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Fördervorrichtung mittels Flaschenzug Für die .schnelle Förderung
großer Lasten durch Flaschenzüge ergeben sich große Seildurchmesser, :die große
Seiltrommel.- und. Sei1-scheiben:durchrnesser nötig machen, wenn nicht die Lebensdauer
des Flaschenzugseiles stark herabgesetzt und Seilbrüche eintreten sollen. Zwar kann
man den Seildurchmesser durch Vergrößerung der Seilscheibenzahl herabsetzen, jedoch
wird dadurch auch die Hubgeschwindigkeit herabgesetzt. Außerdem ergibt sich dadurch;
bezogen auf die ganze Seillänge, eine ,größere Ungleichförmigkeit des Steilverschleisses,
da der Teil des Seiles, welcher der Seiltrommel am nächsten liegt, mit größerer
Geschwindigkeit über die ersten Seilrollen gezogen wird und viel größeren Kräften
ausgesetzt ist als der Teil am Ende des Sigiles.
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Ferner treten an der Seiltrommel des Windwerks infolge des großen
Seil- und Trommeldurchmessiers große Drehmom@eute auf, die große Untersetzungen
und stärkere Ausführung des Hubgetriebes erforderlich machen, wodurch das Hebewerk
schwer und unhandlich wird. Dies macht sich besonders bei nicht ortsfesten Anlagen,
z. B. Erdbohranlagen für große Tiefen von q.ooo bis 5000 m Teufte, recht
ungünstig bemerkbar. Es hat sich gezeigt, daß bei den dort erforderlichen Seilzugkräften
von 3o ooo bis ¢0 000 kg und gebräuchlichen Bohreinrichtungen -das Seil nur
3 bis höchstens to Tage betriebsfähig war und dann gegen ein neues ausgewechselt
werden. mußte.
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Um bei gleichbleibender Seilgeschwindigkeit an der Seiltrommel und
gleicher Hubgeschwindigkeit am beweglichen Flaschenzugklob;en diese Nachteile zu
beseitigen, wird erfindungsgemäß das Trajseil statt wie bisher mit einem
mit zwei Enden auf Seiltrommeln auf und ab. gewickelt. Dies hat den Vorteil, daß
nunmehr zwei Seile den sich. aus der Flaschenzuglast hergebenden Seilzug übernehmen.
Blei der entsprechend verteilten Seilbelastung kann der Seilquerschnitt auf die
Hälfte herabgesetzt werden, so daß. man beispielsweise bei doppelter Last auch:
weiterhin
die bisher benutzten Seildurchmesser, Seiltrommel- und
Seilscheibendurchmesser verwenden kann, ohne an den Untersetzungsverhältnissen,
an der schnellen Arbeitsweise und der Sicherheit :etwas zu ändern. Auch brauchen
die Betriebe nur Seile mit einhei:tlichem Durchmesser auf Lager zu halben.
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Um ferner die Nachteile auszuschalten, die sich aus ungleichen Seiltrommel-
und Seildurchmessern, -ergeben könnten, wird weiterhin erfindungsgemäß das Seil
endlos von der Seiltrommel zunächst über einen Teil der Flaschenzugrollen, dann
über :eine Ausgleichvorrichtung, z. B. eine Ausgleichseilrolle,einen Doppelhebel
oder zwei Trommeln mit Ausgleichgetriebe und über den Rest der Flaschenzu,-rollen
zu den Seiltrommeln zurückgeführt. Bei gleicher Seilrollenzalü des Flas:chenzugklob.ens
vor und hinter der Ausgleichvorrichtung ergeben sich zwei nahezu stillstehende Seilstränge
8, 9. An einem dieser Seilstränge kann eine Seilzugmeßeinrichtung in bekannter Weise
angeklemrrt werden.
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Bei etwa bevorzugter ungleicher Seilrollenzahl vor und hinter der
Ausgleichvorrichtung kann man auch einen entsprechend verschiedenen Seiltrommeldurchm@esser
dergestalt zur Anwendung bringen, daß das Seilende, :das zu der kleineren Rollenzahl
des Flaschenzugklobens führt, einen entsprechend kleineren Durchmesser gegenüber
dem S.eiltrommeltel aufweist, mit dem das andere zur größeren Rollenzahl führende
Seilende Verbindung hat, tun so,eine gleichmäßige Geschwindigkeit des beweglichen.
Flaschenzugklobens, bei stillstehenden oder nahezu stillstehenden Seilsträngen an
der Ausgleichvorrichtung zu @erlangen.
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Es ist bereits vorgeschlagen worden, bei einer Erdbohrvorrichtung
beide Enden des. Seiles einer Fördervorrichtung zu deren Be-2 tät@gung zu benutzen.
. Hierbei handelt es sich jedoch um zwei grundsätzlich verschiedene Bohrvorrichtungen,
deren je mit' einer Antriebsmaschine in Verbindung stehenden Hebew:erkstro;mmeln
um 9o° zueinander versetzt sind und je das Ende eines Flaschenzugseiles aufnehmen.
Nur bei einer Störung eines normalerweise benutzten Hebewerks soll das andere Seilende
durch -ein zweites Hebewerk betätigt werden.
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Die exfindungsgemäße Fürdervorrichtung ist schaubildlich andeutungsweise
dargestellt. An den durch eine Antriebsmaschine-angetriebenen Seilwindetrommeln
i sind die beiden Seilenden 2 und 3 befestigt. Das Seilende 2 verläuft in Pfeilrichtung
mit den Strängen .1, 5, 6, 7 und 8 beispielsweise über :die Seilrollen- 14, 15,
16, 17 und 18 zu der Ausgleichvorrichtung i 9 und von dieser mit den Strängen 9,
1 0, 11, 12, 13 und 3 über die Seilrollen 20, 21, 22, 23 und 2q. zurück
zur Trommel i. Die Last 25 wird mit den Seilrollen 15, 17, 21 und 23 von den Seilsträngen
4., 5, 6 und 7 sowie 10, 11. 12 und 13 getragen. Bei somit acht tragenden
Seilsträngen wird die Last 25 mit 1/4 der Geschwindigkeit der Seillenden 2 und 3
gehoben. Der Ausgleich oder der Zugkraftunterschied in den Seilenden 2 und 3 sowie
gegebenenfalls die Geschwindigkeitsänderungen eines dieser beiden Seilenden werden
beispielsweise durch eine Seilrolle i9 oder, wie gestrichelt gezeichnet, durch einen
Doppelhebel ausgeglichen, so daß die Last 25 praktisch gleichmäßig sich auf beide
Seilenden 2 und 3 und die tragenden Seilstränge verteilt. Die Seilführung kann z.
B. auch so verlaufen, d.aß der .Seilstrang 9 nicht über die Rollen 2o, 21, 22, 23
und 2,1, sondern umgekehrt über die Rollen 2.1. 23, 22, 21 und 2o zur Trommel i
geht.
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Die Seiltrommeln i für die Seilenden 2, 3 können .einheitlich oder
getrennt sein. Im letzteren Falle können .auch getrennte je nach Zweckmäßigkeit
kuppelbare oder gemeinsam steyierbare Antriebe Anwendung finden.
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Es :ergeben sich hierbei besondere Varteilc gegenüber den bisherigen
Ausführungen. Bei Rotarybohranlagen besteht die größte zu fördernde Last aus. dem
Gewicht der Schutzrohre; während das Gewicht des Bohrzeugs, bestehend aus Mitnehmerstange,
Bohrgestänge, =Schwerstange und Bohrer nur q.o bis 6o% der größten gesamten Schutzrohrlänge
ausmacht. In das Bohrloch werden nur zwei bis vier Schutzrohrstränge verschiedener
Durchmessereingebaut. Der Einbau jeder dieser Schutzrohrstränge :erfordert mit vielen
Unterbrechungen auch für große Bohrlochtiefen je nur i bis 3 Tage, während
der Eih-und Ausbau des Bohrzeugs oft erfolgt und in Monaten vorgenommen wird. Man
kann erfindungsgemäß daher für den Ein- und Ausbau des Bohrzeugs gleichzeitig beide
Seile auf beide Trommeln aufwickeln und fördert unter Ausnutzung der vollen Maschinenleistung
das Bohrzeug in der halben Zeit.
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Anderseits. kann man für den Einbau der Schutzrohrstränge jeweilig
eine der Seiltr3mmeln durch deren Bremseinrichtung festhalten und nur mit einer
Seiltrommel fördern, wodurch die, etwa doppelte Last der Schutzrohre infolge der
hierdurch größeren Flaschenwirkung des Flaschenzuges mit halber Geschwindigkeit
bei :etwa gleichbleibender Antriebsleistung gehoben werden kann.
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Es läßt sich somit das Windwerk und dessen Antriebsvorrichtung nur
für die etwa halb so große Last des Bohrzeugs gegenüber dem Gewicht der Schutzrohre
ausführen. Die Teile werden also leichter und ermöglichen eine mühelosere Beförderung.