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Sterilisiervorrichtung Die Erfindung betrifft eine Sterilisiervorrichtung-
für medizinische und chirurgische Gebrauchsgegenstände, insbesondere temperaturempfindlicher
Art, vermittels Desinfektionsmittel-Wasserdampf-Gemische.
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Die .erfindungsgemäße Vorrichtung kennzeichnet sich dadurch, daß der
Sterilisierbehälter mit mehreren Vorlagen für die getrennte Aufnahme der verschiedenen
Mittel, wie Wasser, Desinfektionsmittel, Weichmachungsmittel, verbunden ist, wobei
der Wasserbehälter durch gegebenenfalls abschließbare Rohrleitungen mit einem :oder
mehreren Vorlagebehältern in Verbindung steht.
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Gegenüber den bekannten Vorrichtungen, deren Benutzung infolge ihrer
Größe, ihres Gewichtes, ihrer Schwerbeweglichkeit und auch infolge ihrer großen
Anschaffungs-, Unterhaltungs- und Bedienungskosten nur in ärztlich eingerichteten
Großbetrieben, wie Krankenhäuser usw., erfolgen kann, stellt die erfindungsgemäße
Vorrichtung ein verhältnismäßig einfaches und allgemein verwendungsfähiges Gerät
dar, mit dem in kurzer Zeit auf .einfache Weise eine wirksame Sterilisation zu .erreichen
ist.
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Die Vorrichtung bietet, da sie aus einem Sterilisierbehälter mit mehreren
Vorlagen besteht, die Möglichkeit, den strömenden oder auch gegebenenfalls leicht
überhitzten Wasserdampf aus dem Behälter wahlweise durch oder über in den verschiedenen
Vorlagebehältern befindliche Stoffe zu leiten, die flüssig oder fest sein können
und vom Dampf gelöst .oder mitgerissen werden, oder drittens gasförmige Stoffe mit
den gewünschten Eigenschaften, unter Umständen vorgewärmt, in den Dampfstrom einzuleiten,
wie z. B. leichtsiedende lipoidlösliche Flüssigkeiten (Tetrachlorkohlenstoff, chlorhaltige
Kohlenwasserstoffe) oder Chlor, Jod, Fluor, Ozon, Wasserstoffsuperoxyd, Formaldehyd,
Blausäure und andere Giftgase, und zwar so, daß der mit diesen Stoffen beladene
oder vermengte Wasserdampf durch das im Sterilisierbehälter befindliche Sterilisationsgut
durchgeht und somit die mitgeführten oder beigemengten Stoffe bei einer Temperatur
von etwa r oo° C auf das Sterilisationsgut im Sterilisierbehältereinwirken läßt.
Als solche Mittel können in den Vorlagebehältern beispielsweise Verwendung finden:
reine Desinfektionsmittel, wie z. B. Phenole, Kresole, Thymole, Carvacrole u.a.m.,
Weichmachungsmittel, die gleichzeitig auch einen Desinfektionswert haben können,
wie z. B. öle oder mehrwertige Alkohole usw., flüssigkeitsziehende Mittel zur Erhöhung
der
Saugfähigkeit, blutstillende Mittel, Heilmittel u. a. m._, einzeln
oder im Gemisch.
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Bei der erf ndungsgemä ßen Vorrichtung kann man den Wasserdampf infolge
der Verbindung der Vorlage mit dem Sterilisierbehälter über gegebenenfalls abschließbare
Rohrleitungen nebeneinander und;'oder nacheinander durch die verschiedenen Vorlagebehälter
durchgehen lassen, die mit Flüssigkeiten oder festen Stoffen zur Beimischung zum
Wasserdampf und/Oder zur Reinigung des Wasserdampfes gefüllt sind, den man mit diesen
Stoffen be- oder entladen, je nach der vorliegenden Absicht, eine bestimmte Zeit
lang durch den Sterilisierbehälter durchzieh°n läßt. Man kann also bei der erfindungsgemäßen
Vorrichtung nach vollendeter Sterilisation mit desinfektionsmittelhaltigem Wasserdampf
nachtriiglich reinen Wasserdampf durchschicken, um das Desinfektionsmittel wieder
zu entfernen, und dann zutreffendenfalls noch ein oder mehrere Mittel, die in dem
im Sterilisierbehälter befindlichen Verbandsstoff verbleiben sollen, nachschicken,
z. B. Weichinachungsmittel, Heilmittel oder beides, oder auch andere Desinfektionsmittel
u. dgl. Man kann in der Vorrichtung nach vollendeter' Sterilisation die weiteren
Verfahrensschritte, z. B. der Reinigung, Weichmachung, Heilmittelbeladung, vereint
zur Anwendung kommen lassen. Man kann gegebenenfalls durch Anwendung eines säurehaltigen
und alkalischen Mittels nacheinander (,oder umgekehrt) neben der z. B. gewünschten
Desinfektionsverstärkung nicht nur das Mittel neutralisieren, sondern einen etwa
auch gewünschten Salzniederschlag z. B. zur Erhöhung der Saugfähigkeit des Verbandsstoffes
in dem Sterilisierbehälter erzielen u. a. m.
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Die erfindungsgemäße Vorrichtung ist somit geeignet, eine vollkommene
Sterilisation zu erreichen, ohne eine Verschlechterung der physikalischen Eigenschaften
der Verbandsstoffe, insbesondere ihrer Reizwirkung, Weichheit und Saugfähigkeit
zu bewirken.
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Auf der Zeichnung sind einige Ausfi.ihrungsformen der erfindungsgemäßen
Vorrichtung zur Durchführung der verschiedenen oben geschilderten Vorgänge schematisch
beispielsweise dargestellt.
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Die Abb. i zeigt ein Sterilisationsgerät, bei dem außen zwei Vorlagebehälter
für zusätzliche Mittel und zum Auffangen des Kondensates angeordnet sind.
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Die Abb. 2 zeigt eine weitere Ausführungsform mit gesonderten Vorlagebehältern
zusä tzlich zum Sterilisierbehälter.
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Die Abb.3 und .1 -neigen weitere Ausfiihrungsforinen mit um den Sterilisierbehälter
in anderer Weise angeordneten Vorlagebehältern. Ahb. 5 stellt eine Ausführungsform
dar, wo ein oder mehrere Zusatzmittel -oberhalb des Wasserraumes enthalten sind.
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Ein Gerät nach Abb. i gestattet eine vielseitige Verwendung. Hier
befindet sich in dem unteren Teil des Sterilisierbehälters a Wasser b. In dem Sterilisierbehälter
a ist ein Einsatz ,u zur Aufnahme des zu behandelnden Gutes angeordnet. Aus
dem Dampfraum führt eine Rohrleitung in zu einer mit einem Dreiwegehahn it versehenen
Leitung o, die einerseits in den Sterilisierbehälter a mündet und andererseits auf
den Boden eines Vorlagebehälters p, der mit einem zusätzlichen Stoff beschickt ist.
Von dem Behälter p geht eine. unmittelbare Leitung g in den Sterilisierraum
a. Die Abströmleitung i kann mit einer weiteren Vorlage r, die ebenfalls
an dem Behälter a befestigt sein kann, münden, um das Kondensat aufzufangen und
das mitgerissene Desinfektionsmittel wieder zu verwenden. Es können auch mehrere
Vorlagen p vorgesehen sein.
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Die Arbeitsreise dieses Gerätes gestaltet sich beispielsweise wie
folgt: Der bei b entwickelte Wasserdampf steigt durch das Rohr in bei entsprechender
Stellung des Hahnesit durch die Rohrleitungn in die Vorlage p. Das darin enthaltene
Mittel wird erwärmt und mit Wasserdampf vermischt; die mitgerissenen Desinfektionsmittel
und der Wasserdampf gelangen dann durch die Leitung g in den Sterilisierraum, durchdringen
das im Behälter.- lagernde Verbandsmittel und werden nach Durchströmung der Rohrleitung
i in der Vorlage r gesammelt.
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Wenn diese durch Desinfektionsmittel verstärkte Wasserdampfbehandlung
beendet ist, wird der Hahn n umgestellt und reiner Wasserdampf durch das Rohr m
unmittelbar in den Sterilisierraum geleitet.
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Wenn von Anfang an das Wasser b mit einem Desinfektionsstoff x versetzt
ist, so kann die Vorlagep z. B. mit einem Weichmachungsmittel oder mit einem Heilmittel
beschickt sein.
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Bei der Ausführungsform nach Abb. 2 sind auf einer gemeinsamen Unterlage
s der Sterilisierbehältera und verschiedene Vorlagenpi,p2 abgeordnet und ähnlich
der für Abb. i beschriebernen Ausführungsart geschaltet. Die gemeinsame Unterlage
s kann dabei alle Vorlagebehälter gemeinsam erhitzen, zweckmäßiger ist es jedoch,
jeden Behälter gesondert heizbar einzurichten.
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Bei Abb. 3 ist der Sterilisierraum a ohne Wasserbehälter an seinem
Boden vorgesehen. Eine Heizmöglichkeit sorgt für die Verminderung des Kondensates
innerhalb des Verbandsmittels. Um den Sterilisierbehälter a sind in der erforderlichen
Anzahl gesondert heizbare
Vorlagebehälter, z. B. drei, t1, t2,
13, angeordnet. Hier wird z. B. der Vorlagebehälter t1 mit Wasser b, der
Vorlagebehälter 13 mit Desinfektionsmittel x und der Vorlagebehälter t2 mit
Weichmachungsmittel y gefüllt. Alle Vorlagebehälter münden unmittelbar in den Raum
a und können auch untereinander verbunden sein.
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Bei der Ausführungsform nach Abb. 4. sind um der. Behälter a Ringe
u und v angeordnet, die in einzelne Abteilungen u1 bis ul bzw. v1
bis v1 unterteilt sind. Die Vorlagebehälter des unteren Ringes v können beispielsweise
mit einer Heizvorrichtung versehen sein, und sie können alle unmittelbar in den
Behälter a münden, und die Vorlagebehälter des unteren Ringes v können zusätzlich
mit den Vorlagebehältern des Ringes u verbunden sein. Die Schaltungen lassen sich
je nach der Ventilanordnung in der mannigfaltigsten Weise vornehmen.
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Bei der Ausführungsform der Abb.5 ist oberhalb des Wasserbehälters
b eine Trennwand tv, etwa !eine Schale, vorgesehen, die auch zur Aufnahme mehrerer
verschiedener Stoffe unterteilt sein kann. Auf der Zeichnung sind zwei verschiedene
Stoffe x und y vorgesehen. Zum Schutz gegen unerwünschte Spritzer sind Spritzbleche
i i angeordnet. Der Dampfraum hat durch die Formgebung der Trennwand w etwa die
Form eines umL-ekehrten Trichters. Der Durchlaß 12 für den Dampf ermöglicht
ein unmittelbares Austreten des Dampfes in den Sterilisationsraum a und den Einsatz
g. Zweigleitungen führen von der Dampfleitung 12 zu den Stoffen x, y. ' Die
Regelung erfolgt durch ein Ventil 13, das sowohl den unmittelbaren Dampfeintritt
in den Sterilisierraum durch die Dampfleitung 12 als auch gleichzeitig oder gesondert
die Einleitung in die Zusatzbehälter durch die Zweigleitungen ermöglicht. Zahlreiche
andere Ausführungsformen sind denkbar. So sei an die trockene Behandlung mit Gasen
erinnert, bei der, wie oben ausgeführt, Gas in einem Rohr erhitzt und in den Sterilisierraum
geleitet wird oder bei dem Gas von gewöhnlicher Temperatur oder vorgewärmt in den
erhitzten Sterilisierraum geleitet wird.