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Strickmaschine zum Ausbessern von Strümpfen, -Säcken o. dgl. Gegenstand
der Erfindung ist eine Strickmaschine zum Stopfen von Strümpfen, Säkken o. dgl.,
bei der die Nadeln einzeln und der Reihe nach durch einen Rester bewegt werden der
der eine absatzweise und veränderbare hin - und her gehende Bewegung quer zu den
Nadeln ausführt und dessen Verschiebung 'durch eine Kammplatte erfolgt.
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Es.ist eine Einfadenwirkmaschine zum Ausbessern von Wirkware bekannt,
die nach Art der Kettelmaschine arbeitet und bei der eine den Arbeitsfaden führende,
ähnlich einer Nähmaschinennadel arbeitende Einstechnadel vorhanden ist, die durch
die auf einer Zahnreihe befindlichen Maschen hindurchgeht. Für diese nach Art von
Nähmaschinen arbeitenden Maschinen ist es seit langem bekannt, die Antriebe sämtlicher
bewegter Teile vorn auf der Antriebswelle angeordneten Steuerscheiben abzuleiten.
Da nur eine einzige Nadel auf und ab bewegt wird, ist der Antrieb sehr einfach.
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Es ist ferner eine Wirlunaschine zum Ausbessern von Wirkware mit einer
Reihe von Nadeln bekannt, bei welcher Platinen einzeln zwischen den Nadeln vorbewegt
werden müssen, um .den Fadem zu kulieren und zu verteilen. Die Bewegung der Platinen
erfolgt durch Exzenter, und zwar sind auf der Exzentenvelle so viel Exzenter vorgesehen,
wie Platinen und Hilfsplatinen verschoben, werden müssen. Die hohe Anzahl der erforderlichen
Exzenter läßt eine solche Maschine nicht einwandfrei bedienen, und da bisher keine
andere Lösung vorgeschlagen worden ist, ist die allgemeine Einführung von solchen.
Ausbesserungsmaschinen gescheitert.
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Die Erfindung schlägt eine andere Lösung vor, bei welcher an Stelle
von zahlreichen Exzentern ohne Rücksicht auf die Anzahl der arbeitenden Nadeln,
d. h. zehn, zwanzig usw. Nadeln, immer nur vier Exzenter, die auf einer einzigen
Welle untergebracht sind, benötigt werden. Hierdurch wird eine wesentliche Vereinfachung
und eine große Betriebssicherheit erzielt. Die auf der Exzenterwelle sitzenden Exzenter
dienen dazu, die Aufundabbewegung des seine Biewegungs.richtung selbsttätig umkehrenden
Reiters zu steuern, durch welche die Nadeln verschoben werden und der Fadenführer
im Vorlauf zur jeweils arbeitenden Nadel bewegt -wird, während ein anderes Exzenter
die Hinundherbewegung des
Reiters und schließlich :ein weiteres
Exzenter die Vor- und Zurückbewegung des Maschenkammes nach j.-der Bildung eines
Fadenhenkels bewirkt.
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Gegenüber einer bekannten Ausbesserungsmaschine, bei welcher die Verschiebung
des Reiters durch einen Kamm erfolgt, der wechselweise von zwei Exzentern aus angetrieben
wird, von denen das eine fest und das andere lose auf einer Welle sitzt, wob, -i
durch Verschiebung des losen Exzenters eine Kupplung zwischen losem Exzenter und
Reiterantrieb und eine Entkupplung zwischen festem Exzenter und Reiterantrieb und
umgekehrt erfolgt, weist die vorliegende Erfindung den Vorteil auf, daß das Kuppeln
und Entkuppeln durch Verschieben von Exzentern wegfällt. Diese Kupplungen haben
bei dem leicht Fasern abgebenden Strickmaterial oft zu Betriebsstörungen Anlaß gegeben..
Die Maschine gemäß der Erfindung weist also der bekannten Maschine gegenüber eine
erhöhte Betriebssicherheit und groPe Vereinfachung auf.
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Durch Verbesserung des Antriebes der Maschine in der vorerwähnten
Weise allein wird jedoch noch nicht eine Vorrichtung erhalten, die so einfach ist,
daß sie nach kurzer Zeit bedient werden kann, ohne daß eine längere Übung erforderlich
ist und ohne daß überlegungen des Bedienenden über die jeweils !erforderlichen Handgriffe
angestellt werden müssen. Dazu gehört vielmehr auch, daß die Einzelteile, welche
von der Exzenterwellle aus angetrieben werden, so ausgebildet und vereinfacht sind,
daß sie sich diesen Forderungen anpassen.
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Um den Aufbau der Maschine zur Erreichung dieses Zieles zu verbessern,
bewegt zur Erzielung einer erhöhten Arbeitsgeschwindigkeit ein Exzenter der Exzenterwelle
über einen Schwinghebel einen Schiehen hin und her, dessen keilförmige Schrägen
aü;f einen verschiebbaren Stift, der an der Kammplatte sitzt, wahlweise einwirken,
um durch die Kammplatte den über die Nadelfüße gehohenen Reiter in entsprechender
Richtung zu verschieben.
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Es ist ferner die Möglichkeit vorgesehen, ein feines oder ein grobes
Gewirk herzustellen, indem man entweder mit jeder Nadel oder nur mit jeder zweiten
Nadel arbeitet, wobei zwischen dem Schwinghebel und dem Schieber eine verstellbare
Anschlagvorrichtung liegt, um die Größe der Bewegungsbahn des Schiebers zu regeln.
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Ein mit dem Stift auf der Kammplatte durch Federn in Verbindung stehender
4oppelarmiger Schwinglieb.el, dessen Bewegung von dem Reiter aus erfolgt, gewährleistet
auch bei schnellster Gangzahl ein einwandfreies Umschalten. Durch Knopfstangen,
die zum Sichern ihrer Lage mit einer Verzahnung versehen sind, in welche Federn
einfassen, kann die jeweils erforderliche Arbeitsbreite festgestellt und gesichert
werden.
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Die Anordnung einer Keilfläche, auf die der Reiter wahlweise einwirkt,
ermöglicht es, den starren Fadenführer immer um eine Nadelbreite vorzuschieben,
damit der Faden der Nadel ordnungsgemäß zugeführt wird.
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Durch die Anordnung eines Schaukelringes mit an seinen beiden Stangen
sitzenden Haken, die auf den Schlitten mittelbar einwirken, wird erreicht, daß auch
bei schnellstem Gang der Maschine der Fadenführer sofort vorgetrieben wird und ein
Schalten bei der Endmasche um zwei Nadeln erfolgt, so daß der Faden immer Vorlauf
vor der arbeitenden Nadel hat.
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Andere Verbesserungen beziehen sich darauf, daß der auf Zahnstangen
laufende, den Fadenführer tragende Schlitten bei jeder Nadel vorläuft und der Faden
vor die Nadel gelegt wird; daß die Größe der Maschen mittels einer Schraube eingestellt
und so ein strafferes oder lockeres Ge@virk erzielt wird; daß der Fadenführer im
Kammgehäuse mit dem Kamm beweglich verbunden ist, um jedes-
mal beim Heruntergehen
der Nadel der Nadel auszuweichen und beim Heraufgehen den Faden direkt vor die Nadel
ztt legen bzw. in den Nadelhalten zu fördern; daß das Arbeitsgut bequem eingebracht
werden kann. und daß das Nadelbett der Stärke des Arb@it,;gutes jeweils entsprechend
einstellbar ist.
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Andere Verbesserungen, die ebenfalls daut beitragen eine Maschine
zu schaffen, die gebrauchsfähig ist und einwandfrei arbeitet, sind in der nachstehenden
Beschreibung erläutert. In den Zeichnungen ist Fig. i eine Seitenansicht der Maschine
mit teilweise weggebrochenem Gehäuse, um die Exzenterwelle sichtbar zu machen, Fig.
2 eine Draufsicht auf die hlaschi.ne, Fig.3 eine Vorderansicht der Maschine, Fig.
a eine Draufsicht auf den vorderen Teil der Maschine mit abgehobener Deckplatte,
teilweise im Schnitt, Fig.5 ein Schnitt nach der Linie 5-5 der Fig.3, in Richtung
der Pfeile gesehen, und Fig. 6 eine teilweise Vorderansicht des Oberen Mittelteiles
der Fig. i mit weggelassener Kammplatte.
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Auf der Grundplatte i sitzt die einstellbare Konsole 2 für den Antriebsmotor
;, der mittels eines Riementriebes .;. und der Zahnräder 5, 6 die im Maschi:nengeliätise
7 gelagerte Exzenterwelle 8 (Fis. i und 4.) antreibt, auf der die Exzenter 9, io
sowie i i und 12 sitzen.
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Die beiden Exzenter g und i o dienen zum
Antrieb der
Einrichtung zur Aufundabbewegung der Nadeln 13 (Fig. 3 lind 5), die im Nadelbett
14 geführt und durch.eine Abdeckleiste 15 in ihren Nadelnuten 16 gehalten werden.
Die Nadeln 1-3 sind Hakennadeln mit dem Haken 17 und dem Fuß 18. Die Hakennadeln
13 werden in, der Leiste 19 verschiebbar gehalten und durch eine Gegenleiste 20
abgestützt (Fig. 5). Auf der Leiste i9 liegt eine Abdeckleiste 21, die unter die
Nadelfüße 18 greift.
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Die Leiste i9 .wird mittels der beiden Exzenter 9 Lind io auf und
ab geschwungen, und zwar unter Vermittlung eines Schwinghebels 22, :der jedem Exzenter
zugeordnet ist und um Zapfen 23 schwingt (Fig. i). Das vordere Ende jedes
Schwinghebels 22 ist als Gabe124 ausgebildet und umfaßt den Zapfen 25 der Leiste
19:, die in ihren Endstücken 26 und. 27 verstellbare Führungen 28 und 29 trägt,
die in den Lagern 30, 31 des Maschinengehäuses auf und 'ab gleiten können (Fig.3).
Auf der Leiste 19 sitzen Blöcke 32, 33, die durch Stangen 34, 35 verbunden sind,
auf :denen der Reiter 36 sich verschieben kann.
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Der Reiter 36 weist nach vorn zu ein Blatt 37 und nach hinten zu ein
Blatt 38 auf (Fig. 5). Beim Umlauf der Exzenterwelle 8 wird mittels der Schwingarme
22 die Leiste 19 und damit auch der Reiter 36 auf und ab bewegt, dessen Blatt 37
mit den darüberliegenden Nuten 39 der -Kammplatte 4o zusammenarbeitet, die mindestens
so, viel Nuten 39 aufweist, wie Nadeln in die Nadelfontureingelegt werden sollen.
Bei der Aufwärtsbewegung der Leiste i9 greift die Abdeckleiste 21 unter den Nadelfuß
i8 der jeweils nach unten gestoßenen Nadel 13 und nimmt diese Nadel mit nach oben.
Sobald sich das Blatt 38 :des Reiters 36 oberhalb der Nadelfüße 18 der Nadeln der
Nadelfontur befindet, wird die Kammplatte 40' nach rechts oder links um eine Nadelbreite
oder mehr und zurück verschoben, so :daß. also: auch eine Verschiebung dies Reiters
um ein oder zwei Nadelbreiten erfolgt. Bei der nächsten Abwärtsbewegung des Reiters
36 wird dann die unter dem Blatt 38 befindliche Nadel 13 nach unten bewegt,
worauf das Spiel von neuem beginnt.
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Die Verschiebung der Kammplatte 4o, die in den Spitzen 44 -42 schwingbar
aufgehängt ist und durch eine Blattfeder 43 nachgiebig in ihrer Lage gehalten wird,
:erfolgt vom Exzenter i i der Exzenterwelle 8 aus, an welchem ein Schwinghebel 44
anliegt, der um die feststehende Stange 45 (Fig. i und 4) schwingt und mit seinem
oberen Ende sich gegen einen Schieber 46 :abstützt (Fig. i und 2). Das obere Ende
des Schwinghebels weist eine verstellbare Anschlagvorrichtung 47 mit Anschlagschrauben
48 und 49 auf, die in verschiedene Stellungen eingestel7.t -werden können und deren
Verriegelung durch die Gegenmutter 5o erfolgt. Nach Lösen dex Halteschraube 51 läßt
sich auch die Anschlagvorrichtung 47 umdrehen, so daß dann der in der Fig. i obenliegende
längere Anschlag 49 dem Schieber 46 gegenüberliegt,- des&en Lage im Scheberbett
und in gier Deckplatte 52 durch diese Anschlagvorrichtung 47 geregelt wird. Der
Schieber 46 wird durch den Schwinghebel bei Umlauf der Exzenterwelle 8 gegen die
Wirkung der Federn 53 nach vorwärts geschoben und dann bei Freigabe durch den Exzenter
i i wieder durch die Federn 53 nach rückwärts gedrückt, so daß er also ständig in
Berührung mit der Anschlagvorrichtung 47 liegt.
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Der Schieber 46 weist vorn zwei keilförmige Schrägen 54 und 55 sowie
einen. Schlitz 56 auf (Fig. 2). Die Schrägen 54, 5#5 arbeiten mit einem Stift 57
zusammen (Fig. 2, 3 und 5), der mittels einer Stellschraube 58 an dem die Kammplatte
40 tragenden Schlitten 59 befestigt ist. Bei jeder Vorschubbe-#vegung des Schiebers
46 drückt je nach der Stellung des Stiftes 57 die Schrägfläche 54 oder die Schrägfläche
55 auf den an der Kammplatte 40 sitzenden Stift 57 und schiebt die Kammpl-.tte 4o
sowie den mit der Kammplatte in Eingriff stehenden Reiter 36 um mindestens eine
Nadelteilung weiter. Wird die Anschlagvorrichtung 47 so eingestellt, daß die längere
Anschlagschraube 49 am Schieber 46 anliegt, so wird der Schieber 46 weiter nach
vorwärts verlagert und verdrängt bei seiner Verschiebung den Stift 57 und damit
die Kammplatte 40 sowie den Reiter 36 um das Doppelte, so daß also nur jede zweite
Nadel 13 betätigt wird,. was bei der Verarbeitung groben Garnes,notwendig werden
kann.
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Wenn sich :der Stift 57 in der in Fig. 2 dargestellten Lage befindet,
erfolgt bei Bewegung des Schiebers 46 eine Verschiebung der Kammplatte 40, in Fig.
3 gesehen, nach links, so daß der Reiter 36 also ständig nach links wandert, bis
nach -der Verschiebung dies Reiters über den Rand des zu stopfendem Loches hinaus
eine Umkehrung der Bewegung des Reiters sich erforderlich macht. Diese Umkehrung
wird dadurch herbeigeführt, daß am Ende der herzustellenden Maschenreihe, der Stift
57 mit der anderen Schrägfläche 55 in Berührung gebracht wird und auf diese aufläuft,
so daß die Kammplatte 4o, in Fi:g. 3 gesehen, nach rechts verdrängt wird und damit
eine Wanderung des Reiters. 36 nach rechts beginnt. Die Umkehrung der Bewegung bzw.
die Verstellung des Stiftes 57 @erfolgt selbsttätig in folgender Weise.
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Der Stift 57 wird von zwei Blattfedern 6o, 61 _ umfaßt, die an einem
auf der Deckplatte .
52 drehbaren zweiarmigen Hebel 62 befestigt
sind, dessen Schwingbewegung durch zwei wechselweise.hoch und nieder gehende Umschaltstößel63,
64 gesteuert wird, denen abgeschrägte Enden 65, 66 mit den Enden der Arme 67, 68
des Hebels 62 zusammenwirken.
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Die Umschaltstößel 63, 64 sitzen auf einem in der Mitte gelagerten
doppelarmigen Hebel 69, der durch eine Druckfeder 70 in Berührung mit seinem
Lager gehalten wird (Fig. 4) und der die beiden Stößel 63, 64 abwechselnd hochhebt.
Die Verstellung des Hebels 69 geschieht mittels zweier Bügel 7 t und 72, die mit
Längsschlitzen 73 und 74 versehen sind. In den Längsschlitz 73 greift ein
Finger 75, und in den Längsschlitz 74 greift ein Finger 76 eiln (Fig. i und 6).
Die Finger sind auf einer Welle 77 verschiebbar. Der Finger 75 kann mittels einer
Zahnstange 78 eingestellt werden. .deren Verstellung am Knopf 7 9 erfolgt und welche
eine Verzahnung 8o aufweist, in welche die Feder 81 reingreift, um die Zahnstange
78 in der gegebenen Lage festzuhalten. Der Finger 76 kann mittels einer Zahnstange
82 eingestellt werden, deren Verstellung am Knopf 83 erfolgt und welche eine Verzahnung
84 aufweist, in welche eine Feder 85 eingreift, um die Zahnstange 82 in der begebenem
Lage festzuhalten. Die Zahnstangen 78 und 82 werden auf der Welle 86 geführt (Fig.
4 und 5).
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Die Finger 75 und 76 können durch einfaches Ziehen an den Knöpfen
79 rund 83 schnell auf die gewünschte Maschenreihenlänge eingestellt werden. Sobald
dann der Reiter 36 bei seiner `'Wanderung nach der einen Richtung, die jeweils durch
die Stellung des Stiftes 57 mit Bezug auf die Schrägen 54 oder 55 bedingt ist, mit
seinem Blatt 38 auf den in seiner Wanderrichtung liegenden gehobenen Finger 75 oder
76 trifft, wird bei der Abwärtsbewegung des Reiters auch der Finger abwärts bewegt,
wodurch unter Vermittlung des zugehörigen Bügels 71 oder 72 die Stange 69 gedreht
wird und damit ein Wechsel in der Stellung bzw. in der Höhenlage der Stößel 63 und
64 stattfindet: Der hochgehende Stößel verschiebt den Hebelarm 62, so daß die Blattfedern
6o, 61 den Stift nach der anderen Seite schieben und dieser Stift 57 nunmehr mit
der anderen Schräge zusammenarbeitet und infolgedessen eine Verschiebung der Kammplatte
4o nach der anderen Seite hin erfglgt, Die Wanderrichtung des Reiters 36 ist also
umgekehrt worden.
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Die Finger lassen sich von Neiden Seiten her schnell und unabhängig
voneinander einstellen, und . zwar genau auf die Nadelstellung, da diese durch die
Verzahnung festgelegt ist.
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Zu einer einwandfreien Maschenbildung ist es wichtig, den Faden der
gerade strickenden Nadel in solcher Weise darzubieten, daß der Faden vor der Nadel,
in Richtung der-Bewegung des Reiters 36 gesehen, liegt, damit genügend Faden zur
Bildung des Maschenhenkels von dem Fadenvorrat entnommen werden kann und kein Zug
auf die schon fertige Masche, die vorher gebildet wurde, ausgeübt wird.
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Um nun den Fadenführer stets. in Richtung der Maschenherstellung gesehen,
vor die arbeitende Nadel zu bringen, dient die nachstehend beschriebene Einrichtung.
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Entsprechend der Verschiebung des Reiters 36 ist der Fadenführer i
5o (Fig, i und 3)
auf zwei Schienen 87 und 88 verschiebbar. die innerhalb
des Kammgehäuses 89 liegen. Das Kammgehäuse ist verschwenkbar mittels des Handhebels
9o, und um die gleiche Achse kann im Drehpunkt 9 i der Fadenführer i So verschwenkt
werden. Das Gelenkstück 92 des Fadenführers 150 sitzt an einem starren Rahmen
93, 94 95 (Fig. i und 4). Um ein Verkanten zu verhüten, ist der Rahmenteil
95 mittels Zahnrädern 96, 97 auf den Zahnstangen 98, 99 gelagert, wobei die @ Stangen
95 durch Schlitze ioo (Fig.6) des Maschinengehäuses hindurchgehen. Das von dem vorderen
Ende der beiden Stangen 95 getragene Querstück ioi dient zur Aufnahme der Schalt-
und Umschaltvorrichtung für den Fadenführer 150.
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Auf der Rahmenachse i o2 des Rahmens 95 sitzt ein Schaukelring 103,
der vorn einen Keil 104 und hinten zwei Zapfen 105 und io6 trägt. Der Zapfen
i o5 trägt die gebogene Schaltstange 107 und der Zapfen io6 die gebogene
Schaltstange i o8 mit den Haken i o9 bzw. iio. Die Schaltstangen 107 und
io8 gleiten in ihrer Mitte aneinander und werden an dieser Stelle durch einen Bügel
i i i leicht zusammengehalten.
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Sobald die Leiste 19 mit dem Reiter 36 abgehoben wird, legt sich dessen
Blatt 38 gegen eine Flanke des Keiles 104 und verschiebt dadurch die Rahmenachse
102 und infolgedessen den starren Aufbau 95, 94# 93 socVic den Fadenführer i 5o.
Der Fadenführer wandert also immer vor der jeweils niedergehenden Nadel her, wie
dies der Pfeil V in Fig. 3 zeigt.
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Am Ende der Maschenreibe muß nun der Fadenführer 150 beim Hochschieben
der letzten arbeitenden Nadel in entgegengesetzter Richtung so weit wieder verschoben
werden, daß er bei der Rückwärtswanderung des Reiters wieder vor der jeweils von
dem Reiter wieder betätigten Nadel steht. Beim Richtungswechsel muß also der Fadenführer
in entgegengesetzter Richtung um ein entsprechendes Ausmaß bewegt werden, nämlich
um das Doppelte der sonst ausgeführten Bewegung.
Diese Umschaltung
erfolgt, wenn. der Haken rog bzw. 1 ro unter denn Finger 75 b-zw. 76 liegt, der
von dem Blatt 38 des Reiters 36 gerade heruntergedrückt wird. Der durch den Reiter
heruntergedrückte Finger zieht dann .die betreffende Schaltstange 107 oder
1o8 mit nach unten, wodurch der Schaukelring 103 1-1n die Achse rot sich dreht und
daduirch auch der Keil 104 verschwenkt wird. Das Blatt 38 des Reiters 36. bestreicht
nunmehr die gegenüberliegende ganze Flanke des Keiles 104 und bewirkt, daß der Fadenführer
den doppelten Weg zurücklegt, d. h. für gewöhnlich zwei Nadelbreiten, so, daß er
wieder vor der jetzt betätigten Nadel, in Wanderrichtung der Nadel gesehen, liegt.
Nach dieser Umschaltung arbeitet das Blatt 38 des Reiters 36 wieder mit dem oberen
Teil der Flanke des Keiles 104 zusammen, so daß dieser Keil und damit der Rahmen
95, 94 93 und der Fadenführer 15o wieder nur in der üblichen Weise um das übliche
Maß, z. B: eine Nadelteilung, verschoben -wird. Der Weg des Fadenführers ist also
bei der Umschaltung etwa doppelt so groß ,wie bei der normalen Fortschaltung.
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Bei der Umschaltung des Ringes 103 hat sich der gegenüberliegende
Schalthebel gehoben und liegt nunmehr in Bereitschaftsstellung, um am Ende der Maschenreihe
bei, der Umschaltung nach abwärts gezogen zu werden, worauf sich das Spiel wiederholt.
Der Fadenführer ist in der üblichen Weise ausgebildet.
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Die Bildung der Maschen erfolgt auf dem Kammgehäuse 89 und dem Maschenkamm
112, der im Kammgehäuse 89 mittels der Zapfen 113 und 114 schwenkbar gelagert
ist. Die genaue Einstellung des Kammgehäuses mit Bezug auf die Nadeln 13 erfolgt
mittels eines Keiles 115, der m eine Rast "der Scheibe 116 eingreift und aus, dieser
Rast durch Betätigung der Taste r 17 herausgehoben wird, die .einen Doppelhebel
darstellt, dessen Schwanz 118 von der Feder r rg beaufschlagt wird. Nach dem Herausheben
des Keiles r 15 aus der Rast der S,cheib,e 116 kann das Kammgehäuse zusammen mit
dem Maschenkamm und dem Fadenführer r5o um die Schwenkachse g r des Handhebels go
nach vorn ausgelegt werden. Nach dem Zurückführen nimmt das Kammgehäuse -wieder
seine richtige Stellung in bezug auf die Nadeln 13 ein.
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Bei einer bekannten Maschine werden zuerst die Maschenhenkel einer
neuen Maschenreihe nacheinander gebildet und dann die alte Ware, die von dem Kamm
gehalten wird, abgestreift. Hierbei wird das Maschengebilde oder Maschengefüge nicht
ganz klar und gleichmäßig, da die Nadeln den Faden nicht gleichmäßig vom Fadenvorrat
abziehen, -sondern den Faden auch von 'den Nebenmaschen entnehmen; mit anderen Worten,
der Faden wird nicht gleichmäßig kullert.
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Um diesen Nachteil zu beheben und ein festeres Maschengefüge zu erhalten,
wird gemäß der vorliegenden Erfindung der Maschenkamm jedesmal sofort nach Bildung
eines Maschenhenkels in das Kammgehäuse hineingezogen, so daß also jedesmal die
Masche vollkommen fertiggestellt wird. Nach der Fadenzuführseite ist der Widerstand
dabei bedeutend geringer als nach der Seite hin, wo die fertigen Maschen zusammengezogen
sind und am Stoff liegen; demgemäß wird nur Faden von der Fadenzuführung oder dem
Fadenvorrat entnommen, und es ergibt sich ein ganz klares Maschenbild gleichmäßiger
Maschenfofm, wie es mit der bekannten Maschine nicht erreicht werden konnte.
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Unterstützt wird diese Wirkung dadurch, daß der Haken der Nadel nur
beim Hochgehen derselben in die Nadelzasche gepreßt wird, nicht aber auch beim Niedergehen,
wie dies bei der bekannten Einrichtung notwendigerweise der Fall ist.
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Die Hinundherbewegung des Maschenkammes 112 erfolgt vom Exzenter 12
der Exzenterwelle 8 aus, und zwar unter Vermittlung des Schwinghebels 12o, der um
die feste Stange 45 schwingt und einen Doppelhebel bildet, dessen freies Ende 121
sich gegen eine verstellbare Anschlagvorrichtung r 22 ,abstützt. Die Anschlagvorrichtung
122 wird in fester Berührung mit dem Ende 12r des Doppelhebels 12o durch zwei Federn
123 gehalten, die auf beiden Seiten vorgesehen sind. An der Anschlagvorrichtung
122 sitzt eine Sichiene 124 (Fig.4), die zwei Stangen r25 und 126 trägt, welche
an .den Zapfen 127 bzw. 128 (Fig.3) .des Maschenkammes 112 angreifen, so daß der
Maschenkamm bei jeder Umdrehung der Exzenterwelle 8 hin und her geschwungen wird
und die jedesmal gebildete Masche abstreift. Durch Verstellen der Schraube 129 der
Anschlagvorrichtung 126 (Fig. r) kann der Schwingungssausschlag des Maschenkammes
11z geregelt und eingestellt werden, um die Maschengröße zu ändern.
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Auf der Grundplatte 1 sitzt noch der Ständer 13o für den Fadenvorrat
oder die Fadenspule 131, von -welcher der Faden über die Spannrolle 132 und die
Augenösen 133 und 134 zum Fadenführer r5o läuft. Zur Vorbereitung der Arbeit oder
zur Einstellung der einzelnen Teile kann die Maschine von Hand mittels des Handknopfes
135 am Zahnrad 6 gedreht werden.
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Das Nadelbett 14 ist heb- und senkbar gelagert und wird zu diesem
Zweck in seitlichen Führungen geführt und mittels Klemmschrauben 136 und 137 festgestellt.
Die Verstellbarkeit
hat den Zweck, den Zwischenraum zwischen der
Arbeitsfläche des Kammgehäuses 89 und der Unterkante des Nadelbettes zu verändern,
und zwar je nach der _ Stärke des zu stopfenden Stoffes oder nach der Dicke des
verarbeiteten Fadens.
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Zum Stopfen wird das zu stopfende Werkstück über das Kammgehäuse 89
gelegt, welches am Handgriff go nach vorn ausgeschwungen wurde. Der Faden ist eingezogen
worden, alle Nadeln 13 sind in Hochstellung. die Kammplatte q.o ist um die Spitzen
a 1 und 4.2 nach vorn ausgeschwungen, der Reiter 36 steht oberhalb der Nadeln, so
daß er frei nach rechts oder links verschoben werden kann. Entsprechend der zu stopfenden
Lochbreite werden mittels der Knöpfe 79 und 83 die Finger 75 und 76 eingestellt,
derart; daß auch an den Seitenrändern die Stiche in die ganze Ware eindringen. Der
Reiter 36 sowie der Fadenführer 150 werden nach einer Seite hin geschoben,
so daß der erste Stich in ein noch ganzes Warenstück erfolgt. Die Dammplatte .fo
wird dann wieder heruntergeklappt, und das Fadenende des Fadenführers wird so eingezogen,
daß es von der zuerst herabgehenden Nadel erfaßt wird. Die Maschine wird dann eingeschaltet
und in Betrieb gesetzt.
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Die Exzenter 9, 1o schwingen die Leiste 19 mit dem Reiter 36, dessen
Blatt 37 sich in der Kammplatte 40 führt, nach unten, so daß die unter dem Blatt
38 liegende Nadel 13 durch den Stoff oder das Gewirk gestoßen wird. Bei dem darauffolgenden
Hochgehen des Reiters 36 und der Leiste i9 wird die nach abwärts gestoßene Nadel
durch- die Abdeickleiste 21 mit nach oben gezogen, erfaßt den ihr dargebotenen Faden-
und zieht diesen Faden als Schleife zwischen den Spitzen des Kammes 112 hindurch.
Nachdem der Reiter in seiner höchsten Lage angekommen ist, schiebt das Exzenter
i i den Schieber :16 nach vorn, so daß eine der Keilflächen 54. oder 55 auf den
Stift 57 trifft, .wodurch die Kammplatte 4.o verschoben und dadurch der Reiter 36
weitergeschaltet -wird, der nunmehr über der nächsten Nadel steht. Die Nadel wird
nun nach abwärts gestoßen, und beim Austritt des Blattes 37 aus der betreffenden
Nut der Kammplatte 40 geht der Schieber 4 6 unter der Wirkung der Federn 53 zurück,
wobei die Kammplatte -wieder ihre alte Stellung einnimmt. Der Reiter 36 hat beim
Hochheben mit seinem Blatt 38 gleichzeitig den Keil i o-. und damit den Fadenführer
150 vor sich hergetrieben. Das Spiel wiederholt sich nun, bis das Blatt 38
des Reiters bei seiner Verschiebung auf den hochstehenden Finger der anderen Seite
trifft, beispielsw,ise, wie in der Zeichnung dargestellt, auf Finger 75.
Der Finger wird nach unten gedrückt; und dadurch wird der Stößel der gleichen SIite
(im Beispiel Stöflel 6,1) gehoben. Der Stößel verschwenkt den Hebel 62, der den
Stift 57 verschiebt, so daß dieser durch die andere Keilfläche (im Beispiel die
Keilfläche 55) des Schiebers 4.6 beaufschlagt wird, so da1.'i nun die Verschiebung
der Kammplatte .ho nach der entgegengesetzten Richtung erfolgt. Der Reiter wandert
nun also nach der entgeg@ngesetzten Richtung. Gleichzeitig ist audi der Keil io.l
durch Auftreffen des Fingers 7 5 auf den Haken i og verschwenkt worden, wodurch
der I,-adenfül-irer i-o um die doppelte Breite zurückgeschaltet wird und nun wieder
vor der Nadel liegt, die gerade durch den Reiter 36 nach unten gestoßen werden soll.
Der ganze Zyklus wiederholt sich, bis die Nase 38 des Reiters 36 auf der anderen
Seite auf den. Finger 76 trifft, der beim Niederg^hen des Fingers 75 angehoben
worden ii,ar. Jedesmal nach Bildung einer ;Masche bewegt sich der Maschenkamm 112
in das Kammgehäuse 89 hinein, so daß jede Schlinge, die am I#-ammzinken hängt, sofort
nach ihrer Bildung vom Kamm abgestreift und durch die hochgehende Nadel angezogen
-wird, so daß sich ein festes Maschengebilde ergibt.