DE71444C - Malverfahren für Wasserfarben - Google Patents

Malverfahren für Wasserfarben

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DE71444C
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painting
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painting process
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DENDAT71444D
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Dr. E. JACOBSEN in Berlin N.W., Spenerstr. 29
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    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B44DECORATIVE ARTS
    • B44FSPECIAL DESIGNS OR PICTURES
    • B44F11/00Designs imitating artistic work
    • B44F11/02Imitation of pictures, e.g. oil paintings

Landscapes

  • Paints Or Removers (AREA)
  • Cosmetics (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Bei allen Malverfahren für Wasserfarben, bei denen Deckfarben zur Verwendung kommen, zeigen sich als Nachtheile:
1. die im Gegensatz zur Oelmalerei unbequeme Behandlungsweise, die sich darin zeigt, dafs die einmal aufgesetzten Deckfarben schwer übermalt werden können,
2. das sehr viel hellere Auftrocknen der Deckfarben,
3. das kreidige Aussehen der Gouache- oder Temperafarben.
Diese Nachtheile werden vermieden durch wechselweise Anwendung eines wässerigen Malmittels und eines in Wasser unlöslichen Befestigungsmittels, auf dem ersteres haftet. Dadurch wird auch erreicht, dafs man erheblich schneller die beabsichtigte Tiefe der Farbentöne erhält, als es bei dem bisher üblichen Malverfahren mit Wasserfarben möglich ist. Zum Malen sind für das neue Verfahren alle käuflich zu erhaltenden Wasserfarben, Aquarell-, Gouache-, Tempera- u. s. w. Farben brauchbar. Sie werden beim Malen mit dem mit Wasser verdünnten Malmittel (Aquolin) versetzt und aufgetragen, erhalten dadurch eine viel gröfsere Geschmeidigkeit und Leuchtkraft und werden stärker als mit blofsem Wasser gebunden, ohne dafs ihre Verwaschbarkeit darunter leidet. Man kann auch die unzubereiteten Farbstoffe und Farben mit dem verdünnten Malmittel direct anreiben (Aquolinfarben).. Das unter Anwendung von Aquolin untermalte Bild wird nun mittelst Borstenpinsels mit dem salbenartigen Befestigungsmittel (Aquolinfixativ) besonders in den satteren Partien des Bildes überzogen und fixirt. Auf der Fixirung lassen sich die mit Aquolin aufgetragenen Farben überaus leicht und geschmeidig vermalen und das hellere Auftrocknen wird bedeutend abgeschwächt. Zum Theil rührt letzteres daher, dafs man beim Uebermalen die Deckfarben in viel dünnerer Schicht aufzutragen nöthig hat. Durch das Fixativ wird aufserdem den Deckfarben das Kreidige genommen, sie erhalten ein transparenteres und flüssigeres Aussehen. Das Fixativ macht die Untermalung etwas dunkler, daher ist es bei hellen Partien vorsichtig anzuwenden. Durch das Fixativ werden die Deckfarben gegen Abblättern und Reifsen geschützt und eine besondere Haltbarkeit der Bilder gewährleistet.
Das Aquolin haftet auf jedem Untergrunde. Poröse Gegenstände, wie Gyps, Thon u. s. w. lassen sich, nachdem sie mit dem verdünnten Malmittel getränkt sind, gleichmäfsig mit Wasserfarben tönen, was besonders für die Tönung von Gypsabgüssen wichtig ist. Es lassen sich damit auch Photographien und ungeleimte Papiere, Gewebe (Gobelinimitation), sogar Gaze u. s. w. zur Bemalung herrichten. Das neue Malverfahren gewährt nicht nur eine bedeutende Erleichterung in der Ausführung gegenüber den bisher üblichen Malverfahren, sondern das Aussehen der Aquolinbilder ist auch eigenartig*) und weicht sehr wesentlich von allen Tempera-, Gouache- u. s. w. Bildern ab.
*) Anm. Ganz eigenartige Effecte werden durch Combination von Aquarell- und Aquolinmalerei auf demselben Bilde erzielt; in solchem behält das Durchsichtige reiner Wassermalerei (z. B. Luft, Wasser) seinen vollen Werth, während die compacteren Massen des Bildes durch die Aquolinmalerei an Körperlichkeit und Tiefe gewinnen, und so gerade durch diese Gegensätze eine neue harmonische Gesammtwirkung erzielt wird.
Das Aquolinbild vereinigt die Vorzüge von Tempera- und Oelbild, d. h. es besitzt fast die Tiefe und Transparenz des Oelbildes, ohne die Nachtheile beider, also weder das Kreidige der Deckfarben, noch die Schwere des Tones der Oelfarben.
Malmittel vom Typus des Aquolins.
Zur Herstellung wässeriger Malmittel, die auf einem sich gegen Wasser sperrenden Unter-, gründe haften, für Aquolinmalerei eignen sich alle eiweifsartigen Stoffe, in Mischung mit seifenartigen Stoffen und emulgirten Fettkörpern. Als besonders für diesen Zweck geeignet haben sich Mischungen von gelösten Albuminaten mit geringem Zusatz von Seifen und emulgirtem OeI erwiesen, in Verhältnissen, die vortheilhaft je nach der Natur des zu bemalenden Untergrundes und des angewendeten Farbenmaterials verändert werden können. So ist z. B. für Tempera ein gröfserer Zusatz von trocknenden fetten Oelen wünschenswerth, der bei Verwendung für reine Aquarellmalerei störend wäre. Der Fettgehalt des Aquolins vermittelt die innige Verbindung der Malschichten und Befestigungsschichten unter einander. Aus den vielen Möglichkeiten zur Herstellung eines mehr oder minder brauchbaren Malmittels möge hier folgende Mischung als Beispiel Platz finden. Zur Herstellung von ioo Theilen Malmittel dienen:
40 Theile frisches Eigelb,
27,5 - trockenes Bluteiweifs,
3 - feiner heller Manganfirnifs,
27,5 - destillirtes Wasser,
2 - medicinische Seife.
Man schlägt das Eigelb nach sorgfältigem Durchpeitschen zur Entfernung sämmtlicher Häute u. dergl. durch ein feines Sieb, verdünnt mit ca. 15 Theilen Wasser und verrührt in der Reibschale mit den 27,5 Theilen gut gepulvertem Bluteiweifs. Andererseits löst man die 2 Theile Seife in dem Rest des Wassers und emulgirt damit die 3 Theile Firnifs. Nachdem sich in der ersten Flüssigkeit das Bluteiweifs völlig gelöst hat, werden die beiden Lösungen durch Zusammenreiben innig gemischt. Selbstverständlich können je nach Bedarf auch die Quantitäten dieser Stoffe geändert werden, um mehr oder minder für einen bestimmten Zweck geeignete Malmittel zu erhalten. Auch läfst sich das Bluteiweifs durch Hühnereiweifs, ferner durch Legumin, Casein, Kleber u. dergl. eiweifsartige Stoffe, die medicinische Seife z. B. durch Wachs- oder Gallseife, der Manganfirnifs durch andere trocknende OeIe ganz oder zum Theil ersetzen.
Befestigungsmittel vom Typus des
Aquolinfixativs.
Zur Herstellung des Fixativs sind Wachs oder Mischungen von Wachs und Harz verwendbar, die die Untermalung vor dem Verwaschen schützen, und auf denen demnach die mit Aquolin versetzten wässerigen Farben haften. Um das Fixativ streichfähig zu machen, werden die genannten Stoffe durch Zusammenschmelzen mit geeigneten Lösungsmitteln, als Kohlenwasserstoffen oder ätherischen Oelen verdünnt. Eine für diesen Zweck geeignete Mischung besteht z. B. aus einer Lösung von: 60 Theilen weifsem Wachs,
2,5 - Copaivabalsam,
17,5 - Terpentinöl,
20 - Benzin.
Auch hier sind zahlreiche Möglichkeiten zur Herstellung gleichwerthiger Befestigungsmittel gegeben. So kann das Bienenwachs durch Wachsarten pflanzlichen Ursprunges, der Copaivabalsam durch andere Harze ersetzt werden. Die Auswahl geeigneter ätherischer OeIe und Kohlenwasserstoffe und ihr Mischungsverhältnifs wird sich nach dem verlangten Grade der Flüchtigkeit des Mittels zu richten haben.
Das neue Malverfahren, in dem die bisher üblichen Verfahren, Wasser- und Oelmalerei, combinirt sind, nenne ich deshalb Aquolinmalerei.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Malverfahren, um mit Wasserfarben der Oelmalerei nahestehende Effecte zu erzielen, bestehend in abwechselnder Benutzung eines wässerigen, aus Gemischen von gelösten bezw. emulgirten eiweifs-, fett- und seifenartigen Stoffen bestehenden Malmittels und eines in Wasser unlöslichen, aus Lösungen von Wachs und Harz in ätherischen Oelen und Kohlenwasserstoffen bestehenden Befestigungsmittels, auf dem ersteres haftet.
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