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Einrichtung zur Belüftung, Begasung und Umwälzung von Getreide in
Silos ohne Zellenwechsel Die Erfindung bezieht sich auf eine Einrichtung zur Belüftung,
Begasung, Umwälzung und Auflockerung von Getreide in Silos ohne Zellenwechsel, das
durch längere Lagerzeit erwärmt, festgelagert oder durch Getreideschädlinge verseucht
ist.
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Die heute bekannten Anlagen ermöglichen auch die Behandlung derart
schadhaft gewordenen. Getreides. Es wird warm gelagertes Getreide über Kühlschüsse
von einer in .eine andexe Zelle des Silos .gebracht; für durch Kornkäfer oder andere
Schädlinge befallenes Getreide gibt es Krankenzellen, die an die Begasungsanlage
angeschlossen sind. Für eine Durchlüftung gering erwärmten Getreides sind bei manchen
Silos Belüftungsdüsen in verschiedenen Zellenhöhen angeordnet, die von außen bedient
werden können. Es gibt für diesen Zweck auch Einrichtungen, welche die Einführung
der Düsen in den Boden der Zelle gestatten, die dann durch Schläuche mit einem fahrbaren
Kompressor verbunden werden. Ferner sind noch Vibrätionskörper bekannt, welche von
oben in das Getreide der Zelle eingeführt werden, die komprimierte Luft oder auch
Gas mitführen können und das Getreide nur beschränkt belüften oder begasen. Bekannt
sind ferner noch Vibrationseinrichtungen, die oberhalb des Auslaufes der Zelle angeordnet
sind, um Verstopfungen durch Getreideklumpen zu verhindern.
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Alle diese Einrichtungen zur Behandlung von Getreide ohne Zellenwechsel
haben den Nachteil, daß die Durchlüftung öder Begasung ohne Auflockerung und Umwälzung
des Getreides in der Zelle durchgeführt werden und der Erfolg aus dem Grunde ausbleiben
muß, weil die eingeblasene Luft den Weg des geringsten Widerstandes wählt und besonders
die erwärmten Nester nicht vom Luftstrom bestrichen werden. Eine gute
Durchlüftung
ist heute nur durch Zellenwechsel, wie bereits angeführt, zu erreichen, auch sind
Entnahmen von Getreideproben aus irgendeiner Zellenhöhe nur so möglich. Wird erkranktes
Getreide von einer in eine andere Krankenzelle gebracht, so kann diese Umlagerung
zur Verseuchung der ganzen Anlage führen, weil Reste in den Elevatoren und den sonstigen
Förderanlagen verbleiben.
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Diese Mängel werden durch den Gegenstand der Erfindung beseitigt,
indem ein granatförmiges, mit der Spitze zum Boden zeigendes, sondenartiges Gerät
an dem Seil eines über den Silozellen angeordneten Laufkranes befestigt ist und
vermittels der in dem Gerät befindlichen Vibrationseinrichtung in jede Zelle beliebig
tief in das Getreide eingesenkt werden kann, das neben der elektrischen Leitung
auch mit der Belüftungs- und Begasungsleitung des Silos verbunden werden kann und
das beim Hochwinden im Getreide durch die dabei nach außen klappenden Teile der
Seitenwand unter gleichzeitiger Durchlüftung das festgelagerte Getreide auflockert
und umwälzt. Die Ausführung des Gerätes ermöglicht noch ferner genaue Temperaturmessungen
und Getreideprobenentnahmen in jeder Zellenhöhe.
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Die Lösung dieser Aufgabe wird nachfolgend beschrieben, und es ist
in der beiliegenden Zeichnung die Wirkung beispielsweise dargestellt, es zeigt die
Abb. r die Anordnung der Silozellen mit dem über diesen Zellen vorgesehenen Laufkran,
die Rohrleitungen zur Be- und Entlüftung und Be- und Entgasung der Zellen durch
das sondenartige Gerät mit dem dazugehörigen Spezialwindwerk der Katze und die Wirkungsweise
des Gerätes, Abb.2 einen Schnitt durch das sondenartige Gerät.
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Durch den Laufkran über den Silozellen des Getreidespeichers kann
in Verbindung mit der mit einem Spezialwindwerk ausgerüsteten Katze das sondenartige
Gerät (Abb. :2) in jede Zelle abgesenkt und herausgehoben werden. An der Seitenwand
des Silos in Höhe und Richtung der Fahrschienen des Laufkranes sind die Rohrleitungen
für dis Getreidebehandlung a, d, b, c für Belüftung, Begasung, Entlüftung
oder Entstaubung und die Vakuumleitung verlegt und ebenso die Kraftleitungen e für
die elektrische Speisung dieser Einrichtungen. Auf dem Laufkran sind dieseLeitungen
ebenfalls angeordnet, und sind diese und auch die Decken der Silozellen so mit Ventilen
versehen, daß jede Zelle und auch das Gerät durch die Schlauchleitungen g mit den
Hauptrohrleitungen verbunden werden können. Hierdurch werden die sonst sehr umfangreichen
Anlagen zur Getreidebehandlung, besonders die Rohrleitungen bedeutend vereinfacht.
Ein Mehrbedarf an Bedienungspersonal wird durch den Erfindungsäegenstand nicht erforderlich.
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Soll z. B. das Getreide in einer Zelle wegen starker Erwärmung be-
und entlüftet werden, dann wird die Katze über diese gefahren, die Belüftungsleitung
a des Laufkranes d. durch die Verbindungsstücke g und die Ventile a." mit der Hauptleitung
a und dem Windwerk der Katze verbunden und die Entlüftungsleitung des Laufkranes
b durch die Verbindungsstücke und Ventile g und b" mit der Hauptleitung b und dem
Deckel der Zelle. Das an dem Drahtseil k hängende, sondenartige Ge-
rät (Abb.2),
das außerdem durch dieSchlauchleitungen a und e mit dem Windwerk der Katze verbunden
ist, wird durch die Öffnung der Zellendecke in das Getreide eingesenkt und arbeitet
sich durch -die im Gerät befindliche, motorisch angetriebene Vibrationseinrichtung
und die Formgebung durch das Getreide bis zum Boden der Zelle.
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Wird das Gerät nun wieder hochgewunden, und zwar gegen den stumpfen
Teil, dann wird durch die jetzt entstehende größere Reibung und Überwindung einer
Federkraft der aus Teilstücken bestehende Mantel des Gerätes nach außen geklappt,
so daß sich eine sternartige Harke bildet. Wird dem Gerät nun komprimierte Luft
durch die Schlauchleitung a zugeführt, die strahlenförmig nach allen Seiten ausströmen
kann, dann wird das Getreide unter gleichzeitiger Auflockerung und Umwälzung gründlich
durchlüftet.
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Sobald das Gerät das Getreide in der Zelle verlassen hat, nehmen die
Teilstücke des Mantels durch die jetzt geringer geworden: Reibung die geschlossene
Stellung wieder ein. und es kann das Gerät von neuem selbsttätig in das Getreide
abgesenkt werden. Bei entsprechend eingerichtetem Windwerk läßt sich dieser Arbeitsvorgang
auch automatisch regeln.
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Soll nun das verseuchte Getreide einer Zelle zur Vernichtung der Schädlinge
begast werden, dann kann dieses, wie eben beschrieben, erst durchlüftet und aufgelockert
werden. Verbindet man nun die Belüftungsleitung a des Laufkranes mit der Begasungsleitung
d und die Vakuumleitung des Laufkranes c mit der Hauptvakuumleitung und dem Ventil
c" der Zellendecke durch die Verbindungsstücke g, dann kann die Zelle bei abgesenktem
Gerät vom Boden mit Gas gefüllt werden. Wird das Gerät nach erfolgter Begasung aus
der Zelle herausgenommen und diese durch den Deckel 8 verschlossen, kann das Gas
durch die Vakuumleitung zurückgewonnen werden.
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Die Arbeitsweise des sondenartigen Gerätes (Abb. 2) ist nun
folgende:
Das mit der Spitze nach unten an einem Drahtseil k hängende,
oben offene granatengeformte Gerät ist in dem .unteren spitzen Teil mit einem vertikal
angeordneten Flanschmotor r ausgerüstet, auf dessen der Spitze zugekehrtem Wellenstumpf
eine einseitige Schwungmasses aufgekeilt ist. Über diesen Motorraum befindet sich
ein Düsenstern, dem durch das zentrisch angeordnete Rohr 1, das mit der Schlauchleitung
a verbunden ist, komprimierte Luft oder auch Gas zugeführt werden kann und in horizontaler
Richtung nach allen Seiten ausstrahlen läßt. Oberhalb dieses Düsensternes sind.
die Teilstücke x des Mantels scharnierartig befestigt, die nach außen klappbar eine
sternartige Harke bilden. Jedes dieser Teilstücke ist mit einem nach innen zeigenden
Hebel versehen, auf die die Kraft einer vorgespannten Schraubenfedern durch die
Teller v der Hülse m wirkt, die beide auf dem zentrisch angeordneten Rohr l geführt
sind. Die Hülse m schützt die Feder außerdem noch gegen äußere Einflüsse und Verschmutzung:
Oberhalb der oberen Führung ist die Hülse gegabelt und durch den Bolzen
z mit dem Seil k der Katze verbunden. Hier sind noch ferner schärnierartig
befestigte Klinken k angeordnet, in die sich die Teilstücke des Mantels während
der geschlossenen Stellung -einrasten, wodurch gleichzeitig die Innentaschen zt
der Teilstücke geschlossen gehalten werden. Das zentrisch angeordnete Rohr l dient
neben der Versorgung des Gerätes mit Strom, Gas oder Luft als Gegenlager der Schraubenfeder,
deren Kraft dem Gewicht des Gerätes entsprechen muß, wodurch die Teilstücke des
Mantels geschlossen gehalten werden. Der Schwerpunkt des Gerätes muß nahe der Spitze
liegen, jedoch darf dieses im Getreide bei gelockertem Seil nicht labil werden.
Beim Einsenken in das Getreide der Zelle wird der Vibration.smotor r angestellt
und das Seil locker gehalten. Durch die einseitige Schwungmasse des Motors wird
eine nach allen Seiten wirkende Vibration erzeugt, wodurch das dem Gerät umgebende
Getreide seitwärts gedrängt wird und dieses durch die pendelnde und bohrende Bewegung
der Spitze immer tiefer in das Getreide eindringt. Unterstützt wird dieser Vorgang
durch die eigene Schwere des Gerätes und den tief gelagerten Schwerpunkt. Eine weitere
Beschleunigung kann dieses Eindringen durch Zuführen komprimierter Luft erfahren.
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Hat das Gerät den Boden der Zelle erreicht, und wird dieses gegen
den stumpfen oberen Teil im Getreide hochgewunden, dann wird durch den jetzt weit
größeren Widerstand die Schraubenfeder n um das Spiel p weitergespannt. Hierdurch
rasten die an der Hülse -in. befestigten Klinken h unter gleichzeitigem Öffnen der
Seitentaschen as der Teilstücke x
aus, und da auch der Federdruck von den
Innenhebeln der Teilstücke genommen ist, klappen diese nach außen und bilden dadurch
eine sternartige Harke. Die Seitentaschen können sich an dieser Stelle des Richtungswechsels
des Gerätes mit Getreideproben füllen, wird dann beim weiteren Hochwinden komprimierte
Luft zugeführt, bewirkt die aus dem Düsenstern ausströmende Luft in das aufgelockerte
Getreide eine gründliche Durchlüftung und Abkühlung. -Werden in die Seitentaschen
der Teilstücke des Mantels Thermometer eingehängt, so können neben der Probeentnahme
aus der Zelle genaue Temperaturmessungen in jeder Zellenhöhe durchgeführt werden.
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Beim Austritt des Gerätes aus dem- Getreide und der mit dem Aufhören
der Reibung verbundenen Entlastung der Schraubenfeder wird wieder die Vorspannung
der Feder auf die Innenhebel der Teilstücke des Mantels wirksam, und nehmen diese
selbsttätig die geschlossene Stellung wieder ein. Außerdem rasten auch die Klinken
wieder ein, und es schließen sich .ebenfalls die Seitentaschen. Das Gerät kann nun
von neuem in das Getreide eingesenkt werden.
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Die gestellte Aufgabe, Getreide in Silos ohne Zellenwechsel unter
gleichzeitiger Umwälzung und Auflockerung zu durchlüften und zu begasen und ebenso
die Entnahme von Getreideproben wäre somit erfüllt.