DE738904C - Verfahren und Vorrichtung zum Herstellen von nahtlosen Schlaeuchen, insbesondere kuenstlichen Wursthuellen - Google Patents

Verfahren und Vorrichtung zum Herstellen von nahtlosen Schlaeuchen, insbesondere kuenstlichen Wursthuellen

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DE738904C
DE738904C DEW105137D DEW0105137D DE738904C DE 738904 C DE738904 C DE 738904C DE W105137 D DEW105137 D DE W105137D DE W0105137 D DEW0105137 D DE W0105137D DE 738904 C DE738904 C DE 738904C
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DE
Germany
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hose
tube
liquid
transverse
rollers
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DEW105137D
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Augustus Edward Craver
Frank H Reichel
Arthur O Russel
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Dow Produktions und Vertriebs GmbH and Co OHG
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Wolff and Co AG
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Description

Nahtlose, biegsame Schläuche aus nicht faserigen, organischen, plastischen Massen, wie z.B. Celluloseestern, Cellulosehydrat, Kunstharzen, finden vielfache Anwendung nicht nur als Ersatz für Därme, sondern auch allgemein zur Verpackung von Nahrungs- und Genußmitteln sowie von-Kerzen und anderen Waren. Hierbei wird starke Dehnungsfestigkeit und hohe Gleichförmigkeit der Gestalt, Bemessung und physikalischen Beschaffenheit von den biegsamen Schläuchen verlangt. Die bisherigen Herstellungsverfähren für Schläuche aus faserlosen, plastischen Massen ergeben eine mehr oder weniger große Unregelmäßigkeit der physikalischen Eigenschaften der Schlauchwänd und führen insbesondere zu einer gegenüber der Längsfestigkeit niedrigen Querfestigkeit der Schläuche und häufig auch zu ungleichförmigen Wandstärken und zu weitgehender Verschiedenheit der Streckungs- und der Schrumpfungsfähigkeiten der biegsamen Schläuche. ·
Insbesondere bei der Verwendung von Schläuchen aus plastischen, strukturlosen Massen als Wurstdarmersatz besteht das wichtige Problem, eine vollkommene Gleichmäßigkeit der ganzen Wursthülle bezüglich Formgebung, Ausdehnbarkeit, Längsfestigkeit, Wandstärke, Querfestigkeit, Aussehen und sonstiger Eigenschaften zu erreichen. Die bekannten künstlichen Wursthüllen aus Cellulosehydrat oder anderen Celluloseverbindungert lösen dieses Problem nur unvollständig, da sich ihre Zugfestigkeit und Dehnbarkeit ändert, wenn sie gestopft, gekocht, geräuchert, gelagert oder den übrigen Wurstbehand-
lungsmaßnahmen ausgesetzt werden. Beispielsweise werden sie beim Stopfen leicht infolge ihrer geringen Querfestigkeit platzen oder in der Querrichtung ungleichförmig ausge-■ dehnt werden und ein in dieser Form und im Gewicht unregelmäßiges Erzeugnis ergeben. Für das Herstellen von nahtlosen, strukturlosen Schläuchen aus Viscose durch Ausspritzen aus einer Ringdüse und Bespülen mit ο Fäll flüssigkeit hat man bereits vorgeschlagen, den Schlauch zur Steigerung seiner mechanischen Zähigkeit und Haltbarkeit dadurch zu strecken, daß man ihn beim Verlassen der Düse gleichzeitig mit dem Erhärtungsvorgang durch inneren, durch Lufteinblasen erzeugten Druck weitet. Dabei hat sich praktisch gezeigt, daß man auf diese Weise einen Schlauch mit einer die Längsfestigkeit überschreitenden Querfestigkeit, wie sie für. den j Stopfvorgang erforderlich ist, nicht erhalten kann. Es wird nämlich die Querlagerung der Micellen der Schlauchmasse, die für das Erreichen einer bevorzugten Querfestigkeit Bedingung ist, infolge der unmittelbar an der Düse stattfindenden Durchrührung der Schlauchweitung an einer Stelle des ganzen Schlauchherstellungsganges bewirkt, wo die Schlauchmasse noch .eine flüssige Beschaffenheit hat, so daß die Querlagerung der Micellen durch die nachfolgende Längsführung des Schlauches, die auf eine Ausrichtung der Micellen parallel oder ungefähr parallel zur Schlauchachse hinwirkt, ganz oder in der Hauptsache wieder aufgehoben wird. Auch diese Schläuche reißen daher bei ihrer Verwendung als künstliche Wursthüllen und für ähnliche Zwecke unter der Druckwirkung des Füllgutes beim Stopfen leicht ein, und auch beim Abbinden dieser Wursthüllen macht sich die ungenügende Querfestigkeit unangenehm bemerkbar, indem dabei die Zipfel leicht einreißen.
Diese Nachteile bestehen auch bei Kunstdärmen, die von einem struktur- und nahtlosen Schlauch mit Abteilen verschiedenen Durchmessers abgeschnitten sind, die durch Anwendung wechselnder Druckunterschiede zwischen der Aufjen- und der Innenseite des Schlauches durch entsprechend hohe und von der formgebenden Ringdüse ab wirkende Flüssigkeitssäulen erzeugt sind. Auch bei dieser Art der Schlauchhcrstellung kann, da das Aufweiten der Schlauchwand wiederum unmittelbar hinter der Düse erfolgt, keine bleibende, die Querfestigkeit des Schlauches erhöhende (Querlagerung der Miccllen erreicht werden. Wird andererseits der bereits vollständig verfestigte Schlauch einer inneren Druckluftwirkung ausgesetzt, wie man dies zum Erleichtern des Trocknens von strukturlosen Schläuchen aus plastischen Massen ί schon vorgeschlagen hat, so kann hierbei das Aufblasen praktisch' kein Strecken der Schlauchwand mehr hervorrufen,, da eine Umlagerung der Micellen der Schlauchmasse nach Beendigung der Verfestigung des Schlauches nicht mehr möglich ist.
Es ist auch bereits vorgeschlagen worden, den geformten Schlauch nach teilweise erfolgtem Fällen und vor seiner vollständigen Verfestigung durch inneren Druck aufzuweiten. Dabei handelt es sich aber um das Behandeln von Schlauchstücken, also um ein absatzweise arbeitendes Verfahren.
Die Erfindung bezieht sich nun auf ein ununterbrochenes Verfahren, bei dem ein Stück eines beliebig langen Schlauches zwischen zwei Einschnürungsstellen, durch die der Schlauch fortlaufend hindurchläuft, durch Innendruck aufgeweitet und dadurch zu einer bleibenden und seine Festigkeit erhöhenden Umlagerung seiner Micellen veranlaßt wird. Das Herstellen dieses Schlauches ist dabei einfach, da das Aufweiten ohne Unterbrechung des üblichen fortlaufenden Ganges der Schlauchfertigung lediglich mit Hilfe zweier Einschnürungsstellen des dabei weiterbewegten Schlauches stattfindet.
Als plastische, faserfreie, organische Masse kann man für das Verfahren der Erfindung irgendein filmbildendes Cellulosederivat, wie z. B. Celluloseester, Celluloseether, Viscose oder künstliche und natürliche Harze, Casein und ähnliche Stoffe, verwenden, und diese plastischen Massen werden in Form von Lösungen in üblicher Weise, z. B. durch Auspressen aus einer Ringdüse oder durch Auftragen auf .einen Kern, zum Schlauch geformt. Solange der Schlauch noch eine wesentliche Menge von wirksamem Lösemittel der Schlauchwandmasse enthält, empfiehlt es sich, das Aufweiten des Schlauches nach- der Erfindung noch nicht durchzuführen, weil sonst das Lösemittel meist in ungleichförmiger Weise aus der Masse entfernt wird, so daß die «05 Plastizität des. Schlauches sich erheblich ändert. Außerdem ist der einen erheblichen Betrag von wirksamem Lösemittel enthaltende Schlauch praktisch noch zu weich, um ununterbrochen im erforderlichen Ausmaß, aufgeweitet werden zu können. Diesem Mangel läßt sich dadurch abhelfen, daß das wirksame Lösemittel vor dem Aufweiten durch ein Quellmittel für die Schlauchmasse ersetzt wird, wofür man vorzugsweise ein mit dem restlichen Lösemittel des Schlauches mischbares Quellmittel, z. B. Wasser, anwendet, das sich leicht gleichmäßig über die Schlauchwandung verbreitet und in diese hinoindilTundiert.
Das Längs- und das Querdehnen des Schlauches können gleichzeitig oder nachein-
ander ausgeführt werden. Das Xängsdehnen wird ununterbrochen dadurch vorgenommen, daß der Schlauch durch Vergrößerung des
.. Abzugmaßes verlängert wird, nachdem1 er teil- - weise gefällt, aber noch nicht vollständig verfestigt ist.. Das Querdehnen kann in der Weise erreicht werden, daß man fortlaufend einen Druckunterschied zwischen der Innen- und der Außenseite des eingeschnürten Teiles
ο des: Schlauches aufrechterhält, während dieser dauernd durch die Aufweitstrecke läuft. Der D ruckunterschied kann durch 'ein Vakuum außerhalb des Schlauches oder durch Einführen leines Gas- oder Flüssigkeitsdruckes in das ScMauchinnere oder durch Anwendung dieser beiden Maßnahmen oder auch mit Hilfe eines größeren Gas-, oder Flüssigkeitsdruckes innerhalb und eines kleineren Gas- oder Flüssigkeitsdruckes außerhalb des Schlauches her- vorgebracht werden. Ein gleichmäßigeres Durchführen des Querdehnens ergibt sich bei Ausübung eines Flüssigkeits druckes im Inneren des Schlauches als bei Benutzung von Luft oder anderem Gas. Vorzugsweise ist eine Flüssigkeit zu verwenden, welche kein Lösemittel für die Schlauchwandmasse ist. Def Schlauch kann auch durch einen mechanischen Druck, der im Schlauchinnsren zur Wirkung gebracht wird, in der Querrich-
■ tung gestreckt werden.
Das Höchstmaß von Längs- und von Querstreckung ändert sich mit der Beschaffenheit der Schlauchmasse, der Plastizität der Schlauchwand zur Zeit des Streckens und mit der Wandstärke des Schlauches. Ferner sind bei den höheren Streckungsgraden die Längs- und die Querstreckung voneinander abhängig, weil der Schlauch bei der Längsstreckung ein Schrumpfungsbestreben in der
) Querrichtungund.umgekehrthat. Beispielsweise kann ein Gellulosenitratschlauch in dem nach teilweiser Füllung und bei unvollständiger Verfestigung erreichten Gelzustand mit etwa 40 Gewichtsprozent Wasser gleichzeitig in der Längsrichtung um 5 ο o/o seiner Äusgangslänge und in der Querrichtung um 100 0/0 gedehnt werden, und wenn die Längsstreckung nicht 400/0 überschreitet, kann dieser Schlauch eine Querdehnung bis zu 1500/0 des Ausgangsdurchmessers erfahren.
Bei wärmeplastischen Massen für die Schlauchherstellung kann die Ausführung der Dehnung durch Wärme erleichtert werden, welche diese organischen Massen plastischer macht. Der durch eine unveränderte Kraft erreichte Streckungsgrad hängt von der Plastizität des Schlauches ab, die ihrerseits von der Temperatur abhängig ist. Daraus ergibt sich, daß der Streckungsgrad einfach durch Regelung der Temperatur in dem Bereich, wo das Strecken erfolgt, nach Wunsch geändert werden kann. Die Anwendung von Hitze, um die Plastizität des Schlauches zu erhöhen, oder zu erreichen, ist besonders vorteilhaft, da ein geringerer Druckunterschied "für das Querdehnen sowie das Herbeiführen eines gleich- ' mäßigeren Weitens und ein in praktischen Grenzen beliebiges-- Ausmaß für das Ausdehnen des Schlauches ermöglicht ist. Ferner, kann, wenn das Weiten des Schlauches durch eine innere Flüssigkeitssäule erfolgt und der Schlauch dabei eine gewisse Flüssigkeitsmenge mit sidh fortträgt und dadurch eine allmähliche Abnahme, der Dehnungskraft bewirkt, diese Abnahme der Höhe der Flüssigkeitssäule durch ein fortschreitendes Steigern der der Dehnungsstrecke zugeführten Wärmemenge ausgeglichen werden.
Wenn der Schlauch gemäß der Erfindung gestreckt worden ist, wird die Schlauchwand, falls. sie aus einem Cellulosederivat besteht, dadurch vollständig verfestigt, daß das Cellulosederivat in Cellulosehydrat verwandelt oder der Schlauch getrocknet wird, so daß der Schlauch in seinem erweiterten und verlängerten Zustand erhalten bleibt. Die Art des Festlegens des gedehnten Gefüges des Schlauches ändert sich natürlich mit· der Beschaffenheit des für den Schlauch benutzten Ausgangsstoffes. Beispielsweise . kann das vollständige Verfestigen des Schlauches und das Festlegen des gestreckten Gefüges der Schlauchwand auch durch Umwandeln des Schlauches aus dem feuchten Gelzustand in einen trockenen Gelzustand durch Verdampfen des rückständigen Lösemittels/ des QueUmittels oder durch Hindurchführen des gedehnten Schlauches durch ein Bad mit einer Flüssigkeit erfolgen, die kein Quellmittel ist und den Lösemittelxest entfernt, worauf das übliche Trocknen des Schlauches erfolgt. Wenn Hitze zum -Vorbereiten des Schlauches· für das Aufweiten oder zur Unterstützung des Dehnens angewendet worden ist, kann das Festlegen des gestreckten Schlauchgefüges durch Kühlen des Schlauches erreicht werden, indem dieser z. B. durch ein kaltes Wasserbad oder durch einen Strom kalter Luft geleitet wird. Bei Schläuchen aus thermoplastischen Harzen kann das gestreckte Schlauchgefüge durch Überführen des Harzes in 'eine harte, nicht schmelzende Form mit Hilfe z. B. von starker Hitze oder Strahlung festgelegt werden.
Im einzelnen kann das Verfahren nach der Erfindung beispielsweise wie folgt ausgeführt werden: Zum Erzeugen eines als Darmersatz brauchbaren, biegsamen Schlauches aus Cellulose werden 20kg Nitrocellulose mit n,o"/o Stickstoff in 80 kg eines aus 60 Gewichtsteilen Alkohol und 20 Gewichtsteilen Äther bestehenden Lösemittelgemisches eingetragen
und damit verrührt, bis eine praktisch homogene Masse erhalten ist. Die Herstellungs;-bedingungen der Nitrocellulose müssen derart sein, daß die erreichte Lösung eine hohe Vis-5· cosität aufweist. Diese Lösung wird durch eine Ringdüse unmittelbar in ein Bad gedrückt, das z.B. aus 75o/o Wasser, 200/0 Alkohol und 50/0 Äther besteht und in welchem der Nitrocelluloseschlauch koaguliert wird. Dabei wird ein gleiches Fällmittel in das Innere des gebildeten Schlauches eingelei-" tet. Der teilweise gefällte und noch nicht vollständig verfestigte Schlauch wird durch ein Bad aus 900/0 Alkohol und ioO/0 Wasser JS geführt, damit gleichförmig plastisch und im Gelzustand erhalten und dadurch für das Aufweiten vorbereitet. Der Schlauch wird dann in der Längsrichtung um 25 bis· 500/0, vorzugsweise um 40 0/0 seiner Ausgangslänge und gleichzeitig in der Querrichtung um 50 bis 100 o/o, vorzugsweise um 75%, seines Ausgangsdurchmessers gedehnt, was dadurch erreicht wird, daß ein an den beiden Enden eingeschnürtes Stück der Einwirkung eines inneren Überdruckes, z. B. durch eine eingefüllte Flüssigkeitssäule, ausgesetzt wird. Nach dem Dehnen wird der Schlauch innen und außen gewaschen und dann fortlaufend durch ein Denitrierungsbad mit einer 50/oigen wäßrigen Lösung von Natriumhydrosulfid geleitet, in welchem sein Stickstoffgehalt auf'etwa 50/0 vermindert, wird. Der denitrierte Schlauch kann hierauf gewaschen und mit einem Weichmacher, z.B. einer 2oo/0igen wäßrigen Glycerinlösung, behandelt werden. Zuletzt wird der Schlauch, während er mit Luft aufgeblasen ist, unter solchen Bedingungen getrocknet, daß dabei kein wesentliches Längs- oder Querschrumpfen auftreten kann. In der nachstehenden Aufstellung sind zwei Cellulosehydratwursthüllen A und B verglichen, von denen die eine. A, aus Nitrocellulose mit Streckung zwischen Koagulation und Umformung um 33,40/0 in der Längs- und um 38,20/0 in der Querrichtung hergestellt ist, während die andere, B, durch Regenerierung aus Viscose praktisch ohne Längs- und Querdehnung gewonnen ist.
50 A B
Wandstärke in Zoll
Ouerfesti^keit in ^
55 Längsfestigkeit in s;
Ouerdehnung
Längsdehnung
0,0035
5,100
4,954
730Io
71%
0,0048
2,900
4.900
137%
57%
Aus dieser Gegenüberstellung ergibt sich, daß die nach der Erfindung hergestellte Wursthülle A eine größere Festigkeit in der Quer- als in der Längsrichtung und praktisch den gleichen Streckungsgrad in diesen beiden Richtungen'- hat. Im Gegensatz hierzu weist die nach dem bisher gebräuchlichen Verfahren erzeugte Wursthülle B den Nachteil auf, ', daß die Längsfestigkeit etwa 50O/0 größer als j die- Querfestigkeit ist, was zur Folge hat, I daß diese Wursthülle B platzt, wenn sie einem Stopfdruck ausgesetzt' wird, der geringer als 1 der die Wursthülle A zum Platzen bringende ■ Stopf druck ist. Ferner, ist die Quer'dehnung · der Wursthülle B um über 400/0 größer alsi die Längsdehnung, so daß diese Wursthülle; beim Stopfen sich ungefähr dreimal soviel! in der Quer- als in der Längsrichtung aus-1 zudehnen sucht. Es ist aber .sehr -'-schwierig, j die Form und die Abmessungen der' fertigen I Wurst richtig zu regeln und in die vWurst- i hülle eine bestimmte Menge Fleisch zu· stop-1 fen, wenn ein weitgehender Unterschied· zwi-; sehen der Quer- und der Längsfestigkeit be-j steht. Eine weitere wesentliche Verschieden-f heit zwischen den Wursthüllen A und B liegt j in der Wandstärke, die beim Schlauch A, ob-ί wohl sie erheblich kleiner als beim Schlauch B ist, eine größere Zugfestigkeit in beiden Richtungen aufweist. Die dünnere Wand ver^ bessert dabei gleichzeitig die Durchsichtig-' keit der Wursthülle, hat eine höhere Biegsam-1 keit der Schlauchwand und gibt der Wurst ein gefälligeres und anziehenderes Äußere. Die Zeichnung veranschaulicht beispielsweise verschiedene Ausführungsformen von Vorrichtungen zur Ausübung des Verfahrens nach der Erfindung.
Fig. ι zeigt schematisch und teilweise im Schnitt eine Schlauchformungsvorrichtung, und Fig. 2 bis 5 lassen mehrere Ausführungsformen von Schlauchstreckungsvorrichturigen erkennen.
Fig. 6 gibt eine nach der Erfindung er- \ zeugte künstliche Wursthülle wieder. :
Gemäß Fig. 1 besteht die" Schlauchfor- 1 mungsvorrichtung A aus einer Düse r und einem Koagulierbad 3. Der aus der Düse 1 ausgepreßte Schlauch 2 wird durch das Bad 3 und weiterhin durch eine Heizkammer 4 über eine Rolle 5 hochgeführt, um ■ dann einer Streckvorrichtung zugeleitet zu werden. Diese kann nach Fig. 2 ausgeführt sein, gemäß welcher der teilweise gefällte und noch nicht ganz verfestigte Schlauch 2 von der Rolle 5 der Fig. 1 über eine Rolle 6 durch eine mit der Heizkammer der Fig. 1 in Verbindung stehende Kammer 7 nach unten geführt und dann über eine Rolle 8 wcitergeleitet wird. Der Hauptteil der in dem koagulieren Schlauch vorhandenen organischen Lösemittel kann aus diesem dadurch verdampft werden, daß man ein Gas, Vorzugs-
weise Heißluft, durch den Rohrstutzen 17 in j die Kammern7 und 4 leitet und/durch! diese im Gegenstrom zur Laufrichtung! dies/ Schlauches 2 hindurchströmen läßt; ti» dann das mit Lösemittel beladene Gas/aus der Kammer 4 durch den Rohrstutzen i8 austreten zu lassen. Hinter der Heizkammer'7 geht der Schlauch 2 zwischen zwei Druckroile.n 2 .-hindurch · nach oben zu dem Rollenpaar 10 und läuft weiterhin zwischen den. · Quetscht ollen 11 hindurch zu den- Zugrollen ιλ 'und über diese nach irgendeiner Anlage zum Waschen, Gefügefestlegen, Reinigen und Trocknen.
Gemäß Firg/~2 wird das Querstrecken des Schlauches»'dadurch' erreicht, daß in diesem zwischen d£n Rollenpaaren 9 und 10 eine Flüssigkeitssäule 13 aufrechterhalten wird, deren. Getvicht das Ausdehnen der Schlauch-■vand im gewünschten Ausmaß bewirkt. Oer Dehnungsgrad wird durch die Höhe lieser^Flüssigkeitssäule bestimmt, die auf ^cn entsprechenden Anfangswerf gebracht vird. um das beabsichtigte Maß von Querdehnung zu erreichen. Der Grad und das Ausmaß der Dehnung öder diese beiden Werte können, auch während des Streckvorganges geregelt werden, indem man die Drucke innerhalb und außerhalb des Schlauches 2. vorzugsweise durch Änderung der Höhe der Flüssigkeitssäule 13, verändert. Bei spielsweise kann man Flüssigkeit in den Schlauch zugeben oder daraus entnehmen oder der Schlauch kann an einem oder mehreren Punkten zwecks Erreichung eines Ansteigens der Flüssigkeit im Schlauchinnern eingeschnürt werden. Die Einschnürungsmittel können gemäß Fig. 2 aus zwei oder mehr beweglichen Riemen 14 bestehen, die über Rollen 15 laufen und durch Platten 16 von rückwärts unterstützt sind. Sie -bilden mit den Rollen 15 mehrere bauliche Einheiten, welche quer zueinander eingestellt werden können, um zur Veränderung der Höhe der Flüssigkeitssäule 13 verwendbar zu sein. Die Platten 16, die flach oder mit einer dem Schlauch entsprechenden Krümmung versehen sein können, sind in Berührung mit den Riemen 14 und drücken diese an den Schlauch an. Die Riemen werden mit der gleichen Geschwindigkeit wie der Schlauch 2 verschoben und vorzugsweise über dem Punkt angeordnet, an dem das Querausdehnen des Schlauches im wesentlichen vollendet ist. Das Längsstrecken wird nach Fig. 2 gleichzeitig mit dem Querdehnen dadurch herbeijicführt, daß die Rollen Γ2 mit einer größeren l'mfangsgeschwindigkeit als die Rollen y zum Umlauf gebracht werden.
Gemäß.. Fig. 3 können das Längs- und das Querstrecken getrennt voneinander ausgeführt werden, liier wird der koaguiierte. noch nicht vollständig verfestigte Schlauch 2, der von der Rolle 5 der Fig. 1 kommt, über eine Reihe von Rollen 19 abwärts durch eine Kammer 20 zu einer weiteren Reihe von Rollen 21 geleitet. Die Rollen 21' haben eine größere Umfangsgeschwindigkeit als die Rollen 19, wodurch das Längsstrecken des Schlauches 2 erreicht wird. Der verlängerte Schlauch wird dann über 'eine Rolle 22 den zwei Druckronen 23 zugeleitet, zwischen denen er nach oben in eine erhitzte Kammer 24 geht, aus der er durch die Abzugsrollen 2 5 herausgeführt wird. Das Querdehnen des Schlauches 2 wird durch Aufrechterhalten einer Flüssigkeitssäule 26 im Schlauchinnern zwischen den Rollenpaaren 23 und 25 in ähnlicher Weise wie bei der Anordnung nach Fig. 2 erreicht.
Der Grad und das Ausmaß des Dehnens eines aus wärmeplastischer Masse gebildeten Schlauches kann dadurch geregelt werden, daß man den Schlauch einer mäßigen Wärmewirkung gerade vor oder bei dem Streckvorgang unterwirft. Beispielsweise kann nach Fig. 3 der Schlauch der Einwirkung von erhitztem Dampf 27 ausgesetzt werden, der in die Kammer 24 durch das mit einem Ventil 30 und mit einer Ablenkplatte 31 versehene Rohr 29 eingeblasen wird und durch den Rohrstutzen 28 diese Kammer verlassen kann. Der eingespritzte Dampf 27 ist vorzugsweise feuchter Wasserdampf oder ein ähnliches Weichmachungsmittel für einen Schlauch aus wärmeplastischer Masse. Man kann auch bei der 'Vorrichtung nach Fig. 3 das -Längsstrecken gleichzeitig mit dem Querdehnen ausführen, wenn man das Rollenpaar 2 5 mit größerer Umfangsgeschwindigkeit als das Rollenpaar 23 laufen läßt.
Ein Teil der im Schlauch 2 vorhandenen flüchtigen Lösemittel kann aus der Schlauchwand dadurch ausgetrieben werden, daß man -.-erhitzte Gase in die Kammer 20 der Fig. 3 durch den Rohrstutzen 32 einbläst und durch diese Kammer nach oben sowie dann durch die Kammer 4 der Fig. 1 nach abwärts ströi men läßt, um schließlich das entstandene Gemisch durch den Auslaßstutzen iS abzuleiten und das Lösemittel daraus in üblicher Weise wiederzugewinnen. Das erhitzte Gas, Vorzugsweise Heißluft, kann einen Zusatz von Feuchtigkeit oder eines Quellmittels vor der Einführung in die Kammer erhalten, damit es dann zur Aufrechterhaltung des Gelzustandcs des Schlauches beiträgt.
Gemäß Fig. 4 wird das Querdehnen des Schlauches durch einen Druckunterschied zwischen einem eingeschlossenen Gasvolumcn und der .alliieren. Atmosphäre erreicht. Der Schlauch 2 geht zuerst durch eine Kammer 33, in der er der Wirkung von Hitze oder von lösendem Dampf oder von diesen beiden Mit-
teln unterworfen "wird, damit er mehr plastisch wird. Von der Klammer 23 läuft der Schlauch, zwischen gummibedeckten Quetschwalzen 34 hindurch nach abwärts in ein Bad 35 aus kalter Flüssigkeit, in welchem er über eine Walze 36 geführt wird, um das Bad dann zu verlassen. Die zwischen den Quetschwalzen 34 und der Walze 36 im Schlauchinnern gefangene Luft veranlaßt den Schlauch,, sich auszudehnen, und das gedehnte Gefüge der Schlauchwand wird durch Abkühlung in der kalten Flüssigkeit 3 5 festgelegt.
Gemäß Abb. 5 wird das Querstrecken durch einen Druckunterschied bewirkt, der durch *5 einen inneren Gasdruck und ein äußeres Vakuum herbeigeführt wird. Hier geht der teilweise gefällte und noch nicht vollständig verfestigte Schlauch 2 zunächst über Rollen 47 und 48 durch ein Flüssigkeitsbad 49, wel- »a ches ihn befeuchtet, worauf er nach oben geleitet wird und durch die Quetschwalzen 50 hindurchgeht, über denen der Schlauch auf seinen normalen .Durchmesser durch einen kurzen Körper 51 ausgedehnt wird, der aus *5 einer schweren Flüssigkeit, wie z. B. Quecksilber, bestehen kann. Hernach geht der Schlauch nach oben durch die Vakuumkammer 52 hindurch und (erreicht schließlich die Quetschwalzen 53, welche dazu dienen, ein Gasvolumen in dem Schlauch einzuschließen. Die Vakuumkammer hat eine starre, kräftige Zylinderwand 54, an deren Enden kurze Buchsen SS und 56 sitzen. Die einander-benachbarten Enden der Buchsen 55 und 56 sind durch eine nahtlose Röhre, z. B. eine poröse Geweberöhre 57 oder eine poröse unglasierte Tonröhre, miteinander verbunden. Ein Vakuum wird zwischen der porösen Geweberöhre 57 und dem äußeren Zylinder 54 durch eine Pumpe erzeugt, die an das Rohr 58 angeschlossen ist. Wenn der Schlauch durch die Kammer 5 2 hindurchgeht, werden seine feuchten Wände dicht an das Geweberohr 57 angepreßt, wodurch ein ununterbrochenes Querdehnen des Schlauches erreicht wird. Das Längsdehneii kann gleichzeitig oder getrennt vom Querdehnen, z. B. durch die in Fig. 2 und 3 angegebenen Mittel, erfolgen. In Fig. 6 ist der Umriß einer Wursthülle. nach der Erfindung dargestellt, bei der die Linie 59 die Wand des gedehnten Schlauches zeigt. Wenn der Schlauch unter normalem Stopfdrücken mit Wurstmasse gefüllt wird, ergibt sich ein Erzeugnis, das rechteckige Schultern gemäß der Linie 59 hat und während des Räucherns und sonstigen Behandeins praktisch seine Form nicht ändert. Dagegen ergibt eine nach den früheren Verfahren hergestellte Wursthülle, die unter den gleichen Bedingungen gestopft wird, ein Wursterzeugnis, das sich, wenn es beim Rau- ί ehern und Lagern aufgehängt ist, zu verlängern strebt. Diese Verlängerung erzeugt eine Wurstform mit einem verbreiterten unteren und einem verjüngten oberen Ende, wie die Linie 60 in-Fig. 8 zeigt. Außerdem entsteht bei dieser verformten Wurst am oberen Ende der Wursthülle über dem Fleischinhalt eine Lufttasche.ör. ^

Claims (8)

Patentansprüche :
1. Ver fahnen zum Herstellen von nahtlosen Schläuchen, insbesondere künstlichen Wursthüllen, aus faserlosan,. organischen, plastischen Massen, bei dem 4er Schlauch nach teilweise erfolgtem Fällen und vor: seinem vollständigen Verfestigen durch1' inneren Druck aufgeweitet wird, dädurchi gekennzeichnet, daß ein Stück eines -.be-J iiebig langen Schlauches zwischen zwei Einschnürungsstellen, durch die der! Schlauch fortlaufend hindurchläuft, durch! Innendruck aufgeweitet und dadurch zu j einer bleibenden und seine Festigkeit erhöhenden Umlagerung seiner Micellen veranlaßt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das eingeschnürte Schlauchstück erhitzt wird, um seine DeIrnung zu erleichtern und zu regeln.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das in der Schlauch-i masse enthaltene Lösemittel vor dem Aufweiten des Schlauches durch ein auf die ι Schlauchmasse quellend wirkendes Mittel,! z.B. Wasser, ersetzt wird, das man in die; Schlauchwand hineindiffundieren läßt.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1! bis 3, bei dem der Schlauch lotrecht voni unten nach oben geführt und durch eine in sein Inneres eingeführte Flüssigkeits- ■ säule aufgeweitet wird, da'durch gekenn-: zeichnet, daß das die Flüssigkeitssäule in : dem jeweils zu dehnenden Schlauchstück, das am unteren und am oberen Ende flach ; gedrückt gehalten wird, zur Wirkung gebracht wird.
5. Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 4 mit einer Formgebungsdüse, anschließendem Koagulationsraum und einer Aufweiteinrichtung, dadurch gekennzeichnet, daß an der Außenseite des mit Flüssigkeit (13) gefüllten Schlauchstückes (2) über eine bestimmte Schlauchlänge sich erstrekkende, über Rollen (15) laufende Riemen (14) und diese an den Schlauch (2) drückende Platten (16) zur Verringerung der Schlauch weite angeordnet sind.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß ein zwischen zwei Quetschwalzenpaaren (23 und 25)
liegendes1 Stück des Schlauches (2) nicht nur im Innern mit einer Flüssigkeit (26) gefüllt, sondern auch außen von einer vorzugsweise mit Dampf (27) gespeisten Heizkammer (24) umgeben ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß ein zwischen zwei Paaren von Quetschwalzen. (50 und 53) liegendes Stück des Schlauches (2) mit einem Gas, z. B. Luft, gefüllt und von einer Vakuumkammer (54) umschlossen ist, durch die es luftdicht hindurchgeführt ist.
8. Vorrichtung nach, einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß in der Bahn des Schlauches (2) vor der Aufweitungseinrichtung (54) ein Flüssigkeitsbad (49) zum Befeuchten des Schlauches (2) vorgesehen ist, durch das der Schlauch hindurchgeleitet ist.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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