmismäflig
sdnvere, praktisch starre Veorbindungsglieder vorhanden.
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Es sind zwar schon Dauerbiegevorirchtungen ohne eingebautes Dynamometer
vorgeschlagen worden, bei denen die beiden Enden eines flachen Prüfstabes an den
einen Enden von Hebeln eingespannt werden. Hierbei wird der Drehpunkt des einen
Hebels parallel zur Stabriclltung durch einen Eurbeltrieb hin und her bewegt, während
der Drehpunkt des anderen Hebels von einer flachen mebfeder festgehalten vvird.
Demgegenüber ruht gemäß der Erfindung bei einer Dauerbiegevorrichtung der obengenannten
bekannten Art das nicht mit dem Antrieb verbundene Spannlauenpaar unmittelbawr auf
dem einen Ende zweier parallel zueinanderliegender und in der
Schwingunsgebene
des Prüflings angeordneter, dem Ausgleich derLangenänderungen des Prüflings dienender
Blattfedern. die an ihrem anderen Ende ortsfest gelagert sind, wodurch auch bei
dieser Art von Dauerbiegevorrichtungen unerwünschte zusätzliche Nebenbenapsruchungen
vermieden wrden.
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In den Abbildungen ist ein ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes
dargestellt, und zwar zeigen: Abb. 1 eine Vorderansicht einer erfindungsgemäßen
Dauerbiegevorrichtung, Abb. 2 eine Seitenansicht dieser Dauerbiegevorrichtung, in
Pfeilrichtung II gemäß Abb. 1 gesehen, Abb. 3 einen Schnitt nach Linie III-III gemäß
ABb. 1, Abb. 4 einen Schnitt nach Linie IV-IV gemäß Abb. 1, Abb. 5 eine Einzelheit
in Schragansicht, Abb, 6 und 7 eine Vorrichtung zum Messen des Durchbiegungsausschlags
in Vorder- und Seitenansicht.
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Auf einer festen Unterlage 1 sind eine Schiene 2 und ein Motor 3
befestigt. Mit den Enden der Schiene 2 sind durch Schrauben 4 Blattfedern ; verbunden,
deren obere Enden mit den Enden einer Schiene 6 verschraubt sind. An der Schiene
6 greift eine Kurbelstange 7 an. die durch eine Antriebsscheibe 18 des Motors 3
hin und her bewegt wird, so daß die Schiene 6 mit dem oberen Teil der Blattfedern
5 hin und her schwingt.
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Diese bisher erwähnten Teile bilden zusammen cinen sog. Schwingtisch.
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Auf der Schiene 2 ist durch ein Klemmstück 8 und eine Schraube 9
ein Körper 10 befestigt, in dessen oberem Ende ein Zapfen 11 angeordnet ist, um
den ein doppelarmiger hebel 12 drehbar ist. Der obere Arm des Hebels 12 hat einen
Schlitz 13, in den ein Stift 14 eines auf der Schiene 6 befestigten Haltegliedes
15 hineinragt. Mit dem Halteglied 15. das zur Kupplung der Schiene 6 mit dem Hebel
12 dient, ist der Stift 14 in einem Schlitz i 6 verschiebbar befestigt. Durch diese
Verschiebemöglichkeit kann bei gleichbleibendem Hub der Schiene 6 der Hebel 12 veranlaßt
werden. eine verschieden große Schwingbewegung auszuführen. außerdem ist der Hub
der Schiene 6 selbst einstellbar, und zwar in bekannter Weise durch Verschieben
des rechten Endes des Kurbelarms 7 in einem Schlitz 18' der Scheibe 18. Auch der
Motor 3 kann nach Lösen seiner Befestigungsschrauben 19 gegenüber der Schiene 6
verschoben und dann wieder befestigt werden.
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Gemäß Abb. 1 sind seitlich an dem Körper 10 eine Blattfeder 20 und
an diese anschlieeine flache Scheibe 2,) angeorduet. Diesc Teile 20, 21, 22, 23
sind durch eine oder mehrere Schrauben 24 mit dem Körper 10 festigt. Die oberen
freien Enden des Blattfedernappares 20, 22 sind angeschraubt an eine Platte 25,
mit der das eine Ende eines flachen Prüfstabes 27 und eine weitere Platte 26 durch
eine Schraube 28 verbunden ist. Die Platten 25, 26 bilden auf diese Weise ein Spannklauenpaar
zum Einspannen eines Endes des Prüfstabes 27. Als Spawnnklauenpaar für das andere
Prüfstabende dien tein seitlicher Ansatz 12' des Hebels 12 und eine obere Platte
29, die genau so wie die Platte 26 ausgebildet ist und mittels einer Schraube 30
durch das Prüfstaende hindurch mit dem Ansatz 12'verbunden ist. Die Wirkungsweise
ist folgende: Der Motor 3 bewegt durch die Rurbelstange 7 die Schiene 6 und durch
diese den Hebel 12 mit dem spannklauenpaar 12', 29 hin und her. Hierdurch wird das
in Abb. 1 rechts liegende Ende des flachen Prüfstabes 27 auf einem Kreisbogen abwechselnd
nach oben und unten aus senier Rubhelage herausgeschwenkt. Bei dieser Verschwenkung
des Prüfstabes geht das in Abb. I am linken Stabende befestigte Spannklauenpaar
25. 26 auf Grund seiner Verbindung mit den obere Enden der Blattfedern 20, 22 dauernd
hin und her, um außer der Biegebeanspruchung alle nennenswerten zusätzlichen Beanspruchnungen
von dem Prüfstab fernzuhalten. Auf diese Weise wird erreicht. daß der Prüft ab bei
dem Dauerversuch nicht an der Einspannstelle bricht, sondern irgendwo in der Stabmitte,
wo er gerade seine schwächste Stelle hat.
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Die Vorrichtung eignet sich vor allem für flache Prufstäbe mit einem
verhältnismäßig geringen Widerstandsmoment, insbesondere für Prüfstäbe aus Kunstharz
mit ode rohne Gewebeeinlagen, Federn und Nichtmetalle, bei denen mit verhältnismäßig
großen Ausschlägen des Hebels 12 gearbeitet werden kann.
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In diesem Fall kann aus dem Winkelweg des Hebels 12 unmittelbar auf
die Beanspruchung der Probe geschlossen werden.
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Als einfache, nicht zum Erfindungsgegenstand gehörige Meßvorrichtung
für die Beanspruchung wird zweckmäßig eine Anordnung gemäß Abb. 6 und 7 benutzt.
Hierbei ist 31 ein Klemmstück mit zwei Schneiden 32. das durch ein Gelenk 33 mit
einem von HaIld bedienbaren Hebel 34 verbunden ist. Durch eine Feder 35 werden die
Schneiden 32 auf dem Prüfstab 27 festgeklemmt. Oben auf dem Klemmstück 31 ist eine
Meßhr 36 angeordnet, deren Fühler durch einen Zwischen-
Prüfstab
steht der Zeiger der Meßhur auf Null, während er bei der Durchbiegung zwischeu den
Schneiden 32 die Bogenhöhe des Kreisbogens mißt, nach dem sich der flache pr2fstab
ausblegt.
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Die Biegevorrichtung, gemäß Abb. 1 ist derart ausgebildet, daß gleichzeitig
mehrere Prüfstäbe 27, 27' eingespannt werden können. Der Prüfstab 27' ist durch
Verschieben des Körpers 10' auf der Schiene 2 derart eingespannt, daß er in der
dargestellten Ruhestellung des Schwingtisches bereits eine gewisse Vorspannung hat.