AT235674B - Verfahren zur Herstellung eines Futterzusatzmittels, insbesondere für Einmagentiere - Google Patents

Verfahren zur Herstellung eines Futterzusatzmittels, insbesondere für Einmagentiere

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AT235674B
AT235674B AT755262A AT755262A AT235674B AT 235674 B AT235674 B AT 235674B AT 755262 A AT755262 A AT 755262A AT 755262 A AT755262 A AT 755262A AT 235674 B AT235674 B AT 235674B
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animals
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Joaquin Pena Mecho
Enrique Gonzalez Sicilia
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Joaquin Pena Mecho
Enrique Gonzalez Sicilia
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Description


   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren zur Herstellung eines Futterzusatzmittels, insbesondere für Einmagentiere 
 EMI1.1 
 
 EMI1.2 
 
<tb> 
<tb> Japan <SEP> 250 <SEP> 000 <SEP> Tonnen
<tb> U. <SEP> S. <SEP> A. <SEP> 450000 <SEP> Tonnen
<tb> Deutschland <SEP> 280 <SEP> 000 <SEP> Tonnen
<tb> Holland <SEP> 140 <SEP> 000 <SEP> Tonnen
<tb> England <SEP> 250 <SEP> 000 <SEP> Tonnen
<tb> Belgien <SEP> 50 <SEP> 000 <SEP> Tonnen <SEP> 
<tb> Frankreich <SEP> 40 <SEP> 000 <SEP> Tonnen
<tb> Italien <SEP> 40 <SEP> 000 <SEP> Tonnen <SEP> 
<tb> Spanien <SEP> 30 <SEP> 000 <SEP> Tonnen
<tb> Summe <SEP> 1530000 <SEP> Tonnen <SEP> jährlich
<tb> 
 

 <Desc/Clms Page number 2> 

 
In andern Ländern wird ebenfalls eine grosse Menge Fischmehl konsumiert. Die vorstehenden Daten dürften jedoch bereits genügen, um die riesige Bedeutung der tierischen Proteine als Anteil der Futter- mittel für Einmagentiere zu zeigen. 



   Ausserdem werden jährlich mindestens   300 000   Tonnen Fleisch- oder Blutmehl verfüttert. 



   Nachdem durch die vorstehenden Ausführungen die Bedeutung der Proteine tierischer Herkunft bei den Futtermitteln ausreichend erläutert ist, soll im nachstehenden zur Betrachtung anderer Proteine als
Futtermittel übergegangen werden. 



   Neuere Forschungen haben bis in die jetzige Zeit hinein dazu geführt, die Ansichten über die mengenmässigen Bedürfnisse an Proteinen zu ändern. Wenn auch eine gewisse Menge von Proteinen als Stickstoffträger im tierischen Organismus unbedingt nötig ist, so ist es nach den letzten Forschungsergebnissen noch wichtiger, dass in dieser bestimmten Menge von Proteinen als Bausteine des Moleküls die richtigen Aminosäuren verabreicht werden. 



   Einige dieser Aminosäuren sind essentiell,   d. h.   unentbehrlich und entscheidend für das Wachstum der Tiere, sowie für deren Entwicklung und Erhaltung, wenn die Tiere ausgewachsen sind. Der tierische Organismus besitzt jedoch nicht die Fähigkeit, diese nötigen Aminosäuren in seinen inneren Organen zu bilden, und wenn eine solche Bildung von Aminosäuren auch möglich ist, so ist sie niemals für die normalen Funktionen der Tiere ausreichend. 



   Die Kenntnis des biologischen Wertes der Aminosäuren wurde durch eine lange Reihe von Experimenten erworben, indem man den Futtermitteln gewisse Klassen von Aminosäuren entzog, so dass man genau beobachten konnte, inwieweit die eine oder andere Aminosäure das Wachstum und die weitere Entwicklung der Tiere beeinflusst. 



   W. C. Rose nennt"wesentliche und unbedingt nötige Aminosäuren" (essentielle Aminosäuren) alle diejenigen, die der Organismus nicht in genügenden Mengen selber synthetisieren kann, die aber zum Wachstum und zur normalen Ernährung unbedingt nötig sind und demzufolge in den entsprechenden Mengen im Futter enthalten sein müssen. 



   In dieser Klasse führt W. C. Rose die folgenden Aminosäuren auf : Lysin, Valin, Leucin, Isoleucin, Histidin, Tryptophan, Methionin, Arginin, Threonin und Phenylalanin. 



   Das ausgewachsene Individuum kann auf einige dieser Aminosäuren, die nur in der Zeit des Wachstums nötig sind, verzichten. So braucht   z. B.   der ausgewachsene Hund kein Arginin mehr. Bei jungen, nicht ausgewachsenen Tieren sind dagegen zum Wachstum nötig : Threonin, Valin, Leucin, Isoleucin, Methionin, Phenylalanin und Tryptophan. Diese Aminosäuren sind nötig, um das Stickstoffniveau aufrecht zu halten. Das Methionin ist ausserdem wegen der Rolle, die es bei der Methylierung organischer Stoffe spielt, unersetzlich. 



   Das Phenylalanin wird zur Bildung des Adrenalins, Thyrosins und Tyroxins als unentbehrlich betrachtet, Arginin kann von dem tierischen Organismus gebildet werden, doch ist diese tierische Synthese nicht schnell genug, um den Anforderungen einer normalen Entwicklung zu entsprechen. 



   Die restlichen Aminosäuren sind nicht essentiell ; Tyrosin kann aus Phenylalanin, Citrullin aus Arginin gebildet werden usw. Die Bedürfnisse an Proteinen haben also zwei verschiedene Aspekte, die genau unterschieden werden   müssen ;   ein nicht spezifisches Minimum an Stickstoff (totaler Stickstoff) und ein spezifisches Minimum an Stickstoff (Aminosäure). Dieses letztere ist von allergrösster Bedeutung und entscheidet über den wirklichen biologischen Wert eines Proteins. Es kann nämlich der Fall eintreten, dass der gesamte Stickstoffgehalt theoretisch ausreicht, dass er aber im spezifischen Sinne ungenügend ist, weil eine oder mehrere der wesentlichen und unersetzlichen Aminosäuren fehlen. 



   Gewisse Proteine können wegen ihres Gehaltes an bestimmten Aminosäuren besonders wichtig werden. Was das Wachstum anbetrifft, so ist die folgende Aufstellung, in welcher Proteine genannt sind, die das Wachstum fördern, und solche, die das Wachstum nicht fördern, einer Arbeit von Richetentnommen. 



   Proteine, die das Wachstum fördern : Casein (Milch), Lactalbumin   (Milch),   Ovalbumin (Ei), Ovo- 
 EMI2.1 
 nin (Weizen), Glycinin (Sojabohne). 



   Proteine, die das Wachstum nicht fördern : Legumelin (Sojabohne), Bibnin (Johannisbrot), Gliadin (Weizen, Gerste), Hordein   (Hafer),   Legumin (Erbse, Johannisbrot), Gelatine (Horn, Hufe), Zein (Mais), Faceolin (Bohne). 



   Die Proteine tierischer Herkunft sind den Proteinen vegetabilischer Herkunft wegen ihres grösseren Gehaltes an Aminosäuren bedeutend überlegen. 



     Richet   nimmt an, dass die tierischen Proteine im Durchschnitt   12 - 150/0 das   Wachstum fördernde Aminosäuren enthalten, während die vegetabilischen Proteine nur einen Gehalt von etwa 7 bis 8% an solchen Aminosäuren besitzen. 

 <Desc/Clms Page number 3> 

 



   Die Verteilung der wesentlichen Aminosäuren in den natürlichen Proteinen ist sehr verschiedenartig. 



  Das Fehlen einer dieser Aminosäuren verringert den biologischen Wert der Proteine. Augenblicklich zielen die Forschungen noch darauf ab, die fehlenden Proteine zu ersetzen,   d. h.   wenn ein Protein reichliche Mengen aller wichtigen Aminosäuren mit Ausnahme von   z. B.   nur einer besitzt, dann werden in genügender Menge andere Proteine hinzugefügt, welche gerade die fehlende Aminosäure enthalten, um dadurch zu einer vollkommenen Nahrung an Proteinen zu gelangen. 



   Um zu diesem idealen Punkt zu gelangen, ist es natürlich notwendig, die Verteilung der Aminosäuren in den verschiedenen Proteinen, welche in den Futterstoffen enthalten sind, mit absoluter Sicherheit zu kennen ; dies ist aber bis heute noch nicht vollständig erreicht. Die Forschung bringt jeden Tag neue Kenntnisse, die sehr wichtig und auch notwendig sind, um die Ernährung der Tiere so vollkommen wie möglich zu machen. 
 EMI3.1 
 

 <Desc/Clms Page number 4> 

 



   Natürlicherweise sind alle bisherigen Versuche und Studien davon ausgegangen, den Futtermitteln bestimmte Mengen NNP, u. zw. insbesondere Harnstoff, zuzusetzen, und dann zu beobachten, was im
Magen der Einmagentiere in Gegenwart derartiger NNP vor sich   geht :   das Resultat war, dass der Harnstoff bei einigermassen praktisch wertvollen Quantitäten degenerierend wirkt und sogar Vergiftungserscheinun- gen auftreten, und die Folge war, dass in den Ländern, in denen derartige Versuche angestellt wurden, die Verwendung von Harnstoff als Futtermittel auch in   gan   geringen Mengen verboten wurde. 



   Bei Vergleichen des biologischen Vorganges im Magen der Einmagentiere und der Vorgänge in den verschiedenen Mägen der Wiederkäuer sind die Forscher zu den folgenden Ergebnissen gelangt :
1. Die Mikroflora im Pansen der Wiederkäuer ist in der Lage, NNP in Proteine zu verwandeln. Bei dieser Verwandlung spielen sowohl die Protezoen als auch die Gärungsprodukte in diesen Organen eine sehr untergeordnete Rolle. 



   2. Die Beigabe von NNP zu einem normalen Gemisch an Futterstoffen erhöht nicht den Wert an Pro- teinen. 



   3. NNP wird sehr schnell im Pansen gelöst und entweicht als Flüssigkeit derart schnell, dass die Bak- terien keinerlei Verwandlungsarbeit vornehmen können. Dies erklärt, dass, wenn NNP auch einen gewissen biologischen Wert besitzt, derselbe unterhalb von 50% liegt, als wenn der Stickstoff als Proteine ver- abreicht wird. 



   Was im vorhergehenden kurz erwähnt wurde, stellt den augenblicklichen Stand der Wissenschaft dar. 



  Die Erfindung beruht dagegen auf ganz neuen Überlegungen und Befunden und führt in überraschender
Weise zu ausserordentlich wertvollen praktischen Resultaten, welche nachstehend ausführlich erläutert werden. 



   Nachdem anerkannt ist, dass die Wiederkäuer das NNP in verdauliche Proteine verwandeln können, u. zw. durch die Mikroorganismen im Vormagen, soll diese Tatsache nun näher beleuchtet werden. 



   Die Protozoen und Gärstoffe im ersten Magen der Wiederkäuer sind nicht nur bei der Verwandlung von NNP in Proteine aktiv, sondern sie verbessern ferner auch ganz besonders die Qualität der gebildeten Proteine, und sie tragen nicht nur zur Synthese der Proteine bei, sondern erleichtern auch deren Assimilierung, indem sie ihr eigenes Protoplasma hinzufügen. 



   Die Anzahl der Bakterien wächst ganz enorm während der ersten Stunden nach der Einnahme des Futtermittels, wenn die Protozoen und andere Mikroorganismen noch in geringer Zahl vorhanden sind, von der fünften Stunde ab nivelliert sich jedoch der Inhalt des Pansen an diesen Lebewesen bis zu einem Übermass, und die Gärstoffe folgen demselben Rhythmus wie die Bakterien. 



   Es kann somit festgestellt werden, dass ein biologischer Verwandlungsprozess durch die Mikroorganismen des Vormagens stattfindet, dass eine schnelle Auflösung des NNP im Pansen erfolgt und schliesslich, dass ein schneller Wachstumsprozess der Bakterien, welche Proteine erzeugen können, auftritt. 



   Es ist bekannt, dass die Proteine nach der Einnahme des Futters im tierischen Organismus abgebaut werden, um die Aminosäuren in Freiheit zu setzen, die dann jeder Organismus erneut zu neuen Proteinen aufbaut, u. zw. zu solchen Proteinen, die der Körper benötigt. Die im Futter aufgenommenen Proteine werden bis auf den basischen Stickstoff abgebaut, und daran anschliessend werden in einer biologischen Synthese neue Moleküle aufgebaut, die der Körper zu seinem Metabolismus benötigt. Der Nachweis ist einfach, da man heute den Stickstoff durch radioaktive Isotopen markieren und somit   beobachtungsfähig   machen kann.

   Dieser radioaktive Stickstoff hat die gleichen chemischen Eigenschaften wie gewöhnlicher Stickstoff, wenn er auch nicht die gleichen physikalischen Eigenschaften besitzt, so dass man den Verlauf in den verschiedenen Phasen der Verdauung genau bis zu den Exkrementen beobachten kann. 



   Die Zuckerarten der Nahrungsmittel spielen bei der Verwandlung ebenfalls eine grosse Rolle, denn sie sind die Energiequelle für das Leben und die Vervielfältigung der transformierenden Bakterien. Es haben jedoch nicht alle Kohlehydrate dieselbe Kapazität, den proteinerzeugenden Bakterien die Elemente zu geben, die sie benötigen. So haben   z.

   B.   die Zuckermelassen und ähnliche Körper einen geringen Wert, da ihre ausserordentliche Löslichkeit dazu beiträgt, dass sie sehr schnell absorbiert werden und daher dem Einfluss der Mikroorganismen entzogen werden; die Cellulose hat ebenfalls einen geringen Wert, wenn auch aus entgegengesetzten   Gründen.   denn die Polysaccharide, aus denen sie zusammengesetzt ist, sind sehr wenig löslich, und ihr Abbau ist derart langsam, dass sie von den Bakterien in den ersten Stunden nach der Futtereinnahme noch nicht angegriffen werden können.

   Dagegen ist die Stärke geradezu der Prototyp der besonders wichtigen Polysaccharide, die eine sehr intensive und schnelle Vermehrung der Mikroben hervorrufen, und die Stärke ist der Typ, der hier am meisten interessiert, weil sie eine mittlere Löslichkeit besitzt und eine grosse Anzahl von Zuckerarten produziert, die als Nahrung für diese Bakterien besonders günstig sind. 

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   Anderseits wird, da die Mikroorganismen nicht über genügend Proteine verfügen, die sie benötigen, die Synthese der Proteine in ausserordentlichem Masse und ohne Begrenzung aktiviert. 



   Ein Ziel der Erfindung besteht darin, im Magen der Einmagentiere die Proteinsynthese anzuregen, zu vervollkommnen und bis zum Maximum auszunutzen, wie dies im Pansen der Wiederkäuer vor sich geht. Es wurde nun gefunden, dass es möglich ist, auch im Magen der Einmagentiere ähnliche Bedingungen zu schaffen, damit die Mikroorganismen, Protozoen und proteinbildenden Bakterien im Magen der Einmagentiere eine ähnliche Synthese hervorrufen können,   u. zw.   mit Hilfe von in Kulturen ausserhalb des tierischen Körpers gezüchteten Mengen, die dann in stabilisierter Form den Futtermitteln beigemischt werden können. Diese lebenden Kulturen, deren Aktivität nur unterbrochen ist und sich lange Zeit wirksam verhalten kann, werden nach Einnahme der Futtermittel im Magen der Einmagentiere wieder aktiv. 



   Die Mikroorganismen aus dem ersten Magen der Wiederkäuer werden ausserhalb im Laboratorium unter Zugabe anderer Typen von Bakterien (Hefe) hochgezüchtet und entwickeln hiebei bis heute vollständig unbekannte Aktivitäten. 



   Anschliessend an diese erste Durchführung einer Symbiose wurde ferner gefunden, dass sich noch gewisse Verbesserungen durch Zugabe von Katalysatoren, Einhaltung bestimmter Temperaturen und Zugabe von den pH-Wert stabilisierenden Elementen erzielen lassen. Diese Kultur wurde dann einem Mehl als Unterlage beigefügt, alles dies zusammen mit Harnstoff vermischt und das Gesamtprodukt den Futtermitteln als voller Ersatz für tierische Proteine und teilweise auch als Ersatz für vegetabilische Proteine beigemischt, wobei stets der gleiche überraschend gute Erfolg erzielt wurde. Im folgenden werden verschiedene Zusammensetzungen als Beispiele angeführt und die Resultate beschrieben, die bei Fütterungen von Schweinen und Hühnern damit erzielt wurden. 



   Die Erfindung betrifft ein biologisches Produkt sowie dessen Herstellung, das dazu bestimmt ist, den Futtermitteln von Einmagentieren beigefügt zu werden, um diesen die Möglichkeit der Verdauung und Assimilierung von Futterstoffen zu geben, welche bisher vorzugsweise Futtermittel für Wiederkäuer waren. 



   Ein weiterer Erfindungsgegenstand besteht darin, den biologischen Wert der vegetabilischen Proteine zu erhöhen und ihn dem biologischen Wert der tierischen Proteine gleichzustellen und sogar zu ermöglichen, dass basischer, nicht proteinischer Stickstoff durch biologische Synthese im Magen der Einmagentiere bis zu einem gewissen Prozentsatz in Proteine verwandelt werden kann. 



   Das neue erfindungsgemässe Produkt wird im nachstehenden PRONIT genannt (Protein und Nitrogene). 



   Das PRONIT setzt sich aus allen Mikroorganismen zusammen, die im Vormagen der Wiederkäuer vorkommen,   u. zw.   in lebendem Zustande. Aus diesem Grund muss der Mageninhalt in den Schlachthöfen sofort im Anschluss an die Tötung des Wiederkäuers entnommen werden. 



   Ausserdem enthält das Pronit vorzugsweise als Bestandteil einen Teil des Grossmagens der Wiederkäuer, in welchem bereits einige der im Vormagen vorkommenden Mikroorganismen zerstört sind, wie   z. B.   die Ciliata, wobei biologische Vorgänge im ersten Verdauungsvorgang erfolgen, die nicht ganz bekannt sind. Man kann z. B. feststellen, dass sich eine grössere Menge an Vitamin B 12 im Pansen befindet, so dass angenommen werden kann, dass dieses im Vormagen synthetisiert wurde, da sich im Pansen eine grössere Menge an Vitamin B 12 befindet, als mit dem Futter von dem Tier eingenommen wurde. Es wird daher den Futtermitteln, um ganz sicher zu gehen, vorzugsweise eine grössere Menge an Bakterien aus dem Vormagen der Wiederkäuer beigefügt, als theoretisch nötig wäre. 



   Ein weiterer Teil des Pronits besteht vorzugsweise aus Mutterkuchen, welcher neben Blütenstaub und Ei die Entwicklung dieser Mikroorganismen am besten fördert. 



   Anderseits weiss man, dass die Gärungsprodukte,   d. h.   die löslichen Hefen der Industrie, einen grossen Teil der "unbekannten Faktoren" besitzen, mit Ausnahme von einigen, die bekannt sind, wie   z. B.   der Vitamin B-Komplex. Es ist daher von Interesse und zweckmässig, diese löslichen Gärungsmittel als weiteres Element dem Pronit beizufügen,   u. zw.   nicht als gewöhnliches Futtermittel wie bislang, sondern als Erzeuger und Anreger des Wachstums der Mikroflora. Vorzugsweise werden aus diesem Grund diese Gärungsprodukte in voller Aktivität zugesetzt, im Gegensatz zu der bisherigen Verwendung als Futtermittel, bei welcher es nötig ist, die Aktivität vorher zu zerstören, um das Auftreten von Verdauungsbeschwerden oder sogar Vergiftungserscheinungen zu vermeiden. 



   Unter diesen löslichen Materialien ist das allerwichtigste dasjenige, welches von   den Gärungspro-   zessen der Bierfabrikation stammt,   u. zw.   nicht nur die sogenannte Bierhefe, sondern derjenige Teil, der sich vom Bier während der Ausschleuderung desselben zur Klärung abtrennt, denn diese   ausgeschleuc rte   Masse besitzt noch einen grossen Teil lebender Bakterien.

   Auf diese Weise dient die bereits abgetötete Hefe den noch lebenden Bakterien als Nahrung, da die noch lebende Hefe die Möglichkeit zur ständigen Vermehrung aufweist, weswegen sie als normaler Futterstoff wegen möglicherweise auftretender Vergif- 

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 tungserscheinungen nicht zu verwenden ist, obgleich dieses lebende Ausschleuderungsprodukt etwa   50%   an Proteinen enthält, u. zw. mit allen unbedingt nötigen Aminosäuren. 



   Dieses Produkt ist also das erste Nährmittel für die Ciliata und kann von den Tieren zusammen mit dem Futter konsumiert werden, weil es sofort von der enzymatischen Mikroflora aufgenommen und transformiert wird. 



   Zur Verstärkung des Vermehrungsprozesses dieser besonderen Hefe wird dem Futter zweckmässigerweise eine ausgewählte Klasse von Hefe (Ultra-Hefe) zugesetzt, welche ihre grösste Aktivität bei einer Temperatur zwischen 37 und 400C entwickelt,   d. h.   also der Temperatur der Warmblüter. 



   Der Kern der Erfindung liegt in folgendem : Nach der bisherigen Theorie wurden die Nährstoffe, welche mit dem Futter   zugeführt werden (Kohlehydrate, Feite, Cellulose,   Proteine, usw.), von den Tieren direkt verarbeitet, weshalb es bislang erforderlich war, alle die Nährstoffe dem Futter in einem genau studierten Verhältnis beizufügen, um die bestmögliche Ernährung zu erzielen. Aus diesem Grund war es bislang nötig, alle Aminosäuren oder zumindest die sogenannten unersetzlichen, die von den Einmagentieren nicht synthetisiert werden können, beizufügen. Dies ist die bisherige Theorie über eine gute Ernährung der Tiere. 



   Erfindungsgemäss werden aber die Nährstoffe (Kohlehydrate, Fette, Cellulose, Proteine) des Futteroder des Nahrungsmittels nicht direkt vom Tier aufgenommen, sondern alle diese Nährstoffe dienen ins- 
 EMI6.1 
 Kern usw. das wirkliche Nahrungsmittel der Tiere darstellt. 



   Lebewesen haben enorme Anpassungsmöglichkeiten. Die erfindungsgemässe neue Technik versetzt den tierischen Körper in die Lage, durch dieses Anpassungsvermögen diejenigen Nährstoffe zu synthetisieren, welche der Körper in einer besonderen Form benötigt, um sie verarbeiten zu können. 



   Bis heute ist die Forschung darauf ausgegangen, dem Tier immer genauer das zu geben, u. zw. schon in präparierter Form, was es unbedingt zu einer vollkommenen gesunden Entwicklung benötigt. Die Erfindung zielt dagegen darauf ab, unter Ausnutzung aller biologischer Möglichkeiten das unbedingte Anpassungsvermögen des Lebewesens zu unterstützen, zu entwickeln und zu vervollkommnen, um dadurch seinem Organismus die Möglichkeit zu geben, in jeder   Beziehung "überentwickelt" zu   werden. 



   Nach der erfindungsgemässen Technik synthetisiert jedes Individuum die unbedingt nötigen Bestandteile, die es zu seiner Ernährung benötigt, d. h. also, jedes Individuum kann mit Hilfe von Pronit in jedem Augenblick seines Lebens und je nach den augenblicklichen Notwendigkeiten das synthetisieren, was es braucht. 



   Es ist von allergrösster Wichtigkeit, dass im Magen der Einmagentiere der pH-Wert auf einem Niveau gehalten wird, das die Aktivität der Mikroflora nicht verringert oder gar ganz zerstört. Erfindungsgemäss kann dies durch Zugabe von besonderen Stabilisatoren in Form von Milchgärungsprodukten, die acido phile Bazillen,   z. B.   den Bacillus Bulgariens, enthalten, erreicht werden. Auf diese Weise können die Mikroorganismen, die ihren Ursprung und ihr natürliches Lebenselement im Vormagen der Wiederkäuer haben, im Magen der Einmagentiere ihre spezifische Eigenschaft der Synthese von Proteinen ebenfalls ausführen. 



   Ein technisches Herstellungsverfahren besteht erfindungsgemäss vorzugsweise in folgendem, wobei die optimalen Bedingungen angegeben sind :   1.   Entnahme des Inhaltes des Vormagens der Wiederkäuer in den Schlachthäusern als Basis für eine Kultur seiner Mikroorganismen ausserhalb des Magens und der Zusatz entsprechender Nährstoffe und bei einer Temperatur von annähernd 35 C. 



   2. Ausschleuderung dieser Kulturen, die einen Anteil von 15 bis   20%   an hochgezüchteten   Mikroorga-   nismen besitzen können, bis auf einen Feuchtigkeitsgrad von etwa 30 bis   40go.   Diese Ausschleuderung wird ebenfalls bei der normalen Temperatur des Magens der Wiederkäuer vorgenommen. 



   3. Trocknung im Vakuum, ebenfalls bei einer Temperatur bis zu 35 und   40 C,   um den gesamten Feuchtigkeitsgehalt auf nur etwa 10-12% herabzusetzen. 



   4. In gleicher Form wie nach Punkt   1 - 3   wird auch mit dem Inhalt des Hauptmagens der Wiederkäuer verfahren und das Produkt ebenfalls auf einen Feuchtigkeitsgrad von nicht mehr als   10-12%   getrocknet. 



   5. In gleicher Weise wird mit dem Mutterkuchen verfahren. 



   6. Es werden Kulturen auf geeignetem Nährboden, hochwertige Gärstoffe enthaltend, wie sie   z. B.   bei den Gärprozessen der Bierfabrikation erhalten werden, durch Ausschleudern und Trocknen bis auf einen Feuchtigkeitsgehalt von   10%   gebracht. 

 <Desc/Clms Page number 7> 

 



   7. Vermischung aller vorhergehend separat hergestellten Produkte in Mischmaschinen oder Mühlen ; während dieses Vorganges werden pH-Stabilisatoren in Form von Milchsäuregärungsprodukten, die acidophile Bazillen,   z. B.   den Bacillus Bulgaricus, enthalten, hinzugefügt und schliesslich Katalysatoren zur 
 EMI7.1 
 Kobalt in wasserlöslicher Form. 



   Der Zusatz der Milchsäuregärungsprodukte erfolgt auf Grund folgender Erwägungen :
Die Magensäure bedingt normalerweise im Magen der Einmagentiere,   d. h.   der Nichtwiederkäuer, ein PH von 4,5 bis   5 ;   die Mikroorganismen der Wiederkäuermagen leben aber normalerweise bei einem PH von 6,8 bis 7, 2 und werden, wie zahlreiche Versuche ergeben haben, sofort vernichtet, wenn sie in Form von bekannten Präparaten an Nichtwiederkäuer verfüttert werden. 



   Durch den Zusatz der Milchsäuregärungsprodukte wird erfindungsgemäss erreicht, dass die Mikroorganismen der Wiederkäuermagen auch im Magen der Nichtwiederkäuer nicht nur weiterleben, sondern sich in grossem Masse vermehren. Sie sind daher auch im Magen der Nichtwiederkäuer wirksam und können sogar bis zu einem gewissen Prozentsatz, etwa maximal   30ja,   Zellulose verdauen, was bisher für nicht möglich gehalten wurde. 



   Nachstehend wird eine bevorzugte Zusammensetzung angegeben, in welcher die Prozentsätze der verschiedenen Produkte angeführt sind ; das Gesamtprodukt wird im   folgenden"reines Pronit"genannt.   
 EMI7.2 
 
<tb> 
<tb> 



  Ausgeschleuderte <SEP> Gärstoffe <SEP> bei <SEP> Klärung <SEP> des
<tb> Bieres <SEP> mit <SEP> maximal <SEP> 12% <SEP> Feuchtigkeit <SEP> 350 <SEP> kg
<tb> Trockene <SEP> Hefe <SEP> 100 <SEP> kg
<tb> Mikroorganismen <SEP> des <SEP> Vormagens <SEP> mit <SEP> 10%
<tb> Feuchtigkeit <SEP> 30 <SEP> kg
<tb> Mikroorganismen <SEP> des <SEP> Hauptmagens <SEP> 20 <SEP> kg
<tb> Gärungsprodukte <SEP> der <SEP> Milch <SEP> 1 <SEP> kg
<tb> Jodkalium <SEP> in <SEP> Lösung <SEP> bis <SEP> 50% <SEP> 20 <SEP> g
<tb> Schwefel <SEP> in <SEP> Salzform <SEP> 10 <SEP> g <SEP> 
<tb> Kobalt <SEP> in <SEP> löslicher <SEP> Form <SEP> mit <SEP> einem <SEP> Metallgehalt <SEP> von <SEP> 2, <SEP> 5 <SEP> g <SEP> 
<tb> 
 Diese Zusammensetzung ist nur ein Beispiel und kann gewissen Änderungen unterworfen werden. 



  Das Fischmehl kann durch die nachstehende Zubereitung 1 ersetzt werden. 
 EMI7.3 
 
<tb> 
<tb> Soja <SEP> oder <SEP> andere <SEP> Vegetabilien <SEP> mit <SEP> Proteingehalt <SEP> 66, <SEP> 25% <SEP> 
<tb> Harnstoff <SEP> 12, <SEP> 50%
<tb> "reines <SEP> Pronit"2, <SEP> 50% <SEP> 
<tb> Bicalciumphosphat <SEP> 11, <SEP> 25%
<tb> Calciumcarbonat <SEP> 5, <SEP> 00% <SEP> 
<tb> Tierische <SEP> Fette <SEP> 2, <SEP> 50%
<tb> 100, <SEP> 00%
<tb> 
 
Wie ersichtlich ist, enthält diese Zubereitung keinerlei tierische Proteine. 



   Das Pronit erhöht die Auswertung der vegetabilischen Proteine und ermöglicht bis zu einem gewissen Grade die   Assimi'ierung   von Harnstoff, indem es im Magen der Einmagentiere den nicht   proteinischen   Stickstoff (NNP) in vom Körper aufgenommene Proteine verwandelt. 



   In allerletzter Zeit wurden in Belgien unter Leitung von Professor R. J. Dekeiser von der Gesellschaft "Comanima"in Rosselare Versuche zu Ende geführt, bei denen folgende Zubereitung 2 Verwendung fand : 
 EMI7.4 
 
<tb> 
<tb> Soja <SEP> 57, <SEP> 5%
<tb> Pronit <SEP> 12, <SEP> 5% <SEP> 
<tb> Harnstoff <SEP> 12,5%
<tb> Mineralien <SEP> 17, <SEP> 5% <SEP> 
<tb> 100, <SEP> 0%
<tb> 
 
Es wurden drei Gruppen von je 25 Küken gebildet, und die erste Gruppe mit der Zubereitung 2 gefüttert. 



   In der zweiten Gruppe wurde der Harnstoff durch Sand ersetzt, und die dritte Gruppe wurde mit einem normalen Futtermittel für Küken gefüttert, das 10% Fischmehl enthielt. 



   Nach genau acht Wochen war das Durchschnittsgewicht jeder Gruppe wie folgt : 

 <Desc/Clms Page number 8> 

 
 EMI8.1 
 
<tb> 
<tb> Normales <SEP> Futtermittel <SEP> mit <SEP> Fischmehl <SEP> 1042, <SEP> 91 <SEP> g <SEP> 
<tb> Futter <SEP> mit <SEP> Pronit <SEP> und <SEP> Harnstoff <SEP> 1029, <SEP> 22 <SEP> g
<tb> Futter <SEP> mit <SEP> Pronit <SEP> und <SEP> Sand <SEP> 1019, <SEP> 94 <SEP> g
<tb> 
 
Wie beobachtet werden kann, ist die Gewichtszunahme der Küken in acht Wochen praktisch die gleiche, doch ist die Zubereitung mit Pronit und Harnstoff sehr viel billiger als diejenige mit Fischmehl ; das interessanteste ist jedoch der Anteil an Albumin pro Kilo-Gewichtszunahme, denn dieser war wie folgt :

   
 EMI8.2 
 
<tb> 
<tb> Futter <SEP> mit <SEP> Fischmehl <SEP> 0, <SEP> 536 <SEP> kg <SEP> Albumin
<tb> Futter <SEP> mit <SEP> Pronit <SEP> und <SEP> Harnstoff <SEP> 0,432 <SEP> kg <SEP> Albumin
<tb> Futter <SEP> mit <SEP> Pronit <SEP> und <SEP> Sand <SEP> 0, <SEP> 448 <SEP> kg <SEP> Albumin
<tb> 
 
 EMI8.3 
 
 EMI8.4 
 
<tb> 
<tb> 



  Soja <SEP> 68. <SEP> 75%
<tb> Harnstoff <SEP> 10. <SEP> 000/0
<tb> reines <SEP> Pronit <SEP> 2, <SEP> 50% <SEP> 
<tb> Bicalciumphosphat <SEP> llt <SEP> 25%
<tb> Calciumcarbonat <SEP> 5,00%
<tb> tierische <SEP> Fette <SEP> 2, <SEP> 50% <SEP> 
<tb> 100, <SEP> 00%
<tb> 
 
Auch mit dieser Zubereitung wurden sehr gute Resultate erzielt. 



   Das Mehl der Sojabohne soll bevorzugt werden, aber natürlich können auch andere vegetabilische Mehle mit einem grossen Proteingehalt verfüttert werden. 



   Zusammenfassend werden erfindungsgemäss folgende Ergebnisse erzielt : 

 <Desc/Clms Page number 9> 

 
1. Die tierischen Produkte können voll und ganz weggelassen werden, obgleich diese bis heute für die Einmagentiere wegen der Menge und Klasse der Aminosäuren, die sie enthalten, als vollkommen unersetzlich betrachtet wurden. 



   2. Es ist in Zukunft nicht mehr nötig, genau ausstudierte Rationen an Futtermitteln zu verfüttern, bei denen die Menge und Qualität der Aminosäuren die grosse Rolle spielt. 



   3. Es ergibt sich eine ganz ausserordentliche Verbilligung der Proteinquellen bei Verwendung industriellen Stickstoffes. 



   4. Es wird eine Verbesserung des tierischen Metabolismus erzielt ; nachdem das Tier selbst in die Lage versetzt wird, die nötigen Aminosäuren auf biologischem Wege im Magen zu synthetisieren, wird nämlich das Anpassungsvermögen des Lebewesens besonders angereizt, und dies führt schliesslich zweifelsohne zu einer Verbesserung der tierischen   Rassen. es   ist somit nicht mehr nötig, für den Menschen, in jedem Fall die genauen Verhältnisse an Proteinbedarf festzustellen, da das Tier selber mit seinem Anpassungsvermögen diese Arbeit leistet. So war   z.

   B.   der Verwalter einer Hühnerfarm bisher gezwungen, verschiedenes Futter zu verabreichen, je nachdem der Zweck ein schnelles Wachstum, eine Gewichtszunahme bei ausgewachsenen Hühnern war oder es sich um Legehühner handelt ; mit dem neuen Produkt ist das nicht mehr nötig, denn das Geflügel wird in jeder Phase seines Lebens die Proteine, besser gesagt die Aminosäuren, synthetisieren, die es gerade nötig hat. 



   5. Mit Pronit können industrielle Subprodukte verfüttert werden, bis bisher wegen ihres zu grossen Gehaltes an Cellulose unbrauchbar waren ; mit Pronit kann die Gesamtfuttermenge   25-30% Cellulose   enthalten, die abgebaut und vollkommen verdaulich wird. 



   Rein äusserlich betrachtet ergab sich bei den Tieren, deren Futter Pronit enthielt, ausserdem, dass sie anscheinend mit grösserem Appetit frassen und nach Verabreichung der genau abgemessenen Futtermenge im Gegensatz zu den Tieren der Testgruppe sichtlich keine Ermüdung erfuhren. Ferner liess auch der Leib keine vorübergehenden Anschwellungen bemerken. Der ganze Aspekt dieser Tiere war, dass es besonders schöne Exemplare der Rasse waren im Vergleich mit den Tieren der Testgruppe. 



    PATENTANSPRÜCHE :    
1. Verfahren zur Herstellung eines Produktes eines besonders hohen biologischen Wertes, das dazu bestimmt ist, den Futtermitteln, insbesondere für Einmagentiere, beigegeben zu werden zu dem Zweck, eine bessere Verarbeitung der vegetabilischen oder tierischen Proteine sowie einer gewissen Menge von nicht in Proteinen enthaltenem Stickstoff zu erreichen, dadurch gekennzeichnet, dass der Inhalt des Vormagens der Wiederkäuer mit seiner ganzen lebenden und aktiven Mikroflora genommen wird und dass die entnommenen Mikroorganismen ausserhalb des Tierkörpers auf entsprechendem Nährboden bei einer Durchschnittstemperatur von   350C   hochgezüchtet und vermehrt werden, dass die dadurch erhaltene grö- 
 EMI9.1 
 10-12% Feuchtigkeit reduziert wird,

   dass ebenfalls der Inhalt des Hauptmagens der Wiederkäuer dem frisch geschlachteten Tier entnommen wird und in gleicher Weise auf ein Produkt mit einem Feuchtigkeitsgehalt von nicht über 10% verarbeitet wird, dass eine   Feinzerkleinerung   durch Zerreissen und Mahlen von frischem Mutterkuchen und Trocknung bis auf einen Feuchtigkeitsgehalt von etwa 10% vorgenommen wird, dass Kulturen auf geeignetem Nährboden, hochwertige Gärstoffe enthaltend, wie sie   z.

   B.   bei den Gärprozessen der Bierfabrikation erhalten werden, durch Ausschleudern und Trocknen bis auf einen Feuchtigkeitsgehalt von 10% gebracht werden, dass alle einzeln präparierten Produkte aus lebenden Mikroorganismus, welche vorübergehend wegen des zu geringen Feuchtigkeitsgehaltes inaktiviert sind, vermischt und homogenisiert werden, dass Fermente, insbesondere Milchsäuregärungsprodukte, durch welche das PH im Magen der Einmagentiere auf einen die Aktivität der Mikroflora nicht beeinträchtigenden Wert eingestellt wird, sowie Katalysatoren, insbesondere Metallsalze und kolloidaler Schwefel, zum Zweck der Reaktivierung aller dieser Mikroorganismen bei Eintritt in den Tiermagen zugesetzt werden.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass dem Gesamtpräparat grössere Mengen Stickstoff, wie Harnstoff, d. h. ein nicht in Proteinen vorkommender Stickstoff, als voller Ersatz der tierischen Proteine in den Futtermitteln der Einmagentiere beigefügt werden.
    3. Präparat, das nach dem Verfahren nach Anspruch 1 oder 2 hergestellt ist, gekennzeichnet durch die nachstehende Zusammensetzung : <Desc/Clms Page number 10> EMI10.1 <tb> <tb> Lebende <SEP> Mikroorganismen <SEP> des <SEP> Vormagens <tb> der <SEP> Wiederkäuer <SEP> mit <SEP> 8 <SEP> - <SEP> 12% <SEP> Feuchtigkeit <SEP> 4-10 <SEP> kg <tb> Lebende <SEP> Mikroorganismen <SEP> des <SEP> Hauptmagens <tb> der <SEP> Wiederkäuer <SEP> von <SEP> 8 <SEP> bis <SEP> 12% <SEP> Feuchtigkeit <SEP> 2- <SEP> 8 <SEP> kg <tb> Zerkleinerter,
    <SEP> gemahlener <SEP> und <SEP> getrockneter <tb> Mutterkuchen <SEP> mit <SEP> 10% <SEP> Feuchtigkeit <SEP> als <tb> Maximum <SEP> 2- <SEP> 8 <SEP> kg <tb> Trockene <SEP> Hefe <SEP> 10 <SEP> - <SEP> 40 <SEP> kg <tb> Ausgeschleuderte <SEP> Gärstoffe <SEP> beim <SEP> Klärungsprozess <SEP> des <SEP> Bieres <SEP> mit <SEP> 8-12% <SEP> Feuchtigkeit <SEP> 50-80 <SEP> kg <tb> Getrocknete <SEP> Gärungsprodukte <SEP> der <SEP> Milch <SEP> 300 <SEP> - <SEP> 2000 <SEP> g <tb> Jodkalium <SEP> in <SEP> wässeriger <SEP> Lösung <SEP> zu <SEP> 50% <SEP> 5 <SEP> - <SEP> 30 <SEP> g <SEP> <tb> Kolloidaler <SEP> Schwefel <SEP> 5 <SEP> - <SEP> 20 <SEP> g <SEP> <tb> Kobalt <SEP> in <SEP> wasserlöslicher <SEP> Form <SEP> mit <SEP> einem <tb> Gehalt <SEP> an <SEP> Kobalt <SEP> von <SEP> 1 <SEP> - <SEP> 6g <SEP> <tb>
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