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Sterilisiervorrichtung Die Erfindung betrifft eine Sterilisiervorrichtung
zur Keimfreimachung von insbesondere temperaturempfindlichen Mitteln für Operation,
Wund- und sonstige Behandlung. Mit der Vorrichtung werden nach der Erfindung medizinische
und chirurgische Gebrauchsgegenstände bei strömendem Dampf von ioo° C mit derselben
Wirkung sterilisiert wie sonst bei Temperaturen von i2o° C.
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Im Hauptpatent 705 105 ist eine Sterilisiervorrichtung beschrieben,
bei der Sterilisierbehälter mit mehreren Vorlagen für getrennte Aufnahme verschiedener
Stoffe versehen sind und der Wasserbehälter mit den Vorlagen in Verbindung steht,
so daß der Dampf zeitlich neben- und nacheinanderdurch das Sterilisiergut getrieben
werden kann.
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Die Erfindung stellt eine Weiterbildung und Verbesserung der dort
beschriebenen Sterilisiervorrichtungen in einer einheitlichen, äußerlich der üblichen,Form
angepaßten Anlagre dar, die gebrauchsfertige, desinfektionsmittelfreie Erzeugnisse
in einem Arbeitsgang liefert. Die Behandlung des Sterilisiergutes verfolgt mit Wasserdampf
und Desinfektionsmitteln. Die Dämpfe werden gemischt durch den Sterilisierb.ehälter
geleitet, und nach beendeter Sterilisation wird selbsttätig das in dem sterilisierten
Gut noch enthaltene Desinfektionsmittel durch Weiterentwicklung reinen Wasserdampfes
wieder ausgetrieben. Im Anschluß und auch während dieser Reinigung können bei besonderen
Verbandstoffen auch noch Weichmachungsmittel durch das Sterilisiergut geleitet werden.
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Die Vereinfachung und bessere Wirksamkeit wird durch eine besondere
bauliche Anordnung erreicht, die eine gute Mischung sowie eine beschleunigte und
restlose Verdampfung und nachherige Austreibung des Desinfektionsmittels selbsttätig
bewirkt.
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Die Erfindung ermöglicht ein selbsttätiges Arbeiten, indem eine getrennt
vorgesehene Heizung für Wasser und Desinfektionsmittel mit Reglervorrichtung auf
die unterschiedlichen Mengenverhältnisse und den Sterilisiervorgang bezüglich der
Wattleistung besonders abgestellt ist. Auch mengenmäßig sind die für die Flüssigkeiten
vorgesehenen Behälter entsprechend eingerichtet. So wird nach der Erfindung z. B.
durch den aus dem Wasserbehälter größeren Ausmaßes entwickelten
Dampf
eine bestimmte Menge des Desinfektionsmittels restlos verdampft und gut gemischt
durch das zu sterilisierende Gut getrieben. Nach dem Verdampfen des Desinfektionsmittels,
von d; m im Verhältnis zur Wassermenge eine geringere :VIen-e vorhanden ist, wird
die Dampfbildung `fortgesetzt und durch das jetzt sterilisierte Gut reiner Wasserdampf
hindurchgeleitet, um den im Sterilisiergut noch vorhandenen Rest von Desitifektionsmittel
auszutreiben. Bei dieser stufenweisen Sterilisation Dampf Desinfektionsmittel Dampf
wird bei der Erf=indung auch Bedacht darauf gre nommen, daß tote Winkel im Sterilisierhehälter
weitgehend ausgeschaltet werden.
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Während bei den bekannten Sterilisierbehältern die Entwicklung der
Dämpfe unterhalb des Sterilisierbehälters erfolgt, wobei die Dämpfe zunächst außen
um die Trommel, die das Sterilisiergut enthält, herumgeleitet und dann von aben
in das Sterilisiergut gelangen, wird nach einer Ausführungsform gemäß der Erfindung
der Dampf von Wasser und Desinfektionsmitteln oberhalb des Sterilisierbehälters
entwickelt und unmittelbar von oben in den Sterilisierbeliälter gut gemischt geleitet.
Durch das Herabströmen der heißen Dämpfe ohne Vorwärmung des Sterilisiergutes im
unteren Teil des Behälters wird in besGnders günstiger Weise die kalte Luft durch
die die Sterilisation bewirkenden Dämpfe verdrängt. Weiter ist zur Vermeidung von
toten Winkeln der Sterilisierbehälter in besonderer Weise ausgebildet, so daß die
Dämpfe auch oder mir seitlich eintreten und praktisch an alle Stellen gelangen müssen.
Das ist dann von besonderer Bedeutung, wenn in dem Behälter verschieden geartetes
Sterilisiergut enthalten ist oder die Kanalbildung z. B. durch gefaltete Tücher
o. dgl. den Durchgang für die Dämpfe unterschiedlich macht.
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Die Anordnung des Wasser- und Desinfektionsmittelbehälters oberhalb
des Sterilisierbehälters läßt den großen Vorteil zu, daß an sich Sterilisierbehälter
unterschiedlicher Abmessungen und Größe mit demselben Dampfentwickler betrieben
werden können. So kann z. B. mit demselben Dampfentwickler ein hoher, zylinderf>rniiger
Sterilisierbehälter oder ein flacher, unter Umständen auch andersförmiger, z. B.
viereckiger Kasten benutzt werden, in dein z. B. grölaeie Wäschestücke besser unterzubringen
sind. Für eine etwaige notwendige trockene Vorwärmung und/oder Nachtrocknung kann
unterhalb und oder seitlich vom Behälter für das Sterilisiergut wich eine besondere
Heizmöglichkeit v zrgesehen sein.
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Die Erfindung sei an Hand der Zeiclintm-"en näher erläutert. Abb.
i zeigt schematisch eine Sterilisiervorrichtung nach der Erfindung im Schnitt.
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Abb.2 zeigt eine andere Ausführungsform, hei der ein besonderes Mischen
des Wasserdampfes und des Desinfektionsmitteldampfes vorgesehen ist.
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Abb.3 zeigt eine weitere Ausführungsform. Abb..l zeigt eine Ausführungsform,
bei der die Entwicklung der Dämpfe oberhalb des Sterilisierbehälters erfolgt.
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Die Sterilisiervorrichtung gemäß der Erfindung besteht aus einem Behältera,
an dem unten das Gehäuse h angeordnet ist, in dem sich die Behälter für die Aufnahme
von Wasser und von Desinfektionsmittel befinden sowie die Heizvorrichtung. Bei der
Ausführungsform der Abb. i ist in einem Ringraum c Wasser enthalten. Dieser Ringraum
c umgibt einen Raum d, der für die Aufnahme einer bestimmten Menge Desinfektionsmittel
i-orgeschen ist. Der Ringraum c und der Raum rl werden getrennt voneinander geheizt,
wobei die Wattleistung der Heizvorrichtung auf den mengenmäßigen Inhalt abgestimmt
ist. So mag beispielsweise der Ringraum c von Heizkörpern geheizt werden, die eine
Leistung von 5oo Watt besitzen, während der Raum d von einem Heizkörper geheizt
wird, der eine Leistung von 300 Watt aufweist. Der Betrieb dieser Ausführungsform
gestaltet sich wie folgt: Die Heizvorrichtungen werden beide an das Lichtnetz angeschlossen.
Hiermit wird das Wasser in dem Raum c zum Verdampfen gebracht. Der im Verhältnis
zum Flüssigkeitsinhalt größere Heizkörper unter dem Raum d bringt das Desinfektionsmittel
schneller zum \"crdampfcn. Dieser Dampf mischt ,sich mit den Wasserdämpfen aus dem
Raum c etwa bei c°, und das Dampfgemisch strömt in Richtung der Pfeile f in die
Trommeln g, hl, die mit dem zu sterilisierenden Gut beschickt sind. Deckel und Boden
dieser Trommeln sind mit Siebböden oder durchlochten Platten i verschlossen. Zwischen
den einzelnen Trommeln sind Dichtungsscheiben h vorgesehen. Das Danipfgeinisch strömt
durch die Leitung k in einen Kondensator 1, von wo es abgeleitet wird. Der Wasserspiegel
im Ringraum c wird mittels eines Schauglases m angezeigt. Der die Trommeln enthaltende
Behälter a ist in an sich bek2innter Weise durch einen Deckeln geschlossen, gedichtet
und gesichert.
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Durch den verhä ltnismlißig größeren Heizkörper o unterhalb des Desinfektionsmittelliehälters,d
gelangt der entkeimende Stoff sdnieller zur Verdampfung als die größere Wassermenge
in dem Raum c. Nach beendeter Verdampfung im Behälterd wird der Heizkörper o durch
einen nicht dargestellten Regler abgeschaltet. Die Dampfentwicklung
aus
dem Räum c dauert jedoch weiter an, so daß durch die Trommeln g und 1t1, die zunächst
noch ein Gemisch von Wasserdampf und Desinfektionsmitteldampf enthalten, am Schluß
des Sterilisationsvorganges dieses Gemisch durch reinen Wasserdampf ausgetrieben
wird.
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Zur Vermeidung von toten Winkeln ist in dem Behältera ein Boden p
vorgesehen, der zur Sammlung von Kondensat etwa trichterförmig ausgebildet ist.
Auf diesem Boden p ruht unter Zwischenlegung eines Dichtungsringes h der Behälter
hl. Mit g ist ein Füllrohr zum Füllen von Desinfektionsmittel in den Raumd bezeichnet.
Das Desinfektionsmittel wird nach Entfernung des Deckelsn in den Füllstutzen r gegossen.
Das Füllen von Wasser kann durch den Füllstutzens erfolgen.
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Bei der Ausführungsform der Abb. 2 ist durch Anordnung eines besonders
ausgebildeten Einsatzes t in dem Sterilisationsmittelbehälter,d eine besondere Mischmöglichkeit
gegeben. Der Behälter a ist zu diesem Zweck gegen den Flüssigkeitsbehälterb durch
einen besonderen Boden u abgeschlossen, der trichterförmig in den oberen Teil des
Raumes d hereingezogen ist. Der Dampf aus dem Raum c tritt durch öffnung v in den
oberen Teil des Behältersd. Hier kann er jedoch noch nicht in den Behältera entweichen,
weil die trichterförmige Wand t ihn daran hindert. Die in dem Raumd entwickelten
Dämpfe des Desinfektionsmittels x steigen hoch und mischen sich zeit den durch die
öffnungen v eintretenden Dampfteilchen. Es erfolgt eine gute Durchmischung, und
die gemischten Dämpfe treten durch die öffnungz in den Behältern, w o der Sterilisiervorgang
sich in der für Abb. i beschriebenen Weise vollzieht.
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Bei der Ausführungsform der Abb.3 wird eine gute Durchmischung und
Beladung des Wasserdampfes mit dem Desinfektionsmitteldampf durch einen Tauchverschluß
gewährleistet. Zwischen dem ringförmigen Wasserbehälter c und dem Behälter d für
das Desinfektionsmittel ist ein als Tauchverschluß wirkender Ringraum l vorgesehen.
Die in c entwickelten Dämpfe gelangen in den Ringraum L und drücken die darin stehende
D@esinfektionsflüssigkeit x aus dem Ringraum heraus, wie die Pfeile 2 veranschaulichen.
Der Dampf strömt von unten durch das Desinfektionsmittel x, belädt sich mit diesem,
heizt das Desinfektionsmittel auf und bringt es zur Verdampfung. Zusätzlich kann
auch die in Abb. 2 vorgesehene Mischvorrichtung angeordnet sein.
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Bei der in Abb. q. dargestellten Ausführungsform sind die Flüssigkeitsbehälter
mit den zugehörigen Heizvorrichtungen im Gegensatz zu den Ausführungsformen der
Abb. i bis 3 oberhalb des Sterilisierbehälters n angeordnet. An Stelle des Verschlusses
n der Abb. i wird auf den Behälter -a mit'den Sterilisiertrommeln b und hl das Aggregat
A, das etwa der Einrichtung des Behälters b der Abb. i bis 3 entspricht, dicht aufgesetzt.
Bei der Abb. q. ist der Tauchverschluß der Abb. 3 beispielsweise dargestellt. Auch
hier steigen die im Raum c entwickelten Wasserdämpfe in, Richtung der Pfeile 2 in
den Raum cL, der mit einer entsprechenden Menge Desinfektionsmittel x .angefüllt
ist. Die sich oberhalb des Flüssigkeitsspiegels ansammelnden gemischten Dämpfe werden
durch ein Fallrohr 3 von oben in den Sterilisierbehälter geleitet. Die heißen Dämpfe
vertreiben die in den Trommeln enthaltene Luft nach unten und werden entsprechend
Abb. i abgeleitet. In gleicher Weise wie für Abb. i kann hier für eine Füllmöglichkeit
für Wasser und Desinfektionsmittel Vorsorge getroffen sein. Ebenso ist die An3rdnungeines
Schauglases für die Wasserstandsanzeige und eine Heizmöglichkeit unter dem Flüssigkeitsbehälter
vorgesehen.
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Da eine gute Mischung von Wasserdampf mit Desinfektionsmitteldampf
erstrebenswert ist, sieht die Erfindung außer der beschriebenen noch eine mechanische
Mischmöglichkeit in dem Dampfraum des Behälters d vor. Diese mechanische Mischung
kann durch Prallplatten gefördert werden oder durch ein nicht dargestelltes Mischrad,
das z. B. durch den Dampfdruck angetrieben wird.