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Darstellungsverfahren auf durchsichtigen Blättern Die Erfindung betrifft
eine weitere Ausbildung des, durch das Patent 645 394 geschützten Darstellungsverfahrens
auf durchsichtigen Blättern, dessen Wesen darin besteht, daß@ innerhalb der Bildkonturen
der oherseitigen Darstellung auf der Unterseite der Blätter eine verschledenaxtige
Darstellung aufgebracht ist. Welchen Inhalt die beiden verschiedenen, auf die Ober-
und die Unterseite der durchsichtigen Blätter aufzubringenden Darstellungen haben
sollen, ist in dem. Hauptpatent nicht näher angegeben. Die vorliegende Erfindung
beruht nun auf der Erkenntnis, daß dieses Verfahren sich hervorragend zur plastischen
Wiedergabe körperlicher Gebilde eignet, wenn auf der Ober-und der Unterseite der
Blätter Bilder ein und desselben Körpers 'aufgebracht werden, von denen das eine
die Vörder- und das andere die Rückseite des Körpers wiedergibt. Zu diesem Zweck
:erfährt das den Gegenstand des Hauptpatents bildende Darstellungsverfahren eine
weitere Ausgestaltung mit Hilfe photographischer Apparate, die gekennzeichnet ist
durch eine solche Aufstellung der Aufnahmeapparatur zum abzubildenden Gegenstand,
daß zwei für die Oberseite und die Unterseite der Blätter bestimmte, sich in ihren
Konturen deckende Aufnahmen entstehen, von denen die eine die Vorderseite und .die
andere diq Rückseite des Gegenstandes wiedergibt: Das durchsichtige Blatt zeigt
also zunächst die vorderseitige Aufnahme des abzubildenden Gegenstandes. Dreht man
es aber herum, so zergt es, die Rückseite desselben Gegenstandes, so da.ß dieser
auf beiden Seiten betrachtet werden kann, gleichsam als stünde er körperlich vor
dem Betrachter.
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- Es ist zwar bekannt, mit :einer photographischen Kamera unter Anwendung
von Spiegeln
gleichzeitig zwei Gegenstände, z. B. die aufgeschlagenen
Seiten eines Buches, auf den beiderseitigen lichtempfindlichen Flächen eines Papiers
abzubilden. Hierbei handelt es sich jedoch nicht um die Aufnahmen zweier konturengleicher
Bilder.
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Die verschiedenen Ausführungsarten des neuen 'Darstellungsverfahrens
sind an Hand der Fig. i bis 7 folgendermaßen beschrieben: Fig. i zeigt einen Grundriß
und Fig. 2 in einer Seitenansicht den abzubildenden Gegenstand in der Mitte zwischen
zwei photographischen Apparaten, die gleichachsig aufgestellt sind.
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Die beiden Aufnahmeapparate sind mit i und 2 bezeichnet. Mit Hilfe
einer Meß= schnur 3 sind sie mit ihren optischen Achsen koaxial zueinander und in.
gleicher Entfernung von dem aufzunehmenden Gegenstand 4 so angeordnet, daß ihre
optischen Achsen durch den Mittelpunkt des aufzunehmenden Gegenstandes hindurchgehen
und ihre Brennpunkte sich in ungefähr gleicher Entfernung vom Mittelpunkt des Aufnahmaegegenstandes
4 befinden. Wird unter gleichen Belichtungs-und Beleuchtungsverhältnissen eine Aufnahme
gemacht, so werden die Konturen beider Aufnahmen einander genau entsprechen, so
daß die beiden Aufnahmen Rücken an Rücken auf einen Bildträger aufgebracht werden
können.
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Die Fig.3 zeigt eine ähnliche Anordnung, bei der jedoch die optischen
Achsen der beiden Apparate zur Waagerechten geneigt verlaufen.
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Die Einstellung der Apparate auf gleiche, jedoch entgegengesetzt liegende
Neigungswinkel zur Waagerechten wird dadurch erleichtert, daß die Kamera mit einer
senkrechten Gradeinteilung 5 versehen ist, wie Fig. 4 zeigt. Außerdem ist noch eine
waagerechte Gradeinteilung 6 vorgesehen.
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Fig. 5 zeigt eine von einem Stativ 7 getragene drehbare Plattform
8, deren Einstellung an Hand einer Gradeinteilung 9 abgelesen werden kann. Der Aufnahmegegenstand
ist wiederum mit 4, die Aufnahmekamera mit i bezeichnet. Es erfolgen nacheinander
zwei Aufnahmen, zwischen denen der Aufnahmegegenstand 4 an Hand der Teilung 9 um
i So' gedreht wird. Die ungefähre senkrechte Mittelachse des Aufnahmegegenstandes
muß hierbei mit der Drehachse der Plattform 8 möglichst zusammenfallen. Die auf
diese Weise hergestellten Aufnahmen weisen genau die gleichen Konturen auf und können
von. beiden Seiten auf den vorzugsweise durchsichtigen Bildträger aufgebracht werden.
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Um entsprechend der Fig.3 auch bei Anwendung einer einzigen Kamera
die Aufnahmeebene zur Waagerechten schräg stellen zu können, dient eine Anordnung
entsprechend der Fig. 6, bei welcher der Gegenstand 4 fest-' , stehend auf der Mittelachse
des Stativs 7 angeordnet wird, während die Kamera i von einer schwenkbaren Plattform.
18 getragen wird. Die Plattform 18 ist wiederum mit einer Gradeinteilung versehen,
so daß die Kamera nach einer Aufnahme in der ausgezogen gezeichneten Stellung in
die punktiert gezeicbnete Stellung um i8o° verschwenkt werden kann, in der die zweite
Aufnahme gemacht wird.
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Fig. 7 zeigt eine weitere Aufnahmemöglichkeit mit Hilfe einer Spiegelvorrichtung.
Der Aufnahmegegenstand 4 befindet sich auf der Winkelhalbierenden von zwei Spiegeln
i o und i i, die einen Winkel von 9o° miteinander einschließen. Eine Aufnahme mit
der Kamera i ergibt dann gleichzeitig auf dem Spiegel i i die Vorderansicht und
auf dem Spiegel i o die Rückansicht des Aufnahmegegenstandes, so daß. in diesem
Fall durch Zerschneiden der einzigen Aufnahme gleichzeitig beide Teile des Bildes
gewonnen werden können.
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Das in Fig.7 gezeichnete Aufnahmeprinzip kann noch anderweitig ausgestaltet
werden. Beispielsweise kann in der Winkelhalbierenden der beiden Spiegel eine Trennwand
hergestellt werden, und es können unter Verwendung einer Stereoskopkamera die beiden
Einzelbilder der beiden Spiegel io und i i gesondert aufgenommen werden.
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Die Fertigstellung der nach obigen Verfahren hergestellten photographischen
Aufnahmen erfolgt in jedem Falle dadurch, daß die beiden Aufnahmen von beiden Seiten
her mit übereinstimmung ihrer Konturen auf einen vorzugsweise durchsichtigen Bildträger
aufgebracht werden. Diese Aufbringung kann auf verschiedene Weise geschehen; vorzugsweise
wird ein geeignetes Reproduktionsverfahren gewählt, welches eine druckartige Mengenherstellung
ermöglicht. Es können aber auch gleich die. Photos nach erfolgtem kon- i turengleichen
Zuschnitt Rücken an Rücken auf den durchsichtigen Bildträger aufgeklebt werden.