DE70507C - Als Mefsinstrument verwendbare Vorrichtung zur Controle des Zielens - Google Patents
Als Mefsinstrument verwendbare Vorrichtung zur Controle des ZielensInfo
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- F—MECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
- F41—WEAPONS
- F41G—WEAPON SIGHTS; AIMING
- F41G3/00—Aiming or laying means
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Vorliegende Vorrichtung soll, vornehmlich bei Zielübungen, eine einfache, genaue Controle
ermöglichen, und zwar in der Art, dafs eine grofse Anzahl Zielender zu gleicher Zeit
controlirt werden kann und auch noch nach den Uebungen einem jeden Einzelnen die von
ihm bezielten Punkte aufs Genaueste nachgewiesen werden können. Auch ist es ermöglicht,
die Standziele ohne Geschofs aus jeder Stellung niederzustrecken, wie auch der Apparat
noch aufserdem bei Uebungen im Distanz- etc. Schätzen insofern dienen kann, als mit demselben
eine jede Raumgröfse von einem Jeden ohne Berechnung ermittelt werden kann.
Dies wird durch folgende einfache Einrichtung ermöglicht.
Das Gewehr ist mit dem Ständer α mittelst
/ Doppelgelenkes a1 so verbunden, dafs die Ge-/
, wehrmündung sich auf einer Kugelfläche bef wegen kann. An der Gewehrmündung sitzt
ein Halter bl unverrückbar fest, der den bei
c1 drehbaren Hebel c trägt. Letzterer trägt an seinem oberen Ende einen durch den Gewehrlauf
in den Bereich der Zündnadel geführten Schlagbolzen, während an seinem unteren Ende
eine Nadel d in gelenkiger Befestigung angebracht ist (Fig. 10). Die Nadel d wird von
dem auf Lineal η verschiebbaren Halterj^gegen
die Scheibe g gelenkt,"~so~3als Hie Nadel, sich
in einigem Abstand von der Scheibe befindend, die Vorderfläche derselben beherrscht.
Infolge dieser Anordnung werden nun, wie. leicht einzusehen, die beim Zielen entstehenden
Bewegungen der Gewehrmündung auf die Nadelspitze übertragen, und zwar, bei entsprechender Stellung_des _Sc.hiebers,_e., in_
vielfachem Mafsstabe, so dafs bei einer Nadel-/' lärige von Fm uncPVorschieben des Schiebers
e bis zu 5 cm eine 1 cm grofse Bewegung der Gewehrmündung an der Nadelspitze
in einer solchen von 19 cm zum Ausdruck gelangt, mithin selbst die geringste Abweichung
noch einen merKlich;ea—Ausschlag-giebt."Es ist"
äaher ein sehr genaues und ruhigSTZielen erforderlich,
soll die Nadelspitze auf ein auf Scheibe g vorgesehenes Merkmal (Fig. 2) einspielen.
Ist dies der Fall, so gilt dies als Beweis richtigen Zielens.
Stellt man nun diesen Apparat in irgend einer Entfernung und Höhe dem Ziel gegenüber,
so mufs derselbe vor allem in der Weise mit dem Ziel in Uebereinstimmung gebracht
werden, dafs die Nadel auch wirklich und genau dem Centrum oder Abbild auf Scheibe g
gegenübersteht, wenn die richtige Schufslinie hergestellt ist.
Diese Uebereinstimmung ist auf folgende einfache Weise herbeizuführen:
Der Vorgesetzte visirt genau auf das Ziel ein (Fig. 3 obere Ansicht), fixirt diese Lage vermittelst
Handrades und Auflagers 0, Fig. 1, und bringt nun durch entsprechendes Verstellen
und Drehen des Halters h das Centrum der Scheibe und die Nadelspitze zur gegenseitigen
genauen Einspielung (Fig. 4), worauf der Halter h fixirt wird. Der Apparat ist nun,
in .welcher Entfernung und Höhe er auch stehen mag, dem Ziel aufs Genaueste angepafsl.
Das Gewehr wird nun durch Zurückschrauben des Auflagers aus seiner einvisirten Stellung
gebracht und kann nun das Ueben beginnen. Hierbei wird sich nun, durch die Nadel ange-
zeigt, auch das geringste Abkommen auf das Deutlichste verrathen.
_ Soll der Apparat mit mehreren in einer
Reihe neben einander aufgestellten Zielen in Uebereinstimmung gebracht werden, wobei die
abhängbare Scheibe g auch dementsprechend "mehrere Centren aufweisen mufs, so reiht der
Anpassende an obige Manipulation hoch die an, dafs er aus Stellung Fig. 4 heraus noch
"ein Zweites Ziel anvisirt (Fig. 5), jedoch dieses Mal Halter h ruhen läfst, um die zuerst hergestellte
Uebereinstimmung mit dem ersten Ziel
Glicht wieder zu zerstören, dagegen nun den
Schieber e so lange verschiebt, bis die Nadel auf das entsprechende Centrum einspielt (Fig. 6).
""Das Gewehr stimmt nun, wie in Fig. 6 leicht
zu verfolgen, sowohl mit Ziel χ wie y überein.
Liegt nun dem Abstand sä'mmtlicher auf
""Scheibe g befindlicher Centren eine Mafseinheit
zu Grunde, z. B. 5 cm, und ist dementsprechend der Abstand der Ziele unter einander ebenfalls
"gleich, so wird nun auch das Gewehr mit sämmtlichen weiteren Zielen übereinstimmen.
So wird z. B. beim Anvisiren des Zieles v, Tig. 6, die' Nadel auf Centrum v, bei Ziel w
auf Centrum w einspielen. Wie grofs hierbei der Abstand der Ziele unter einander ist, ob
~5, 1-0, 20 oder mehr Meter, ist vollständig
gleichgültig, wenn nur überhaupt der Abstand ein einheitlicher ist. Denn bei der oben be-
Tchriebenen Anpassung wird ja bei Manipulation Fig. 6 infolge Verstellens des Schiebers e der
Apparat dem Abstand der Ziele angepafst.
~~"' Um nun bei einer gröfseren Anzahl Zielender
das jedesmalige und besondere Anpassen zu ^ersparen, können die Apparate, wie in Fig. 2
veranschaulicht, an einem Bock angesteckt werden, deren mehrere auf dem Uebungsplatz ent-,
weder in verschiedenen Entfernungen eingegraben sind, oder an markirten Plätzen aufgestellt
werden, so dafs dann, wenn mehrere Ziele aufgestellt sind, nur der Schieber e auf
~cfen auf dem Lineal η vorgesehenen Grad, der
der jeweiligen Entfernung entspricht, eingestellt zu werden braucht, um den Apparat den Zielen,
"gleichviel welcher Anzahl, ohne Weiteres anzupassen.
_ ,Eine Controle ist nun auf dreierlei Weise gegeben:
1. durch das Spiel der Nadelspitze, wobei, wie bereits erwähnt, das Einspielen derselben
auf das Centrum der Scheibe g Beweis richtigen Zielens ist;
2. durch Vorstofs der Nadel.und Markirung des Treffers. In diesem Falle wird auf Scheibe g
ein Papier- oder Pappenstück mit den nöthigen Centren oder Figuren aufgesteckt und wird die
Nadel, durch die gegen den im Gewehrlauf befindlichen Stift des Hebels c vorgeschnellte
Zündnadel beim Abzug des Gewehres gegen das Papierabbild geschnellt, dortselbst ein Merkmal
hinterlassen, welches den bezielten Punkt zu jeder Zeit erkennen läfst. Es ist somit auch
eine Controle bei Uebungen im Schnellfeuern gegeben;
3. durch Niederstrecken des Zieles. Dies kann hier ohne jedes Geschofs vermittelst Elektricität
geschehen. Zu diesem Zwecke wird statt der einfachen Scheibe g eine solche angehängt,
deren Centrum einen für gewöhnlich offenen Contact bildet, bei dessen durch den Vorstofs der Nadel bewirkten Schlufs die Ziele,
welche etwa als Pappsoldaten gedacht sind, in bekannter Weise mittelst Elektromagneten zum
Umfallen gebracht werden.
An Stelle der Elektricität könnte auch Luftdruck treten, wobei statt des metallenen Centrumplättchens
und Leitungsdrahtes ein kleiner, hinten oder in der Scheibe g untergebrachter
Ballon in Verbindung mit einem dünnen Schlauch anzuwenden wäre. Diese Einrichtungen wären
zu jeder Zeit und jeden Ortes mit Leichtigkeit zwischen Ziel und Gewehr einzuschalten und
sind dann, bei entsprechender Aufstellung der Ziele, ganz der Wirklichkeit gleichkommende
Effecte zu erzielen, ohne Kosten, Gefahren und Knall.
Die Vorrichtung ermöglicht auch das Messen sämmtlicher Raumgröfsen ohne Berechnung,
und zwar wie folgt:
ι. Eine Entfernung wird auf dieselbe Weise gemessen, wie die oben beschriebene Anpassung
an die Ziele vorgenommen wird. Also: Anvisiren des einen der abgesteckten Punkte y,
Fig. 3, Einstellen der Nadelspitze auf den auf der Scheibe g vorgesehenen o-Grad einer Gradeintheilung
(Fig. 4), Anvisiren des anderen Punktes x, Fig. 5, Vorrücken des Schiebers e,
bis die Nadelspitze auf den dem als bekannt vorausgesetzten Abstand der Punkte entsprechenden
Grad, z. B. 50 m, einspielt (Fig. 6). Das gesuchte Entfernungsmafs ist nun, durch
den Stand des Schiebers angezeigt, an einer auf dem Lineal vorgesehenen Grad eintheilung
ohne Weiteres abzulesen. Aus vorstehendem erhellt, dafs bei der Anpassung des Apparates an
die Ziele zugleich deren Entfernung sich ergiebt.
2. Eine horizontale Länge, z. B. der Abstand der Punkte xy, wird bei bekannter'Entfernung
wie folgt gemessen:
Einstellen des Schiebers e auf die bekannte Entfernung, Anvisiren des einen Endpunktes
der zu messenden Länge (Fig. 3), Gegenüberstellen der einen Nadelspitze dem o-Grad, Anvisiren
des anderen Endes (Fig. 6); die hierbei erfolgende Abweichung der Nadelspitze von
dem o-Grad ergiebt die gesuchte Gröfse ohne Weiteres ablesbar.
3. Eine Höhe wird auf dieselbe Weise ermittelt, wie eine horizontale Länge (s. unter 2.).
Da jedoch hier die Bewegung der Nadel eine verticale ist, so mufs auch dementsprechend
Claims (1)
- auf Scheibe g eine verticale Gradeintheilung vorgesehen sein (Fig. 7).4. Höhenunterschiede, wie z. B. der der eigenen Standhöhe gegenüber den Zielen, werden unter Zuhülfenahme einer Libelle auf dieselbe Art gemessen, wie die unter 3. bezw. 2. gezeigte. Also: Einstellen des Schiebers e auf die bekannte Entfernung, Einvisiren in die waagrechte Linie nach Mafsgabe der Libelle, Gegenüberstellen von Nadelspitze und o-Grad, Anvisiren des Zieles; die hierbei erfolgende Abweichung der Nadel vom o-Grad, also der waagrechten Linie, ergiebt die gesuchte Gröfse, von der die Höhe des Apparates abzuziehen wäre.5. Horizontale Terrainerhebungen in graphischer Darstellung werden gewonnen, wenn man an der Spitze der Nadel mittelst einer Hülse einen Bleistift (Fig. 8) und auf Scheibe g ein Papierblatt anbringt. Verfolgt man sodann die Erhebungen des Geländes, so werden dieselben auf dem Papier nachgebildet. Ist hierbei die Entfernung der abzunehmenden Linie bekannt, so wird sich an der Stellung des Schiebers e das Mafsverhältnifs der erhaltenen Zeichnung zur Wirklichkeit leicht erkennen lassen bezw. Darstellungen werden von vornherein in bestimmtem Mafsstabe zu erhalten sein.Bei allen diesen Messungen wird man sich zweckmäfsig einer langen, dem Wege der Nadelspitze entsprechend in einer Curve gekrümmten Scheibe bedienen. Eine verschiebbare und sowohl zur horizontalen, wie verticalen Gradeintheilung verstellbare Nadelspitze (Fig. 9) bezw. ein federnder Bleistifthalter (Fig. 8) werden dann das Uebrige thun.In Fig. 7 ist der Apparat speciell als geodätisches Instrument dargestellt; Fig. 10 veranschaulicht Ausführungen der Drehlager der Nadel.Das Drehlager e der Nadel kann beim Gewehr da wegbleiben, wo die Entfernung zwischen Gewehr und Ziel eine stets gleiche und sehr genaues Zielen zum Bethätigen .der Ziele nicht erforderlich ist, wie bei den bekannten kleinen Schiefsständen. Die lange, bewegliche Nadel wird dann durch einen kurzen, am Halter c festsitzenden Stift ersetzt und dementsprechend Scheibe g an das freie Ende des Lineals η verlegt.Fig. 11 und 1-2 zeigen eine Ausführungsform der Controlvorrichtung als Spielzeug mit Bethätigung der Ziele auf mechanischem Wege.Hier ist der mit dem Zielinstrument verbundene, dessen Bewegungen auf die' Nadel übertragende Halter c zum Drehpunkt (Doppelgelenk α1) des Geschützes verlegt und die Nadel d nach vorn gelegt. Letztere ist mit dem Halter insofern gelenkig verbunden, als sie nur nach oben beweglich ist, seitlich jedoch unverrückbar in der Schufslinie des Geschützes gehalten wird.Eine verticale Kreisbewegung des Zielinstrumentes wird nun hier an der Nadelspitze nicht, wie oben, in der verticalen, sondern in der horizontalen Ebene zum Ausdruck kommen, daher der Wirkungskreis der Nadelspitze in diese fällt. Es wird deshalb die Nadelspitze nach aufwärts gerichtet (Stift i) und Scheibe g, welche hier den Boden des Spieles bildet, über ihr angeordnet.In letzterem, dem Boden, sind nun eine beliebige Anzahl Stifte t1 in Reihen (Fig. 12 obere Ansicht) so eingesteckt, dafs sie axial leicht verschiebbar sind, wobei ihre unteren Enden unter dem Einflufs der. Nadel, die für jede solche Reihe Stifte eine besondere Spitze trägt, sich befinden.Auf die Köpfe dieser Stifte werden nun die kleinen Zinn- oder Holzfiguren in beliebiger Anordnung aufgestellt.Soll nun z. B. die Fahne des mittleren Festungsthurmes heruntergeschossen werden, und wird zu diesem Zweck das Geschütz vorerst seitlich auf die Fahne eingeschwenkt, so macht die Nadele? diese Schwenkung mit und liegt dieselbe nun unter der Fahne. Wird nun das Geschütz in die Höhe auf das Centrum der Fahne gerichtet, so wird hierdurch die Nadel axial vorgeschoben und eine ihrer Spitzen t steht nun genau unter dem Stift, auf welchem die Fahne steht. Bei einem Druck auf Stöfsel (Abzug) f und hieraus entspringendes Emporschnellen der Nadel wird dann die Fahne leicht heruntergeworfen.Bei den übrigen Figuren ist die Bethätigung dieselbe. Gröfsere Objecte, wie Thürme, Bäume etc., weisen hierbei in gleicher Höhe ein bestimmtes Merkmal auf, auf welches einvisirt wird. Bei den menschlichen Figuren kann, sofern genaues Zielen, das von der Dicke der Stifte 111 abhängt, erforderlich ist, Kopf oder Brust hierfür dienen.Ein unbeabsichtigtes Umwerfen zweier Figuren zugleich ist ausgeschlossen, indem bei der Einbringung einer der Spitzen t in die von ihr zu beherrschende Figurenreihe die anderen Spitzen aufser Einflufs auf die ihrigen kommen. Auch ist der Stand der Figuren ein entsprechend unregelmäfsiger, so nämlich, dafs nur wenige Figuren in derselben Schufslinie liegen, wie aus Fig. ι 2 ersichtlich.Um die durch die Länge des Nadelvordertheiles bedingte Schwere dem kurzen, breiten Hintertheil gegenüber auszugleichen, ist letzteres entsprechend schwer gehalten, so dafs dasGanze leicht zu bethätigen ist.Paten τ-Ansprüche:i. Vorrichtung zur Controle des Zielens, dadurch gekennzeichnet, dafs ein mit dem Zielinstrument in Verbindung stehender Zeiger (d) mit seiner Spitze an einer Scheibe^ entlang spielt und bei richtigem Zielen aufein auf der Scheibe vorgesehenes Merkmal einspielt, wobei die Einrichtung getroffen sein kann, dafs dieser Zeiger (d) beim Ziehen des Abzuges des Zielinstrumentes gegen, die Scheibe gestofsen wird. und auf derselben entweder ein Zeichen hinterläfst, oder eine derartige elektrische, mechanische oder anderweitige Verbindung zwischen Ziel und Scheibe herstellt, dafs das getroffene Ziel kenntlich gemacht wird.Eine Ausführun^sform der unter ι. gekennzeichneten Vorrichtung als Mefsinstrument (Fig. 7), bei welcher der Zeiger eine verschiebbare Stützung (e) erhält, deren Verschiebung auf einer Scala (n) dann in einem feststehenden Verhältnifs zu der gegenseitigen Entfernung zweier anvisirter Punkte steht, wenn der Weg der Zeigerspitze auf einer Scala (g) der gegenseitigen Entfernung jener Punkte entspricht.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
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Family Applications (1)
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- DE DENDAT70507D patent/DE70507C/de not_active Expired - Lifetime
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