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Schlägermühle Schlägermühlen werden zur Zuführung der zum Fördern
und Sichten des: Mahlgutes und gegebenenfalls auch zu dessen' Trocknen verwendeten
Luft an den Stirnseiten mit Luftzuführungsstutzen versehen, aus denen die Luft in
die an den beiden Stirnwänden befindlichen öffnungen in das Innere der Mühle tritt.
Da die Schläger der Mühle eine hohe Umfangsgeschwindigkeit in der Größenordnung
von etwa 5o m/s haben, so treten beim Einströmen der Luft in das Mühlengehäuse starke
Wirbelungen auf, die die Saugwirkung der Mühle beeinträchtigen und Leistung verzehren.
Außerdem wird durch diese Wirbel der Austritt von Mahlgutstaub aus dem Mühlengehäuse
in die Ansaugestutzen an den Stirnwänden begünstigt, wodurch an den seitlichen Schlägern
ein unerwünscht starker Verschleiß auftritt. Da außerdem im Ansaugestutzen infolge
der auftretenden Wirbelungen stellenweise Überdruck herrscht, so tritt zwischen
dem Ansaugestutzen und der Läuferwelle häufig Mahlgut nach außen und verursacht
besonders bei Kohlenstaub unangenehme Brände in der Nähe der Lager der Läuferwelle.
Zur Vermeidung dieser Brände sind teure Dichtungen erforderlich, die den Austritt
des Mahlgutes verhindern.
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Aufgabe der Erfindung ist es, den Eintritt der Luft in das Mühlengehäuse
so zu verbessern, daß diese nachteiligen Wirbel- und Strömungsverluste westgehend
unterdrückt und, der Verschleiß namentlich an den Stirnseiten des Mühlenläufers
verringert wird, wobei die Abdichtung der Läuferwelle völlig ,entfallen oder erheblich
vereinfacht werden kann. Diese Aufgabe wird gemäß. der Erfindung dadurch gelöst,
daß der Luftzuführungsstutzen der Mühle injektorarti,g ausgebildet wird, so daß
der Druck der Luft in Geschwindigkeit umgesetzt
wird und im :Austrittsquerschnitt
des Stutzens die Luft ihre größte Ströniungsgescli@vindiglceit erhält, mit der sie
in das 1@Iiihl-engehäuse eintritt. Die Mühle erhält d-iher stets eine ausreichende
Luftmenge,. tl«c@ von der Sangwirkung der Mühle tinabhäiigi "'-ist, wenn die Luft
beispielsweise durch ein Gebläse der Mühle zugeführt wird. Es können also in der
Mühle infolge Schwankungen der Sangwirkung durch Eindringen von Mahlgut in den Mühlenläufer
keine Pendelun,gen auftreten, die sonst vielfach ein Versacken der Mühle mit Mahlgut
zur Folge haben, da bei den Pendelungen der Mühle nicht mehr genügend Luft durch
die Mühle geleitet wird, um das Mahl-tit fortzuführen. Derartige I'endeItuigen wirken
sich auf den Betrieb der Mühle, namentlich wenn es sich um Miihlenfeuc-rtnigen handelt,
außerordentlich störend <ins. Durch entsprechende Ausbildung des injelctarartigen
Luftzuführungsstutzens kann die Strömungsgesch-,vindigkeit der Luft hei ihrem Eintritt
in das Mühlengehäuse annähernd ebenso groß gewählt werden wie die Umlaufgeschwindigkeit
der Schläger, so daß die Luft störungs- und wirbelungsfrei- über die ganze Breite
des -4Iiilileiiläufers einströmen kann. Es empfiehlt sich, in der Austrittsöffnung
der Stutzen feststehende Leitflächen anzuordnen, um die Luft gleichmäßig über der.
ganzen Querschnitt der Lufteintrittsölfnung in der Mühlenstirnwand zti verteilen
und dadurch den Eintritt der Luft in das 1-liihlengehäuse zu verbessern. Diese Leittlächen
werden zweckmäßig so schraubenförinig gewunden, daß die Luft in Umlaufrichtung der
Schläger in Drehung versetzt wird. Um eine störungs- und wirbelungsfreie Lufteinströniung
in den Mühlenläufer zu erzielen, kann durch Angleichung der Luftgeschivindigkeit
an die t?mlaufgeschwiüdigkeit des Läufers auf dessen Saugwirkung verzichtet werden,
wobei die erforderliche Strömungsenergie statt von dem Mühlenläufer von einem Gebläse
bei wesentlich besserem Förderwirkungsgrad erzeugt werden kann. Bei der kreisenden
Luftbewegung in der Lufteintritts-Öffnung der Mühle herrscht an der fVelle, bedingt
durch die Fliehkraft, stets Unterdruck, so daß: durch die Wellenabdichtung nicht,
wie bisher, eine Strömung von innen nach außen, sondern umgekehrt von außen nach
innen eintritt. Dieser Luftstrom kann dazu verwendet werden, die Lager und die Läuferwelle
der Mühle zu kühlen.
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Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt,
und zwar zeigt Abb. i einen teilweisen Längsschnitt und Abb. :! eine Seitenansicht
einer Schlägermühle.
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An den beiden Stirnwänden i des Gehäuses einer Schlägermflile, der
das Mahlgut, z. B. Kohl(-, von oben über die ganze Breite des Mühlenläufers aufgegeben
wird, sind die beiden Luftzuführungsstutzen :3 befestigt. die gemäß der Erfindung
injektorartig ausgebildet I@;ind und sich von dem rechteckigen Quer-:i linitt des
anschließenden Luftkanals auf den .Vuerschnitt i i am Austrittsende verengen, so
daß die Luft am Austrittsende i= ihre größte Strömungsgeschwindigkeit erhält. Von
hier strömt die Luft bei annähernd gleicher Geschw-indigkeit wie die umlaufenden
Schläger 5. die mittels der Schlägerarme 6 pendelnd auf der Welle ,l befestigt sind,
störungsfrei durch die ringförmige Cilinu i- 3 in das Innere des Mühlengehäuses.
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Iri der Lufteintrittsöltnung 3 des Mühlengehäuses ist eine schraubenförmig
gewundene Leitfläche ; angeordnet, die die den Stutzen mit hoher Geschwindigkeit
verlassende Luft gleichmäßig über den ganzen Querschnitt der (-)fiiiung 3 verteilt,
wobei die Luftströmung eine Axial'komponente 9 .erhält. Außerdem erhält die Luft
durch die Leitfläche 12 eine Tangentialkomponente io, die sich mit der Axialkomponente
9 zu einer Resultierenden 5 zusammensetzt. In Richtung dieser Resultierenden strömt
die Luft in das Mühlengehäuse, wobei sie unter Vermeidung von Wirbelungen störungsfrei
an den mit der Geschivind:igkeit i i umlaufenden Schlägern ; gleichmäßig über die
ganze Breite des Mühlenläufers verteilt wird. Es ist zweckmäßig, dem injektorförmigen
Stutzen 2 im Austrittsquerschnitt die Richtung der Resultierenden S zu erteilen,
um eine zusätzliche Umlenkung der Luftströmung zu ersparen.
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Die Luft strömt zusammen mit dem von oben in das Mühlengehäuse eingegebenen
Mahlgut durch die Mühle und wird mit dem zerkleinerten Mahlgut in den über dem Mühlengehäuse
befindlichen Sichtraum geführt, von wo das mit der Luft gut durchmischte zer-Ideinerte
Gut weitergeleitet wird, z. B. bei einer 'Müh.lenfeuerung als Kohlenstaub-Luft-Gemisch
in die Brennkammer eintritt.
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Sind sehr große Luftmengen, beispielsweise auch als Trockenluft zur
Erzielung einer Mahltrocknung erforderlich, so können an jeder Seite der Mühle auch
zwei Stutzen über-oder nebeneinander angeordnet werden. Man kann auch dem injektorartig
ausgebildeten Ansaugstutzen den gleichen Winkel wie der Resultierenden ä erteilen,
um die Einströmung der Luft in das Mülzlengehäuse noch zu verbessern.