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Verfahren zur Herstellung von Sulfonierungserzeugnissen aus Phosphatiden
Die Patente 7a i ooa und 7a9796 betreffen die Herstellung vom: Additionserzeugnissen
aus Phosphatiden und sauerstoffarmen SävTeresten oder Salzen der Elemente der V.
:oder VI. Gruppe des Periodischen Systems bzw. solche Verbindungen liefernden Stoffen,
gegebenenfalls in: Mischung untereinander, insbesondere den Sulfiten, Nitriten,
Phesphiten. Diese Addukte sind. bereits oberflächenaktive Körper.
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Es wurde gefunden, daß die Oberflächenaktivität dieser Addukte noch
erheblich verbessert wird, wenn die Addukte einem an sich bekannten, insbesondere
schonenden Sulfonierumgsverfahren unterworfen werden.
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Die so, erhaltenen Sulfonierungs:erzeugniss;e eignen sich besonders
als oberflächenaktive Mittel in der Veredelung der natürlichen oder synthetischen
Fasern und Faserstoffe, wie Seide, Baumwolle, Wolle, Kunstseiden, des lebenden Haares,
Bastfasern, ferner von Kunst- und natürlichen Ledern uAgl. m. Die sulfonierten Phosph'atidderivate
lassen sich gegebenenfalls auch im Gemisch mit anderen für den jeweiligen Verwendungszweck
geeignet erscheinenden Stoffen, wie Kohlehydraten, Kohlenwasserstoffen, Eiweißkörpern,
lösend und emulgierend wirkenden Mitteln, vorzüglich verwenden zum Bleichen, Reinigen,
Waschen, Färben, Schlichten, Entschlichten, Avivieren, Appretieren, Imprägnieren
von Fasern und Fasergebilden. aller Art. Die hohe Beständigkeit und :der Phosphatidcharakter,
welcher trotz der Sulfonierung .erhalten bleibt, ermöglichen die Verwendung dieser
Sulfonate unter Bedingungen, welche die meisten bekannten Faserveredelungsmittel
nicht mehr aushalten. Insbesondere gestattet die Beständigkeit der Sulfonate gegen
spaltende und fällende Agentien, wie Säuren, Laugen, Härtebildner, Bittersalzlösungen
u. dgl., die Verwendung in. schwierigen Veredelungsverfahren, wie Bittersalzappreturen,
Küpenwollfärbungen, sauren Halbwollfärbungen und ähnlichen Verfahren.
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Ferner eignen sich die sulfonierten Phosphatidderivate :dank ihrer
ausgezeichneten oberflächenaktiven Eigenschaften als Wasch-und Reinigungsmittel,
zur Verwendung bei der
verformenden Metallbearbeitung, :als Zti@satz
in Beizen und auch in allen .anderen Fällen, in welchen oberflächenaktive Körper
als Dispergier-, Netz- und Waschmittel benutzt werden. Sie können dabei für sich
.allein oder in. Verbindung mit andere:. oberflächenaktiven; Stoffen verwendet werden,
wie Seifen, seifenähnlichen oder Seifenaustauschstoffen ;aller Art, .Trinatritunphosphat,
ferner mit Salzen, löslichen wie Soda, Silicaten, Pottasche,' Atzalkalien tt. dgl.
m., weiterhin ,auch im Gemisch mit Kohlenwasserstoffen, Lösungsmitteln, N eutralölen,
Fettsäuren, und Wachsen.
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Die Sulfo-nierung der Phosphatidadduk te kann je nach dein gewünschten
Eigenschaften des Enderzeugnisses mit verschieden stark -wirkenden Sulfonierungsmitteln
vorgenommen werden. Dabei bat das Verfahren noch dein Vorzug, daß die Sullfonsäuren
nicht erst- gewaschen werden müssen, sondern daß auch die etwa vorhandene überschüssige
Menge an Sulfonierungsmitteln sich ohne weiteres, insbesondere ohne Schädigung des
Sulfonierungserzeugnisses selbst direkt neutralisieren läßt. -Die auftretende Wärm
tönutig hält sich in normalen Grenzen, so daß mit den üblichen Kühleinrichtungen
beim Sulfonieren gearbeitet werden kann, obgleich selbstverständlich auch die Anwendung
von besonderen Kühlanlagen möglich ist.
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Es ist schon vorgeschlagen worden, Phosphatide direkt zu sulfonieren
unter Anwendung großer Überschüsse von Lösungsmitteln und Innehaltung von Temperaturen,
die unter io'C liegen. Im vorliegenden Falle handelt es sich aber nicht um die Sulfonierung
der Phosphatide selbst, sondern um die ihrer Addttk-te. Außerdem ist eine Anwendung
besonders niedriger Sulfunierungstemperaturen nicht notwendig, was eine technische
Vere:i,nfachung bedeutet. Schließlich fällt auch das sonst allgemein in der Sulfoni@eruingstechnik
übliche Auswaschen im vorliegenden Verfahren weg, was :eine weitere Vereinfachung
und Verbilligung des Verfahrens darstellt. Trotzdem das anfallende Sulfonat somit
durch anorganische Sulfate belastet ist, sind die Enderzeugnisse von ausgezeichneter
Beständigkeit gegen Härtebildner, Säuren u. dgl. m. und übertreffen die nach den
bekannten Verfahren hergestellten sulfonierten Phosphatide erheblich.
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Die nachfolgenden Beispiele erläutern das Verfahren. Ausführungsbeispiele
i. ioo g eines nach PatMt 729 796 erhaltenen nitrosylierten Phosphatides werden
mit bog 2o%ige# mm Oleum bei 2o'C unter ständigem Rühren sulfoniert. Man läßt die
Säure so lange einwirken, bis die gebildete Sulfosäure sich in Wasser von 5o° d.
H. nach Neutralisierung als kolchbeständig erweist. Dann wird mit Soda, 3tznatrom
oder Natronbicarbo-- nat das Gemisch ohne Auswaschen des überschüssigen Sulfonierungsmittels
auf pi; 6,5 bis 7 neutralisiert. Beim Ausfärben von Baumwollgarn mit Siriuslichtviolett
BI_ unter Zusatz von 3 g je Liter des vorgenannten Sulfonates zeigt sich, daß der
Ausfall der Färbung bedeutend gleichmäßiger ist als ohne Zusatz, was .auch bei .anderen
substantiven Farbstoffen, wie z. B. Siriuslichtgrau G, zu beobachten ist.
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Ein \litritaddukt nach Patent 729 »796
wird mit 7o % seines
Eigengewichtes Schwefelsäure,monohydrat bei 15 bis 2o-'C sulfoniert, gegebenenfalls
unter Zusatz einer geringen Menge von Lösungsmitteln, beispielsweise io o;ö der
eingebrachten Gewichtsmenge an Pho,sphatidad.duht, und zwar so lange, bis die Stilfonsäure
nach Neutralisierung gegen 5%ige Bittersalzlösu.ng kochbeständig ist. Das Erzeugnis
wird dann, ohne zu «raschen, neutralisiert und gegebenenfalls auf die gewünschte
Gebrauchskonzentration verdünnt.
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Baumwollgarn, welches in einer Flotte. enthaltend i 0'o Immedialgel:b
GG, i % Immedialblau CR, 2 % Schwefelnatrium, konz., sowie 2 g vorgeschriebenes
SttIfonierungspro,dukt, ausgefärbt wird, zeigt im Vergleich zu anderen Zusätzen
eine ausgezeichnete Egalität und vollkommen gleichmäßiges langsames Aufziehen beider
Farben.
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3. i oo g eines Pho,sphatidaddtnktes nach Patent 729 796 werden mit
.log Oletun 2o9ig und .log Chlorsulfoinsäure bei 15 bis 2o' C sulfoniert.
Die Prüfung der Sulfansäure erfolgt, wie in Beispiel i angegeben, ebenso die Neutralisation,
.auch in diesem Falle ohne jedes Waschen.
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Das erhaltene Sulfonat ist besonders in der Halbwollfärberei vorteilhaft
verwendbar, die Flotten bleiben klar und ausscheidungsfrei, ziehen langsam .auf
und -egalisieren infolgedessen ausgezeichnet.
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q.. Zoo g eines nach Patent 721 oo2 hergestellten Lecithin-Sulfonierungserzeugnisses
werden mit 15 g Methylalkohol und i 5 g Essigester versetzt und anschließend
bei 15
bis 2o' C mit 8o ccm Oleum 2o o,'oig sulfoniert. Nach beendigter Sulfonierung
werden Zoo g Eis zugesetzt und i o5 g Soda. Es entsteht eine hellbraune Paste, die
gut in warmem Wasser löslich und gegen 2o0''oige Bittersalzlösung kochsalzbeständig
ist. Das Erzeugnis stellt ein ausgezeicb:netes Hilfsmittel
dar
zum Färben von kunstseidenen Strümpfen aller Art. 'Ohne jegliche Nachavivage und
ohne Verreinigung können die Strümpfe ausgefärbt werden, sie färben auch bei Verwendung
vom. Mischfasern vollkommen gleichmäßig, erhalten einen weichen Griff und schönen
Mattglanz.