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Vorrichtung zur Verwendung der Wischdochte von Waffen üblichen Kalibers
für das Reinigen der Läufe von Waffen mit größerem Kaliber Das Hauptpatent betrifft
eine Vorrichtung zur Verwendiuig d er Wischdochte von Waffen üblichen Kalibers für
das Reinigen der Läufe von Waffen mit größerem Kaliber. Diese Verrichtung besteht
aus einem prismatischen Tragkörper, bei welchem die Zahl der Umflächen doppelt so
groß ist wie die Zahl der in Verbindung mit dem Tragkörper verwendeten Wischpolster.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Vorrichtung gemäß Hauptpatent
für die Verwendung in Verbindung mit einem Wischstock oder einer Wischkette geeignet
zu machen. Es soll also erreicht werden, daß das aus dem Tragkörper und den diesen
Tragkörper umhüllenden Wischpolstern bestehende Wischgerät im Laufe hin und her
bewegt werden kann und daß die Wischpolster sowohl beim Hingang als auch beim Rückgang
wirksam sind. Bei der Verwendung der Vorrichtung gemäß Hauptpatent 68 r 427 in Verbindung
mit einem Wischstock oder einer ähnlichen Vorrichtung ist aber nicht nur das Hinundherbewegen
im Laufe zu beachten, sondern es ist auch Rücksicht darauf zu nehmen, daß der Wischstock
leicht so weit in den Lauf hineingestoßen «erden kann, daß der am Wischstock befestigte
Wischkörper, der gemäß Hauptpatent aus dem Tragkörper und den ihn umhüllenden Wischpolstern
besteht, aus :der Laufmündung heraustritt. Diese Tatsache hat bereits zu dem bekannten
Vorschlag geführt, bei einem für Handfeuerwaffen bestimmten Wischstock unmittelbar
vor dem zur Aufnahme des Reinigungsmittels bestimmten Loch eine Verdickung oder
einen Ansatz anzubringen, der das Zurückziehen des Wischstockes ohne Entfernung
des Reinigungsmittels unmöglich macht, sobald das Reinigungsmittel aus der Laufmündung
herausgetreten ist. Wird der Wischstock so weit vorwärts geschoben, daß das Reinigungsmittel
ganz aus der Laufmündung heraustritt, und wird alsdann versucht, den Wischstock
zurückzuziehen,
so legt sich das Reinigungsmittel über den Ansatz
und bildet finit diesem ztisammen eine Verdickung, die einen grö 13erei: Durchmesser
besitzt als die Bohrung des Laufe. Man kann infolgedessen den Wischstock nicht zurückziehen,
wenn man nicht vorher das Reinigungsmittel entfernt hat. Die Benutzun- dieser Vorrichtung
führt einerseits leicht zu Zerstörungen des Reinigungsmittels, weil die Gefahr besteht,
bei einem Versuch. den Wischstock gewaltsam zurückzuziehen, das Reinigungsmittel
zwischen dem Ansatz und dem Lauf einzuquetschen. Die Notwendigkeit, das Reinigungsmittel
vom Wischstock abzunehmen, um den Wischstock wieder in den Lauf zurückziehen zu
können, und die Notwendigkeit, das Reinigungsmittel dann wieder in das vorge-;eliene
Loch des Wischstockes einzuführen, bedeuten außerdem einen -Mehraufwand an Arbeit
und "Leitverlust. Alles dies wird durch die Erfindung vermieden. Zwecks Verwendbarkeit
des von den Wischpolstern bekleideten Tragkörpers gemäl@ Hauptpatent in Verbindung
mit einem im Lauf hin und ber bewegbaren Wischstock o. d-1. werden erlindungsgemäl.')
entweder die zur Verbindung der Wischpolster mit dem Tragkörper dienenden Querkanäle
in der Mitte ztvischen den Enden des Tragkörpers angeordnet, und es wird die Gesamtlänge
des Tragkörpers doppelt so groß gemacht wie die wirksame Länge der Wischpolster,
oder es wird zwischen dem Wischstock und dem ilini -zugekehrten, als Kegelstumpf
oder Pyramidenstumpf ausgebildeten Ende des Tragkörpers eine Klemmvorriclittiiig
angebracht, die durch Zusammenwirken mit dem kegelstumpf- oder pyramidensttimpfförmigen
Ende des Tragkörpers die freien Enden der Wischpolster festhält. Die Anordnung wird
also entweder so getroffen, daß sich die Wischpolster nach dem Passieren der Laufmündung
umlegen und dadurch auch im Rückwärtsgang wirksam werden können oder daß sie durch
eine Vorrichtung unverrückbar am 'Pragkörper festgehalten werden, so daß man den
mit den Wischpolstern umkleideten Tragkörper ohne weiteres in den Lauf zurückziehen
kann, wenn er durch zu weites Hinausstoßen des Wischstockes vollkommen aus der Laufmündung
Herausgetreten sein sollte.
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Die erstgenannte Ausführungsform der Erfindung bat noch den besonderen
Vorteil, daß beim Rückwärtsgang, nach dem völligen Heraustreten des mit den Wischpolstern
umkleideten Tragkörpers aus der Laufmündung, diejenige Fläche der Wischpolster zur
Wirkung kommt, die bisher den Tragkörper berührte, also an der Reinigung nicht teilnahm.
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In der Zeichnung sind drei Ausführungsbeispiele des Eyfindungsgegenstandes
dargestellt. Fig. i zeigt eine Draufsicht auf einen Tragkörper, der an beiden Enden
mit einer konischen Verjüngung versehen ist.
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Fig.2 ist eine Draufsicht auf einen Tragkorper mit Kelchverschluß.
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Fig.3 ist eine Seitenansicht des in Fig.2 dargestellten Tragkörpers
von links gesehen. Fig. 4 ist ein Längsschnitt durch den Tragkürper auf der Linie
IV-IV der Fig. 3.
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Fig. 5 ist die Draufsicht einer zweiten Ausführungsform des Tragkörpers
gemäß der Erfiudung finit Kelchverschluß.
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Fig. 6 ,ist ein Aufriß im Mittellängsschnitt durch die Vorrichtung
gemäß Fig.5.
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Fig. 7. ist eine Seitenansicht im Schnitt auf die Linie VII-VII der
Fig.6 von links gesehen.
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Bei allen Ausführungsbeispielen handelt es sich um solche, bei denen
der Querschnitt des Tragkörpers die Gestalt eines regelmäßigen Sechsecks hat und
infolgedessen drei Einheitswischpolster zur Bekleidung des Tragkörpers verwendet
werden. In dieseln Fall-- ist also n
gleich 3.
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Wie Fig. i zeigt, kann man die Querkanäle 15, 16 und i9, in welche
die drei Wischpolster eingefädelt werden. im Mittelteil des Tragkörpers io anordnen.
wenn man die Länge I_ des Tragkörper; doppelt so groß macht wie die wirksame Länge
l der Wischpolster. Es ist nur das in den Kanal 15 eingefädelte Wischpolster 1 £;
finit gestrichelten Linien dargestellt. Der Tragkörper io ist an jedem Ende mit
einem als Kegelstumpf ausgebildeten Verjüngungsstück lob, loc versehen. Am rechten
Ende des Tragkörpers io ist ein Zapfen io,l angeordnet, auf welchem eine Hülse ioe
nicht drehbar befestigt ist. Die rechte Hälfte der Hülse ioe ist mit Innengewindc
versehen und dient zum Aufschrauben des Tragkörpers i o stuf den Gewindezapfen,
der am Ende des Wischstockes bzw. der Wischlatte angebracht ist. Bewegt man den
finit Hilfe von drei Wischpolstern bekleideten Tragkörper in Richtung des Pfeiles
l', durch den zu reinigenden Lauf, so bekleiden die Wischpolster die dem Wischstock
zugekehrte Hälfte des Tragkörpers to. Die Wischpolster nehmen also die Lage ein,
die durch die gestrichelte Linie der Wischpolster 18 dargestellt ist. Man kann nun
den Tragkörper so weit bewegen, daß er vollständig aus der Mündung des Laufes Tieraustritt.
Zieht man nunmehr den Tragkörper wieder in den Lauf zurück, so legen sich .die Wischpolster
nach links um. Sie bekleiden daher die linke Hälfte des Tragkörpers i o. Auf diese
Weise wird auch beim Rückgang des Tragkörpers _ (Bewegung von der Mündung bis zum
Patronenlager) eine Reinigung herbeigeführt. Außerdem kommen hierbei diejenigen
Flächen der
Wischpolster zur Wirkung, die beim Hingang (Bewegung
in Richtung des Pfeiles P1) unwirksam waren; weil sie andern Tragkörper r o angelegen
haben. Die konischen Verjüngungen 1 oi" 1 oc verhindern wirksam, daß die freien
Enden 18a der Wischpolster abgeschert werden.
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Bei dem in Fig. 2 und .4 dargestellten Ausführungsbeispiel ist der
Tragkörper io mit einer Mittellängsbohrung versehen und mit Hilfe dieser Bohrung
auf einen entsprechend langen Zapfen 3o aufgesteckt. Das linke Ende des Tragkörpers
1o ist mit einer zylindrischen Vertiefung 31 versehen, deren Wand 32 mit radial
verlaufenden Einschnitten 33 versehen ist. je zwei Einschnitte liegen auf demselben
Durchmesser; es sind also drei Gruppen von Einschnitten vorhanden, wobei jede Gruppe
aus einem Paar von Einschnitten besteht. Die Gruppen sind mit 33a, 33v und 33,'
bezeichnet. Das linke Ende des Zapfens 30 ist mit Gewinde versehen und die
Länge des Zapfens so gewählt, daß der mit dem Gewinde versehene Teil des Zapfens
in das Innere der zylindrischen Vertiefung 31 des Tragkörpers l o hineinragt. Auf
diese Weise kann man auf den Gewindeteil des Zapfens 30 eine Gewindemutter
34 aufschrauben, die das rechte Ende des Tragkörpers 1o an die Querwand 35 anpreßt,
die von einer Verdickung 36 des Zapfens 3o ,gebildet wird. An die Verdickung 36
schließt sich ein zylindrischer Teil 37 an, auf dem eine Hülse 38 verschiebbar
gelagert ist. Das rechte Ende`' des zylindrischen Teils 37 ist mit einem gleichachsigen
Zapfen 39 zu gemeinsamer Drehung verbunden. Der Zapfen 39 ist mit einem verbreiterten
zylindrischen Kopf 39a versehen. Der Kopf 39? ist in einem aus den beiden
Hälften 40 und 41 bestehenden Lagerkörper drehbar gelagert. Die beiden Hälften 4o
und 41 des Lagerkörpers sind durch Gewinde miteinander verbunden. Die Hälfte 41
des Lagerkörpers ist mit einer zylindrischen Vertiefung 42 versehen, in deren Windung
ein Gewinde 43 eingeschnitten ist. Mit Hilfe dieses Gewindes wird die beschriebene
Vorrichtung auf den mit einem entsprechenden Windezapfen versehenen Wischstock oder
Wischlatte aufgeschraubt. Beschriebene Vorrichtung ermöglicht es, daß der Tragkörper
lomitsamt den Teilen 30, 36, 37 und 39 eine Drehung um die Mittellängsachse ausführt,
während der Wischstock an dieser Drehung nicht teilnimmt. Die Nutgruppen 33a,
33 b, 33c dienen zum Einhängen der drei Wischpolster, die man zum
Bekleiden des "Tragkörpers 1o benötigt. In Fig. 3 ist das in die Nutgruppe 33c eingehängte
Wischpolster 18 dargestellt. Die Wischpolster werden also in das entsprechend gabelförmig
ausgebildete Ende des Tragkörpers 1o eingehängt, wodurch das. Befestigen und Abnehmen
der Wischpolster erheblich vereinfacht ist. Beim Hindurchstoßen des mit den drei
Wischpolstern bekleideten Tragkörpers 1 o durch den Lauf kann der Tragkörper dem
Drall der Züge folgen, weil er sich gegenüber dem Wischstock um seine Längsachse
drehen kann.
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Die bereits erwähnte Hülse 38 dient nun zum Festklemmen der freien
(rechten) Enden der drei Wischpolster. Zu diesem Zweck ist das linke Ende der Hülse
38 mit einer kelchartigen Erweiterung 38a versehen. An der Innenwand dieser kelchartigen
Erweiterung sind Zähne 43 angeordnet. Diese Zähne entsprechen Zähnen 44, mit denen
das rechte konisch verjüngte Ende log des Tragkörpers und der eine Fortsetzung dieser
Verjüngung bildende Teil 36 des Zapfens 3o .ausgestattet ist. Die Hülse 38 ist mit
einem Winkelschlitz 45 versehen, in den ein auf dem Zapfen 37 befestigter Stift
46 hineinragt. Auf d_,ese Weise ist es möglich, die Hülse 38 in der Stellung festzulegen,
die in Fig.2 dargestellt ist. Dies ist die Stellung, in der die freien Enden der
Wischpolster zwischen den Zähnen 43 und 4.4. eingeklemmt sind und auf diese Weise
festgehalten werden.
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Die in den Fig. 5 bis 7 dargestellte Ausführungsform unterscheidet
sich von der vorbeschriebenen Ausführungsform praktisch nur dadurch, daß die kelchförmige
Erweiterung der verschiebbaren Hülse 38 aus drei Federzungen 47, 48 und 49 besteht.
Außerdem ist die Hülse 38 mit Hilfe von Schrauben 5o mit dem Zapfen 37 fest verbunden.
Das Schließen des von den drei Federspreizen gebildeten Kelches erfolgt mit Hilfe
einer verschiebbaren Hülse 51. Die in der Fig. 5 dargestellte geschlossene Stellung
des Kelches wird durch Verschieben der Hülse 51 von rechts nach links erreicht.
In dieser Stellung bleiben die betreffenden Teile von selbst stehen. Naturgemäß
kann man die in Fig.5 dargestellte Lage der Hülse 51 durch geeignete Mittel, z.
B. mit Hilfe eines Bajonettverschlusses, sichern. Wie die Fig. 2 und 5 lehren, ist
die Anordnung so getroffen, daß die zum Festhalten der freien Enden der Wischpolster
dienenden Vorrichtungen in der wirksamen Stellung über den Umriß des Tragkörpers
nicht hinausragen. Eine Berührung dieser Teile mit der Laufmündung kann also nicht
vorkommen.