DE723600C - Verfahren zur Herstellung von Futtermitteln aus Abfallhefen - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Futtermitteln aus AbfallhefenInfo
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Description
- Verfahren zur Herstellung von Futtermitteln aus Abfallhefen Die Abfallhefen von Brauereien, Keltereien u. dgl. sind schon oft Gegenstand von Erörterungen gewesen, mit dem Ziel, diese der Futtermittelwirtschaft zugänglich zu machen, um dadurch den hohen Eiweißgehalt der Hefen restlos verwerten zu können. Alle praktischen Ergebnisse sind aber über die Preßhefe und die Trockenhefen nicht hinausgekommen. Die Herstellung von Preßhefe und von Trockenhefe erfordert ziemlich umfangreiche Apparaturen, so daß die Herstellung dieser Hefepräparate nur in ganz großen Betrieben möglich ist, während die Abfallhefen in. den Kleinbetrieben keine Verwertung nach diesen Verfahren finden konnten und weiterhin der Kanalisation zugdleitet wurden, da der Transport der Abfallhefen gewisse Schwierigkeiten verursacht, weil die Hefen auch in reinem Wasser noch beträchtliche Mengen Kohlensäure abgeben.
- Mit der Herstellung dieser Hefepräparate ist aber keineswegs die Frage der Abfallhefeverwertung zu Futtermitteln gelöst; denn weder Preßhefe noch Trockenhefe stellen ein biologisch einwandfreies Futtermittel dar, weil sie weder von,-den Tieren gern aufgenommen werden noch als reizloses Futtermittel gelten, da die der Hefe anhaftenden Enzyme weder bei der Preßhefehersfiellung noch bei Herstellung von Trockenhefe zerstört werden und somit als aktive Körper mit in den Darm der Tiere gelangen und dort Darmreizungen o. dgl. hervorrufen können.
- Man hat nun versucht, auf andere Weise eiweißreiche Futtermittel zu gewinnen, indem man tierisches Eiweiß mit Hintergetreideschrot u. dgl. vermischte und dieses Gemisch dann mit Frischhefe impfte, um das Ganze einem Baokprozeß unterwerfen zu können. Diese Verfahren haben volkswirtschaftlich allerdings nur untergeordnete Bedeutung, da Fischmehl für eine Gruppe von Nutztieren bereits ein vollwertiges Futtermittel darstellt und nur in beschränktem Umfange zur Verfügung steht. Es ist daher volkswirtschaftlich gar nicht erst notwendig, Fischmehl dem genannten Vermischungs- und Backprozeß zu unterwerfen, um es auch für die Pflanzenfresser aufnahmefähig zu gestalten, da die vorhandenen Fischmehlmengen nicht einmal ausreichen, um den Futtermittelbedarf der Mischfresser zu decken. Auch wird hierdurch die Haltbarkeit des Fischmehles und der Hintermehle keineswegs verbessert; denn diese Stoffe sind als solche im allgemeinen praktisch schon unbegrenzt haltbar bei entsprechender Lagerung.
- Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist nun ein Verfahren, aus allen Hefeabfällen und zusätzlich gezüchteten Hefen an Ort und Stelle ein biologisch einwandfreies Futtermittel herzustellen, welches obendrein unbegrenzt haltbar ist, und so die gesamten Abfallhefen einer nutzbringenden Verwertung als Tierfutter zugänglich zu machen. Dies ist aber nur möglich, wenn die Verarbeitung der Abfallhefen ohne teure Apparaturen zu Dauerpräparaten erfolgt, so daß die Verarbeitung überall an Ort und Stelle durchgeführt werden kann, und andererseits die Verarbeitung eine derartige Behandlung der Hefen .gestattet, daß die der Hefe anhaftenden Enzyme restlos zerstört werden, ohne daß dabei die Qualität des Hefeeiweißes leidet. Volkswirtschaftlich hat ein solches Verfahren gegenüber allen anderen Verfahren zur Herst..ellung von eiweißreichen Futtermitteln den Vorteil, daß der Rohstoff Hefe als Eiweißträger in unbegrenzten Mengen zur Verfügung steht und daß, das Hefeeiweiß im Gegensatz zum tierischen Eiweiß von allen Nutztieren, also auch von den reinen Pflanzenfressern, restlos aufgenommen wird und voll zur Auswertung im Tiermagen gelangt. Bei der Herstellung von eiweißreichen Futtermitteln aus Fischmehl nach den genannten bekannten Verfahren wird das Eiweiß im Magen der Pflanzenfresser nicht restlos verwertet, auch dann nicht, wenn es. durch diese Verfahren den Pflanzenfressern aufnahmefähig gestaltet worden ist, da es den Pflanzenfressern an geeigneten Magen- und Daxmsäften fehlt, die das fierisch e Eiweiß restlos in Lösung bringen könnten, während hingegen das pflanzliche Eiweiß der Hefen im Magen und Darm der Pflanzenfresser restlos in Lösung geht und somit voll verwertet werden kann.
- Diese Erkenntnis hat nun erfindungsgemäß dazu geführt, diese Hefen auf backtechnischem Wege zu verarbeiten, weil hierdurch die Hefe Temperaturen ausgesetzt wird, die die ihr anhaftenden Enzyme restlos zerstören, aber gleichzeitig durch den im Gebäck anwesenden überhitzten Dampf das Hefeeiweiß vor der Zerstörung schützt. Weiter bedingt ein solcher Backprozeß keine großen Apparaturen und gestattet daher die Verarbeitung der Hefen überall an Ort und Stelle. Das Verfahren der vorliegenden Erfindung besteht darin, daß die Abfallhefen von Brauereien, Keltereien u. dgl. in, nassem, abgetötetem Zustand in schlammiger Form mit Endmehlen und Futtergetreideschroten vermischt «erden, worauf das Gemisch unter Zusatz von lebender Hefe zu einem Teig verarbeitet wird, der den bekannten Gärungsprozeß durchmacht, und anschließend die Masse in bekannter Weise verbacken wird. Nach einer besonderen Ausführungsform des Verfahrens der Erfindung wird die erhaltene Masse grob zerkleinert und dann einem zweiten Back- oder Röstprozeß unterworfen, worauf das fertige Backprodukt gegebenenfalls einer nochmaligen Zerkleinerung unterworfen wird.
- Die Hefepilze führen wie alle anderen Pilze viel Wasser mit sich und verderben außerordentlich leicht, sobald die abgestorben sind. Wegen dieser Eigenschaften wird im vorliegenden Falle das Doppelback- oder Zwiebacksystem gewählt. Im ersten Backprozeß wird die getötete Abfallhefe im Gemisch von Hintergetreideschroten, Endmehlen oder Futtermehlen aus Futtergetreide unter Zusatz von lebender Hefe zur Auflockerung gebracht und dieser Zustand dann durch den eigentlichen Backprozeß fixiert. Auf diese Weise erhält man zwar eine Masse von begrenzter Haltbarkeit; aber dennoch enthält das Gesamtprodukt noch so viel Wasser, daß bereits in Kürze Schimmelerscheinungen auftreten können, da der erste Baakprozeß nie so weit ausgedehnt werden kann, daß der Wassergehalt derartig absinkt, daß eine absolute Haltbarkeit eintritt. Aus diesem Grunde wird noch ein zweiter Backprozeß eingeführt, bei welchem die im ersten Backprozeß erhaltenen Massen durch grobe Zerkleinerung eine Vergrößerung ihrer Oberfläche erhalten haben, wodurch nunmehr leicht durch Trocknen oder schwaches Nachbacken die restlichen Wassermengen abgegeben werden, so daß die Dauerhaltbarmachung .erreicht wird. Die so erhaltene Masse kann nun in seiner Form oder zerkleinert unbegrenzt aufbewahrt werden.
- Das Verfahren der Erfindung unterscheidet sich grundsätzlich von den bisher bekannten Verfahren dadurch, daß durch den Backprozeß nicht eine gewöhnliche Mischung von Eiweißprodukten mit pflanzlichen Stoffen erzielt wird, die das Mischprodukt aufnahmefähiger gestalten soll, sondern durch den Backprozeß wird eine chemische Veränderung des Ausgangsproduktes Hefe erreicht, durch welche die Hefe erst zu einem Futtermittel umgestaltet wird. Weiter wird durch den Backprozeß die Hefe in eine Form gebracht, die es erst gestattet, die Hefe in ein Dauerpräparat zu verwandeln. Während bei den anderen Verfahren aus rein biologischen Gründen der Zusatz von Fischmehl sehr nach unten begrenzt ist, ist bei dem Verfahren der Erfindung gerade das Gegenteil der Fall, hier ist der Zusatz an Hefen nicht an biologische Funktionen gebunden, sondern rein an backtechnisch-- Funktionen. Die oberste Grenze an Hefezufuhr liegt daher bei etwa 7o% Hefe und 30% Mahlproduktzusatz, während man bei einem Zusatz von Fischmehl aus bio:, logischen Gründen nicht über 30% irn, Vergleich zu den Mahlprodukten hinausgehen kann.
Claims (2)
- PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Herstellung von Futtermitteln aus Abfallhefen von Brauereien, Keltereien u. dgl. unter Zusatz von Endmehlen und Futtergetreideschroten, dadurch gekennzeichnet, daß diese nassen Abfallhefen abgetötet, in schlammiger Form mit den genannten Mahlprodukten vermischt werden, worauf das Gemisch unter Zusatz von lebender Hefe zu einem Teig verarbeitet wird, der den bekannten Gärungsprozeß .durchmacht, und dann dem bekannten Backprozeß unterworfen wird.
- 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß das erhaltene Produkt noch grob zerkleinert und dann einem zweiten Back- oder Dörrprozeß unterworfen wird, worauf das Backprodukt gegebenenfallseiner nochmaligen Zerkleinerung unterzogen wird.
Priority Applications (1)
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