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Verfahren zum Entsaften von Zuckerrüben Für die Zuckerrübenentsaftung
wurden bisher drei Verfahrensarten benutzt, und zwar i. das Diffusionsverfahren.
Eine Diffusionsapparatur besteht gewölnilich aus 8 bis 16 Gefäßen,
in welche die zerldeinerten Rü-b en gefüllt werden. Zum Auslauggen wird Wasser benutzt,
welches zuerst in das Gefäß mit den am meisten ausgelaugten Schnitzeln geleitet
wird und das dann alle Gefäße hintereinander durchströmt. Zwischen die Gefäße sind
Wärmer geschaltet, um eine Auslaugpetemperatur von 75 bis 8o' C zu
erreichen. D#e Diffusion erfolgt im Geggenstrom zu den Schnitzeln. Die D#fiusionsclauer
beträgt etwa 6o bis ioo Minuten, je nach der Bles,cha-ffenheit der
S chnitzel, der. Bauart der Gefäße -und der ZuTücknahme der.Abwässer. Der
abgezogeneRohsaft hat gewöhnlich eine Deichte von etwa 13 bis 15 Bx. Es werden
220 bis 2500/0 Wasser für diesen Arheitsvorgang g , benötigt, 2D
- wobei etwa i5a% Schnitzelwasser verbleiben, -welches, wenn irgend möglich,
in den Arbeitsprozeß wieder zurückgeführt werden muß, weil. besonders das Schnitzehvasser,
welches etwa o,i5 bis 0,250/0 Zucker und feine Pülpe ienthält, die Flußläufe
verunreinigt. Dlie Zurückführung der Schnitzelwässer bereitet bekanntlich Schwierigkeiten,
wc#il diese sauer sind und das Eisen der Diffuseure, Transportvoriichtungen und
Schnitzelpressen schnell zerstören. Die ausgelaugten Schnitzel werden in den Schnitzelpressen
auf etwa i8#'o TS abgepreßt und durch Feu-ergase getroclmet. In diesen sind etwa
3o bis 32% Wässer, auf Rübe ,gerechnet, zu entfernen.
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2. Das zweite Verfahren besteht aus dem Auswaschen des Saftes aus
den Schnitzeln, Ehe das Auswaschen erfolgen kann, müssen
die festen
Zellenwände der Rübenschnitzel durchErhitzengesprengturerden. DieSchnitzel werden
ent-weder mit Dampf in der Schnitzelmaschine nach System Bosse oder durch heißen
Saft auf etwa go'C erhitzt. Die erhitzten Schnitzel Belangen in den Auswasch-.b
apparat, der gewöhnlich 2o bis 26m lang, ist und eine große Anzahl Kammern besitzt.
Das Wasser durchfließt den Trog im Gügenstrom zu den Schnitzeln und reichert sich
immer mehr mit Zucker an. Der Trog benötigt viel Platz und besitzt ein starkes Schaufelrührwerk.
Der abgezogene Rohsaft hat etwa z2 bis 13 Bx. Die ausgelaugten Schnitzel werden
ebenfalls in Spindelpr-essen auf etwa, i8%TS abgepreßt und in Trockenapparaten uleg
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trocknet. Auch nach diesem Verfahren ist das Schnitzelpreßwass-er sauer,
und es müssen wie beim Diffusionsverfahren im Trockenapparat 3o bis 320j'() Wasser
auf Rübe entfernt werden.
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3. Nach dem dritten, dem Preßverfahren können nur soo g. Zuckerschnitzel
gewonnen werden -, d. h. es verbleiben etwa 3 % Zucker in den Schnitzeln.
Die Abwässer sind zwar beseitigt -, jedoch müssen im Trock:enapparat etwa 240/6
Wasser auf Rübe aus den abgepreßten Schnitzeln verdampft werden, weil es nicht möglich
ist, die Schnitzel in den üblichen Spindelpressen auf eine höhere als etwa 2i#!oil,-,e
Trockensubstanz abzupressen.
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Bei der Durchführung der vorgenannten Verfahrensarten -wurden Schnitzelpressen
altbekannter Konstruktion benutzt, bei denen sich die Schnitzelmasse an Sieben entlan%-beweg
"t. Es sind auch Schnitzelpressen bekannt, bei denen !ein quer zur Bewegungsrichtung
der Schnitzehnasse angeordnetesSieb vorgesehen ist, bei denen sich aber die Schnitzelmasse
gleichzeitig ., an seitlichen Sieben entlang schiebt. Diese Pressen können nieht
gleichzeitig als Filter wirken.
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z# Das Verfahren nach der Erfindung ." bedient sich zur Entsaftung
von Zuckerrüben vollautomatischer Filterpreßmascl-iinen, bei denen die Wirkungsivelse
einer gewöhnlichen Kammerfilterpresse mit der einer hydrauEs,cUien Presse vereinigt
ist., wobei vorzugsweise solche, Ausführungsformen von Filterpreßmas,chinen Anwendung
finden, bei denen der Höchstdruck sowohl für die Vorfiltration wie der hydraulischen
Nachpressung beliebig lange wirksain gehalten werden kann. Mit einer bekannten Ausführungsform
derartiger vollautomatischer Filterpreßmaschinen, und zwar den sog. Filterpressen
System Hoffmann, können beispielsweise zerkleinerte. Früchte bis auf 57#,o TS bei
einem Preßdruck von etwa 4oatü abgepreßt werden. Filterpreßmas,chiii,en System Hoffmann,
bei denen der Kolben bei Beginn der Vorfiltration mit dem Rand des Zylinders abschneidet
und durcb einen Hilfszylinder unter entsprechendem Gegendruck gehalten wird, worauf
nach Öffnen des Deckels der Kuchen mittels des Hilfszylinders aus- gestoßen wird,
sind daher auch für das Verfahren nach der Erfindung beispielsweise geeignet. Da
nun die Zellenwände derZuckerrüben sehr liart sind und diese auch bei sehr hohen
Drücken nicht zerrissen werden können, so werden die Rübenschnitzel vor dem Pressen
durch Erhitzen auf etwa go' C gesprengt. Das Erhitzen kann entweder durch
Dampf in der Schneidmaschine, durch heiße Gase oder aber durch heißen Saft erfolgen.
Im letzteren Falle hat der Preßsaft eine größere Dichte. Mit einmali-em Auspressen
können über goo!o des Zuckers aus den Rübenschnitzeln gewonnen bzw. letztere bis
auf etwa i,5#,o Zucker auf Rübe ausgepreßt werden. Der Prüßsaft hat eine Dichte
von etwa 2 1 Bx. Enthält die- Rübe, z.B. i8o,o Zucker, 25% TS, 4,70i'o Markstibstanz
und 75010 Wasser, dann hat sie einen Saftgehalt von 95,30i'o. Diese Rübenschnitzel,
auf 5oo,o TS abgepreßt. er,-eben in den abgepreßten Schnitzeln einen Saftgebalt
von etwa 63.5#i!o und einen Markgehalt von etwa 36,5(#o, das sind etwa i2,8(#.!0
Abgepreßte auf Rübe. Die ab,-epreßt-e Saftmen,-e beträgt 87,--0,'o auf Rübe
mit etwa 21 Bx. Um die Ab- reßten bis auf 920;o TS zu trocknen, eep sind
im Trockenapparat nur noch 5,8 #'O Wassür zu entfernen. Zu erwähnen ist, daß in
diesem Falle die Schnitzel mit heißem Rohsaft allein oder mit heißen Gasen und heißem
kohsaft webrührwerden. Falls die, Schnitzel mit Dampf Ollebrüht werden, so wird
der Saft durch den kondensierenden Dampf auf etwa i 9#3 Bx. vei# dünnt. Die Preßsaftmenge
beiträgt etwa i o5 0,'o und die Menge der Abgepießten etwa i2,301o auf Rübe. Zur
Verarbeitufig auf Trockellschnitzel sind etwa 6,60/6 Wasser auf Rühe aus den ab-
reßten Schnitzeln zu entfernen. ,' e? Es verbleiben in den Abgepreßten etwa i,30o
Zucker auf Rübe. Auch hierbei ist der Bcrechnung eine Rübe mit iS#'o Zucker züigrunde
gelegt worden.
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Um die zerkleinerten Rübenschnitzel his auf o,60,lo Zucker auf Rübe
zu entzuckern-, müssen die gebrühten Schnitzel zweimal gepreßt werden. Aus der ersten
Presse gelangen die Schnitzel in einen Aufmaischtrog und werden mit etwa 25kg Wasser
je jook-Rüben aufgemaischt, um dann in einer zweiten Filterpresse ein zweites
Mal abgepreßt zu werden. Die gesamte Preßsaftmengge, also PrüßsaftI und II, beträgt,
die obigen Verhältnisse wieder angenommen -, etwa 114#!0 auf Rübü, die
D ' ichte etwa 17 Bx. Als Ab gepreßte Il entfallen etwa 1
1,3 Ot'o auf Rübe-, und die im Treckenapparat zu entfernende Wassermenge
beträg gt etwa 5,30ilo auf Rübe.
Mit -dem Verfahren können auch
Schnitzel mit höherem Zuckergehalt, beispielsweise die sogg. ZAerschnitzel mit etwa
3o% Zuckergehalt, hertgestellt werden. Der Zuckergehalt der Sclulitzel wird dabei
lediglich durch Vexringerung des Preßd-nPck#es erreicht.
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Die in der hydraulischen Kolbenpresse, aus-,gepreßten Schnitzel können
in Form zusammenhängender Platten (Kuchen) unmittelbar der Trocknung zuggeführt
werden, die mittels Dampfes unter Luftleere erfol-gen kann.
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In der Zeichnung ist das Verfahren scbematisch dargestellt.
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Aus der Schnitzelmaschine a fallen die Schnitzel ül den Mais"chtrog-b,
wo sie mit heißem Rohsaft und Preßsaft aus den zweiten Filterpressen1 aufgemaischt
und erhitzt werden. Um die Maischtemperatur von etwa go' zu erreichen, ist im ersten
Abteil des Maischtroges eine Pumpec geschaltet, die den Saft durch einen Vorwärmex
d zirkulieren läßt. Werden die- Schnitzel in Üer Schnitzelmaschine mit Dampf
erhitz% so fällt der Vorwärmerd fort. Eine Pumpe e druckt die eingemaischten Schnitzel
in die automatisch arbeitende Filterpressef, in der die Schnitzel bei ietwa 4oatü
Druck ausgepreßt werden. Der Preßsaft fließt einer Pumpeg zu, die ihn durch einen
Vorwärmerk drückt. Ein Teil des Preßsaftes fließt zur Scheidung zwecks weiterer
Verarbeitung, das. sind nach dem angeführten Beispiel etwa 140/6 auf Rübe. Der andere
Teil wird zum Eimnaischen der frischen Schnitzel benutzt, um das, Gut pumpfähig
zu. gestalten.
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Aus der Filterpresse f fallen die abgepreßten Schnitzel in den Aufinaischtrogi,
in welchem Wassex zugegeben wird, und zwar nur in einer solchen Menge, daß die Schnitzel
bis zu dem gewünschten Grade entzuckert werden können. Im Beispiel waren 25lig auf
Rübe genannt worden. Eine Pumpek drückt das aufgemaischte Gut in die zweite Filterpresse
1. Dier Preßisaft fließt in den Aufmaischtrogb, während die abgepreßten Schnitzel
zur Trocknung gebracht werden. Diie Aufinaischtröge werden in zweckmäßiger Weise
durch Scheidewändem in zwei bis drei Abteile geteilt. Die Schnitzel werden durch
über%-#,erfer in die Ausgangsabtefle befördert, während der Saft über die Trennwände
fließt. Dadurch wird ein Ab-fließen von zuviel Saft vermieden.
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Die Vorteile dieses Preßverfahrens gegen- -
über den bisher
bekannten Entsaftungsv-erfahren sind folgende: i. Dichtere Säfte, mithin kleinerer
Saftabzug und geringerer Dampfverbrauch.
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2. Bessere und reinere Säfte durch schnelles Arbeiten; FiltrIeren
des Saft-es durch clie Filterpressen.
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3. Keine Abwässer.
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4. Fortfall der Schnitzelpressen und Pülpefänger.
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5. Kohlenersparnis in der Trocknung, da nur 1/5 der
sonst notwendigen Wassermenge aus den Schnitzeln entfernt zu werden braucht. Die
aus den Pressen entfallenden Schnitzelkuchen können evtl., ohne diese zu verkleinern,
getrocknet werden, wodurch Verpackungsmaterlal erübrigt wird. Dias Trocknen kann
auch durch Dampf oder heiße Luft erfolgen, so daß Brände in den Trockenapparatzen
vermieden werden.