DE721223C - Verfahren zur Herstellung eines in der Magensaeure leichtloeslichen Eisenpulvers fuer therapeutische Zwecke - Google Patents

Verfahren zur Herstellung eines in der Magensaeure leichtloeslichen Eisenpulvers fuer therapeutische Zwecke

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DE721223C
DE721223C DEH151060D DEH0151060D DE721223C DE 721223 C DE721223 C DE 721223C DE H151060 D DEH151060 D DE H151060D DE H0151060 D DEH0151060 D DE H0151060D DE 721223 C DE721223 C DE 721223C
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DEH151060D
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Dr Ladislaus Von Szebelledy
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F Hoffmann La Roche AG
Original Assignee
F Hoffmann La Roche AG
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    • A61MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
    • A61KPREPARATIONS FOR MEDICAL, DENTAL OR TOILETRY PURPOSES
    • A61K31/00Medicinal preparations containing organic active ingredients
    • A61K31/28Compounds containing heavy metals
    • A61K31/295Iron group metal compounds

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Description

  • Verfahren zur Herstellung eines in der Magensäure leichtlöslichen Eisenpulvers für therapeutische Zwecke Feinstes Eisenpulver (Ferrum reductum) ist ein viel verwendetes Arzneimittel. Ein für diesen Zweck genügend feines Eisenpulver kann nur dadurch gewonnen werden, daß man metallisches Eisen aus Eisenverbindungen unterhalb der Schmelz- bzw. Sintertemperatur des Eisens entstehen läßt. Eisen in gröberer Form ist als Arzneimittel ungeeignet, da es den Verdauungskanal mechanisch reizt. Aber auch das feinste in der oben beschriebenen Weise gewonnene Eisenpulver kann ohne Gefährdung des Verdauungskan,als nicht in so großen Dosen verabfolgt werden, daß eine in allen Fällen genügende Heilwirktmg ausgelöst wird (vgl.
  • G. H e m m e 1er, Schweizerische medizinische Wochenschrift, Bd. 69 [I939], S3I7, 3I8 viSchlußfolgemngen irnd Therapie«). Der Grund für diesen Nachteil liegt darin, daß auch feinstes Eisenpulver sich im Magen nur äußerst langsam und deshalb sehr unvollständig löst.
  • Es wurde nun gefunden, daß es gelingt, ein haltbares, feinstes, in der Magensäure leicht lösliches Eisenpulver, welches an der Luft genägend beständig ist und auch in mechanischer Hinsicht eine genügrende Widerstandsfähigkeit aufweist, dadurch zu gewinnen, daß man eine Mischung von untergeordneten Mengen eines Platins alzes, welche Platin in der Größenordnung von etwa IOIoo, bezogen auf das vorhandene Eisen, enthält, und fein verteiltem Eisen oder einer entsprechenden Eisenverbindung reduziert und das erhaltene Gemisch rasch trocknet. Falls gleichzeitig Säure zugegen ist, soll diese höchstens einen Bruchteil der dem Eisen äquivalenten Menge betragen.
  • Es ist zwar bekannt, daß gröbere Eisen. stücke sich viel rascher in Säure lösen, wenn man der letzteren leine Platinsalzlösung zusetzt, und es ist auch bekannt, daß diese Wirkung auf der Depolarisation des sich bildenken Wasserstoffs durch das an der Oberfläche des Eisens sich abscheidende Platin beruht.
  • Bei der vorliegenden Erfindung handelt es sich aber um die Aufgabe, ein als Arzneimittels verwendbares, trockenes, haltbares, feinstes Eisenpulver herzustellen, welches sich in der stark verdünnten Säure des Magens rasch und restlos löst. Eine Lösung dieses Problems war aus den oben angegebenen Kenntnissen nicht zu schöpfen.
  • Durch einfaches Vermischen von Eisen-und Platinpulver erhält man nämlich kein in verdünnter Säure leicht lösliches Präparat.
  • Vielmehr muß das Platin, wie gefunden wurde, mit dem Eisenpulver in innige Berührung gebracht werden, d. h. seine Oberfläche zum größten Teil festhaftend überziehen. Dabei soll allerdings auch keine vollständige Umhüllung des Eisens durch das Platin erfolgen. Die auf dem Eisen haftende Platinschicht darf also nicht zusammenhängend sein, vielmehr muß sie Lücken haben; denn sonst läßt sich eine Löslichkeit des Eisens nicht erzielen.
  • Es war nun keineswegs vorauszusehen, daß nach vorliegendem Verfahren das Platin sich derart auf dem Eisen niederschlagen würde, daß auch das nachher getrocknete Metall sich rasch in verdünnter Säure löst. Auch waren keinerlei Anhaltspullkte für die Haltbarkeit eines solchen Präparates vorhanden.
  • Tatsächlich ist aber das neue Präparat sowohl gegenüber mechanischen Beanspruchungen, wie z. B. gegen Abrieb, hoch widerstandsfähig, andererseits überraschenderweise chemisch beim Lagern an der Luft durchaus indifferent, insbesondere auch gegen den Angriff des Luftsauerstoffs unempfindlich, was angesichts der bekannten Eigenschaften von Platin als Sauerstoffüberträger nicht erwartet werden konnte.
  • Das Festhaften des Platins auf dem Eisen. welches zur Erzielung des neuen Erfolges von entscheidender Bedeutung ist, kann dadurch erreicht werden, das man fertiges, feinstes Eisenpulver mit stark verdünnten Platinsalzlösungen verrührt und rasch trocknet oder auch dadurch, daß man aus Eisensalzlösungen unlösliche Eisenverbindungen zusammen mit geringen Mengen Platin in den oben genannten Mengenverhältnissen zur Abscbeidung bringt und diese dann durch Reduktion in an sich bekannter Weise in feinstes, metallisches Eisenpulver überführt. Dabei ist erstaunlich, daß für diesen Zweck nur ganz geringe Mengen Platin erforderlich sind, nämlich etwa 1 Teil Platin auf 1000 Teile angewandter bzw. erzeugtes Eisen. Wird die Platinmenge weiter stark erhöht, so nimmt die Lösungsgeschwindigkeit wieder ab.
  • Eisen, insbesondere trockenes, zu medizinischen Zwecken verwendbares feinstes Eisenpulver, das eine im Vergleich zu den entsprechenden handelsüblichen Sorten um ein Vielfaches gesteigerte Löstmgsgeschwindigkeit aufweist, ist bis jetzt nicht bekanntgeworden.
  • Der Fortschritt, der durch vorliegende Erfindung gemacht wird, ist sehr bedeutend. Einerseits braucht man von erfindungsgemäß vorbehandeltem Eisen nur Bruchteile der sonst üblichen Dosen zu verabfolgen. Noch wesentlicher ist es aber, daß durch die restlose Auflösung solchen Eisens im Magen der Verdauungskanal vollkommen geschont wird, was bei den Krankheiten, dile eine Behandlung mit Eisen benötigen (Blutarmut usw.!, ganz besonders wertvoll ist, da sie fast immer mit Appetitlösigkeit verbunden sind.
  • Nachstehend werden zwlei Ausf ährungsb eispiele für das Verfahren angeführt.
  • Beispiel I In 11 mit Kohlensäure gesättigtem Wasser wird die 0,2 g I(atalysatormetall entsprechende Menge des Salzes, z. B. o,53 g H (Pt Cl6) .6 H2 0 gelöst. Unter Durchleiten von Kohlendioxyd wird die wässerige Lösung mit 200 g in Wasserstoff reduziertem, chemisch reinem Eisenpulver versetzt und I bis 2 Stunden gerührt. Daml wird das Eisenpulver von der Flüssigkeit durch Abgießen getrennt, mit Wasser, das mit Kohlensäure gesättigt ist, gewaschen und im indifferenten Gasstrom getrocknet.
  • Das so aktivierte trockene Eisenpulver wird zweckmäßig in luft- und feuchtigkeitsdichter Verpackung aufbewahrt.
  • Beispiel 2 7 5 Gewichtsteile kristallisiertes Ferrosulfat werden in 6000 Gewichtsteilen Wasser unter Zusatz von 8 Gewichtsteilen konzentrierter Schwefelsäure gelöst. Die Lösung wird mit Platinch]oridlösung entsprechend 0,0015 Gewichtsteilen Pt versetzt und durch allmähliches Zufügen von Natronlauge gefällt. Der entstandene Niederschlag wird durch wiederholtes Dekantieren salzfrei gewaschen und schließlich filtriert. Man trocknet den Niederschlag bei 1000 und zerreibt die staubtrockene Masse. Nun erhitzt man im Rohr im Wasserstoffstrom, bis die Reduktion vollständig ist.
  • Das so gewonnene reduzierte Eisen hat einen grauen Glanz und liefert beim Zerdrücken ein feines Pulver.

Claims (1)

1JATE*NTANS1JRUCII: Verfahren zum Herstellen eines in der Magensäure leicht löslichen Eisenpräparates für therapeutische Zwecke, dadurch gekennzeichnet, daß man teine Mischung von untergeordneten Mengen eines Platinsalzes, welche Platin in der Größenordnung von etwa IO/oo, bezogen auf das vorhandene Eisen, enthält, und fein verteiltem Eisen oder einer ,entsprechenden Eisenverbindung reduziert und das erhaltene Gemisch rasch trocknet.
DEH151060D 1936-03-16 1937-03-17 Verfahren zur Herstellung eines in der Magensaeure leichtloeslichen Eisenpulvers fuer therapeutische Zwecke Expired DE721223C (de)

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