DE73583C - Verfahren zum Decoriren von Aluminium - Google Patents

Verfahren zum Decoriren von Aluminium

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DE73583C
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aluminum
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DENDAT73583D
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W. GRÜNE SEN. in Berlin S.W., Alte Jakobstr. 130
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    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B05SPRAYING OR ATOMISING IN GENERAL; APPLYING FLUENT MATERIALS TO SURFACES, IN GENERAL
    • B05DPROCESSES FOR APPLYING FLUENT MATERIALS TO SURFACES, IN GENERAL
    • B05D5/00Processes for applying liquids or other fluent materials to surfaces to obtain special surface effects, finishes or structures
    • B05D5/06Processes for applying liquids or other fluent materials to surfaces to obtain special surface effects, finishes or structures to obtain multicolour or other optical effects

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  • Laminated Bodies (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 48: Chemische Metallbearbeitung.
WILHELM GRÜNE sen. in BERLIN. Verfahren zum Decoriren von Aluminium.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 16. Februar 1893 ab.
Aluminium besitzt die Eigenschaft, sich in der Hitze mit Kohle äufserst fest zu verbinden. Diese Eigenschaft benutzt der Erfinder zur Verzierung oder Färbung der Oberfläche von Aluminiumgegenständen, namentlich vonBlechen. Um die Kohle in bequemer Weise, den gewünschten Zeichnungen und Verzierungen entsprechend, auf das Aluminium aufzubringen, verwendet der Erfinder Kohlenwasserstoffe von flüssiger Beschaffenheit. Diese werden auf das blanke Aluminium aufgepinselt, aufgedruckt oder sonstwie übertragen,- worauf das Aluminium bis zur dunklen Rothglut erhitzt wird. Hierbei zersetzen sich die Kohlenwasserstoffe; ein Theil des Kohlenstoffs derselben bleibt als Kohle in äufserst feiner Vertheilung auf dem Aluminium zurück und geht mit diesem eine sehr innige Verbindung ein. Je nach der Dichte der zurückbleibenden Kohletheilchen ist die entstehende Färbung hell, dunkel oder tiefschwarz; .man hat es also durch geeignet gewählte Lösungen in der Hand, die Färbung nach Wunsch herzustellen. Diese Färbungen sind sehr fest und lassen sich nicht zerstören, so dafs sie sogar als Schutzmittel für das darunter liegende Aluminium benutzt werden können.
Zur praktischen Ausübung des Verfahrens werden Lösungen von Fetten, Oelen, Harzen und Kohlenwasserstoffen verwendet. Beispielsweise sind Olivenöl, Schellack, Wachs, Hammeltalg, Asphalt für diesen Zweck besonders brauchbar. Als Lösungsmittel sind Alkohol, Benzin, Terpentinöl, Leinölfirnifs u. a. geeignet. Die erhaltenen Lösungen werden mittels eines Pinsels, Schablonen oder auf sonst passende Weise auf das blanke Aluminium aufgetragen. Es ist nicht nöthig, das Aluminium durch Säuren oder Laugen vollkommen metallisch rein zu ätzen; es genügt eine Reinigung durch Benzin oder mit fettfreien Lappen, um die Oberfläche fettfrei zu machen. Ist der Auftrag hergestellt, so wird das Aluminium bis zur Dunkelrothglut erhitzt; Bleche oder kleine Gegenstände erhitzt man über einer Spiritusflamme oder der Flamme eines Bunsenbrenners, gröfsere in einem Kohlenfeuer, einer Muffel u. s. w. Die Farben erscheinen' dann schon beim Glühen und sind auch nach dem Erkalten des Aluminiums so gut wie unzerstörbar; selbst Flufssäure und Natronlauge, die besten Auflösungsmittel für Aluminium, vermögen den Ueberzug nicht anzugreifen.
Um helle Farbenüberzüge herzustellen, kann man beispielsweise mit Benzin verdünnten Leinölfirnifs anwenden; der Ueberzug erhält nach dem Brennen einen lichtgelben, zum Theil in Regenbogenfarben schillernden Ton. Etwas dunkler wird die Färbung, zugleich erscheinen auch die Regenbogenfarben bestimmter, wenn man sehr verdünnten Asphalt als Ueberzug anwendet. Ebenso dunkel werden die Färbungen mittels verdünnter alkoholischer Schellacklösung, wobei die Regenbogenfarben nicht so bestimmt auftreten. Noch dunklere Färbungen giebt Olivenöl, mit Benzin verdünnt; tiefschwarz sind die Färbungen, die durch Asphalt in Benzin gelöst erhalten werden. Die obigen Beispiele sind nur als solche aufzufassen; es ist selbstverständlich, dafs andere geeignete Kohlenwasserstoffe gleiche oder ähnliche Farben geben.
Die flüssigen Kohlenwasserstoffe u. s. w. können auch durch Druck ■ oder Ueberdruck mittels Kautschukstempels oder auf lithographischem Wege oder in sonst geeigneter Weise aufgetragen werden. Um beispielsweise Bilder, Schrift oder andere Drucke auf Aluminium einzubrennen, benutzt man Leinölfirnifs mit darin' gelöstem Hammeltalg und Asphalt. Diese Farbe wird in bekannter Weise auf einen Kautschukstempel aufgetragen und von diesem auf das Aluminium übertragen. Nach dem Brennen eTsdreint .die genannte Leinölfirnifsmischung * in tiefschwarzef 'Farbe wie Buchdruck''auf dein'Aluminium: Die Uebertragungen mitteFs":elastischer Stempel gelingen so vorzüglich, dafs selbst, die 'feinsten Einzelheiten eines Holzschnittes oder anderen Druckes wiedergegeben werden können.
Die Kohlenwasserstoffe können gleichzeitig als Träger von Metallsalzen dienen, die sich in der Hitze zersetzen und das Metall zurücklassen, wahrend der Begleiter des Metalls sich zugleich mit dem Wasserstoff des als Träger dienenden Kohlenwasserstoffs verflüchtigt. Es bleiben dann auf dem Aluminium nicht nur die Kohleschicht, sondern auch das Metall zurück, und zwar in metallisch glänzender Form, wenn das Metall ein edles, z. B. Gold, ist.
Metallsalze, die sich in einem flüssigen Kohlenwasserstoffe nicht auflösen lassen, oder deren Mischung aus anderen Gründen nicht zweckmäfsig erscheint, können auch für sich in einer zweiten Schicht auf das Aluminium aufgetragen werden, nachdem die erste', die1 Kohleschicht, bereits eingebrannt ist. Da die Kohlealuminiumschicht durch späteres Brennen nicht zerstört wird, so kann man verschiedene Brände nach einander auf einen Gegenstand aufbringen. So kann beispielsweise eine durch Kohle in der oben beschriebenen Weise gefärbte Schicht durch Gold weiter verziert werden , indem man das in der Porcellanmalerei übliche flüssige Glanzgold (Schwefelgold oder Knallgold in Schwefelbalsam) auf die bereits eingebrannte Kohleschicht in bekannter Weise mit dem Pinsel aufträgt und zum zweiten Male brennt, worauf das Gold klar und blank hervortritt. Man kann auch die Goldlösung auf das Aluminium einbrennen, ohne erst die Kohleschicht zu erzeugen, so dafs man also eine Vergoldung des Aluminiums erhält.
Diese Verzierungen des Aluminiums lassen sich durch Aetzen mit verdünnter Flufssäure noch verbessern oder verändern, indem man beispielsweise gewisse Stellen des Musters mit der Säure ätzt, wodurch diese Stellen matt erscheinen. Diese Stellen können auch vor dem Brennen geätzt werden, das Aussehen verändert sich durch das Brennen nicht.
Will man die Kohleschicht nicht als Verzierung, sondern als Schützmittel für das Aluminium verwenden, so wird man zweckmäfsig die Kohle in möglichst dichter Lage aufbringen, so dafs also die Schicht tiefschwarz erscheint. ' In diesem Falle wirkt die Schicht ebenso wie die Verzinnung, Verzinkung oder Emaillirung für Eisen, es kann dann das Aluminium auch von den \venigen Stoffen, die es in metallischem Zustande angreifen, nicht mehr angegriffen werden. Beispielsweise ist Flufssäure, ein sehr starkes Angriffsmittel für Aluminium, nicht mehr im Stande, die Kohleschicht zu durchdringen.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Verfahren zum Decoriren von Aluminium durch Auftragen von Fetten, Oelen, Harzen oder Kohlenwasserstoffen und darauf folgendes Erhitzen, dadurch gekennzeichnet, dafs die genannten Substanzen in Lösung von flüchtigen Lösungsmitteln (Alkohol, Benzin u. s. w.) eventuell unter Beigabe von in der Hitze zersetzbaren Metallsalzen zur Verwendung gelangen. '
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