DE71839C - Verfahren zur Behandlung des zur Herstellung akustischer Apparate und musikalischer Instrumente zu verwendenden Holzes - Google Patents

Verfahren zur Behandlung des zur Herstellung akustischer Apparate und musikalischer Instrumente zu verwendenden Holzes

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DE71839C
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E. MURMANN in Wien IV
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    • B27WORKING OR PRESERVING WOOD OR SIMILAR MATERIAL; NAILING OR STAPLING MACHINES IN GENERAL
    • B27KPROCESSES, APPARATUS OR SELECTION OF SUBSTANCES FOR IMPREGNATING, STAINING, DYEING, BLEACHING OF WOOD OR SIMILAR MATERIALS, OR TREATING OF WOOD OR SIMILAR MATERIALS WITH PERMEANT LIQUIDS, NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; CHEMICAL OR PHYSICAL TREATMENT OF CORK, CANE, REED, STRAW OR SIMILAR MATERIALS
    • B27K3/00Impregnating wood, e.g. impregnation pretreatment, for example puncturing; Wood impregnation aids not directly involved in the impregnation process
    • B27K3/16Inorganic impregnating agents
    • B27K3/32Mixtures of different inorganic impregnating agents
    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B27WORKING OR PRESERVING WOOD OR SIMILAR MATERIAL; NAILING OR STAPLING MACHINES IN GENERAL
    • B27KPROCESSES, APPARATUS OR SELECTION OF SUBSTANCES FOR IMPREGNATING, STAINING, DYEING, BLEACHING OF WOOD OR SIMILAR MATERIALS, OR TREATING OF WOOD OR SIMILAR MATERIALS WITH PERMEANT LIQUIDS, NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; CHEMICAL OR PHYSICAL TREATMENT OF CORK, CANE, REED, STRAW OR SIMILAR MATERIALS
    • B27K5/00Treating of wood not provided for in groups B27K1/00, B27K3/00
    • B27K5/04Combined bleaching or impregnating and drying of wood

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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Das neue Verfahren dient dazu, Holz zur Verarbeitung auf akustische Apparate und musikalische Instrumente vorzubereiten.
Bekanntlich müssen die zur Herstellung akustischer Apparate (Telephon-und Mikrophonplatten) und musikalischer Instrumente (Saiten- und Blasinstrumente, Klaviere, Orgeln u. dergl.) zu verwendenden Hölzer vollkommen ausgetrocknet sein, damit nicht durch ein nachträgliches Schwinden oder Springen die Güte oder der Bestand der aus ihnen hergestellten Gegenstände gefährdet wird. Da die künstliche Trocknung bei höheren Temperaturen wegen ihrer heftigen, die Beschaffenheit des Holzes ungünstig verändernden Wirkung für die Vorbereitung von Hölzern für bessere Apparate oder Instrumente ausgeschlossen ist, so sind die Verfertiger von derlei Gegenständen genöthigt, stets altes Holz in gröfseren Mengen aufgestapelt zu halten, was bedeutenden Aufwand an festgelegtem Kapital und an Platzmiethe verursacht, oder sich altes Holz käuflich zu verschaffen, was die Gestehungskosten ihrer Fabrikate naturgemäfs wesentlich erhöhen mufs.
Vermittelst des Verfahrens, welches den. Gegenstand des vorliegenden Patentes bildet, werden dem Holz innerhalb kürzerer Zeit nicht nur jene Eigenschaften verliehen, welche es durch lange und vollkommene Trocknung erhält, sondern das Holz wird, was den Hauptwerth des Verfahrens ausmacht, für die beabsichtigten Verwendungen in erhöhtem Grade tauglich gemacht, indem es.
ι. nicht.. nur die bisher durch Trocknung verflüchtigten Bestandtheile an Wasser und ätherischen Oelen verliert, sondern
2. auch von jenen nicht flüchtigen organischen und unorganischen Bestandteilen, inkrustirenden Substanzen und Harzen befreit wird, welche bei dem die Töne erzeugenden Schwingen der Holzfasern als todte und beschwerende Masse wirken. Die Folge der Beseitigung der unelastischen inkrustirenden Substanzen aus dem Holz ist eine wesentliche Erhöhung seiner Schwingungsfähigkeit. Ein aus solchem Holz hergestelltes musikalisches Instrument besitzt eine bei gleicher Dimensionirung sonst nicht erreichbare Klangfülle und zeichnet sich durch besonders leichtes Ansprechen des Tones aus. Die bisher nur bei sehr alten Saiteninstrumenten beobachtete Weichheit und Fülle des Klanges kann durch eine verhältnifsmäfsig kurze Behandlung des zur Herstellung des Instrumentes zu verwendenden Holzes erzielt werden.
Aufser dem Vortheil, dafs nach dem zu beschreibenden Verfahren behandeltes Holz vor allem Springen und Werfen gesichert ist (da alle unter dem Einflufs der Atmosphärilien veränderlichen Bestandtheile aus demselben entfernt sind und die zurückbleibende Cellulose unveränderlich ist), bietet das Verfahren noch den Vortheil, die Klangfarbe des herzustellenden Instrumentes willkürlich durch die Art der zur Durchführung des Verfahrens angewendeten Mittel ändern zu können, d. h. die Möglich-
keit, dasselbe Instrument (eine Geige, eine Flöte) bei vollkommen gleicher Dimensionirung mit verschiedenen Klangfarben herzustellen.
Das Verfahren, welches im wesentlichen also die Entfernung der flüchtigen und inkrustirenden Bestandtheile aus dem in seiner Form fast oder ganz ungeändert bleibenden Holz bezweckt, gründet sich auf die bekannte Methode zur Darstellung reiner Cellulose durch chemische Behandlung zellstoffhaltiger Stoffe. Zieht man z. B. Filtrirpapier nach einander mit Alkalilauge, Salzsäure, Alkohol und Aether aus, so verbleibt eine amorphe, weifse, aus reiner Cellulose bestehende Masse. Ein solches Verfahren indessen kann man zweckmäfsig nicht auf zu verarbeitendes Holz anwenden, theils wegen der Kostspieligkeit der Chemikalien, theils wegen der Unmöglichkeit, unter gewöhnlichen Verhältnissen die ganze Masse des in Gestalt von Pfosten, Brettern, Stäben oder Fouriiieren zu behandelnden Holzes von den Chemikalien durchdringen zu lassen. Lange Zeit hindurch fortgesetzte Versuche haben zur Feststellung des neuen Verfahrens geführt, welches industriell gut anwendbar ist und den beabsichtigten Zweck vollständig erfüllt.
Zu praktischen Zwecken wird das rohe oder schon verarbeitete Holz entweder nur mit einer Säure oder vorerst mit einer Alkalilauge und dann mit einer Säure behandelt.
Die hierzu verwendbaren Alkalien sind in erster Linie Kali- oder Natronlauge, als minder wirksam erweisen sich Potasche, Soda und Ammoniak.
Als saure Flüssigkeiten kommen in Betracht: in erster Linie Schwefelsäure und Salzsäure, dann Salpetersäure, Bromwasserstoffsäure, Jodwasserstoffsäure, Flufssäure, eine Lösung von schwefliger Säure in Wasser, Chlorsäure, Chromsäure ; minder wirksam sind: Kieselfluorwasserstoffsäure oder Oxalsäure, Phosphorsäure, Essigsäure, Ameisensäure. Als Oxydationsmittel können Chlorsäure und Chromsäure, sowie Eisenchlorid und Eisenoxydsulfat mit Salzsäure bezw. mit Schwefelsäure zusammen zur Anwendung kommen.
In jenen Fällen, in welchen eine Extraction der im behandelten Holz noch etwa vorhandenen Harze beabsichtigt ist, wird hierzu Methyloder Aethylalkohol verwendet.
Das Verfahren besteht darin, dafs man das Holz mit der wirkenden Flüssigkeit oder nach einander mit den wirkenden Flüssigkeiten tränkt, es darauf der Einwirkung derselben entweder bei gewöhnlicher Temperatur oder unter Erwärmung selbst bis zur Siedehitze unter gewöhnlichem oder unter künstlich erhöhtem Druck überläfst, es sorgfältig auswäscht (unter Umständen auskocht), und schliefslich trocknet. Das ausgewaschene (oder ausgekochte) Holz kann bis zur Trocknung seiner Oberflächen einem rasch wirkenden künstlichen Trockenverfahren unterworfen werden, soll aber seinen übrigen Feuchtigkeitsgehalt . durch langsame Lufttrocknung verlieren. Vollkommen auf diese Weise ausgetrocknetes Holz kann dann ohne Einbufse irgend welcher für seinen Zweck werthvollen Eigenschaften und ohne sich zu verändern bis zu einer Temperatur von 1900 C. erhitzt werden, wobei es noch 5 bis 10 pCt. seines Gewichtes verliert.
Eine wesentliche Bedingung zur Erreichung der beabsichtigten Zwecke ist-ein vollständiges Durchdringen des Holzes mit der Flüssigkeit. Da ein solches unter gewöhnlichen Umständen nicht zu erreichen ist, weil selbst ein jahrelanges Eintauchen des Holzes in die Flüssigkeit nicht zur vollständigen Durchtränkung führen würde, müssen künstliche Mittel zur Anwendung kommen. Solche sind:
I. Man schliefst das Holz in luftdicht geschlossene Gefäfse (Kästen oder Kessel) ein, in welche mehrere Tage hindurch ein in Wasser leicht lösliches Gas (Kohlensäure, schweflige Säure, Ammoniak oder dergleichen) oder ein Gemisch solcher Gase oder mehrere dieser Gase nach einander eingeleitet werden, wodurch die im Holz enthaltene Luft durch Diffusion verdrängt wird. Dafs dies vollständig geschehen ist, wird daran erkennbar, dafs das aus dem Behälter durch einen Hahn oder ein Ventil austretende Gas endlich durch eine alkalische Lauge bezw. eine Säure fast vollständig absorbirt wird. Hierauf läfst man in den Behälter diejenige Flüssigkeit einströmen, mit welcher das Holz getränkt werden soll. Durch ein offengelassenes Ventil läfst man hierbei das überschüssige Gas ausströmen ^ wenn es nicht, wie etwa Ammoniak, von der eintretenden Flüssigkeit aufgenommen wird. Ist das Holz im Behälter mit Flüssigkeit bedeckt und der atmosphärische Druck im Innern desselben wiederhergestellt, so hat das Tränkungsmittel das Holz vollständig durchdrungen. 'J""-
II. In die mit Holz beschickte luftdichte und durch Auspumpen luftleer gemachte Kammer läfst man die Flüssigkeit einströmen, welche durch den atmosphärischen Druck bis in das Innere des Holzes eingetrieben wird.
III. Man vereinigt beide Verfahren, indem man entweder nach dem Auspumpen der Luft aus dem Holzbehälter eines der unter I. erwähnten Gase oder den Dampf einer leicht siedenden Flüssigkeit (z. B. Aether) in den luftleeren Behälter einleitet und nach einiger Zeit wieder auspumpt, um sicher zu sein, aus den inneren kleinsten Hohlräumen der Holzmasse alle Luft verdrängt zu haben, ehe man die Tränkungsflüssigkeit einströmen läfst, oder man verdrängt vorerst die Luft in dem mit Holz beschickten Behälter durch ein Gas, welches
man dann wieder auspumpt, ehe der Tränkungsflüssigkeit der Zutritt gestattet wird.
Statt leichtlöslicher Gase kann man auch überhitzten Dampf zum Austreiben der Luft anwenden, wenn man — was ohne Schaden geschehen kann — den mit Holz gefüllten Kessel auf etwas über ioo° G. erhitzt. In diesem Falle läfst sich durch geringe Mengen in den Behälter eingespritzten kalten Wassers ein beträchtliches Vacuum herstellen, welches . bewirkt, dafs die hierbei aus dem Holz austretende Luft vom erneuert einströmenden Dampf schneller als sonst mitgerissen wird.
Es ist nicht nöthig, das Holz in demjenigen Behälter, in welchem es luftfrei gemacht worden ist, auch zu imprägniren, was unter Umständen die Anwendung säurebeständiger Kessel für das Holz erfordern würde. Man kann statt der Tränkungsflüssigkeit in den gaserfüllten oder luftleeren Raum Wasser einströmen lassen, bis es das'Holz bedeckt, und dieses dann namentlich nach der Anwendung eines Gases, welches von Wasser nur langsam aufgenommen wird (wie Kohlensäure), zur Luftverdünnung — ohne die Wirkung des Verfahrens zu gefährden — aus dem Kessel in einen anderen Behälter bringen, welcher die Tränkungsflüssigkeit enthält.
Welche Säure oder welches Alkali und welche Säure zur Anwendung kommt, ist für das Endergebnifs mehr oder minder gleichgültig.
Säuren wirken in folgender Weise auf Holz ein:
Seine Dimensionen bleiben unverändert. In feuchtem Zustande ist es kaum zu biegen, sondern bricht seiner Sprödigkeit wegen kurz ab, doch lassen sich dünne Fasern in ziemlicher Länge herunterziehen. Im feuchten Zustande schwerer spaltbar als nicht imprägnirtes Holz, läfst es sich in trockenem Zustande ausgezeichnet spalten, bricht leichter als gewöhnliches Holz und läfst sich auch etwas zerfasern. Es wiegt getrocknet 20 bis 40 pCt. weniger als gewöhnliches lufttrockenes Holz.
In dem Holz (namentlich weichem) bleiben nennenswerthe Mengen von Harz zurück, welche erst durch Alkohol extrahirt werden (wenn dies durchaus nothwendig ist und der herzustellende Gegenstand dieses vertheuernde Mittel gestattet). Aus solchem Holz hergestellte Musikinstrumente besitzen wegen des stärkeren Hervortretens der Obertöne eine hellere Klangfarbe, wenn auch der Ton immerhin noch weich zu nennen ist.
Vorerst mit Alkali und dann mit Säure behandeltes Holz ergiebt die besten Resultate. Die nachherige Behandlung mit Säure geschieht nach dem Auswaschen des bereits mit Alkali behandelten Holzes, indem man es noch nafs behufs Durchtränkung in eine Säure legt und ihrer Einwirkung überläfst oder erst nach dem Trocknen, indem man es so wie frisches Holz in der vorhin beschriebenen Weise behandelt. In ersterem Falle ist bei der Bestimmung des Concentrationsgrades der zur Tränkung anzuwendenden Säure der Wassergehalt des Holzes nicht aufser Berücksichtigung zu lassen.
Wo der Preis des Holzmaterials keine Rolle spielt, wie z. B. bei besseren Geigen, wird man der Behandlung des Holzes mit Lauge diejenige mit Säure folgen lassen und zum Schlufs noch mit Alkohol den letzten Rest etwa zurückgebliebener Harze extrahiren. Wo es sich um billigere Gegenstände handelt, wird man nur die beiden ersten Tränkungen, meistens aber je nach Bestimmung und Beschaffenheit des Holzes nur diejenige mit Säure vornehmen.
Eine Behandlung mit Alkali nach vorheriger Behandlung mit Säure läfst zwar das Holz dem zuerst mit Alkalien und dann mit Säure präparirten für manche Zwecke nachstehen, ergiebt aber immerhin gute Resultate.
Bei Ausführung des Verfahrens mit verschiedenen Chemikalien sind folgende Maisregeln zu beobachten:
Von den Alkalien kommen für die technische Ausführung des Verfahrens nur Kali - oder Natronlauge in Betracht; andere Alkalien wirken selbst bei stärkerer Concentration nur schwach, am stärksten noch Potasche.
^f ■ Aetzkali- oder Natronlösungen sollen höchstens eine Concentration von 3 Y2 0 B. besitzen. Am besten wirken sie bei einer Dichte von 2° B., welche die obere Grenze für anzuwendende Aetznatronlösungen giebt.
Indifferente Stoffe, Salze u. dergl. können, ohne die beabsichtigte Wirkung zu beeinträchtigen, den zur Tränkung zu verwendenden Laugen zugesetzt werden.
Die Behandlung mit Alkalien geschieht entweder bei gewöhnlicher Temperatur oder bei Erhitzung auf 40 bis höchstens 1000C, eventuell unter Druck. Das Erhitzen oder Kochen wird längere Zeit fortgesetzt oder mehrmals wiederholt. Künstlich gesteigerter Druck beschleunigt naturgemäfs die beabsichtigte Imprägnirung. Um bei gewöhnlicher Temperatur wirksam zu sein, werden die alkalischen Laugen stärkerer Concentration oder längerer Zeit bedürfen.
Die Behandlung mit Säuren kann bei gewöhnlicher Temperatur oder unter Erhitzung auf mindestens 500 C. bis zum Kochen, auch unter künstlich gesteigertem Druck stattfinden. Die Concentrationsgrade der anzuwendenden Flüssigkeit müssen um so stärker sein, je niedriger die Temperatur ist, bei welcher die Einwirkung der Säure stattfindet. Auch bei ein und demselben (kalt oder warm ausgeführten) Verfahren kann der Concentrationsgrad innerhalb gewisser Grenzen wechseln, da eine längere Einwirkung schwächerer Säure gleiche Folgen wie eine weniger lang andauernde Einwirkung
stärkerer Säure hat. Die besten Resultate werden durch Anwendung schwacher Säuren bei höherer Temperatur erzielt. Schwefelsäure, Chlor-, Brom-, Fluor- und Jodwasserstoffsäure bleiben selbst bei weitgehendster Verdünnung
— natürlich aber auf Kosten des Zeitaufwandes
— wirksam.
Von diesen und den früher erwähnten Säuren kommen für den industriellen Betrieb Salzsäure, Schwefelsäure, Salpetersäure und schweflige Säure in Betracht, die sonst angeführten sind wegen ihres hohen Preises von der Verwendung im gröfseren Mafsstabe ausgeschlossen.t-
Salzsäure (reine oder gewöhnliche concentrirte des Handels) wird auf kaltem Wege am besten in einem Verdünnungsgrad von 2 Theilen Wasser auf je ι Theil Säure angewendet. Ein gröfserer Wasserzusatz' vermindert bereits die Wirkung der Imprägnirungsflüssigkeit.
Das Gleiche gilt für Bromwasserstoffsäure und Flufssäure.
Um erhitzt und eventuell unter Druck zur Anwendung gebracht zu werden, wird je 1 Theil concentrirter Salzsäure mit wenigstens 3 Theilen, am besten mit 15 bis 30 Theilen Wasser verdünnt. Bromwasserstoffsäure ist bei 10 bis 20 fächer, Flufssäure am besten bei ebenso grofser Verdünnung anzuwenden. Kieselfluorwasserstoffsäure und Jodwasserstoffsäure können concentrirt zur Anwendung gelangen. Die vortheilhaftesten Verdünnungsgrade sind 1 auf 2 bis 10 für erstere Säure und 1 auf 3 bis 20 für letztere Säure oder in Gewichtsverhältnissen ausgedrückt:
Kieselfluorwasserstoffsäure kann vom spec. Gew. 1,3 bis 1,02, am besten 1,05 bis 1,1 verwendet werden, Jodwasserstoffsäure vom spec. Gew. 1,7 bis zu beliebiger Verdünnung, am besten 1,05 bis 1,1. Zur Verwendung auf kaltem Wege soll die Concentration dieser beiden Säuren höher sein, als wenn auf warmem Wege gearbeitet wird. Die Verdünnung kann übrigens, wie bereits erwähnt, wenn eine längere Dauer der Tränkung für den Betrieb nicht störend ist, sehr weit getrieben werden.
Statt einer einzigen der angeführten Säuren kann auch ein Gemisch mehrerer oder aller in den angegebenen Concentrationsgraden ohne wesentliche Aenderung der Wirkung zur Verwendung kommen.
Schwefelsäure wirkt mit weniger als dem gleichen Volumen Wasser (1:1) verdünnt zerstörend auf das Holz. Der empfehlenswertheste Concentrationsgrad ist 1:3 bis 5.
Bei höheren Temperaturen oder auch unter Druck ist das Verhältnifs 1:20 bis 1 : 40 am meisten zu empfehlen.
Bei Salpetersäure und Königswasser (1 Vo-
'lumtheil Salpetersäure auf 3 Theile Salzsäure) sind die empfehlenswerthesten Concentrationsverhältnisse 1 : 10 bis 20 für den kalten und ι : 30 bis 6p für den warmen Weg. Die Anwendung dieser Säuren hat den Nachtheil, dafs während ihrer Einwirkung durch Reduction Stickoxyde (bezw. Chlor) entstehen, welche sich bei zu grofser Concentration nicht mehr lösen, sondern durch Auspumpen beseitigt werden müssen, wenn sie nicht die in das Holz eingedrungene Flüssigkeit wieder verdrängen sollen. Dieser schädlichen Gasentwickelung wegen empfiehlt es sich, Salpetersäure und Königswasser nur zur Tränkung solcher Hölzer zu verwenden, welche bereits vorher mit Alkali (oder auch mit einer anderen Säure) behandelt worden sind, in welchem Falle die Gasentwickelung nur sehr schwach sein wird. Bei gröfserer Verdünnung bleiben Salpetersäure und Königswasser nur dann wirksam, wenn sie in grofsen Mengen verwendet werden, weil sich beide unter dem Einflufs der im Holz enthaltenen Stoffe zersetzen. In der Wirkung stehen diese Säuren der Salzsäure und Schwefelsäure nicht nach.
Oxalsäure kann nur bei Erhitzung angewendet werden. Sie kann in gesättigter Lösung bis zur Verdünnung mit dem zehnfachen Volumen Wasser zur Imprägnirung dienen.
Phosphorsäure, Essigsäure und Ameisensäure haben gleichfalls bei gewöhnlicher Temperatur eine zu geringe Wirkung, welche sich aber bei Erhitzung, namentlich unter Anwendung von Druck, bedeutend erhöht. Die empfehlenswerthesten Concentrationsgrade für den warmen Weg sind für Phosphorsäure ein spec. Gew. von 1,45 bis zu 1,02, für Essigsäure und Ameisensäure Concentrationen bis zu 20 fächer Verdünnung.
Schweflige Säure mufs in starker Lösung verwendet werden, um eine Wirkung zu ä'ufsern, welche aufser der Fasern lösenden auch eine bleichende und bei Benutzung des warmen Weges und künstlichen Druckes ungleich höher ist als auf kaltem Wege, auf welchem ihre Wirkung zu gering erscheint. Ohne Beimischung anderer Säuren ist ihre Wirkung auf frisches Holz ziemlich gering, desto besser aber auf schon mit Lauge getränkt gewesenes Holz. Die zu verwendende Lösung wird entweder durch Einleiten schwefliger Säure in Wasser erhalten oder durch Zersetzen- einer Lösung käuflichen Natriumbisulfits vermittelst der erforderlichen Menge Schwefelsäure oder Salzsäure gewonnen. Das sich hierbei bildende Kochsalz bezw. schwefelsaure Natron ist ohne Einflufs auf die auf das Holz ausgeübte Wirkung. Die Lösung schwefliger Säure kann beim warmen Wege concentrirt bis zu einer zehnfachen Verdünnung angewendet werden. Noch schwächere Säurelösung äufsert nur mehr unter Anwendung künstlich gesteigerten Druckes beim Kochen genügende Wirkung. Das Holz wird bei Behandlung mit schwefliger Säure
nicht so leicht als bei Verwendung anderer Säuren, indem es nur 15 bis 20 pCt. seines Gewichtes verliert. Eine Tränkung mit Lösung von schwefliger Säure kann auch mit Erfolg dort zur Anwendung kommen, wo es sich darum handelt, das durch Behandlung mit anderen Stoffen (Säuren oder Alkalien) mehr oder minder dunkel gewordene Holz wieder zu entfärben.
Chlorsäure kann nur in starker Verdünnung angewendet werden und dient dann lediglich zur Behandlung von Holz, welches bereits eine Tränkung mit Lauge oder mit einer anderen Säure durchgemacht hat, wobei sie als Oxydationsmittel für die im Holz zurückgebliebenen Stoffe wirkt. Ihre Gewinnung erfolgt durch Lösen von 1 Theil eines chlorsauren Salzes (etwa Kaliumchlorat) in wenigstens 8, am besten 20 bis 40 Theilen Wasser und Zusetzen der zur Zersetzung erforderlichen Menge Schwefelsäure.
Chromsäure kommt nur stark verdünnt und lediglich auf kaltem Wege zur Anwendung, da sonst das Holz zu stark angegriffen wird, wobei aus gleichem Grunde darauf zu achten ist, die Tränkung des Holzes möglichst rasch erfolgen zu lassen. · 1 Theil fester Säure wird in mindestens 10 Theilen, besser 50 bis 100 Theilen Wasser gelöst. Aeufserst wirksam zeigt sich Chromsäure, welche eine der schwefligen Sä'ure ähnliche lockernde Einwirkung auf die Fasern ausübt, mit Schwefelsäure gemischt. Der Zusatz von Schwefesäure soll mindestens so grofs sein, dafs das entstehende Chromoxyd als schwefelsaures Chromoxyd in Lösung bleibt. Dies entspricht mindestens einem, besser 2 bis 3 Theilen Schwefelsäure auf 1 Theil fester Chromsäure. Man kann auch dadurch freie Chromsäure erhalten, dafs man der Lösung eines chromsauren Salzes Schwefelsäure zusetzt. Das hierbei entstehende Sulfat beeinträchtigt die Wirkung der Chromsäure auf das Holz nicht.
Andere als die vorstehend angeführten Säuren, welche entweder einzeln oder in beliebigen Mischungen zweier oder mehrerer von ihnen, mit oder ohne Zusatz von für die beabsichtigte Wirkung indifferenten Stoffen — wie schwefelsaures Kali, Bittersalz, Salpeter, Glaubersalz, Kochsalz, Eisenvitriol — zur Anwendung kommen können, üben ebensowenig wie saure schwefelsaure Alkalien irgend welche nennenswerthe Wirkung aus.
Als in ihrer Wirkung den Säuren ähnliche Oxydationsmittel sind saure Lösungen von Eisenchlorid in Salzsäure oder Eisenoxydsulfat in Schwefelsäure verwendbar, welche die bemerkenswerthe Eigenschaft besitzen, dem Holz eine hellere Klangfarbe zu verleihen. Die Concentration der Salze soll mindestens 1 Theil Salz auf 3, am besten 8 bis 12 Theile Wasser betragen. Die Säuren, welche den Salzlösungen zugesetzt werden, haben lediglich den Zweck, zu verhindern, dafs sich Eisenoxyd im Holz absetzt, wozu Y20 bis zum gleichen Volumen der Salzlösung genügt.
Salpetersäure, Königswasser, schweflige Säure, Chromsäure, Eisenchlorid und Eisenoxydsulfat werden vortheilhaft nur auf Hölzer angewendet, welche bereits vorher der Behandlung mit Lauge oder Säure unterworfen gewesen sind, weil diese Säuren durch die in frischem Holz vorhandenen Stoffe früher reducirt — die schweflige Säure oxydirt — werden, ehe sie ihre eigenthümliche, die Holzfasern lösende Wirkung ausüben können. Es empfiehlt sich daher, vorerst vermittelst einer sich nicht verändernden Säure (wie Salzsäure, Schwefelsäure) oder einer Lauge die inkrustirenden Stoffe in Lösung zu bringen und dann durch Auswaschen zu beseitigen, bevor man vermittelst eines der in Rede stehenden Stoffe die zurückgebliebenen Harze, Farbstoffe u. s. w. entfernt. Die anderen angeführten Säuren üben auch auf frisches Holz die beabsichtigte Wirkung vollkommen aus.
Sollen schliefslich noch die etwa im Holz zurückgebliebenen Harze mittelst Alkohol ausgezogen werden, so wird entweder das nach dem Auswaschen getrocknete Holz in Behälter gebracht, welche auf eine der eingangs geschilderten Weisen luftfrei gemacht worden sind und dann mit Alkohol gefüllt werden, welcher infolge des atmosphärischen Druckes oder der freiwilligen Aufsaugung durch das Holz in dasselbe eindringen wird, und erhitzt dann unter gewöhnlichem oder erhöhtem Druck bis nahe zum Kochen, worauf man die Flüssigkeit abläfst, frischen Alkohol zuführt u. s. w., bis das Harz vollständig ausgezogen ist. Oder das ausgewaschene Holz wird noch nafs in Alkohol eingelegt, das Wasser durch Diffusion verdrängt und so oft frischer Alkohol nach Abziehen des früher verwendeten nachgefüllt, bis die gewünschte Wirkung erreicht ist.
Der im Holz zurückbleibende Alkohol kann durch Erhitzen des durchtränkten Holzes in geschlossenen Räumen abdestillirt oder dadurch zurückgewonnen werden, dafs man die Hölzer in Wasser legt und durch dasselbe den Alkohol verdrängt, welcher dann mit dem Wasser destillirt wird.
Das auf die beschriebenen Weisen vorbereitete Holz wird vortheilhaft zur vollständigen oder nur theilweisen Herstellung akustischer Apparate und musikalischer Instrumente verwendet. Man kann die tongebenden Theile eines Instrumentes — etwa Decke, Boden, Zarge und Steg einer Geige ■— aus einem wie geschildert vorbereiteten, die übrigen Bestandtheile des Instrumentes aus unvorbereitetem, trockenem Holz herstellen. Die Verwendung

Claims (1)

  1. von nur auf die eine oder andere Weise vorbereitetem Holz zur Herstellung von Instrumenten ein und derselben Gattung und Gröfse ermöglicht es, verschiedene Klangfarben hervorzubringen, die Verwendung verschieden präparirter Hölzer an ein und demselben Instrument gestattet es, die Klangfarbe innerhalb bestimmter Grenzen zu verändern und mit Rücksicht auf die verschiedene Biegsamkeit und Spaltbarkeit der verschieden prä'parirten Hölzer jeden Theil. des Instrumentes aus dem seiner Gestaltung und Verfertigungsweise am besten entsprechenden Material herzustellen.
    i '< . ■ · ' ■' *"
    ■„-,.: . Patent,-Ansprüche:
    i. Ein Verfahren der Vorbereitung von zur Herstellung akustischer Apparate oder musikalischer Instrumente bestimmten Hölzern, durch welches dieselben ganz oder theilweise von ihren inkrustirenden Bestandtheilen befreit werden, bestehend in der Durchtränkung des zu behandelnden Holzes in ganz oder theilweise luftfrei gemachten Behältern mit sauren Flüssigkeiten, welchen Tränkungsmitteln Salze zugesetzt werden können, und dem .Entfernen der in das Holz eingedrungenen TränkungsmitteL aus demselben nach erfolgter Imprägnirung.
    2. Zu dem unter i. angegebenen Zwecke auf einander folgende Tränkungen des zu behandelnden Holzes in ganz oder theilweise luftfrei gemachten Behältern mit alkalischen Laugen von höchstens 3 '/2 ° B. bei einer Maximaltemperatur von ioo° C. und mit sauren Flüssigkeiten, welchen beiden Tränkungsflüssigkeiten indifferente Stoffe zugesetzt werden können und dem Entfernen des in das Holz eingedrungenen Tränkungsmittels aus demselben nach jeder Imprägnirung.
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