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Schwingenflugzeug mit kegeliger Bewegung der Schwingenholme Bei Srhwingenflugzeugen
hat man zum Antrieb der Schwingenholme bereits Kurbelgetri:ebe benutzt, welche den
in Kreuzgelenken gelagerten Holmen eine kegelförmig kreisende Bewegung :erteilen.
Es ist auch bereits bekannt, diese kegelförmig kreisende Bewegung der Holme in eine
geradlinige Bewegung umzuwandeln, und zwar durch planetentriebartige Ausbildung
des Kurbelgetriebes. Allen bisher bekannten Schwingentrieben dieser Art haftet der
Nachteil. an, daß durch die mit der Bewegung der Schwingen sich ändernde Lage der
Auftriebskraft in bezug auf dein Gesamtschwerpunkt eine Stampfbewegung des Rumpfes
entsteht, die ,einen wesentlichen Teil der Antriebsleistüng verzehrt und außerdem
eine unerwünschte Rüttelbewegung des Flugzeuges verursacht.
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Um diesen besonders bei Großausführung mit geringer Schwingungsfrequenz
erheblichen Nachteil zu vermeiden, werden erfindungsgemäß die in bekannter Weise
zur allseitig schwenkbaren Abstützung der Schwingenholme dienenden, die Kreuzgelenke
tragenden beiderseitigen Ausleger zu :einem um eine Mittelhochachse im Rumpf schwenkbaren
Gebilde (Querbrücke) vereinigt und die Kürbeln gegenläufig und derart zueinander
angeordnet, daß sie bei Durchlaufen der jeweilig waagerechten Kurbel- bzw. Holmlage
eine um i 8o' versetzte Lage haben. Hierdurch bewirken die beim Schlagen der Schwingen
in den Auslegern entstehenden Reaktionskräfte eine Schwenkung der Querbrücke um
ihre Mittelhochachse, und :diese Hinundherb:ewegung der Kreuzgelenke in waagerechter
Ebene wandelt die ursprünglich kegelförmig kreisende Bewegung der Schwingen in eine
,senkrechte auf, und ab gehende Bewegung um. Die sonst das Stampfen des Rumpfes
zur Folge habenden Druckmittelpu!nktwanderung:en werden also durch die Erfindung
in sich ausgeglichen, wobei trotz der Uniwandlung der kreisenden in eine annähernd
senkrechte Bewegung des Holmes der weitere Vorteil eines Kurbeltriebes in bezug
auf
die Massenkräfte in den Umkehrpunkten. (oben und unten) der Schwingbewegung bestehen
bleibt.
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Zum Antrieb der gegenläufigen Kurbeln
einwirkende Antriebsmotor wird zweck smäßig gleichachsig zu der die Holmlager aufnehmenden
Querbrücke angeordnet.
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Der Erfindungsgegenstand ist in beispielsweiser Ausführungsform in
der beiliegenden Zeichnung schematisch dargestellt, und zwar zeigen: Abb. i :eine
in teilweisem Schnitt gehaltene Vorderansicht und Abb. 2 -einen Grundriß, Abb.3
eine Seitenansicht der Antriebsvorrichtung, Abb. ¢ und 5 :einen Grundriß und einen
Senkrechtschnitt mit einer Schwinge. und dem Getriebe.
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Der Antriebsmotor.M ist fest auf einer Querbrücke L gelagert und treibt
ein Kegelrad Dl an, das auf zwei Kegelräder D"= und D³ einwirkt. Mit den Kegelrädern
D² und Dz sind Kurbeln Cl und C° fest verbunden, welche somit von dem Motor aus
:eine gegenläufige Bewegung erhalten. Mit den Kurbeln Cl und C= stehen die Enden
der Schwngenholme F und F¹ in Eingriff, welche in Kreuzgelenken I( und I(1 in der
Brücke allseitig schwenkbar, aber gegen Drehung um ihre Längsachse gesichert gelagert
sind. Die an den äußeren Enden der Holme F upd F¹ befestigten Schwingen liegen,
abgesehen von ihrer elastischen Durchbiegung, mit ihren Sehnen in allen Stellungen
der Holme etwa parallel zur Flugrichtung. Die mit dem Motor fest verbundene Querbrücke
L ist oben und unten bei R im Rumpf des Flugzeuges um die Bolzen X, Y schwenkbar
gelagert. Die durch die Bolzen X, Y laufende Drehachse (Mittelhochachse)
steht etwa senkrecht zur Längsachse des Flugzeuges.
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Da die Brücke L mit dem, Motor M in den Zapfen X, Y um eine Mittelhochachse
im Rumpf schwenkbar gelagert ist, üben die Reaktionskräfte infolge der Versetzung
der Kurbeln C und Cl um i 8o° ein Drehmoment auf :die Brücke L aus, das :eine Verschwenkung
des in der Querbrücke eingeschlossenen Getriebes zur Folge hat. Diese Verschwenkung
dauert theoretisch so lange, bis die beiden Kurbeln in der horizontalen Ebene angelangt
sind. Beim Weiterdrehender Kurbeln ändert sich die Richtung der Reaktionskraft wieder
während einer Bewegung von i 8o°. so daß nunmehr die Brücke in der entgegengesetzten
Richtung verschwenkt wird. Der Wechsel der Schwenkrichtung der Brücke erfolgt immer,
wenn sich die Kurbeln in der in Abb.2 gezeichneten Lage befinden. Die Schwenkung
der Brücke mit den Kreuzgelenken I(, I(1 hat nun zur Folge, daß sich die Kegelmäntel,
auf denen sich infolge des Antriebes durch die Kurbeln die Schwingenholxne relativ
zur Brücke bewegen, in der Flugrichtung abwechselnd nach vorn und hinten verschieben.
Infolgedessen beschreiben,die außerhalb der Kreuzgelenke Kund 1(1 liegenden Teile
der Flügelholme keine Kreiskegelmäntel mehr, sondern mit Annäherung an die Flügelspitze
immer flacher werdende Hüllkurven. Die Flügelspitze selbst bewegt sich bei zweckentsprechenden
Abmessungen lediglich senkrecht zur Flugrichtung auf :einer praktisch geraden Bahn.
Es ist somit durch die Ausnutzung der Reaktionskraft zur Schwenkung der Brücke L
die ursprünglich kegelförmig kreisende Bewegung der Flügel, insbesondere der Flügelspitzen,
in dis für den Antrieb: und die Vorwärtsbewegung des Flugzeuges erforderliche, von
oben nach unten verlaufende Schwingenbewegung umgewandelt worden.
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Die Antriebsvorrichtung nach der Erfindung 'st nicht nur zur Verwendung
an Schwingenflugzeugen geeignet, sondern kann auch für Winderzeugungsanlagen und
zur Bewegung: von Schiffsflossen benutzt werden. Bei Schwingenflugzeugen für Spielzwecke
kann statt des Motors M - :ein :einfaches Gummi-oder Federtriebwerk Verwendung finden.