DE71019C - Apparat zum Sterilisiren von Milch - Google Patents

Apparat zum Sterilisiren von Milch

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DE71019C
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Germany
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milk
temperature
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sterilizing milk
sterilized
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DENDAT71019D
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Dr. CH. legay in Lille, Nord, Frankreich; Vertreter W. J. E. koch in Hamburg
Publication of DE71019C publication Critical patent/DE71019C/de
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    • AHUMAN NECESSITIES
    • A23FOODS OR FOODSTUFFS; TREATMENT THEREOF, NOT COVERED BY OTHER CLASSES
    • A23BPRESERVATION OF FOODS, FOODSTUFFS OR NON-ALCOHOLIC BEVERAGES; CHEMICAL RIPENING OF FRUIT OR VEGETABLES
    • A23B11/00Preservation of milk or dairy products
    • A23B11/10Preservation of milk or milk preparations
    • A23B11/12Preservation of milk or milk preparations by heating
    • A23B11/123Preservation of milk or milk preparations by heating in packages

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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
Patentirt im Deutschen Reiche vom 7.-December 1892 ab.
Der Vortheil sterilisirter Milch ist von allen Hygienikern und Aerzten und besonders von denjenigen, welche sich speciell mit der Ernährung von Kindern im zartesten Alter befassen, allgemein anerkannt.
Rohe Milch kann bekanntlich verschiedene gesundheitsschädliche Keime enthalten, gekochte Milch dagegen verliert durch das Kochen einen grofsen Theil ihrer Nährstoffe, daher ist sowohl der Gebrauch von roher wie gekochter Milch nicht zu empfehlen.
Sterilisirte Milch dagegen besitzt diese Nachtheile nicht, da bei der zum Sterilisiren erforderlichen Temperatur die gesundheitsschädlichen Keime absterben. Hierbei ist jedoch zu beachten, dafs die erforderliche Temperatur unter einem bestimmten Druck erreicht werden mufs, um das Entweichen von Gasen, welche sich bei Erhöhung der Temperatur bilden, sowie die Zersetzung der zur Ernährung des Menschen dienenden, in der Milch enthaltenen Kohlenhydrate zu verhindern.
Seit einiger Zeit haben sich zwar schon Gesellschaften gebildet, welche sterilisirte Milch in Flaschen liefern, doch ist der Preis dieser Milch so hoch, dafs der Mittelstand und die ärmere Volksklasse, die am meisten darauf angewiesen sind, davon keinen Gebrauch machen können.
Den Gebrauch sterilisirter Milch allgemeiner zu machen und auch dem weniger Bemittelten zu ermöglichen, ist der Zweck der vorliegenden Erfindung, welche einen Apparat zum Gegenstand hat, der das Sterilisiren von Milch in jedem Haushalt gestattet.
Dieser Apparat beruht auf dem Princip der Ausdehnung der Körper durch die Wärme. Die Arbeitsweise mit diesem Apparat ist die, dafs die bei gewöhnlicher Temperatur in denselben angebrachte Milch, nachdem der Apparat geschlossen ist, in ein Heifswasserbad gesetzt wird. In diesem dehnt sich die Milch durch Erwärmung aus und steigt in dem Apparat in die Höhe. Sobald dieselbe hierbei eine am Apparat angebrachte Marke erreicht hat, ist die Milch sterilisirt und der Apparat wird alsdann aus dem Bad herausgenommen. Diese Marke ist derart angebracht, dafs die Milch eine Temperatur- von 850 haben mufs, um die Marke zu erreichen; bei dieser Temperatur werden die Mikroben getödtet, so dafs der Genufs der Milch vollständig unschädlich ist. Weiter bewirkt die Ausdehnung der Milch ein Zusammenpressen der im oberen Theil des Apparates befindlichen Luft und somit eine Vermehrung des Druckes auf die Milchoberfläche, und zwar steigt dieser Druck, je mehr sich die Temperatur der Milch der Sterilisirtemperatur von 85 ° nähert.
Aus diesen Erörterungen geht hervor, ,dafs die Form, das Material sowie die einzelnen Theile des Apparates beliebig verändert werden können, ohne dafs an dem Princip desselben etwas geändert wird.
Auf der beiliegenden Zeichnung sind zwei verschiedene Ausführungsformen dargestellt.
Der durch Fig. 1 gekennzeichnete Apparat besteht aus einer Glasretorte A, dessen Hals mit einem unteren, durch 150 bezeichneten Strich D und einem oberen, durch 850 be-
zeichneten Strich markirt ist, wobei die oberste Marke dadurch bestimmt wurde, dafs rohe Milch, welche bei einer Temperatur von 150 bis an den untersten Strich in das Gefäfs A gebracht, auf eine Temperatur von 85° erwärmt und die Stelle, bis zu welcher die Milch hierbei anstieg, mit einem Strich und der Bezeichnung 85 ° versehen wurde. Die Weite des Halses C ist hierbei so gewählt, dafs bei einer Temperatur von 850 der auf der Milchoberfiä'che lastende Druck ungefähr V2 Atmosphäre beträgt. Die Retorte.A wird in einem federnden Gestell E angeordnet, das einerseits die Retorte trägt, andererseits zur Befestigung eines Glasstöpels G im Hals C dient, und zwar wird der hermetische Abschlufs durch eine zwischengelegte Gummischeibe H erreicht. Das Gestell selbst besteht aus einem Metallring E von ungefähr 12 bis 15 mm Dicke, welcher an verschiedenen Stellen Einschnitte zum besseren Aufliegen der Retorte besitzt, und einer mit dem Ring oder einem Ansatz desselben verbundenen Stahlstange F, welche am oberen Ende umgebogen ist und in einen Stöpsel G endet. Dieser Stöpsel kann mit der Stange direct aus einem Stück bestehen oder er ist mit einer Vertiefung versehen, in welche die Stange F eingreift.
Bei dem in Fig. 2 dargestellten Apparat ist dasselbe Princip beibehalten und nur eine andere Ausführungsform gewählt. Dieselbe erinnert an eine Theekanne mit fortgelassenem Ausgufsrohr. Der Behälter / ist aus Porcellan, Fayence, Metall oder einem sonst geeigneten Material hergestellt und mit einem Henkel J und mehreren Füfsen ο versehen, um eine Berührung seines Bodens mit dem Boden des Heifswasserbades zu vermeiden. Der obere Theil des Behälters ist zu einem Hals zusammengezogen, welcher zur Aufnahme eines hohlen Glasstöpsels K von 6 bis 8 cm Höhe von der Form eines umgekehrten Probirrohres dient. Gehalten wird der letztere auf dem Hals mittelst eines Bajonnetverschlusses. Der hermetische Verschlufs wird durch eine Gummischeibe L, welche zwischen Stöpsel und Hals zu liegen kommt, erreicht. Auf dem Stöpsel befindet sich in diesem Falle die Marke M, welche die Höhe des Flüssigkeitsstandes bei 850 angiebt.
Beim Gebrauch verfährt man in folgender Weise: Man füllt den Behälter A bezw. / bis zum Strich 15 ° oder im zweiten Falle vollständig mit Milch von gewöhnlicher Temperatur, verschliefst den Behälter, befestigt ihn im ersten Falle in seinem Gestell, bringt ihn in ein Heifswasserbad, erhitzt die Milch in demselben so lange, bis sie bis zur Marke 850 gestiegen ist, und nimmt die Gefäfse dann heraus. Die Milch ist nunmehr frei von schädlichen Keimen, wenigstens von solchen, durch welche Kindern sowohl wie Erwachsenen die am meisten zu fürchtende Tuberkulose und eine gewisse Zahl vom Rinde auf den Menschen übertragbarer Fieberkrankheiten mitgetheilt werden können.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Zum Sterilisiren von Milch ein mit .zwei dem Flüssigkeitsstand bei "gewöhnlicher und bei erhöhter Temperatur entsprechenden Marken versehenes Gefäfs, zum Zweck, die Höhe der Temperatur an der Höhe des Flüssigkeitsstandes zu erkennen.
    Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
DENDAT71019D Apparat zum Sterilisiren von Milch Expired - Lifetime DE71019C (de)

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