DE72409C - Knallvorrichtung für Kinderluftgewehre - Google Patents
Knallvorrichtung für KinderluftgewehreInfo
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT. X*
PATENTSCHRIFT
KLASSE g
Knallvorrichtung für Kinderluftgewehre.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 14. December 1892 ab.
Die vorliegende Erfindung betrifft solche Kinderschufswaffen, bei welchen auf bekannte
Weise mittelst Korkpfropfen und verdichteter Luft ein Knall hervorgebracht wird. Zweck
der Erfindung ist, eine einfache und billige, vom Gewehr abnehmbare oder fest mit demselben
verbundene Vorrichtung herzustellen, welche das Gewehr zum gefahrlosen Schnellknallen
geeignet macht.
Die Neuerung besteht in der Anwendung eines cylindrischen, auf den vorderen oder
hinteren Theil eines Kindergewehres oder Pistolenlaufes aufsetzbaren Schallrohres 1, Fig. 1,
2, 3, 5 und 7, in welchem eine nach unten gerichtete,1, bei Gewehren durch den Schaft 2,
Fig. ι, verdeckte Oeffhung 3 angebracht ist,
welche in Fig. 5 deutlicher gezeigt wird.
In dieses cylindrische Schallrohr 1 ist ein vor- und rückwärts beweglicher, aus zwei zusammensteckbaren
Theilen bestehender Holzbolzen 4 und 4' Fig. 5, eingepafst.
In den Fig. 2 und 3 ist dieser Bolzen zusammengesetzt im Längsschnitt gezeichnet.
Der Theil 4' dieses Holzbolzens hat nach dem Lauf zu eine cylindrische Aushöhlung, in
die ein Gummi- oder Korkstopfen 5, Fig. 2, 3 und 5, fest eingeprefst ist, in der Weise,
dafs der Stopfen ziemlich weit über den Rand der Aushöhlung vorsteht.
Durch die Theile 4' und 5, welche in Richtung
ihrer Längsachse durchbohrt sind, geht eine kräftige Schnur 6, Fig. 2 und 3, welche
auf der hinteren Seite des Holzbolzens bei a verknotet, von Stopfen 5 ab verlängert und
mit dem Ring 7 fest verbunden ist. Die Schnur 6 kann jedoch auch durch den Zugbolzen
17, Fig. 7, ersetzt werden für den Fall, dafs . das Schallrohr am hinteren Theile des
Laufes (bei Gewehreinrichtungen wie Fig. 7) angebracht ist, was später beschrieben wird.
Der Theil 4 des Holzbolzens dient einem anderen Zweck, welcher im Folgenden zur Erläuterung kommt, aber nicht den Gegenstand
vorliegenden Patentes bildet.
Auf dem Schallrohr 1 mittelst der Schrauben b und b' befestigt, steckt ein röhrenförmiger
Aufsatz 8, Fig. 1, welcher in Fig. 5 getrennt vom Schallrohr und in den übrigen
Figuren im Längsschnitt dargestellt ist.
Wie der Schnitt des Aufsatzes 8 zeigt, ist der letztere in zwei Hälften getheilt, wovon
die obere c als Aufnahmebehälter für eine gröfsere Anzahl von Erbsen, Schroten und
dergleichen, welche bei der Oeffnung 10 eingeführt werden, dient, während die untere Abtheilung
c' als Verlängerung des eigentlichen Gewehrlaufes 9 zu betrachten ist.
In der Verlängerung der Achse von c' enthält 8 gegen hinten eine weitere Oeffnung d,
Fig. 4, welche dem Durchmesser des hinteren, stärkeren Holzbolzentheiles 4 entspricht, so
dafs Bolzen 4 bis in die Abtheilung c' eindringen kann, c und c' sind hinten bei 11,
Fig. 4, durch eine Oeffnung verbunden, durch
welche die im Aufnahmebehälter c befindlichen Schrote durchfallen und nach c' gelangen
können, während die vorn mit einer schiefen Ebene versehene hakenförmige Feder 12, Fig. 2,
3 und 4, es verhindert, dafs mehr als eine Kugel in die Röhre c' gelangen kann, und dafs
diese Schrote, falls das Gewehr (die Pistole) mit dem Lauf nach unten gehalten wird, aus
c1 herausfallen.
Die übrige Einrichtung rückwärts des Schallrohres ι ist die bei Kindergewehren und
Pistolen bekannte. Eine auf einen Bolzen gesteckte Spiralfeder 14, welche auf einen den
Gewehrlauf abdichtenden, im Lauf hin- und herbeweglichen Lederkolben 15 drückt, wird
' durch Zurückziehen des Kolbens mittelst des Griffes 13. gespannt, durch den im Gewehrschaft
befestigten Aufhalter 16 zunächst an der Wiederausdehnung verhindert und schliefslich
auf bekannte Weise abgedrückt.
Die Handhabung und Wirkungsweise eines solchen Kindergewehres ist folgende: Der Handgriff
13 wird zurückgezogen, womit gleichzeitig auch der im Lauf 9 befindliche Lederkolben 1 5
eine rückwärtsgehende Bewegung macht und die Spiralfeder 14 sich spannt. Mit dem
Zurückgehen des Kolbens macht der Holzbolzen 4 und 4' mit dem daran befestigten Stopfen 5 durch die Schnur 6, welche bei
Ring 7 am Kolben befestigt ist, im Schallrohr ι ebenfalls eine Rückwärtsbewegung, so
dafs Stopfen 5 sich fest in die vordere Oeffnung des Laufes 9 prefst und diesen
luftdicht abschliefst. Durch die veränderte Stellung des auf 4' aufgeschlossenen Bolzens 4
im Schallrohr ist aber auch die Oeffnung ι1 der Abtheilungen c und c' im Aufsatz 8
frei geworden, welche den in c befindlichen Schroten den Durchgang nach c' gestattet.
Infolge der Feder 12 kann nur eine Kugel in c' Platz finden. Die ganze Stellung des
geladenen und gespannten Kindergewehres ist in Fig. 2 im Längsschnitt gezeichnet. Durch
Lösung der gespannten Spiralfeder und Vorwärtsdringen des Kolbens gegen den Stopfen
wird die im Raum befindliche Luft derart zusammengeprefst, dafs Stopfen 5 unter starkem
Knall fortgetrieben wird und zugleich auch den Holzbolzen 4 nach vorwärts und damit
in die Abtheilung c' treibt·, wodurch die daselbst gelagerte Schrotkugel fortgetrieben wird,
indem die Feder 12 nach unten zurückweicht und der ganze Mechanismus die Stellung Fig. 3
einnimmt. Der beschriebene Vorgang erneuert sich selbstverständlich nach jedesmaliger Spannung
und Auslösung der Spiralfeder 14 ohne jedes andere Hinzuthun und ermöglicht so ein
fortgesetzt erfolgendes Knallen mit jedesmaligem Auswurf einer Schrotkugel aus dem Kindergewehr.
Indessen kann auch der Aufsatz 8, welcher lediglich den Zweck hat, dafs die Kinderschufswaffe zugleich als Mehrlader für
Erbsen, Schrote und dergl. dient, weggelassen werden, ohne dafs . der Zweck, ein schnellknallendes
Kindergewehr zu erhalten, beeinträchtigt wird. Ein gewöhnliches Kindergewehr in ein schnellknallendes umzuwandeln, wird
allein schon durch Anbringen des beschriebenen Schallrohres 1 und dessen innerer Einrichtung
bewerkstelligt. Die Anbringung des Schallrohres ι und dessen innerer Einrichtung am
hinteren Theil eines Gewehrlaufes, welcher die bekannte Verschlufseinrichtung von Militärgewehren
hat, einen auf dem Schaft befestigten Cylinder A, in welchem der mit Handgriff
versehene Verschlufs B vor- . und zurückbewegt werden kann, und die weiter bekannte Vorrichtung
an Kindergewehren, wonach dieser Verschlufs B in seiner cylindrischen Ausbohrung
einen durch Spiralfeder getriebenen Bolzen 20, an. welchem vorn ein Lederkolben 21 befestigt
ist, enthält, zeigt Fig. 7 der Zeichnung.
Wird an dem Cylinder A vorn bei e, wo der Gewehrlauf beginnt, das genannte Schall-.
rohr mit seiner inneren Einrichtung aufgesteckt, so drückt sich durch Zurück- bezw. Vorbewegung
des Verschlusses B neben gleichzeitiger Spannung der Feder und Zurückziehens
des Lederkolbens der . im Schallrohr befindliche Holzbolzen 4' mit dem Stopfen 5 in die
Mündung der cylindrischen Ausbohrung von Verschlufs B, wobei durch Lösung der gespannten
Feder derselbe Vorgang, wie bei Gewehr 1 beschrieben, stattfindet.
An Stelle der vorerwähnten Schnur 6 wird hier der Zugbolzen 17, Fig. 7, angewendet,
welcher aufserhalb des Cylinders A bei 18 und 18' beweglich gelagert angebracht ist und
mit dem Theil 4 des Holzbolzens durch den Stift 22 in Verbindung steht. Dadurch erklärt
sich, dafs der Theil 17 die gleiche Arbeit wie Schnur 6, das Hereinziehen des abgeschossenen
Stopfens 5, verrichtet, indem bei Oeffnen bezw. Zurückschieben des Verschlusses B der
Theil 17 durch den am Verschlufs befindlichen Stift 23, welcher bei 24 einen Anhalt findet,
mitgezogen wird. Das Schallrohr 1 ist hier noch mit einem federnden Haken 25, Fig. 7,
ähnlich der Feder 12, Fig. 2, 3 und 4, versehen, welcher beim Vordrücken des Verschlusses
B den Holzbolzen 4 und 4' mit dem Stopfen 5 in den vorderen Theil der cylindrischen
Ausbohrung des Verschlusses eindrückt bezw. das Zurückweichen von Stopfen 5 verhindert.
Die Seitwärtsdrehung des Verschlusses löst den Haken 25 durch selbstthätiges Unterschieben
eines Ringkonus wieder aus und giebt die Bolzentheile frei. Bei Anwendung der genannten Verschlufseinrichtung an Kindergewehren
kann nach Oeffnen (Zurückziehen)
des Verschlufscylinders der Holzbölzen 4 mit dem daran befindlichen Stopfen 5 herausgenommen
bezw. eingesetzt und so das Laden und Entladen des Gewehres markirt werden. Bei Anbringung des Schallrohres 1 nebst innerer
Einrichtung an Gewehren der vorbeschriebenen Art ist die Verwendung des Aufsatzes 8 oder
auch das Weglassen desselben in der gleichen Weise, wie bei dem erstgenannten Gewehr,
ohne Einflufs auf die Schnellknallvorrichtung.
Claims (1)
- Pate nt-Anspruch:Knallvorrichtung für Kinderluftgewehre, bestehend aus einem am Gewehrlauf abnehmbar oder fest angeordneten Schallrohr (1) mit einem darin beweglichen Bolzen (4 und 4'), welcher durch Schnur- oder Drahtzug mit dem Kolben (15) derartig verbunden ist, dafs sein Gummi- oder Korkstopfen (5) bei Spannung der Spiralfeder 14 in die Laufmündung geführt wird und dieselbe verschliefst.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE72409T | 1892-12-14 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE72409C true DE72409C (de) | 1893-12-15 |
Family
ID=34584309
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE189272409D Expired DE72409C (de) | 1892-12-14 | 1892-12-14 | Knallvorrichtung für Kinderluftgewehre |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE72409C (de) |
-
1892
- 1892-12-14 DE DE189272409D patent/DE72409C/de not_active Expired
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